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Montag, 20 März 2017 21:37

Zum Sieg gewühlt - Arminia gegen den Bramfelder SV

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Rundumbeobachtungen

Ostwestfälisches Wetter (die Hünenburg verschwindet in den Regenwolken)! Sonntag im beschaulichen Quelle! Das Stadion im Grünen! Was gäbe es unter den herrschenden Bedingungen besseres, als Arminia zu gucken?

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Richtig, nichts! Also hin ins Waldstadion Quelle, wo optimale Platzverhältnisse herrschen – eine Halbzeitbegehung des Geläufs ergibt, dass man die Platzverhältnisse sogar hören kann (*maaaatsch* bei jedem Schritt). Aber unsere Blauinnen sind nicht Lottes Sportfreundinnen  und lassen sich davon nicht abhalten. Zumal das Spiel gegen den bisher punktlosen Tabellenletzten aus Hamburg-Bramfeld auf dem Papier zu einfach ist, als dass es ein Spaziergang werden könnte.

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Und in der Tat denken die Bramfelder Deerns gar nicht daran, der Papierform zu entsprechen. Sie spielen eine aufmerksame Raumdeckung, gegen die Arminia, bis auf einen beherzten Distanzsschuss hier und einen energischer Flügellauf da erstmal kaum ein Mittel findet. Ein paar Unterstützer der Bramfelder haben sich mit zwei Transparenten im Sumpf der Gegengeraden platziert. Ihre Schirme haben sie nebeneinander in den Matsch gerammt, nehmen sich aber keinen der rumliegenden Bälle, um eine Runde Schirmkegeln zu spielen.

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Die Stimmung gegenüber schwankt zwischen Anfeuern („Jawoll, Maxi, weitaaaa!“) und Unzufriedenheit („Zu hektisch, zu hektisch“). Ein Schiedsrichterbeobachter ist auch vor Ort. Er ist ähnlich ausgestattet wie der Rundumbeobachter (Zettel, Stift). Beide bekommen in der 20.Minute reichlich zu kritzeln. Nach einem Kopfballduell schickt die SchiRi Bella Jäger in die Duschen. Lange bleiben die tieferen Beweggründe der Entscheidung unklar. „Ein Ellbogen. Annabel hatte einen Ellenbogen“, kristallisiert sich irgendwann heraus. Eine merkwürdige SchiRi-Entscheidung, denn: Erstens hat die Bella zwei Ellbogen (hab genau nachgeguckt) und zweitens sah es nicht so aus, als wäre auch nur einer der beiden für eine grobe Unsportlichkeit genutzt worden. Leider nicht die einzige strittige Entscheidung der SchiRi, es werden nicht allzuviel gute Sachen auf der Zettelwirtschaft des SchiRi-Beobachters gelandet sein. Besser macht es die Assistentin: „Geh mal ein Stück zurück, dann können wir gut zusammenarbeiten“, sagt sie vor der Partie zum Ballmädchen.

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Es kommt, was dann immer kommt. Erstmal fällt die Unterzahl kaum auf. Dann erwacht das dezimierte Team. Nachdem die Bramfelder Keeperin Fernandes Neves und das Aluminium ein paar mal im Mittelpunkt standen, nutzt Laura Liedmeier das Chaos im Bramfelder Fünfer und köpft zur Führung ein. Das Westfalen Blatt sagt: Sarah Grünheid. Wenn Ihr mitreden wollt, wer jetzt Recht hat, müsst Ihr einfach selbst bei den Frauen vorbei kommen. Mit der Führung geht es in die Pause.

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Halbzeit. Stadionwelt Inside hat die beste Bratwurst der Ersten und Zweiten Liga gewählt. Leider nur bei den Männern. Bei einer Erweiterung auf die Damenligen wäre das Waldstadion mal ganz vorne mit dabei gewesen. Man schaue sich diese Pracht an!

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Weiter geht’s. Der Bramfelder SV bemüht sich nach Kräften und kommt zu ein paar brenzligen Szenen. Insgesamt bleibt es eine ziemliche Herumwühlerei, hier mal die Platzverhältnisse aus der Nähe:

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Der halbe Übersteiger, auch bekannt als „Maxi-Pirouette“, funktioniert auf dem Untergrund eher selten. Trotzdem beackert (tolles Wort in dem Zusammenhang) die Kapitänin auch heute wieder einen enormen Aktionsraum. Allmählich gewinnt Arminia deutlich die Oberhand. Die Mädels merken, dass Fernandes Neves gern mal etwas weiter vorm Tor steht und versuchen es mit Distanzschüssen. An der Seitenlinie betreiben die Platzherren vom TuS Quelle Vereinstalk. Der Supporters-Club der Blauinnen macht Stimmung. Auch sonst ist die Atmosphäre wunderbar: Keiner sitzt! Aus den Reihen der Zuschauer kommt der beste Christoph-Hemlein-Witz ever: „Der war in der Hundeschule: Los, renn‘ hinter jedem Ball her!“.

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Wenn der Platz auch bei der „Maxi- Pirouette“ nicht mitmacht,  ist er definitiv nicht hinderlich beim „Vivien-Diver“. In der Schlussphase begräbt Arminias Nummer Eins (Funfact: Genauso groß wie Wolfgang Hesl) jeden Ball unter sich. „Das hatse im Fernsehen gelernt“, kommentiert das Publikum. „Pocke“ Bochra schafft es dann endlich, das Stellungsspiel der Hamburger Torfrau zum 2:0 zu nutzen. Deckel drauf, zweiter Zu-Null-Sieg in Folge für die Blauinnen.

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Ohne Hurra, aber mit mit ordentlich Kampf festigt Arminia Platz vier in der Tabelle. Und das als Aufsteiger. Ostwestfalens Nummer eins! Mit Wühlen, Pirouetten, Divern und einem Geschmacks-Gemäääälde von Bratwurst. Arminia ist was Schönes! Nicht nur, wenn die Kerls gewinnen.

Der goldene Klops des Tages geht an:

Einwurf ist dann, wenn der Ball im kompletten Umfang über der Seitenlinie ist. Sonst isses Hand.

Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

2 Kommentare

  • Kommentar-Link Bianca Montag, 20 März 2017 22:40 gepostet von Bianca

    Das Tor war ganz klar Sarah Grünheid

  • Kommentar-Link Jan-H. Grotevent Dienstag, 21 März 2017 14:46 gepostet von Jan-H. Grotevent

    Alles klar, Bianca, dann bin ich überstimmt ;). Sah von meiner Sicht nach Laura Liedmeier aus.

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