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Mittwoch, 20 Februar 2013 19:38

Werder Wars – Episode XXIII: Die Rache der Bremer

geschrieben von 

mannwirdjawohlnochträumendürfenWer meinen Blog (dem man übrigens unter [diesem Link hier] auch auf Facebook verfolgen kann) regelmäßig liest, weiß auch dass ich früher lange Zeit in München gelebt habe, und in meinem Beitrag "Von Rot zu Grün: Ein Geständnis" habe ich sogar schamvoll eingestanden, dass ich als Kind selber mal mit einem FC Bayern-Trikot durch die Gegend gerannt bin. Nun, von beiden Makeln bin ich mittlerweile befreit, ich lebe im Herzen Bremens und bin durch und durch grün-weiß. Aber aufgrund dieser Vergangenheit sind Begegnungen zwischen "meinem" SV Werder Bremen und dem FC Bayern München natürlich immer etwas ganz besonderes für mich – und am kommenden Samstag ist es wieder soweit. Die Rollen sind dieses Mal glasklar verteilt: die Bayern, Tabellenführer mit satten 15 Punkten Vorsprung auf den Zweiten Borussia Dortmund und mit erst sieben Gegentoren in 22 Bundesligaspielen, sind der haushohe Favorit gegen einen SV Werder, der sich in dieser Saison primär durch seine Wankelmütigkeit und seine wacklige Defensive auszeichnete. Kurz gesagt: selbst jemanden mit der dicksten Vereinsbrille dürfte klar sein, dass alles andere als ein souveräner Sieg des FC Bayern eine haushohe Überraschung wäre.

Nun, dem Werder-Fan bleibt natürlich die Hoffnung. Überraschende Siege vermeintlicher Underdogs sind schließlich eines der vielen Dinge, die wir alle so am Fußball lieben. Auch zwischen den Bayern und Werder gab es schon solche Überraschungen, beispielsweise das Pokalfinale 1999, dass Werder noch im Elfmeterschießen für sich entscheiden konnte. Oder der drittletzte Spieltag der Bundesliga-Saison 2003/2004, als Werder mit einem Sieg im Münchner Olympiastadion vorzeitig die (bisher letzte) deutsche Meisterschaft klar machte. Und natürlich der fünfte Spieltag der Saison 2008/2009, als die Bayern unter Trainer Jürgen Klinsmann im heimischen Schlauboot eine historische 2:5-Dusche verpasst bekamen (ich hatte das Glück, bei den beiden zuletzt genannten Beispielen persönlich anwesend gewesen zu sein). All dies waren Ereignisse, mit denen vorher kaum jemand gerechnet hatte. Es bleibt also zumindest noch eine theoretische Chance, dass der Ausflug in die bayrische Landeshauptstadt nicht ganz umsonst sein wird. Es ist zwar nur eine Außenseiterchance, aber immerhin.

Droht eine knackige NiederlageNüchtern und realistisch betrachtet ist die Wahrscheinlichkeit für eine Bremer Niederlage aber trotzdem recht hoch. Nun, gegen den FC Bayern zu verlieren ist sportlich gesehen prinzipiell keine Schande. Es kommt dann darauf an, wie man verliert. Wenn eine knackige Niederlage droht zeigt sich immer das wahre Gesicht einer Mannschaft, denn man kann auf die eine oder andere Art verlieren. Ich würde mir wünschen dass das Bremer Team selbst bei einen deutlichen Rückstand nicht auseinanderfällt und resigniert, wie es in der Vergangenheit leider einige Male vorkam, sondern sich trotzdem weiter mit aller Macht reinhängt und den Bayern die drei Punkte so teuer wie nur irgendwie möglich verkauft – ohne dabei die sportliche Fairness zu vernachlässigen, versteht sich. Selbiges erhoffe ich mir natürlich auch vom Bremer Anhang, wobei ich mir in diesem Punkt allerdings so gut wie gar keine Sorgen mache. Ich kenne die Bremer Fanbasis in München sehr gut und weiß daher, dass die Mädels und Jungs in Sachen Moral und Einsatzwillen über jeden Zweifel erhaben sind.

Das sieht man nicht zuletzt auch am "GWM-Fanfest 2013", dass der Münchner Werder-Fanklub "Grün-Weißes München – Club zur Förderung des Fußballgeschmacks in München" mal wieder auf die Beine gestellt hat (auf Facebook zu finden unter [diesem Link]; sowie auf der GWM-Homepage unter [diesem Link]). Ich möchte an dieser Stelle den Organisatoren von GWM um Präsident Hans von Schultzendorff mal meinen allergrößten Respekt und meine schärfste Anerkennung aussprechen, denn es gehört sehr viel Arbeit, Organisation, Telefoniererei, Schweiß und geopferte Freizeit dazu, ein solches Event in München auf die Beine zu stellen. Ich war schon mehrmals dabei und kann Euch versichern, dass sich die schwere Arbeit bisher stets voll gelohnt hat; der Werder-Anhang konnte dank GWM schon so manches rauschende Fest mitten in München feiern, und das teilweise sogar mit prominenten Besuch (z.B. Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer nebst Gattin).

Die Arena zwischenUnabhängig vom Ergebnis des Spiels wird sich der Besuch Münchens also für jeden Werder-Fan lohnen. Wobei natürlich nicht in Vergessenheit geraten darf: für Werder Bremen wären die drei Punkte schon enorm wichtig, will man den Aufenthalt im Niemansland der Tabelle nicht schon frühzeitig zementieren. Das hat das Team von Thomas Schaaf sicher im Hinterkopf, wenn es – wahrschenlich leider wieder ohne Sokratis Papastathopoulos und Aaron Hunt – in München den Rasen der Arena in der Fröttmaninger Heide betritt (die übrigens genau zwischen der Kläranlage "Gut Großlappen" und dem "Fröttmaninger Berg" errichtet wurde, einem Naherholungsgebiet auf einem 75 Meter hohen Berg der ehemaligen Mülldeponie Großlappen). Ich kann es gar nicht oft genug betonen: mit dem Abstieg wird Werder Bremen diese Saison definitiv nichts zu tun haben, selbst wenn man in München zweistellig verlieren sollte. Da lege ich mich fest. Nicht ganz so sicher bin ich mir in Sachen Europapokalteilnahme. Diese ist für die kommende Saison zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Dafür bräuchte es aber eine Erfolgsserie, die deutlich länger als nur zwei Siege am Stück andauern müsste. Schwer, aber nicht unmöglich, machbar, aber dafür müssen die Jungs endlich mal mehr Konstanz in ihr Spiel bringen, die Löcher in der Defensive stopfen und weniger verschwenderisch mit ihren Torschancen umgehen.

Nach der Niederlage letzte Woche gegen Freiburg rollte mal wieder jede Menge "Schaaf raus!"-Blödsinn über meinen Bildschirm. Als ich die Schaaf-raus-Brüller via Twitter fragte, wer Schaaf denn ihrer Meinung nach ablösen sollte (schließlich müsste das ein Trainer sein, der besser oder zumindest gleichwertig ist, der möglichst vertragslos und auch finanzierbar ist), da schlug mir nur großes Schweigen entgegen. Ein einziger User schickte mir den Vorschlag "Tuchel" zu, doch ist der blöderweise noch bis zum 30. Juni 2015 an den 1. FSV Mainz 05 gebunden und Werder wird es sich wohl nicht leisten können, ihn aus seinen Vertrag herauszukaufen – vorausgesetzt, Tuchel würde den Job überhaupt machen wollen. Also, liebe Schaaf-raus-Fraktion (der ich mich noch nicht so recht anschließen möchte), bei aller verständlicher Frustration: es bringt absolut nichts einen Trainer zu feuern, wenn man nicht zumindest einen gleichwertigen Ersatz bereitstehen hat! Ich frage mich, wann das endlich mal in die Hirne mancher Sturköpfe durchsickert.

Radikaler Axel-Springer-Boykott jetztBei Extra3 würde man jetzt fragen: war sonst noch was? Ach ja, der "Fall Arnautović". Der bleibt ja jetzt doch in Bremen. Obwohl der allwissende und unfehlbare Axel-Springer-Verlag in Form von "Bild" und "Die Welt" doch am letzten Samstag vermeldet hat, der Wechsel zum FC Dynamo Kyiv wäre "perfekt" und würde "noch dieses Wochenende über die Bühne gehen". Nachdem dann offensichtlich wurde, dass das eine klare Falschmeldung war, wurde es auf bild.de und welt.de plötzlich ganz still rund um das Thema. Keine Korrektur, keine Berichtigung, keine Richtigstellung und natürlich erst recht keine Entschuldigung. Es geht mir einfach um's verrecken nicht in den Schädel, warum immer noch so viele Menschen tagtäglich dieser Lügenfabrik ihr Vertrauen und ihr Geld schenken. Sowas gehört verdammt nochmal boykottiert, und zwar konsequent, radikal und dauerhaft! Ist dieser Vollpfostenjournalismus tatsächlich das, was ihr wollt? Gefällt es Euch etwa, wenn Ihr systematisch belogen und mit teilweise lächerlich aufgebauschten Halbwahrheiten und Gerüchten verarscht werdet? Nein? Denke ich doch auch. Daher rufe ich zu einem radikalen Boykott aller Axel-Springer-Publikationen auf (eine Liste aller Publikationen des Axel-Springer-Verlages findet Ihr unter [diesem Link hier] sowie eine Liste aller Publikationen, an denen Axel Springer zumindest beteiligt ist, unter [diesem Link]): kauft keine Zeitungen von denen mehr, klickt deren Homepages nicht mehr an (auch das bringt denen Geld!), "entliked" deren Seiten auf Facebook und "entfolgt" ihnen auf Twitter! Dieses Lügenregime, dass in Deutschland schon viel zu viel Macht und Einfluss besitzt, muss endlich in seine Schranken gewiesen werden!

Zurück zu Marko Arnautović: in einem Interview sagte er, er würde bei Werder Bremen bleiben wollen, um den Verein, der ihn auch in schweren Zeiten unterstützt habe, etwas zurückzugeben. Er sei kein Söldner und es gehe ihm nicht nur ums Geld, der SV Werder wäre für ihn nicht bloß irgendein Verein, zu dem er gekommen wäre um eine Weile gegen den Ball zu treten und anschließend weiterzuziehen (außerdem hätte Werder ihn auch gar nicht gehen lassen). Das sind sehr schöne Worte, die jeder Fan natürlich gerne hört und es freut mich natürlich sehr, dass Arnautović sich gegen das Geld und für die Weser entschieden hat. Ich hoffe aber auch sehr, dass diese Worte auch im kommenden Sommer noch gültig bleiben, wenn das Transferfenster wieder geöffnet ist und Werder die Teilnahme am Europapokal wieder verdaddelt haben sollte, was ja nicht sooo unwahrscheinlich ist.

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