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Sonntag, 05 April 2015 20:03

Arminia gegen Energie Cottbus

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 Rundumbeobachtungen DSC14/15-23

Herzlich Willkommen zu einem launigen Erlebnisbericht über ein Drittligaspiel. Ja, sowas gibt’s! In Bielefeld! Da, wo es eigentlich nur Pokalspiele gibt. Gegen ...dings...hier...*schnipp*...Pferdchen...Hüah!... Da, wo fotografierte Eintrittskarten präsentiert werden, als hätte man einen Tiger, mindestens aber ein Meerschweinchen mit bloßen Händen gefangen. Jaaa, die kommenden Pokalaufgaben halten uns auf Trab. Ich habe übrigens beschlossen, kein Foto einer Gladbachkarte durch das virtuelle Sozialleben zu trommeln. Stattdessen gibt es ein verwackeltes Foto vom Bielefelder Glückshormon aus seinem letzten Dschungelurlaub:

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Zur Sache. 15.814 Zuschauer belegen schon einmal, daß die arminiaschen Erdenbewohner den Liga-Alltag dann doch nicht so ganz vergessen haben. Da man Charline Hartmann nicht kurzfristig verpflichten konnte, ersetzt Koen van der Biezen den gesperrten Fabi. Erste Frage kurz nach Anpfiff: „Kommste auch am Mittwoch?“. gna. Gna! GNA!! Immerhin ist der Rest der Alm trotz „Mittwoch“ auf das aktuelle Geschehen fokussiert. Nach vier Minuten heißt es schon in typischer SchwarzWeißBlau-Manier: „Maaaan, spielt ordentlich!“. Junglas gibt den ersten Schuß auf die Kiste der Lausitzer ab. Ronnie Garbuschewski setzt im Gegenzug die erste Cottbuser Duftmarke. Der FC Energie kombiniert ordentlich über die Mittellinie, aber nicht weiter. Arminia kombiniert ordentlich bis zum Strafraum, aber auch nicht weiter. Die Gästedefensive ist aufmerksam. „Schöööner Ball!“ – „Na ja.“ – „Doch. Schöner Ball.“ - „NA JA…!!“ – „Na ja…“. Soweit die Spieleinschätzung nach dem dritten langen, hohen Bolz von hinten ins Seitenaus. Die meisten Angriffe kommen über den linksaußen rauf und runter segelnden Mast.

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(Höhöööö…segelnder Mast…habt Ihr kapiert, ne!? Schiff und so…höhöööö…hamwa gelacht). „Der SchiRi ist Dreck!“, will jemand auf Block 3 erkannt haben. „Ich habe genau auf seine Körpersprache geachtet.“. Zeit und Gelegenheit für solcherlei Analysen ist genug. Das Match ist nicht im strengen Sinn öde, aber viel passiert nicht. Auf Block 3 ist man angefressen. „Kannst Du genug sehen?“ – „Mehr als ich möchte, glaube ich.“. Angefressen war auch der 1.FC Kaan-Marienborn nach Arminias Gastspiel im Westfalenpokal. Die Hälfte der Sicherheitskosten sollte der DSC übernehmen. Also echt, wegen eines Pokalspiels durchdrehen,… ts…Kannste als Armine nur mitten Kopp schütteln. Auf der Wiese: Paß links-Paß-rechts-Einwurf-nochmal-Einwurf-Einwurf die anderen. Ab der 30.Minute schläft auch die Stimmung ein bißchen ein.

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Der FCE-Trainer wird übrigens mit herzlichem Applaus empfangen. „Irgendwie sind wir doch alle Arminen!“, stellt man auf der Süd fest. Und das stimmt sogar. Paläontologische Grabungen, die ich regelmäßig für die Rundumbeobachtungen durchführen lasse, haben ergeben: Alle Arminen – Ihr, ich, die Leute an der Wurstbude, Nobbs, Fabi, Stefan Krämer - gehen auf einen Ur-Arminia-Dinosaurier zurück, einen Pachyceph…Patzo…Pach…also, seine Kumpels haben ihn „Stupsi“ genannt. Mit Stupsi ist es…UNTERBRECHUNG! Ecke Dick, Schuppan hält den Schlappen rein, es steht 1:0 für die Blauen. Jubel. „No Limit“ wie zwischen Aufwachen und erstem Kaffee. Dann nochmal laut und inszeniert.

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Wo war ich? Ach ja, Stupsi. Mit Stupsi ist es schon länger vorbei. Und wer das Interview mit Stefan Krämer unter der Woche gelesen hat, weiß: Auch für ihn isses vorbei. War eine tolle Zeit mit Arminia und ihm, ist aber Vergangenheit. Somit spricht er selbst ein Schlußwort, mit dem sich doch jetzt wirklich jeder anfreunden kann. In der 41. Minute dann feiner Fußball: Junglas mit einem Zuckerpaß durch die aufgerückten Lausitzer, Hemlein mit Übersicht auf Mast, der die Kirsche kaum danebensetzen kann. Mit dem 2:0 ist die Alm auch wieder wach. „No Limit“ aus voller Brust!

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Die bekannte Devise für die Halbzeitpause lautet: „Bring‘ weg-Lad‘ nach-Futter’was“. Eine andere, weniger bekannte Devise lautet: „Das geht nicht am Fanshop, der hat zu.“. Trotzdem, bei 2:0-Halbzeitführung, ein paar Worte zum Fan- und vor allem Ticketshop. Daß Kunden mithin schwierig und undankbar (nein, sorry, sturhartnäckigkämpferisch) sein können, weiß jeder, der mal länger als zehn Minuten in einen Servicejob hineingeschnüffelt hat. Und trotzdem ist die Handvoll Shopmitarbeiter mit den wackelnden Vorgaben des Vereins zurechtgekommen, ist den anrufenden SturHartnäckigKämpferischen gegenüber höflich und geduldig geblieben und hat die Karten an den Arminen gebracht. Eine fünfstellige Summe an Bestellungen haben die paar Leute in einer guten Woche abgearbeitet. Hiermit singe ich ihnen ganz laut Lob! Das haben sie sich verdient!

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„Zeit für eine neue Halbzeit!“. Jau, die letzte ist schon ewig her. Block J skandiert: „Aufstehn! Aufstehn!“ und stimmt den Wechselgesang an. Auch die Stehplätze gehen mit Schwung in die zweiten 45 Minuten: „Jetzt aber!“, brüllt Berengar. Dreimal. Währenddessen kommen die letzten auf die Tribüne zurück. „Seid Ihr alle vorbei? Ich würd‘ jetzt gerne wieder aufs Spielfeld gucken…“. Cottbus kommt etwas stärker in die zweite Hälfte, ist aber nur einmal gefährlich, als Salger unter einer Flanke her hüpft und Garbuschewski den Ball direkt in Schwolows Arme köpft. Danach herrscht ziemlich schnell wieder Frühjahrsmüdigkeit. Arminia genießt die Sonnenstrahlen, die Lausitzer riskieren nicht wirklich was.

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Zur 60. Minute werden, wie üblich, die Spielstände eingeblendet. Die Blitztabelle ist uns ja immer ein netter Anblick. „Was muß passieren, damit Münster [liegt dato 0:2 zurück] auf Platz sechs abrutscht?“ – „Cottbus muß gewinnen.“ – „*gulp*“. In der 69. Minute kommt Publikumsliebling Müller für Publikumsliebling UlmUlmUlm. Isses nicht toll, daß der wie Stadt „Ulm“ heißt und nicht wie eine andere? Nottuln-Appelhülsen, Nachrodt-Wiblingwerde oder Kaan-Marienborn? Hab‘ mal sieben Pils drin und dann: „NachrodtWiblingwerdeNachrodtWiblingwerde!“

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Cottbus zieht nochmal an, in die entscheidenden Pässe und Zweikämpfe kriegt ein aufmerksamer Blauer aber immer ein Bein dazwischen. Kann man sich für spätere Aufgaben mal merken, ist ein gutes Mittel gegen spielstarke Teams. In der 81. Minute wackelt das Tornetz. Die Spieler drehen ab, aber irgendwie herrscht Verwirrung. Tor jetzt? Dann dudelt Jacques Offenbach über die Alm…JAAAAA! Isses halt so. Der Müller war’s. Unter „Spitzenreiter, Spitzenreiter!“ ertönt kurz darauf der Schlußpfiff. Kräfteschonend und nicht wirklich im Horrido macht Arminia aus einzweihalbvierdrittel Torchancen ein 3:0 gegen Cottbus. Nicht weniger, nicht mehr. Nachher gibt es Stefan-Krämer-Sprechchöre. Und dann lautere Norbert-Meier-Sprechchöre. Und ein paar „Middendorp, Middendorp, Middendooorp…“. Was macht eigentlich Frank Eulberg so? Alles Arminen! Alles Stupsis Nachfahren! Und jetzt hab‘ ich’s: Stupsi war ein Pachycephalosaurus! Ein Dickkopfsaurier! Wer hätte das gedacht?

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Das Schlußwort ist ein heißer Kandidat auf den Titel „Dämlichste Frage der Saison“ und kommt von einem Teenager-Mädchen am Jahnplatz: „Die vielen Arminiafans…Wo kommen die denn jetzt alle her?“. Tja. Woher nur…

Der Frank Farian (producentosaurus stinkreichus musicae) so: „Lohmann, ich schreibe Dir eine perfekte Hymne und spende dem DSC sieben Millionen für neue Spieler. Sag mir nur, wie das genau ablaufen soll!“ – Lohmann (taurus mascottus arminiae) so: „Muuuuuh...“ - Der Frank Farian so: „...????!??!??!???...“. *boing*

Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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