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Samstag, 19 November 2016 14:20

„…was war das!?“ – Arminia gegen Heidenheim

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Rundumbeobachtungen

Arminia Bielefeld hat einen neuen Trainer. Arminia Bielefeld hat ein neues Trainerteam. Die Hektik im Umfeld ist seit Kramnys Erscheinen vorbei. Worüber sollen wir jetzt nur... was?! …was war das!? Ach soooo, Arminia spielt ja Fußball, stimmt. Zweite Liga, Abstiegskampf. Also auf zum Tempel…

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Was an Arminen ja immer wieder aufs Neue faszinierend ist: Wir können binnen Sekunden von rigorosem Fatalismus auf genau so rigorosen Optimismus umschalten. „Zur Halbzeit 2:0!“, lautet die Prognose auf Block 3 zum Anstoß. Schwarzweißblau ein Leben lang- Nur das kann verhindern, daß uns die Synapsen durchschmoren. Erwartungsgemäß spielt Voglsammer für den gesperrten Fabi. Nicht viel los in der Startphase. „Nicht reklamieren, weiterspielen!“, bei einer strittigen Situation gegen den DSC. „Nicht weiterspielen, reklamieren!“, bei einer strittigen Aktion für den DSC. Man ist zufrieden auf Block 3. „Das sieht nach Fußball aus!“. Das stimmt- nur leider beim Gast von der Brenz. Tim Skarke schließt eine schicke Kombination zum 0:1 ab. Eingeschränkter Optimismus. „Okay, dann halt zur Halbzeit 2:1“. Nervosität. „Der kann nichts“-gemeint ist irgendwer im Seitenaus. Bis Weihnachten sind noch 15 Punkte zu vergeben. Um die mystischen 20 Punkte zu erreichen, brauchen die Blauen vier Siege. Vom ersten möglichen Dreier von vieren sind 25 Minuten rum und Arminia liegt zurück.

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Das gibt Block 3 Gelegenheit, auf eine Standardsituation aus der Trainerdebatte zurückzugreifen: Das Galgenmännchen. Gut, daß Klos nicht spielt. Hesl ist schuld. Der SchiRi ist schuld. Der pfeift tatsächlich ein paar brenzlige Dinge für die Brenz. Block 3-Dialektik: „Natürlich liegt es nicht am SchiRi, aber so, wie der pfeift…“. Hesl verhindert mit einer Glanzparade das 0:2, kriegen wir aber nicht mit, war drüben. „Alles gelbe weg!“, brüllt Block 3. Gemeint sind der SchiRi, Hesl und wohl auch die BVB-Handschuhe des Bierkanisterschleppers.

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Etwa zur 30.Minute ist der schwarzweißblaue Verdauungstrakt mit dem Rückstand fertig. Die Blauen auf dem Rasen kämpfen sich ins Spiel, die Blauen auf den Rängen machen Alarm. Hartherz schießt, Keeper Kevin Müller wehrt zur Seite ab, Voglsammer staubt ab, die Alm liegt sich in den Armen. Sein Spiel! Neuer Trainer, die Chance, sich zu beweisen, gegen die Ex-Kollegen… da darf er gern auf den „Schüco“-Aufdruck zeigen. Arminia spielt stark. Der Herr zur Rechten wird von seiner Yoga-App gefragt, wie er sich im Moment fühlt. Das gib mal korrekt in die App ein. „Das kannst Du genau wie Messi…“, wird Michi Görlitz nach einem Übersteiger von Block 3 gelobt. Ich kann übrigens genauso doof gucken wie Messi…will auch gelobt werden…Manno…

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Halbzeit. Arminen schleppen Biere. Arminen schleppen Biere und „Obelix-Biere“ (Block 3-Idiom für die Ein-Liter-Eimer). Arminen schleppen Biere, „Obelix-Biere“ und mehrere Bratwurst-Pappteller. Arminen schleppen Biere, „Obelix-Biere“, mehrere Bratwurst-Pappteller und Glühweinbecher. Arminen schleppen Biere, „Obelix-Biere“, mehrere Bratwurst-Pappteller, Glühweinbecher und Pizza. Arminen schleppen Biere, „Obelix-Biere“, mehrere Bratwurst-Pappteller, Glühweinbecher und Pizza durch das Gewühl der Südtribüne. Wenn Arminen diese Artistik mal bewußt vorm Spiegel üben, versauen sie sich die Garderobe.

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Regen zum Wiederanpfiff. OstwestfälischesWetterPlatzseifigGutfürArminiablablabla. Applaus für die Einwechselspieler, die sich vor der Süd warmmachen. „UlmUlmUlm!“. Ob es für den so gut ist, als Pneumonie-Rekonvaleszent im Regen rumzulaufen?

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Kämpferisch läuft es ja seit kurzem gut beim DSC. Spielerisch wird’s auch besser. Angenehm fällt die Defensive auf: Situation werden entweder spielerisch (Kurzpässe hinten raus) gelöst oder kompromißlos (auffe Ost pöhlen). Auch Block 3 verteilt Komplimente. „Der Junglas, ey, spielt wie Bud Spencer…“. Tut er auch. Gute Mannschaftsleistung bisher. Die 62. Minute. „…was war das!?“, fragen wir uns, nachdem wir uns nach dem Torjubel wieder in die Aufrechte begeben. „Tor!...egal.“. Prietl („Der is‘ gut, der Neunzehn!“) reagierte in Lichtgeschwindigkeit auf die Flugkopfballvorlage von Arne Feick.  Mönsch, Feick, oller Pfostentreffer. Hättste hinsichtlich „Ex-Kollegen“ bei Voglsammers Ausgleich mal besser aufgepaßt. Na ja, so ist auch gut, *bätsch*. Die Körpersprache stimmt, auf dem Platz und auf den Rängen. Behrendt döllert einen auf die Kiste. Prietl hat noch eine dicke Chance.

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Und jetzt beginnt das Um-den-Sieg-Zittern. Und wie. Wir fordern Videobeweis beim Einwurf. Wir fordern ab der 77. Minute den Abpfiff. Wir supporten. Unsere Stimmen überschlagen sich (vor allem die von Berengar). Heidenheim drückt, der Zeiger tickt. Zu langsam. Heidenheim hat eine Riesenchance, schießt sich aber selbst an. „Dein Blick ist völlig irre, Rundumbeobachter!“ – Das stimmt mit dem Rest des Rundumbeobachters überein. Konterchancen werden liegengelassen, hoffentlichrächtsichdasnicht, warum drei Minuten? Ballbesitz, YEAH! Zitterfinger…vollbracht! Boooooooaaaah, selten so um den Dreier gezittert. Sekundenkoma zur Erholung, dann …

Allez, Allez, Ladihoooo!

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ALLEZ, ALLEZ, LADIHOOOO!

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…was war das!? Nun, es war der fortgesetzte Rump- bzw. Befreiungseffekt. Es war interessant zu sehen, wie „dezentral“ Arminias Spiel ohne Klos war. Es wird eine der Herausforderungen für Krmany sein, ein so dezentrales Spiel MIT Klos aufzuziehen. Das wichtigste aber ist: Von den möglichen 15 Punkten wurden schonmal drei geholt. Mehr geht nicht. Erst wieder in Fürth. Und da geht was. Es geht sowieso wieder was!

Der goldene Klops des Tages geht an:

Jemanden, der in Feilen, Schrauben, Silikonpistolen oder so (irgendwo in der Nähe von Großaspach) vor Sky sitzt, bockig mit dem Fuß aufstampft und greint: „Bei mir wär’s auch gegangen!“. Trotzdem alles Gute!

Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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