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Montag, 13 Oktober 2014 17:34

Landauer - Der Präsident. Eine wichtige Geschichte, die endlich erzählt wird.

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Landauer PlakatKurt Landauer war Präsident des FC Bayern München. Schon vor dem Ersten Weltkrieg leitete er zwei Jahre den Verein. Von 1919 bis 1933 legte er die Grundsteine dessen, was heute noch den FC Bayern München ausmacht: Ein weltoffener Verein. Man ließ sich nicht vom zunehmenden Deutschtum vereinnahmen. 1932 führte Landauer den verhassten Judenklub zur ersten deutschen Meisterschaft. Um den Verein zu schützen, musste er kurz nach der Machtergreifung der Nazis zurücktreten. Er wurde ins KZ nach Dachau gebracht.

Nur dass er als Soldat im Ersten Weltkrieg diente, rette ihm das Leben. Er wurde aus dem KZ entlassen und floh in die Schweiz. Vier seiner Geschwister wurden von den Nazis ermordet. Trotzdem kehrte Kurt Landauer 1947 wieder nach München zurück. Eigentlich nur als Zwischenstation auf seinem Weg in die USA  gedacht, konnte er seinem Verein nicht den Rücken kehren. Er baute den FC Bayern München ebenso wie die Spielstätte Grünwalder Stadion wieder auf und war maßgeblich daran beteiligt, dass in Deutschland überhaupt wieder Vereinsfußball gespielt werden durfte. Bis 1951 übernahm er erneut das Amt des Präsidenten. Nach seinem Tod am 21. Dezember 1961 geriet er schnell in Vergessenheit. Bis ihn vor einigen Jahren die Fans des FC Bayern, und hier vor allem die Schickeria München und der Club Nr.12, wieder in die Erinnerung zurückholten. Im Jahr 2013 wurde er posthum zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Eine bewegende Geschichte, die es wert ist erzählt und vor allem gesehen zu werden. An diesem Mittwoch, den 15. Oktober ist es soweit. Um 20.15 Uhr strahlt die ARD den Film „Landauer - Der Präsident“ aus. Im Anschluss um 22.00 Uhr zeigt das Bayerische Fernsehen noch die Dokumentation „Landauer - gefeiert, verdammt, vergessen“. Um 22.30 Uhr folgt ebenfalls im Bayerischen Fernsehen eine Gesprächsrunde zu Landauer und dem Thema Toleranz im heutigen Fußball. Teilnehmer ist unter anderem Dietrich Schulze-Marmeling, Autor des sehr empfehlenswerten Buches "Der FC Bayern und seine Juden“.

Eine wichtige Geschichte, ein wichtiges Thema - nicht nur für Fans des FC Bayern. Schaut es euch an!

 

P.S.:

Wer auch immer von Seiten des BR und/oder FCB für den unsäglichen Trailer verantwortlich ist (den ich hier nicht verlinken möchte). Wer auch immer auf die Idee kam, das ganze locker, flockig, fröhlich wie einen Softdrink Werbespot anzugehen.

Bitte suche dir umgehend einen neuen Job!

 

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