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Sonntag, 08 MĂ€rz 2015 14:40

BVB II/U23/klein gegen Arminia

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Soweit zum HochgefĂŒhl. ZurĂŒck in den schnöden Liga-Alltag. Zu Gast bei der Zwoten von Borussia Dortmund, im Stadion Rote Erde. Das Stadion ist eine historische StĂ€tte fĂŒr uns Arminen, schließlich fand dort Arminias erstes Bundesligaspiel ĂŒberhaupt statt und nebenan im Westfalenstadion das bis dato letzte Bundesliga-AuswĂ€rtsspiel. Ergebnisse: 0:3, 0:6. ... Eigentlich empfiehlt es sich bei Arminia immer, nur in der Gegenwart zu leben.

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Die Gegenwart heißt: Liga-Alltag. Die Rote Erde liegt im Schatten des Westfalenstadions. FĂŒr den Drittligabetrieb sind 9.999 Zuschauer zugelassen. Der 10.000. Besucher darf nicht rein. Is‘ zu voll dann. Das Stadion wurde in den 1920er Jahren gebaut, den Baustil von damals erkennt man gut an der „Wuchtigkeit“ der erhaltenen Anlagen. Immerhin, die „Dortmunder Kampfbahn Rote Erde“ hat es zum Baudenkmal gebracht. Hat die Alm nicht. Die ist nur in Teilen ein Kentschdenkmal....Gegenwart, Rundumbeobachter, Gegenwart!

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„Bie-le-feld! Bie-le-feld!“ – Man hört es schon, wenn man von der Bahnhaltestelle kommt. Die Ordnungstracht lĂ€ĂŸt uns einen Umweg ĂŒber Bahnstationen und ParkplĂ€tze laufen, irgendwann sind wir dann am Eingang vor dem GĂ€stesteher, der sich ĂŒber zwei Drittel der Gegengerade erstreckt. Kurze Irritation herrscht in der Schlange vor dem Eingang, wie denn jetzt der Block heißt. 3? K? Hugo?

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Die Sonne scheint, und bei den wohl 3.000 Arminen unter den 4.600 Zuschauern herrscht gute Laune. Bei der „Krabbelgruppe“ des BVB spielt der Perspektiv-Internationale Erik Durm von Anfang an, in Arminias Startelf spielen offiziell nur zehn Spieler, da der Stadionsprecher UlmUlmUlm in der Aufstellung vergißt. Nobbs Meier hat im Vergleich zur jĂŒngsten Vergangenheit fĂŒnf neue Leute gebracht. Jarno Peters steht fĂŒr den verletzten Schwolow in der Kiste. Die Schwarzgelben haben die ersten Halbchancen. „Das wird Arbeiterfußball heute“, stellt man auf Block Hugo fest. Im Vergleich zur jĂŒngsten Vergangenheit – die ist jetzt endgĂŒltig vorbei – wirken die Blauen ein bißchen uninspiriert und auch etwas mĂŒde. Nach einer Viertelstunde die erste wirklich gefĂ€hrliche Situation durch einen abgefĂ€lschten UlmUlmUlm-Schuß. Gute Stimmung bei den Arminen. Die GegengesĂ€nge zwischen Block Hugo auf der Gegengeraden und den SitzplĂ€tzen auf der HaupttribĂŒne – „ARMINIAHAAA! – BIELEFÄHÄÄÄLD!“, „Steht auf, wenn Ihr Arminen seid!“ – geben einen schönen Stereoeffekt. WĂ€re die Kurve mit dem Marathontor auf gewesen, hĂ€tten wir Dolby Surround gehabt.

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Und UlmUlmUlm steckt in der 21.Minute durch. Fabi hat von halbrechts freie Bahn und...nun, was der dann macht, muß nicht zum neunzehnten Mal erklĂ€rt werden. Der Sehr-Nett-„Hi“-Sager-in-EinsLive-Interviews war wieder zur Stelle. Arminia hat jetzt das Heft etwas mehr in der Hand. Der kleine BVB setzt aber immer wieder gefĂ€hrliche Konter. „Ist das da Odonkor?...hĂ€hĂ€hö...“, fragt man auf Block Hugo. Zeit hat er. Der TuS Dornberg spielt erst morgen. Gegenwart in der Roten Erde: Das Spiel ist total zerfahren. In der 37. Minute jagen zwei Dortmunder zwei Bielefelder Verteidiger vor sich her,  Ioannidis schließt zum 1:1 ab. Auf Arminenseite bricht Marc Lorenz durch, schließt aber etwas unĂŒberlegt ab. Dat wĂ€r’s gewesen.

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In der Halbzeit ist festzustellen, daß sich das kulinarische Angebot bei der BVB-U23 im Vergleich zum letzten DSC-Gastspiel vor 2 Âœ Jahren verbessert hat. Nicht, daß es damals schlecht war – Bockwurst aus’m GlĂŒhweintopf schmeckt auch gut. Aber heute reichen sie eine wirklich gute Bratwurst. Entsprechend groß ist der Andrang. Wir Arminen sind durch die Ketchup-EngpĂ€sse in Köln offenbar traumatisiert, alle Anstehenden verfallen kurz in Schockstarre, als es von vorne heißt: „SĂ€mpf! Wo is‘ SĂ€mpf!?“. Und das gelbe Gold scheint tatsĂ€chlich zur Neige zu gehen (toller Spruch in Dortmund!). „Kommt gleich!“, versichert das MĂ€del hinter der Theke, „notfalls stellt Ihr Euch einfach nochmal...an...“. Unbezahlbar ist der Gesichtausdruck einer menschlichen Existenz, wenn sie Unsinn redet und wĂ€hrend sie spricht merkt, daß sie Unsinn redet. Ihr Kollege greift unter die Theke und holt eine volle SĂ€mpfflasche hervor. Aufatmen. Gruppentherapie am Wurststand.

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In der zweiten Halbzeit ist erstmal gar nichts los. Block Hugo amĂŒsiert sich ĂŒber einen Auswechselspieler der Schwarzgelben. „Pumuckl!“. Dabei erinnert der Herr mit roten Locken und Bauchansatz eher an das Sams. Oder an Tresen-Ella aus der Bar zum glitschigen Lumpen. Das Spiel ist oft unterbrochen. „Geh unter Tage!“, brĂŒllt es durchaus bildhaft von Block Hugo, als mal wieder ein Dortmunder am Boden liegt. Und das kommt öfter vor. Umfallen genĂŒgt völlig, um einen Freistoß zu kriegen, zumindest, wenn man in Schwarzgelb unterwegs ist. Braucht es auch nicht immer ein Foul fĂŒr. „Ich sach: ‚Hau den um!‘...und der haut den um!...der hat mich gehört...War aber gar nix, EY SCHIRIIII!“. Wenigstens scheint die Sonne, da schmeckt das Bier in rauhen Mengen: „LiĂ€-LĂ€-WĂ€ll“ (Lallefeld?). „Mamma Toa jezz hia!“. Macht Arminia aber nicht. Die Einwechslung von Mast und MĂŒ37, „der mit den bunten Sandalen“ bringt noch etwas Schwung, es kommen auch mehr BĂ€lle in den Dortmunder Strafraum und ein Ball kullert nahe am leeren GehĂ€use vorbei. Das war’s aber auch. Fabi kommt zweimal im Strafraum zu Fall. Sah zweimal grenzwertig aus, ob es das war, kann ich nicht beurteilen. Die erste Szene war schon ein ziemlicher Klammergriff. Die empörten Kids neben mir demonstrieren sich die Aktion gegenseitig und schmeißen sich in den TribĂŒnenzaun- Wenn das einer der Sicherheitsparanoiker mitgekriegt hat, wird wohl demnĂ€chst bei jeder Sportschau-Zeitlupe „Don’t try this at home“ eingeblendet.

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1:1 auf Roter Erde. Ein Spiel, bei dem Arminia offensichtlich noch mĂŒde vom Pokalspiel war. Der kleine BVB hat vorher achtmal zu Hause unentschieden gespielt und unter der Woche frei, daher konnte man so ein Ergebnis durchaus einplanen. Noch ein Punkt mehr zum A...Wort. Zu Beginn des Jahres hatten wir fĂŒnf Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz. Jetzt sind es sieben Punkte Vorsprung bei sechs Spielen mehr. Das ist die Gegenwart, in der wir uns befinden und die nĂ€chste Woche gegen Rostock weitergeht. Beklagen sollte man sich ĂŒber andere Dinge. Zum Beispiel, daß man den „Waffeln am Stiel“-Stand im Dortmunder Hauptbahnhof abgeschafft hat. Oder...

...darĂŒber, daß Lohmann keine eigene Hymne hat. Nicht nur ein Lied, eine Hymne. Oder darĂŒber, daß in GĂ€steblöcken keine Mettbrötchen gereicht werden (fĂ€nde ich'ne geile Sache)!

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Jan-H. Grotevent

Jahrgang 1975.

Gefühlte Zuständigkeiten:

Arminia Bielefeld, Theorie und Satire der Fankultur und allgemeine Großmaulerei

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