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Montag, 05 Dezember 2016 20:16

Jawoll, Fußballfreunde - Arminia gegen Bochum

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Rundumbeobachtungen

Nachdem die Saison für Arminia erst nach dem zehnten Spieltag endgültig losging, muß sich der schwarzweißblaue Anhang jede Woche aufs Neue bang die Frage stellen, ob noch genug Saison für den Klassenerhalt übrig ist. Sicher ist nur eins: Mit jedem Anpfiff beginnt der Rest der Saison.

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Diesmal beginnt der Rest der Saison mit dem Dariusz-Diabang-Momo-Wosz-Gedächtnis-Derby gegen den VfL Bochum. Als erstes fällt die Hymne aus. Trotzdem reißen nach Sebi Wieses „Niemand erobert den Teutoburger Wald!“ alle die Schals hoch. Und leicht hektisch wird „Tod und Haß dem VfL!“ gebrüllt. Reflexe passen schon mal. „Jawoll, Fußballfreunde!“, verkündet Lothar. Ohne Hymne rein ins Spiel, das Arminia erstmal komplett verschnarcht. Nach zehn Spielminuten hat Bochum drei Ecken und eine Riesenchance im Spielbericht. Kein Grund Pessimismus auf Block 3: „3:0. Hattrick Voglsammer.“. – „9:2. Hattrick Voglsammer. Hattrick Klos. Hattrick Börner. Zwei Eigentore Börner.“ (Ich hatte am Ende nicht ganz recht) – „Was trinkt Ihr da und was haben sie Euch da rein getan?“.

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Arminia befreit sich ein bißchen. Erstes Ding auf die Kiste des VfL ist ein Freistrahl von Behrendt. Und dann spielt Arminia Fußball. Eine schnelle Kombination durchs Mittelfeld, eine tolle Flanke von Hartherz und Hühnersammer voglbrustet die Kirsche in die Hütte. Erster und letzter toller Spielzug des gesamten Spiels. No Limit!

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SchiRi Harm „Paco mit der Hand, ich geb‘ ihm den Elfmeter“ Osmers flötet in beide Richtungen etwas merkwürdig. Zweikampf-Pfiff-Überlegen, in welche Richtung. Sehr sinnig auch: Freistoßspray in den Rauhreif sprühen. Weiße Linien auf weißem Grund. Das wird bei Schnee noch richtig lustig. Gibt es dann rotes Freistoßspray? Gelbes wäre witzig...Nicht abschweifen jetzt. Mit den Worten von Block 3: „Ich bin nur zum Fußballgucken hier“ – „Ja dann mach doch!“. Schuppan schießt einen übers Tor. Bochum köpft nach einer Ecke verdammt knapp neben das Tor. So geht der DSC, nachdem in der ersten Hälfte nicht mehr viel passiert, mit einer leicht wackligen Führung, aber nach einer taktisch ordentlichen Leistung in die Kabine und die Tribünen zur Schlemmerplatte rotweiß. Spieler die immer „nicht verwandt oder verschwägert“ sagen müssen: Alexander Merkel (VfL Bochum).

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Halbzeit. Schlemmerplatte rotweiß ist nicht. Der Durchgang zur Ost ist gesperrt. Sicherheit und so. Sehr wichtig, muß konsequent praktiziert werden. Siehe Gästeblock. Pizza statt Pyro statt Pommes. Pizza schmeckt wie immer, der Rest schmeckt komisch.

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Die erste Chance in der zweiten Runde hat Arminia. Voglsammer voglsammert aufs Tor, leider in die Hände von Keeper Riemann, dessen Stutzen unfreiwillig an Strapse erinnern. Schuppan schießt den Ball immer erst einmal vor die Bande, bevor er einen Einwurf ausführt. Wieso fällt mir sowas immer auf!? Vielleicht haben sie ja wirklich was ins Getränkeangebot der Alm gekippt. Würde einiges erklären. Nicht nur bei mir.

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Schreck Mitte der zweiten Hälfte- Julian Börner muß verletzt raus. Schulter kaputt. Wie weiland Christopher Nöthe. Das ist Arminia-Ironie. In allen anderen Clubs fallen die Stammkräfte aus, weil sie sich die Beine verletzen – Arminen haben Schultern. Armer Börni, alles Gute Dir! Arme schwarzweißblaue Defensive, der ihr heute stärkster Mann abhanden kommt. Die Einwechslung von Cacutalua ist da keine Beruhigung für Block 3. „Was rennt der gleich nach vorne? Der fehlt dann hinten!“ – „Ist das schlimm, wenn Cacutalua hinten fehlt, höhöhö...“.

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Bochum drückt mehr und mehr, bleibt aber relativ ungefährlich. Und Arminia kämpft. Block 3 kämpft mit. „Hau’n um!!!“. – „Dat is’ne Kaaaaarte“. Und Arminia kämpft weiter. Und Block 3 kämpft weiter mit. „Belohnt Euch, Jungs, belohnt Euch!“- „Warum spielen die Frauen nicht?“. Weil die erst zwei Tage zuvor gespielt haben. Und zwar ganz fantastisch. Auch wenn Arminia Radkäppchen und den bösen Golf wieder nicht aus dem Pokal schmeißen konnte – Wir haben die Autostadt jetzt genderübergreifend genervt. Schade, daß meine Schicht am Freitag so mies lag und ich es nicht rundumbeobachten konnte. Berichten zufolge war es Gänsehautentzündung reloaded! 1.500 Zuschauer, geil! Der Aufruf, mal die Blauinnen zu gucken, sei hiermit erneuert. Torhüterin Vivien Brandt kann Bälle übrigens mit beiden Füßen rausschlagen. Torhüter Wolle Hesl nicht, nur mit links. Er könnte es natürlich mit rechts versuchen und einen Stockfehler nach dem anderen riskieren. Macht er aber nicht, sondern legt ihn sich auf links vor. Das als nicht unwichtige Einleitung der folgenden Schilderungen.

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Bekanntlich kann Arminia nicht ohne dramatische Schlußphase. Hannover, Fürth uswuswusw. Die Alm fühlt es und singt. „Deutscher Sportclub allez, Deutscher Sportclub allez, Deutscher Sportclub alleeeez!“. Warum es wieder vier Minuten Nachspielzeit sind...kein Plan. Wahrscheinlich ist pünktlich abpfeifen unter modernen SchiRis einfach nicht mehr hip. „Steht auf, wenn Ihr Arminen seid“, röhrt Lothar. Und die Alm steht und brüllt – PfostentrefferBochumouuuhmannomann... „Wir sind immer dabei, ob nah oder weiß...ob schwarz oder weit...ob Napf oder Brei...“ Leck mich, istegaljetzt- HEEESL! Riesenparade bei einem Mlapa-Schuß. „Pfeif ab, Du Schlunz!“ Hoogland frei, neinneinnein... HEEESL! „Abpfiiiiiff! ABPFIIIIFFF!“ – Abpfiff!

Und Hesl, die Pfeife, der Linksfuß, der zum zweiten Mal nach Sandhausen den Dreier in der Nachspielzeit gerettet hat, auf den Zaun, den er sich verdient hat.

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Nachdem die Saison für Arminia erst nach dem zehnten Spieltag endgültig losging, muß sich der schwarzweißblaue Anhang jede Woche aufs Neue bang die Frage stellen, ob noch genug Saison für den Klassenerhalt übrig ist. Rein rechnerisch ja: Seit Rehms Dimissio wird ein Spiel gewonnen, eins verloren. Hält Arminia den Schnitt, reicht das hochgerechnet für 41 Punkte. Jetzt sind’s zwie Punkte vor auf die böse Zone, der Rest der Saison kann kommen. Vielleicht fangen sie ja ausgerechnet in Braunschweig an, an der bisher etwas dürftigen Auswärtsbilanz zu arbeiten.

Der goldene Klops des Tages geht an:
Die Tür von der Linie 4 nach dem Spiel, die sich zwischen Waggon und Bahnsteigkante schiebt und den Karren erstmal festklemmt. *nerv*

 

Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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