
Hätte ich diesen Text wie geplant letzte Woche geschrieben, wäre hinter der Überschrift kein Fragezeichen, sondern ein Ausrufezeichen gestanden. Die Emotionen, die der 4:0 Sieg auslöste, waren grandios. Ich fühlte mich wie der König der Welt, selbst zwei Tage danach.
Es war so unglaublich, so überwältigend, dass es nicht in Worte zu fassen schien. Und auch eine Woche später habe ich zwar viele, sehr viele Texte zu dem Spiel gelesen und gehört. Von Journalisten, Sportreportern, Bloggern oder ganz normalen Menschen in den sozialen Medien. Aber wirklich einfangen konnte diesen Abend keiner. Auch ich werde mit Sicherheit daran scheitern.
Von Choreographien, Feigenblättern und Demokratie
geschrieben von Stefan Viehauser in Rotstift
Mittwoch, 21. April 2010, 20.40 Uhr. Allianz Arena München. Es ist das Halbfinal-Hinspiel der Champions League zwischen dem FC Bayern München und Olympique Lyon. Die Spieler betreten den Rasen und laufen auf einen riesigen Schriftzug zu. „Pack ma’s“ steht da geschrieben. Die Franzosen verstehen sicher nicht die Worte, aber die Bedeutung ist auch ihnen klar. Sie blicken sich um und sehen keine Fans. Nur eine riesige, rot-weiße Wand. Rund um sie herum. Im Stadion war man natürlich zu weit weg, aber wer es sich im TV oder danach als Aufzeichnung angesehen hat, der hat gesehen, wie einer nach dem anderen erst mal schlucken musste, sobald er aus dem Spielertunnel kam.
Dienstag, 23. April 2013, 20.40 Uhr. Allianz Arena München. Es ist das Halbfinal-Hinspiel der Champions League zwischen dem FC Bayern München und dem FC Barcelona. Die Spieler betreten den Rasen und laufen in ein Stadion ein, wie sie es schon hundert Mal gemacht haben. Es ist sicher eine größere Anspannung zu spüren, sowohl bei den Spielern, als auch bei den Fans. Aber schlucken - schlucken muss keiner.
Eigentlich wollte ich noch nichts dazu schreiben. Eigentlich wollte ich noch abwarten, bis etwas Substanzielles da ist. Mehr, als die dürftigen Informationen die es bislang gibt. Eigentlich.
Am Samstag war ich erst mal geschockt, als ich die Meldung hörte, und direkt darauf der Zusammenhang mit der 500 Millionen Euro Geschichte des Stern hergestellt wurde. Ich hatte Angst, richtige, echt empfundene Angst, dass es sich um Geld des FC Bayern handeln könnte. Dass es den Verein, der sich im Moment in einem unfassbaren Höhenflug befindet, hinwegreißen könnte. Ein Wimpernschlag, und alles wofür er steht, wofür er geliebt und gehasst wird, vernichtet. Wegen Gier, wegen der Dummheit, einfach nicht genug bekommen zu können. Oder einfach nur aus dem irrwitzigen Glauben heraus, im Recht zu sein. Man gibt ja ohnehin schon genug, finanziell wie auch als Imageträger.
Es war eine Panikreaktion, völlig überzogen. Zumindest weißt im Moment nichts darauf hin, dass der FC Bayern involviert ist. Und trotzdem bin ich heute Morgen aufgewacht und habe gemerkt, dass mich diese Geschichte unheimlich mitnimmt.
Ein wichtiger Tag in der Geschichte
geschrieben von Stefan Viehauser in Rotstift
Heute ist ein wichtiger Tag für den FC Bayern München e.V.
DFB Pokal Viertelfinale? Nein, das meine ich nicht. „Aber es ist doch das Duell gegen den großen Rivalen der letzten Jahre!“ höre ich euch jetzt sagen. Na und? Es gibt wichtigeres.
Heute vor 113 Jahren wurde unser Verein gegründet. Und leider wissen viel zu wenige, wie das damals vonstattenging. Dabei ist die Geschichte interessant, spannend und durchaus erzählenswert.
Sgt. Peps Fußball Club Bayern München Band
geschrieben von Stefan Viehauser in Rotstift
Good Morning, Good Morning.
Gestern war nicht nur a day in the life. Es war der Tag der Bekanntgabe einer Revolution im europäischen Fußball. Die deutsche Liga hat schon mit dem souveränen Einzug des FC Bayern, Borussia Dortmund und Schalke 04 in die K.O. Phase der Champions League gezeigt, dass ein Umbruch in Europa bevorsteht. Mit der Entscheidung von Pep Guardiola for the benefit of FCB ist nun auch der Beweis erbracht, dass Europa das verstanden hat.
Ein ganzes Jahr ist eine halbe Ewigkeit
geschrieben von Stefan Viehauser in Rotstift
Ein Jahr ist vorbei, die Flut der Rückblicke nimmt ihren Lauf. Und ich frage mich immer, warum man das auch im Fußball macht. Dort wird nicht in Jahren gezählt, sondern im Saison Rhythmus. Warum sollte man noch einmal auf die zweite Hälfte einer Saison eingehen, über die nach deren Ende sowieso schon alles gesagt wurde? Mein Rückblick wird sich deshalb auf die Hinserie der neuen Saison beschränken.
Und auch darüber gibt es kaum etwas Neues zu sagen.
Sportlich steht der FC Bayern so gut da wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Die Transfers haben samt und sonders eingeschlagen, man führt die Liga mit einem unglaublichen Punkteabstand an und in der Champions League wurde man trotz unerwarteter Niederlage gegen Bate Borisov souverän Gruppenerster.
Also alles wie immer? Schon das Ende des Textes?
Mitnichten.

Liebes Inferno Bavaria,
was habt ihr euch eigentlich von eurer kreativen Spruchbandaktion versprochen?
Für alle, die nicht sofort wissen wovon ich spreche:
Die werten Herren hielten am Wochenende in der Südkurve ein Spruchband hoch mir der Aufschrift „Vorstandschaft eine Hure. Gefickt von Polizei und DFB.“ Mal abgesehen davon, dass sie es mit der Grammatik anscheinend nicht so ganz haben, fragt man sich schon – was soll ein solches Banner bewirken?

Rotstift
