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Samstag, 18 Juni 2016 16:22

Warendorfer SU gegen Arminia

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Rundumbeobachtungen 2015/2016 – Bonus Track

Jajaja, es ist zwei Wochen her und damit im Interwebs-Zeitalter so antik wie ein Brontosaurus. Was muß die sportliche Leitung des Männerteams auch so rumzicken und alle verfügbaren Schreiber binden? Aber jetzt bekommt Arminias Frauenteam endlich die lang versprochenen ersten eigenen Rundumbeobachtungen.

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Zur Sache, bzw. erstmal zur Vorgeschichte der Sache: Arminias erste Frauenmannschaft ist schon im Mai in die Zweite Bundesliga aufgestiegen, die Nordstaffel, wie wir heute wissen. Die Damen rund um Trainer Markus Wuckel wollen die beeindruckende Saison beeindruckend zu Ende bringen: Keine einzige Niederlage, den zweiten 100-Tore-Sturm in Arminias Geschichte. Präsident Laufer, den die Mädels „Laufi“ nennen, hatte sich eine Tordifferenz von plus 100 gewünscht – Weil sie’s können!

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Sommersonne und Sommerhitze liegen über Warendorf. Hinter dem Stadtstadion – einem Rasenplatz mit Nostalgie-Tribüne, liegt das Volksbank-Stadion- ein reichlich protziger Name für einen Kunstrasenplatz mit Bande und zwei Torzäunen. When naming rights eat themselves...Vor dem Eingang eine Multifunktionsbude, an der Kaffee, Kuchen, Bockwürste, Softdrinks und Bier in Flaschen ausgegeben werden (sofern die neue Kiste rechtzeitig aus dem Vereinsheim herangeschleppt wurde). Die Warendorfer Sportunion ist ein sympathischer Gastgeber. Ein Vereinsmann-für-alles beantwortet freundlich und fröhlich alle Fragen, ein paar Mädels schenken aus. Natürlich darf auch der obligatorische Meckerfritze nicht fehlen, der der heißen Luft lautstark erzählt, daß die Trainingstore nicht im Weg stehen dürfen und die Jugendabteilung die gefälligst wegzuräumen hat. Der Rundumbeobachter dankt für diesen Hinweis- fast hätte er sich in einem der Aluminiumkäfige verlaufen. Auch charmant: Die beiden Mädchen, die während des Spiels mit einer Kasse herumgehen und Eintritt kassieren- Reißen sogar den Trennabschnitt vom Kärtchen ab. Alles in allem ist es das herrliche Feeling der Bodenständigkeit, wie ihn der Amateurfußball im allgemeinen und der Frauenfußball im besonderen bietet.

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Vor dem Anstoß werden auf Arminenseite Bedenken ob des Spielausgangs geäußert. Man ist Aufsteigerin und Meisterin, es ist Sommerferienwetter und schließlich habe der Frauenkader tags bzw. nachts zuvor ausgiebig Arminias 111. auf der Alm gefeiert. Ein laues Match mit schlechtem Ausgang? Nach 22 Minuten führen die Armizonen mit 2:0 durch ein Warendorfer Eigentor und ein Kopfballtor von Kamila Kmiecik. Spielerisch sind die roten Blauen überlegen, doch die WSU spielt ordentlich mit. Unmittelbar nach dem 2:0 verkürzt Maeva Jocksch auf 1:2. Bis zur Halbzeit setzt sich der Torreigen fort – Zum Pausenpfiff führt Arminia – um genauer zu sein: Kamila Kmiecik – mit 4:2.

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Entspannte Stimmung auf den, na ja, Rängen ist zuviel gesagt. Auf den Rängen des Stadtstadions verbringt Arminia die Halbzeitpause. Entspannte Stimmung hinter den Banden. Schwarzweißblau ist in der Überzahl unter den 100 Zuschauern. Der Fanclub des Frauenteams wirkt samstagsgeschädigter als das Team, unterstützt die Mannschaft aber mit einigen Chants. Es gibt ja zwei Arten von Sommerkicks: Den lahmen Sommerkick, bei dem kein Team mehr ernsthaft Lust hat und nur noch auf das „Ich schmeiß’ne Runde Ballermann“ (O-Ton Markus Wuckel) wartet oder den Sommerkick, bei dem beide Mannschaften frei von Saisonziel-Ballast einfach mal Fußball spielen. Das Spiel in Warendorf gehört unzweifelhaft zur zweiten Kategorie. Beide Teams spielen munter nach vorne und lassen reihenweise Torchancen liegen – vor allem Arminia. Währenddessen sucht das weiterhin relaxte Publikum nach Schatten – keine Chance und für den Rundumbeobachter eh zu spät. Ich fange mir einen Sonnenbrand vom...hier sollte eigentlich „vom anderen Stern“ stehen, wenn das Wortspiel im Zusammenhang mit der Sonne nicht so blöd wäre. Auf jeden Fall sind die Arme so rot wie die Jerseys von Maxi, Celine, Kamila und Co. Aber wie heißt dat nich so schön? Alles für Arminia!

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Kurz nach dem Wiederanpfiff kommt die WSU auf 3:4 heran. Die Warendorferinnen wittern Morgenluft und feuern sich gegenseitig an – eine junge Dame namens Luise wird öfter ausgerufen. Die letzte halbe Stunde des Spiels gehört Spielmacherin/-trainerin/-drehundangelpunktin Maxi Birker. Fast erzielt sie einen lupenreinen Hattrick- wenn Laura Liedmeier mittendrin nicht noch zum zwischenzeitlichen 6:3 getroffen hätte. Mit dem 7:3 ist auch Laufis „Mission 100“ erfüllt- Wie unser Fanblock lautstark bekannt gibt. 8:3 lautet der Endstand. Ein Sommerkick-Ergebnis der zweiten Kategorie.

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Der Rest ist Meisterfeier. Die Mädels jubeln. Vom eilends errichteten Tisch überreicht Staffelleiterin Marianne Finke-Holtz der Mannschaft die Meisterschaftsmedaillen. Maxine Birker (33 Kisten – Wow!) wird als Torschützenkönigin mit dem Christian-Sackewitz-Gedächtsnispre...mit der Torschützenköniginnenplakette ausgezeichnet. Dann ist es soweit: Kamila Kmiecik reckt den Meisterschaftspokal der Regionalliga West in die Brennsonne! Party pur, Jubel pur! Abteilungsleiter Werner Jöstingmeyer fängt sich die erste Bierdusche – Kann ja nicht immer Sekt sein wie bei der Aufstiegsfeier. Ausgelassenheit im Kader. Zu hören: „Dicke Titten, Kartoffelsalaaa...Tihihi...“ (Tip: Könnt Ihr ein herrliches internes Meme draus machen, Ladies!). Wuckel schmeißt die eben schon erwähnte Ballermannrunde. Gruppenbild mit Laufi. Später geht es zum Feiern weiter in die Sky Lounge der Alm. Doll spielen – doll feiern. Weil sie’s können!

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Nun wartet Die Zweite Bundesliga auf „unsere“ Blauinnen. Das wird ein anderes Kaliber als die Regionalliga. Es wartet der Bundesligaabsteiger aus Bremen. Es warten die Zweitvertretungen aus (Juhuuu!) Potsdam und dem VW-Werk. Gerade letztere bringt aufgrund latenter Star-Überbevölkerung gerne mal ein 1b-Team zum Anstoß. Es warten die Nachbarn aus Herford und Gütersloh. Dennoch darf man optimistisch sein. So durch die Regionalliga zu brettern wie Arminia – Das ist kein Zufallsprodukt. Zudem spielt die Mannschaft einen richtig guten Fußball. Arminia ist alles andere als die Wild Card in der Zweiten Frauenbundesliga Nord. Wuckel und die Ladies machen dat schon. Freuen wir uns drauf! Vielleicht kommt es ja im Pokal (oder zumindest auf Hallenparkett in Jöllenbeck) zur Traumpaarung des Rundumbeobachters: Armine Bieledam gegen Turbinia Potsfeld (erste Mannschaft). Doch egal, was die Zukunft bringt – In Momenten, in denen Publikum und Mannschaft sich zusammen freuen, in Momenten, in denen Freude und Fröhlichkeit, auch ein bißchen Rührung, beim gemeinsamen Erfolg dominieren, sollen Prognosen keine Rolle spielen. Gerade, wenn sie so schön unmittelbar sind wie in der Sonne von Warendorf. Das sind nämlich die Momente, in denen man Arminia einfach lieb haben muß. Und wir vergessen viel zu oft, diese Momente zu genießen. Viel Glück und Gratulation, you girls in blue! Und egal, was gerade in anderen Abteilungen des Vereins los ist:

NIE MEHR DRITTE LIGA, HERMANN UND HERMINE!

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Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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