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Samstag, 04 Februar 2017 18:26

Multiples Nichtversagen - Arminia gegen 60

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Rundumbeobachtungen

Wir sind im Abstiegskampf, also sparen wir uns die schönen Worte von wegen „Erstes Heimspiel nach knapp zwei Monaten“. Zumal die Blauen so schlecht sind. Hesl, der Versager. Defensive, die Versager, Konzentration versagt, Versagen in der Schlußphase. Zur Sache! Abstiegskampf! Endlich wieder Alm ist trotzdem schön.

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Kramny läßt die Defensive ein Taktikreferat auf Block 3 sein („Wenn hinten...*fuchtel*...dann kannste im Mittelfeld...*wedel*...und vorne ...*gestikulier*“) und sucht den Erfolg in der Offensive. Yabo auf die Sechs zurück, hinter dem Neuner-Sturmgeschütz agieren Voglsammer, Brandy und Nöthe. Angriff ist die beste Verteidigung – Läuft! Nach sechs Minuten haben die Blauen drei Ecken. Die Sechzger kommen nicht dazu, herauszufinden, was hinter der Mittellinie ist. Arminia ist deutlich feldüberlegen. Als eine Schützflanke zu kurz an die Strafraumgrenze weggeköpft wird, feuert das Neuner-Sturmgeschütz eine ansatzlose Volley-Granate in die Maschen. Ex-Armine Stefan Ortega sieht nur noch den Kondensstreifen. Freudenpogo auf Block 3! „Der Puls der Stadt, unsere Leidenschaft, wir wollen Euch Siegen seeeeehn!“. Doch wie das eben so ist bei den schwarzweißblauen Versagern...Wie gewonnen, so verwaist die rechte Abwehrseite. Mit dem ersten ernsthaften Angriff erzielt der TSV den Ausgleich. Man ist ja geneigt, der Defensive die Schuld zu geben. Bei Betrachtung der bewegten Bilder gesteht man aber zu, daß das eine tolle Einzelleistung von Amilton in der Vorbereitung und ein toller Abschluß von Dänenlöwe Christian Gytkjaer war – den triffste auch nich immer so. Zähneknirschen auf Block 3. „Jetzt haben die den moralischen Vorteil“ – „Noooooin, keine Sorge.“.

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Die Sechzger finden nun etwas mehr gefallen an der Landschaft jenseits der Mittellinie. Hesl entschärft einen Angriff über rechts – der Versager, der. Erste gelbe Karte im Spiel. „Der hat schon gelb“. Eigentlich haben alle Münchner gelb. Gelbe Trikots. Mit Löwen drauf. Und wenn wir von „Münchner Löwen“ sprechen: Die Ultras aus Giesing haben sich neu formiert und alarmieren die Schiffe rund um die Alm.

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60 hat nicht unbedingt den moralischen Vorteil, aber irgendwie hat Arminia den moralischen Nachteil. Wie schon oft nach eigener Führung, wie schon oft nach einem Gegentor beobachtet. Kämpferisch ist die Einstellung in Ordnung, vom Feuer der ersten zehn Minuten ist Mitte der ersten Hälfte nur noch wenig vorhanden. Motivationsprobleme? Ich stelle mir das mit der Mannschaftsmotivation bei Arminias Trainerteam so vor wie in „Starship Troopers“: Kramny steht vor der Mannschaft und hält eine leicht bräsige Taktikrede, dann tritt Rumpi vor, klatscht in die Hände und brüllt: „IHR HABT DEN LIEUTENANT GEHÖRT, LOS, RAUS, IHR HIMMELHUNDE! ODER WOLLT IHR EWIG LEBEN?!“. Und dann zieht die mobile Infanterie los und...die Partie verflacht. Auch auf den Rängen ist der Dampf etwas raus. „Guckmal, es ist 19:05 Uhr.“ – „Dann ist es Zeit für den magischen Moment!“ – „Zu spät, ist schon 19:06 Uhr.“. Und mit der Uhrzeit will kein Armine was zu tun haben!

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Um 19:10 Uhr allerdings sieht das anders aus. Schütz bringt einen Freistoß in den Strafraum. Es folgt zunächst eine Szene, bei der Sportschaukommentatoren der Spätachtziger „EinsZweiDrei wer hat den Ball“ salbadert haben. Am Ende hat ihn Fabi, ganz am Ende das Tornetz. Der Klos war doch auch einer von den Versagern, oder? Egal. Jubel, Pogo, Freude auf den Rängen herrscht. Mit der Führung in die Kabine, für eine insgesamt engagierte Leistung belohnt.

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Halbzeit. Nebenmann, ich hatte vorher eine Pita im Kronenstübchen (mjamm!). Mit Tzaziki. Riecht man’s? „Nö, eigentlich nicht.“. Manno. Hab mir doch so Mühe gegeben.

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Stimmung gut zu Beginn der zweiten Hälfte. Berengar, der heute auf Block 1 steht, macht „AAAAAAAAA...“. Eine zweite Stimme sekundiert ihn, und das klingt wie Fliegeralarm. Ein Weckruf für Mannschaft und Tribünen? Immerhin läßt sich mit „Fliegeralarm“ die geheimnisvolle, vor dem Spiel am Eingang aufgeschnappte Aussage erklären: „Laß unter Block 3 gehen, da is immer so schön leer“. Die Alm – Tempel und Luftschutzbunker. Während Teile der Süd mit dem Staatstrachtenverein hadern, schießt Arminia in Person von Tom Schütz zum letzten Mal an diesem Abend aufs Tor. Die Offensive wird eingestellt, kämpferisch stimmt es aber weiterhin bei den Blauen. Folge ist ein Übergewicht der Löwen. Gepaart mit der Bielefelder Defensive – die Versager, die! – Ergibt sich der eine oder andere Herzinfarkt oder Herztropfendurst oder Herzschrittmacherbedarf. So zumindest die Vorschläge auf Block 3. Hauptsache Herz.

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Und dann kommt die pöhse Schlußphase...Wo es in den Strafraum reinsegelt und reinfliegtundgestochertwirdundVersagerdefensivHeslAAAAARGH! Die Alm weiß das und macht Alarm. „Steht auf, wenn Ihr Arminen seid!“. Und es fliegt rein undsegeltreinundGestocherund HeslhauteinpaarrausderVersagerder... „BIE-LÄ-FÄLD!! BIE-LÄ-FÄLD!!“. „Wer glaubt dran? Wer glaubt dran, daß Arminia gewinnt?“. Nun, Glauben ist nicht das Problem, eher das Zittern. Jeder weiß: Die drei Minuten Nachspielzeit dauern noch länger als die Viertelstunde vor Feierabend. Das Experiment, eine Stoppuhr mitlaufen zu lassen, ändert nix daran, im Gegenteil. Ungezählte hektische Atemzüge später, als auch der letzte Standard der Sechzger nichts einbringt, ist es dann vollbracht. Abstiegskampf erfolgreich über die Zeit gefighted!

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Hesl, heute sicher. Defensive, heute mit Kampf und Geschick. Konzentration in großen Teilen da, grobe Schnitzer gab es nicht. Die Schlußphase mit viel Einsatz überstanden. Wie viel am Sieg der Tatsache zu stunden ist, daß 1860 München mit seinen vielen und vielversprechenden Neuzugängen noch nicht eingespielt ist, sei dahingestellt. Ebenso die Frage, inwieweit der Dreier Arminia stabilisiert hat. Auf Arminias Homepage steht „mit Mentalitätsleistung über die Zeit gebracht“, Radio Bielefeld setzt noch einen drauf mit „Mentalitäts-Monster“- Das kann man stehen lassen. Mental die Bälle aus dem Fünfer geguckt – Wenn’s klappt, Bitteschön.

Der goldene Klops des Tages geht an:

Die Brainbugs.

Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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