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Samstag, 12 März 2016 14:52

Arminia gegen den 1.FC Nürnberg

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Rundumbeobachtungen DSC2015/16-XXI

Nach längerer Zeit mal wieder ein Gastspiel des 1.FC Nürnberg auf der Alm. Die Glubberer sind Tabellendritter, also genau zwischen den letzten Gegnern aus Freiburg und Bochum. Also irgendwo zwischen 1:4 und 2:2. Genau genommen, über die ganze Saison betrachtet einschließlich Hinspiel: Irgendwo zwischen 1:4, 2:2, 1:1, 2:2 und 2:2. Die Nürnberger kommen mit dem Schwung von 15 Spielen ohne Niederlage auf die Alm. Und Arminia? Arminia ist Arminia. Der Reihe nach...

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Behrendt ist wieder im Team, er bildet mit Burmeister die Doppelsechs. Die Stimmung auf den Rängen ist engagiert und fröhlich. „Normalerweise sind sie ja zur zehnten Minute im Rückstand“ – so ganz kriegste die Dystopie wohl nie aus Block 3. Der Glubb zeigt ein schnelles und flockiges Kombinationsspiel. Die Blauen spielen aufmerksam und mit Übersicht. In der neunten Minute wird Hemlein gelbwürdig gefoult, UlmUlmUlm ist durch und nutzt den Vorteil...wenn er denn einen gehabt hätte. Schiedsrichter Petersen besteht auf den Freistoß und auf die gelbe Karte für Bulthuis. Den Freistoß dölmert Behrendt auf den Kasten. Nach der folgenden Ecke kommen Nöthe und UlmUlmUlm, der den freistehenden Fabi übersieht, Schußchancen. Im folgenden sehen die 15.003 Zuschauer (1.500 Glubberer) ein offenes und intensives Spiel. Technisch kann der FCN ein bißchen mehr, Arminia spielt aber mit. Auch die Stimmung wird lauter, Engagement erzeugt Engagement. „Auf geht’s, Arminia, Schießt ein Tohohooor“.

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So ein bißchen haben wir den Mann in Schwarz (resp. Rot) seit der neunten Minute im Fadenkreuz. „Ich könnte mich schon wieder aufregen hier“, schimpft man auf Block 3 bei einer der in beide Richtungen unübersichtlichen Entscheidungen. Nöthe geht nach einem langen Paß in Torwart Rakovsky- überflüssig. Rakovsky ist beleidigt und schüttelt den am Boden liegenden Nöthe – auch überflüssig. Spiel unterbrechen, lange mit allen diskutieren, die beiden vertretbaren gelben Karten drinlassen – Inkonsequent von jemandem, der zuvor einen Vorteil zurückpfiff. Ostwestfälisches SchiRi-Beurteilungs-Idiom auf Block 3: „Der’s so blind“. „Shalalalalalalaaaaaaaaaaa, Aaaaaaaaaaaarminiaaaaaaaaa“ kommt schön laut. Jetzt beurteilen wir die SchiRi-Performance aber mal gaaaanz genau auf der Süd: „Hand! Das war Hand!!...oder Eierkopp...Fuß...“. Da die beurteilte Aktion nicht abgepfiffen wurde, war es wohl Fußkopfhand-Ei. Ist aber wurscht, das wird heute gepfiffen oder nicht. Zum Halbzeitpfiff gibt es Pfiffe für Pfiffe. Weder die Glubberer noch die Blauen haben sich Pfiffe verdient.

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Halbzeit. Markorientiertes Kundenmanagement an der Pizzabude. Der thunfischorientierte Käufer entdeckt, daß seinen Wünschen nicht entsprochen werden kann. Er ist aber durchaus bereit, auszuweichen. So adressiert er die Pizzafachkraft wie folgt: „Thunfisch alle? Was habt Ihr sonst noch?“. Fachkompetente Antwort: „..Pizza?“. Differenzierte Nachfrage nicht operativ bedienbar. Herzliche Grüße an dieser Stelle an den Bloggerkollegen und Block-3-Nebenmann von quergefönt! Sehr kurzweilige Texte, nicht immer zu Arminia, aber absolut lesenswert. Schaut rein und habt Spaß!

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Spiel geht weiter. Die Stimmung groovt sich wieder ein. Auch das Zielfernrohr auf den SchiRi stellt Block 3 wieder scharf: „Guck nich so doof, Du schwarze Sau!“. Nürnberg kommt mit etwas mehr Schwung vom Tee. Arminia hat die eine oder andere Torannäherung. So ganz kriegste die Dystopie wohl nie aus Block 3. Prognose von hinten links: „Du weißt doch, wie es läuft...laufen kann“. Und so lief es:

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Ausgerechnet der Fabi verdödelt den Ball im Mittelfeld, der FCN spielt den Angriff spitzenteammäßig zu Ende und Sebastian Kerk erzielt das 0:1. „Der war drin, der war schee, mir sin der Glubb, olé, olé“ – Eine Torhymne, deren tiefe und intellektuelle Message den Glubberern erspart blieb, trotz großer online-Abstimmung. Die mitgereisten Fans feiern im Gästeblock. Anstimmen – Abgehen. Auf der Süd kommt ein trotziges „Auf geht’s Arminia, Kämpfen und Siegen!“. ritualisiert. Nur kurze Zeit später gehen Hornig und Füllkrug in einen Zweikampf an der Grundlinie, Füllkrug fällt, Hornig fliegt, Nürnberg stößt Straf und führt mit 2:0 – dem DSC ist das Genick gebrochen. Habe noch keine TV-Bilder gesehen und kann daher nichts sagen zu „Fehlentscheidung“ und „Häh? Rot??!!“. Mehrheitlich wird beides aber in Frage gestellt. Kurz darauf trifft Nürnberg die Latte. Hemlein wird durch Görlitz ersetzt. Auf der Bank schließt er sich der eben geschilderten Mehrheitsmeinung an- und kriegt Gelb. Auf der Bank. Dann fällt Nöthe im Strafraum, mehrheitlich spricht man von Foul, SchiRi Petersen bleibt die entscheidungstragende Minderheit. Block 3 meint: „SchiRi, Du bist so scheiße, mit Dir spielen nicht mal die Hunde“. Und hier wird es Zeit, eine Klammer aufzumachen...

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(Auch ohne TV-Bilder: Die Leistung des SchiRis, der so heißt wie eine Eisdiele in Kiel, scheint genauso katastrophal gewesen zu sein, wie wir es heißen Blutes im Spiel vermutet haben. Versuchen wir hier dennoch mal, das sachlich zu hinterfragen. Zum besseren Verständnis des folgenden sei das Statement von DFB-Schiedsrichterin Marija Kurtes zu ihrem Rücktritt nahegelegt. Daß Schiedsrichterentscheidungen, binnen Sekunden getroffen, falsch sein können – akzeptiert. Daß Menschen Fehler machen – geschenkt. Gestern gab es drei Karten auf der Alm: Rot gegen Hornig, diskutabel, Gelb gegen Bulthuis auf Kosten des DSC Vorteils, Gelb gegen eine wütende Locke auf der Bank. Das sind keine Indikatoren für eine konsequente Linie. Nein, es ist nicht so, daß der DFB etwas gegen Arminia hat, laßt den Verfolgungswahn, macht nur Streßpickel. Nein, es ist nicht so, daß der DFB Fehlentscheidungen auf dem Platz ausspricht. Es ist aber so, daß der DFB Schiedsrichter wie die Eisdiele aus Kiel hervorbringt und ohne jegliche Verbesserung machen läßt. Das heißt? Daß wir solche Freidreher noch öfter erleben werden. Applaus und Klammer zu)

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Arminia kämpft trotz Unterzahl, wenn auch auf mehr und mehr verlorenem Posten. Nöthe zwingt Rakovsky mit einem Distanzschuß zu einer Glanzparade. Block 3 ist derweil eklig. „Ich muß ganz dringend pissen...Macht jemand seine Jackentasche auf?“. Der Fabi steht zweimal frei vor der Kiste. Das erste Mal kann er Rakovsky „Wohin willste?“ fragen und trifft die Latte. Das zweite Mal ist die Auswahl nicht so groß, aber...Heidewitzka, Herr Kapitän. Ist nicht Dein Tag heute, sachste? Kommt aber wieder' ne Reaktion, sachste? Dann hau rein. Burgstaller erzielt das 0:3 (Lothar: „3:1“). Block 3 resigniert. „Geh zurück nach...äh...äh...“ Sagt er jetzt Bayern oder Franken? Klassiker? „...Franken.“. Daumen hoch. Behrens macht das 0:4. Ist dann auch egal.

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Die Glubberer sind Tabellendritter, also genau zwischen den letzten Gegnern aus Freiburg und Bochum. Sie kamen mit dem Schwung von 15 Spielen ohne Niederlage auf die Alm. Und würden, wenn es MarkRINDstätt nicht gäbe, völlig zurecht auf einem direkten Aufstiegsplatz stehen. Viel Glück, daß es vielleicht doch noch klappt. Nürnberg und Freiburg zum Glanze, MarkRINDstätt zum Spotte und Verdruß. Die sind hoffentlich zum 1860-besiegen zu gebrauchen und damit zur schwarzweißblauen Schadensbegrenzung. Aber dem Glubb gönne ich es auch so.

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Und Arminia? Sollte das Spiel abhaken und sich auf die Tugenden besinnen, die bis zur 60.Minute und größtenteils in der Saison zuvor für die Punkte gesorgt haben. „Gut, daß man das alles schon mal erlebt hat“, heißt es kurz vor Schluß auf Block 3. Arminia ist Arminia. Glaubensfrage. Ich persönlich glaube an den Klassenerhalt. Jeder darf gerne etwas anderes glauben, wissen tun wir das alle nicht. Vielleicht ist es alles eine basisdemokratische Frage. Im Gewühl vor dem Ausgang: „Ich bin dafür, daß Arminia drinbleibt!“. Jemand dagegen? Handzeichen bitte...Na denn...

Rundumbeobachters Konzepte zum Kartenvorverkauf #21:

„Erlebnis Eingangskontrolle“ ist im Preis mit drin. Von der Prüfung aller einzelnen Taschentücher (drei Päckchen) berichtet die nämbercher Kollegin. Merkwürdigkeiten à la Alm-Gästeblock. Sunkist-Tetras werden auch abgenommen. Das ist vermutlich durch einen heimlichen Oldschool-Deal der DSC-Ausrüster mit granini-Maracuja zu erklären, siehe die um sich greifende Farbseuche bei Arminias Schuhwerk.

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Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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