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Montag, 19 September 2016 19:47

DCS mit Honnai- Arminia gegen Hannover 96

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Rundumbeobachtungen

Der Armine an sich steht auf Kontinuität. Immerhin ist „Dat is halt Arminia“ die wohl am häufigsten bemühte Phrase im Dunstkreis der Blauen. Dabei gibt es schon jetzt einen großen Unterschied zur letzten Saison: Es gibt öfter mal was Neues. Dieser Meinung war auch eine größere Tageszeitung, die unter der Woche folgendes vermeldete:

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DCS...das ist echt neu. Progressiv, wie die Rundumbeobachtungen sind, übernehmen sie die Neuerung natürlich. Das Cönnen Sie! Gegen Hannover laufen bei einer wunderbaren Choreo drei Neue auf. Auch Cacutalua ist wieder dabei und vertritt Börner. Übrigens: Einer der coolsten Namen, die es bei Arminia jemals gab. Die Azteken haben Könige so genannt. Und Hawaaiianer Vulkane. Fazit vorweg: Heute wird er beidem gerecht. Einer ist definitiv nicht mehr dabei. Mach’s gut, Burmi!

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Block 3 braucht nicht lange für eine erste Spieleinschätzung. „Die ham was vor heute!“. Und in der Tat ist ordentlich Zug im Spiel der Blauen. Die Roten sind erwartungsgemäß stärker in der Spielanlage, die kommt aber kaum zur Entfaltung. Bereits nach ein paar Minuten hat Arminia ein paar ordentliche Spielzüge, ein paar Abschlüsse und zwei Ecken im Spielbericht. Durchaus Construktive Spielzüge. Gute Laune auf den Rängen,  beim befreundeten Gegner und bei uns. 25.138 Zuschauer, toll!

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Hannovers Neuzugang Standberg foult Hemlein im Strafraum. Fabi schießt in die Fabi-Ecke. Jubel auf der Süd und mittenrein ins No Limit setzt Arminias Sturm-Panzerkreuzer einen an den Pfosten – zu Lasten des No Limit, das dadurch an Schwung verliert. „Das rächt sich noch!“ – Der Classische Spruch auf Block 3. „Weil dat is halt Arminia!“. Schuppan flankt phantastisch von links und Da Commt Sturmkreuzer Fabi zum zweiten! 2:0 in der 31.Minute...und es ist sowas von in Ordnung! Oh je, Nöthe liegt. Und wenn der liegt, ist es was ernstes. Wer schon einmal das zweifelhafte Vergnügen hatte, sich die Schulter auszukugeln, weiß: Da haste ein paar Tage Freude dran (wenn keine Sehnen kaputt gegangen sind). Nöthe kommt nochmal zurück, man kann hier die kämpferische Einstellung loben oder die therapeutische Unvernunft kritisieren, es sei dem Leser überlassen. Doch dann siegt das Therapeutische. Nöthe kann nicht mehr und hat – das sieht man - richtig übel Aua. Mak kommt für ihn in die Partie.

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Trotzdem gute Laune auf der Süd. Block 3 zeigt einmal mehr eins seiner typischen Phänomene, die Doppelsicht: „Drei Punkte, es läuft!“ - „Dat geht noch schief!“. Eins fehlt noch. Na...? NA...!? „Dat is Arminia!“. Geht doch. Na ja, und dann isses tatsächlich Arminia, bzw. Das Charma der bisherigen Saison. Es gibt Ecke für Hannover, alles segelt an der Pille vorbei („Meine Fresse, HESL!!!“), Strandberg und Schuppan eiern das Ei hinter die Linie. 2:1 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Zittriger Pausenstand nach einer überzeugenden ersten Hälfte. Das comische Schicksal.

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Halbzeit und die üblichen Wurstbudendialoge. Wurstbudenfachkraft: „...mnä?!“ (Ostwestfälisch für: „Ja bitte, was darf ich Ihnen kredenzen?“) – Wurstbudenkunde: „...ööööööööhm...“ (Ostwestfälisch für: „...ööööööööhm...“). Frohe Kunde: Jetzt gibt es auch Bier-Eimer, bzw. 1-Liter-Becher unter der Süd. Meiner oft bekräftigten Forderung nach Verkehrsentlastung  auf Block 3 wurde also endlich Rechnung getragen. Wer mehr im Becher hat, muß weniger holen. Das Commt Super!

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Die zweite Halbzeit wogt erstmal unspektakulär hin und her. Block 3 hat wie immer eigene Mittel, um damit umzugehen. Etwa den Protagonisten „Foulspiel, Foulspiel!“ vorzuschlagen. Oder überlieferte Klischees aufzuwärmen, allgemein („Dat is Arminia!“) und individuell („Der Voglsammer trifft eh nicht“). Oder bei kritischer Sicht auf den SchiRi bei jedem Zweikampf pauschal gelb, rot oder Auspeitschen zu fordern. „Wieder so’ne doofe Ecke“, heißt es in der 69. Minute. Jupp, das ist korrekt. 2:2 durch Kenan Karaman. „Dat is Arminia“. Eine 2:0-Führung dahin, öfter Mal was Neues. Wenn man nicht gegen Union auf der Alm war. Maximale Rage schräg rechts vorne, als der konditionell abbauende Hemlein freistehend vergibt. „Die machen ihn noch!“ – „Nein, dat is Arminia!“- „Die machen ihn noch!“ – „Nein!“ – „Doch!“ – „Nein!“ – DOOOOOOOOOOOOOOCH! Behrendt macht die Artillerie (so’ne Dicke Canone auf Schienen!) mit einem zentralen Freistoß. Freistöße laufen diese Saison! Das gab es mindesten fünf Jahre nicht mehr! Die Schlußphase wird hektisch. Block 3 zeigt einmal mehr eins seiner typischen Phänomene, die Nervosität-weil-ein-Sieg-möglich-aber-noch-Spiel-übrig. „Hol’n Elfer, ‚ne Ecke...irgendwas!“ wird Klos zum Zeitspiel aufgefordert. „Immer diese Herzkrämpfe!“, und die äußern sich auch in der Support-Artikulation:  „Hie-Hä-häll!“. Nachspielzeit läuft. Und mit der letzte Aktion eiert wieder das Ei, wieder hat Schuppan das größtmögliche Verteidigerpech. Aus, Ende, traurige Arminen auf dem Platz, schwer atmende Arminen auf den Rängen.

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Fragen, die sich nur fußballaffine Bielefelder (und Umgebung) stellen: War dat jezz wat Neues oder war dat Arminia? Nun, beides. Die Blauen haben eine ordentliche Leistung abgeliefert. Baustellen noch: Die Spielweise 90 Minuten durchhalten können und hinten weniger Pech haben. Aber wie wir fußballaffinen Bielefelder (und Umgebung) sagen: Dat kann wohl. Und Sebastian Schuppan, der nach dem Match untröstlich war, sollten wir im Geiste alle in den Arm nehmen. Der Cegnickte Schuppi...soviel up and down hat es selten für einen einzigen Spieler in einem einzigen Spiel gegeben.

Der goldene Klops des Tages geht an:

Eine größere Tageszeitung. Man darf ein bißchen zu schnell auf der Tatstatur unterwegs sein. Oder die eine oder andere Gallone Kaffee zu viel schnabibbelt haben. Das kendne icvh seleber auch. Aber ehrlich, DCS...you had one job...

 

Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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