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Montag, 10 Oktober 2016 23:40

Derbysiegerin! Pokalwalze! - Arminia gegen den FSV Gütersloh 2009

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Rundumbeobachtungen

Arminia Bielefeld und Pokal ist eine feine Sache, das wissen wir alle. Die Frauen- und Mädchenabteilung ist in dieser Saison eine Pokalwalze. Die ganze Woche tickerten Erfolgsmeldungen durch die Medien, wenn wieder eine Mannschaft des DSC auf Kreis- oder Landesebene die nächste Runde erreicht hatte. Nun kann das erste Frauenteam die Woche im DFB-Pokal abrunden. Die Alm ist bereit!

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921 Zuschauer sind zum Pokalderby gegen den FSV Gütersloh 2009 in Lohmanns Tempel erschienen – Zuschauerrekord für die Ladies. Der FSV hat zu Beginn leichte Feldüberlegenheit. Arminias Defensive ist aber aufmerksam. Vor allem die Abseitsfalle funktioniert hervorragend. So kommen die Kickerinnen vor Tönnies‘ Gnaden nicht zu gefährlichen Abschlüssen. Alldieweil arrangiert sich das Publikum auf der Westtribüne, die heute für den Besuch geöffnet ist. „Freie Platzwahl“ funktioniert überraschend gut im Vergleich mit den Verkehrsstaus, die man von der Süd im Hinterkopf hat.

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Der Fanclub des Frauenteams macht richtig Stimmung, der Rest des Publikums geht mit. In der 25. Minute hat Arminia die erste halbe Torchance bei einem Freistoß. Aus heiterem Himmel fällt kurz darauf das 1:0 für Gütersloh – Ein Freistoß von rechts segelt an Freundin und Feindin und der konsternierten Vivien Brandt vorbei in die lange Ecke – wat’n fieses Ding. Jubel von links auf der West, wo die Gütersloher sind. Gelegenheit für den Fanclub, den Alten Klassiker aufzuwärmen, in dem erklärt wird, was Gütersloh aufgrund von Finanzknappheit aus dem Heidewald macht (ein ambitioniertes Projekt von globalem Rang). Es kommt zu einem kurzen Chantduell. Die einen hören vom anderen nix.

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In der 38.Minute wird Karolina Bochra im Sechzehner gelegt. Kamila Kmiecik schießt in die Kamila-Ecke (der Begriff „Fabi-Ecke“ ist sowas von 2014) und erzielt den Ausgleich. Jubel bei den Ladies, Jubel auf der Tribüne. Der erste Alm-Can-Can in der Geschichte des DSC für das Frauenteam. Das Tor gibt den Blauinnen Auftrieb. In kurzer Zeit holen sie mehrere Ecken heraus. „Ecke! Ecke! Ecke! – Tor! Tor! Tor!“, bedient sich der Fanclub einer Marotte des 1.FFC Frankfurt. Hrmpf, sprach der Potsdam-Sympathisant. Torjubel mag er dafür um so lieber. Kurz nach dem Ausgleich hebt Annabel Jäger einen Nachschuß an der auf Irrwegen befindlichen Gütersloher Torfrau vorbei zum 2:1 in die Kiste.

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Gütersloh erhöht nach dem Rückstand den Druck. Die Gütersloher Defensive allerdings hat keinen besonders strahlenden Nachmittag erwischt. Als der Gast nach einer Ecke die Kirsche nicht wegbekommt, entsorgt Tanja Thormählen das Spielgerät in die Maschen. Spiel gedreht und veredelt! Wenn es bei Arminia läuft, läuft es bei Arminia. Begeisterung auf den Rängen. Lothar sitzt hinter dem Mikro und daß man den nicht extra begeistern muß, ist kein Geheimnis. Die übliche dreifache Ansage der Torschützin brüllt er kurzerhand selbst in die Transistoren („Tanja...THORMÄHLEN!“) – Und folgt damit einer Marotte der Potsdamer Fans. Geht doch!  Döp-Döp-Döp...

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Halbzeit. Es gibt keine Warmgetränke auf der Alm. Auch heute nicht. Keinen Kakao. Keinen Kaffee. Und auch keinen heißen Tee für die tapfere Maid am Wurststand. Ach, die Idee ist aber auch hübsch...Tee auf der Alm...Denkste Dir nicht aus.

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Die obligatorische Rückkehrer-Frage: „Was passiert?“. Relaxte Antwort: „Nööö, immer noch derselbe grüne Bereich.“. Und das stimmt. Gütersloh hat zur Pause zweimal gewechselt und drängt, die Blauinnen halten aber mit. Daß Maxi Birker schießen kann, erfahren die Gütersloherinnen in der 57. Minute. Daß Annabel Jäger schießen kann, wissen sie, seit Arminias Nr.14 bei ihnen spielte, spätestens aber seit der ersten Halbzeit. Mit dem 5:1 ist das Ding nach 62 Spielminuten durch.

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Laßt uns No Limit anstimmen! Laßt uns Arme und Fäuste recken! Laßt uns aufstehen, wenn wir Arminen sind! Der Fanclub gibt den Takt vor. Derbysieger, Derbysieger, Hey, Hey! Mit Transparent! Laura Hofmann erzielt noch das 5:2. Im Gegenzug macht Karolina Bochra den Verstolperer des Tages. Nicht weiter schlimm, zumal Laura Liedmeier kurz darauf aus kurzer Distanz das 6:2 erzielt. Spielerinnen und Zuschauer freuen sich darüber genauso doll wie über das 2:1. Lothar auch. Döp-Döp-Döp!

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Die letzten Minuten werden begleitet von einer feiernden Reservetribüne und einer tanzenden Westbank (oder so). Das Debysieger-Transparent in die Höhe gereckt, mit dem Publikum die Welle gemacht. Phantastischer Auftritt, die Damen!

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Vier Spiele des Frauenteams hat der Rundumbeobachter bisher gesehen (many more to come!). In diesen vier Spielen haben sie nicht weniger als 22 Tore erzielt. Defensivprobleme wurden analysiert und durch Systemumstellung abgestellt. Die Offensive rollt und rochiert. Die Moral stimmt. Ein Rückstand wird in ein Schützenfest umgewandelt. Von alledem können sich andere Mannschaften von Arminia Bielefeld zwei bis zwölf dicke Scheiben abschneiden. „So gehn die Männer, und die Männer die gehn so...So gehn die Frauen und die Frauen, die gehn so!“. Wuckel for Rehmberater! Mindestens! Aber erstmal Wuckel vor den Zaun!

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Der goldene Klops des Tages geht an:

„Wir sind Ostwestfalen“ beziehen wir Arminen im allgemeinen auf uns. Daß Gütersloher auch Ostwestfalen sind, beweist das klischeehafte Meckerehepaar im Zug nach dem Spiel. Unverdient ausgeschieden? Eindeutig bessere Mannschaft? Genau. Nichts anderes spiegelt ein 2:6 wieder. Aller Respekt vor dem FSV Gütersloh und seiner Anhängerschaft – Ostwestfalen rockt die Zweite Liga Nord – aber...KLOPS!

 

Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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