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Sonntag, 03 April 2016 14:57

Arminia gegen Fortuna Düsseldorf

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Rundumbeobachtungen DSC2015/16-XX

Spannung, Spiel und Schokolade! Das nächste „Irgendwie-Sechs-Punkte-Spiel“ steht an. Die Blauen empfnagen Fortuna Düsseldorf. Nobby Nobbs gegen seinen Ex-Club. Friedhelm Funkel gegen einen seiner Gefühlt-Vier-Nicht-Ex-Clubs. Ein „reines Kampfspiel“ hat der Teilzeit-Fortune angekündigt. Nobbs hat angekündigt, den „guten Charakter reinzuwerfen“. Das Wetter ist perfekt...

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... und damit sind perfekte Vorzeichen dafür geschaffen, die Stiefmütterchen doch schon im April zu pflanzen (noch ein Nobbs-Zitat). Aprilsonne, die Alm ist voll (22.516 – top!), und ein „Charakter gegen Kampf“ angekündigt...Laßt es rauchen! Das machen erstmal die angereisten Düsseldorfer. Erst mit dem mitgebrachten Grill an der Schloßhofstraße und dann auf der Alm.

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Auf der Süd herrscht dem Wetter entsprechend sonnige Stimmung. Aufstehen, weil wir Arminen sind. Die Aktiven auf dem Frühjahrsgrün tasten sich ab, ohne sich abzutasten. Nur nicht den ersten Fehler machen, nur nicht früh in Rückstand geraten. Aber auch: Nur nicht früh in Führung gehen. Dabei täte genau das unseren blauen Kurzhosen mal gut. Etwa nach einer Viertelstunde döhnt Behrendt einen Freistoß in Richtung Michael Rensing. „Schießen! Von...daaaa!“, hofft Block 3. Rensing klatscht nach vorne ab, ein Fortunenbein klärt den zweiten Ball. Block 3 hofft weiter: „Das wird was...vielleicht...“. Nobbs dirigiert von außen, übersieht dabei den Winkemann und so kommt es zu einer unfreiwilligen Engtanzeinlage von Coach und Linienrichter.

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Haggui rennt Richtung Hesl. Burmeister ist hinter ihm. Haggui fällt kurz vor der Strafraumgrenze. Spiel läuft weiter. Alle Düsseldorfer und beängstigend viele Bielefelder sagen, daß es tatsächlich ein Foul war (auf Block 3 war es während des Spiels natürlich keins). Hätte eine spielentscheidende Szene werden können. War sie vielleicht auch. Eine Entscheidung für „weiter im Trott“ ist ja auch eine Entscheidung. Die 3.000 bis 3.500 Fortunen auf der Alm machen Alarm. Berengar leitet den Konter ein - „Das ist UNSER Heimspiel!“ – und stimmt den für einen Konter recht komplizierten Werner Tennberg an. Irgendwie auch symbolisch für das schwarzweißblaue Offensivspiel in der letzten Zeit.

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Im großen und ganzen stimmt die Einstellung auf Platz und Rängen. Arminia geht engagiert in die Zweikämpfe, nur vorne wird verstochert. Chancen ergeben sich eher zufällig. Kollektives Hände-über-den-Kopf als Schuppan aus kurzer Distanz an Rensing scheitert. Kurz darauf nutzt Nöthe einen Düsseldorfer Abwehrfehler, spielt scharf halbhoch herein und in der Mitte...Seun-Woo Ryu wird auf Block 3 gern „Ruy Buh“ genannt. Seine Hüpf-hoch-vielleicht-mit-der-Hacke-reinzaubern-Einlage hätte das Hörspiel-Schloßgespenst auch hingekriegt. Eine flache Hereingabe erst recht. Und Fortuna? Ist vor allem bei Standards gefährlich, aus dem Spiel kommt auch nicht viel. Arminias Defensive hat den einen oder anderen Wackler drin (Block 3: „Auf Nummer sicher,...höhöhö...höhö...“), steht aber sicher. Nach vorne haben die Blauen das Neuner Eisen in der Hand. Lang nach irgendwo aufs Grün. „Schön hoch rein in den Strafraum, schöööön auf Klos seine Rübe“. So hofft Block 3, die angesprochene Spielszene endet in Hui Buhs Schloßgraben. Die Stimmung paßt sich dem lauen Kick an. Der erste richtig laute Jubel auf Block 3 brandet auf, als ein Bierholer eintrifft. Torlos zum Pausentee.

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Halbzeit. Die „sehr schönen“ (O-Ton Lothar) ersten 45 Minuten sind vorbei. Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Das hier sieht hier nicht nach Tore Betrachten aus. Auch nicht nach mehr als einem Punkt. Werbung wie immer: Der Hauptsponsor schützt vor Haarausfall. Und kann die Wachstumsphase der Haarwurzel verlängern. „In der Tat!“. Ist das eine Metapher für die Schlußphase der Saison? Die Phase zwischen Punktgewinnen verlängern? Schützt vor Liga-Ausfall? In der Tat? Kein angenehmes Omen. Und dann habe ich auch noch vor dem Spiel beim Frühstück im Schloßhof die Pelle mit dem Zwiebelmett nicht aufgekriegt. Omen is a bitch, Arminia-Omen is eigentlich nie no bitch.

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Zum Wiederanpfiff bemüht Block 3 die Erfahrungen und Statistiken der Saison. „Wir brauchen einen Rückstand, sonst wird das nichts.“. Weiter Langholz beim DSC. Wie wäre es mit einem Putter zum Einlochen? So unschlagbar wirkt Fortuna eigentlich nicht. Kurz darauf hat es sich genug schloßgespenstert und „Ruy Buh“ wird durch Görlitz ersetzt. Hätte der nicht in Giesing getroffen, hätten wir uns vermutlich alle furchtbar aufgeregt auf der Süd. „Allez, Allez, ladihooooohooo!“. Na, ob dat gerade passen tut?

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Die erste richtige Chance nach drei Vierteln des Spiels. Behrendt packt wieder die Dröhnung aus. Rensing darf fliegen. Den Text von „Wir sind zurück in der 2. Liga“ sollten wir ändern,  „Heute und für immer Unentschieden“. Und hoffen, daß wir den Song nächste Saison als unzeitgemäß einmotten können (bei Klassenerhalt sind wir nicht mehr „zurück“). Langer Ball nach vorne => Ablage => Ball verloren. Freistoß ins Fangnetz. Langer Ball nach vorne => Ablage => Ball verloren (diesmal Fortuna). Freistoß ins Fangnetz (diesmal wieder Arminia). Kommentar auf Block 3: „Fortuna kämpft nicht ums Überleben, und wir....gehen mal Bier holen“. Das sagt alles über ein Spiel aus, daß sich in der zweiten Hälfte das Prädikat „Grottenkick“ endgültig verdient hat. Fortuna hat mehr Ballbesutz, will aber nicht. Und Arminia tut nicht. Tapferer Support. Und dann kommt doch noch ein Freistoß durch. Börner kommt auch durch...und haut das Leder aus zwei Metern übers Tor, Verzweiflungsschreie auf der Süd: „Neeein...der muß doch reeeeeein...*stimmüberschlag*...Warum ist der nicht driihihiiiin...“ – Trockene Antwort: „Weil das Tor nicht hoch genug ist.“. Als Finanzchef Meinke noch für Arminia spielte, hat die NW mal genau dafür empfohlen, den „Spiegel“ vor der Stadthalle als Tor aufzustellen. Wäre auch heute mal’ne Maßnahme. Das Spiel endet mit einer Fehlentscheidung, bei der Arminia eine Ecke verweigert wird. Da wäre das Siegtor bestüüüümt gefallen. Nö. Was 0:0 enden muß, endet auch 0:0.

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Tja. So sieht also „Charakter gegen Kampf“ aus. Wäre schön, wenn beide drinbleiben, Grüße an die Nena und die Düsseldorfer Verwandtschaft! Fazit auf Block 3: „Nicht mal Schöntrinken geht“. Fürs Frustsaufen gibt es bei einem Punktgewinn gegen die Konkurrenz keinen Anlaß. Fürs Feiertrinken aber auch nicht. Wir pflanzen die Stiefmütterchen noch nicht im April. Die pflanzt man laut google sowieso im Sommer. Das ist hoffentlich ein Omen dafür, daß bei uns die Zweitligablumen im Sommer blühen. Nobbs hat zu seinen Stiefmütterchen aber auch gesagt, daß er keine Ahnung von Gärtnerei hat. Das ist hoffentlich kein Omen. Und das Zwiebelmett im Schloßhof auch nicht.

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Rundumbeobachters Konzepte zum Kartenvorverkauf #20:

Ich hab‘ Dauerkarte, ich hab‘ bezahlt. Wenn ich Stadionverbot kriege, rentiert sie sich nicht mehr. Stadionverbot kriege ich, wenn ich die volle, wabblige Zwiebelmettpelle auf den Platz werfe. Sie wird zweifellos sofort platzen und der anvisierte Spieler hat Zwiebelmett im Portrait. Guter Kandidat für „Dämlichstes SV ever“.

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Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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