Da hat es mir glatt die Sprache verschlagen und ich weiß auch nicht so recht, was ich dazu noch schreiben soll. immerhin geht es bei der akustischen Unterstützung der Mannschaft, den Anfeuerungsrufen und -gesängen um eine seit tausenden von Jahren gepflegte Kultur, bei dem man sich durch Klatschen, Jubeln und Gesängen auszudrücken versucht um seine Favoriten zu mehr Leistung zu bewegen. Das taten schon einst die Römer und bereits Menschen weit davor.
Der Reporter Michael Zäh präsentiert hier ein Meinungsbild, das nur eine einzige Sichtweise zulässt. Er schreibt auch, dass Fußballfans sich darüber echauffieren, das in anderen Sportarten wie Tennis nur „Operettenpublikum“ sitzt. In diesem Punkt hat er absolut recht, aber ist es nicht auch andersrum so, dass sich das sogenannte Operettenpublikum abfällig gegenüber Fußballfans äußert, es als Parade der Gewalt betitelt und Meinungsbilder abliefert, die jeglicher Grundlage entbehren? Warum wird seitens Herrn Zäh nicht etwas differenzierter und weniger aggressiv berichtet?
Mit dem Anliegen, dass bisweilen Fanlieder zu einfallslos sind und runter geleiert werden, hat Michael Zäh natürlich recht. Aber Fangruppierungen versuchen immer wieder auf´s Neue, weitere Lieder und Gesänge unter die Fans zu bringen. Klar fehlt die Vielfalt, aber die Kreativität ist vorhanden und wird immer mehr umgesetzt. Ich hätte mir zu diesem Punkt etwas mehr Wissen erwünscht seitens Herrn Zäh und weniger Vorurteile.
Herr Zäh kritisiert aber auch den Dialog und die damit aufgestellten Forderungen an die DFL durch zahlreiche Faninitiativen. Aber in meiner demokratischen Wahrnehmung sollte es doch durchaus erlaubt sein, sich auch als Fan für die Politik im Fußball einzusetzen und gewisse Dinge zu ändern. Wir Fans sind es, die Fehler machen, aber eben nur wenige Chaoten sind es, die unseren Sport begleiten, diese jedes Mal hervorzuheben und damit alle Fans auf eine Stufe zu stellen, finde ich unpassend und beleidigend. Aber man darf nicht vergessen, dass auch die DFL und ihre Mitarbeiter nicht fehlerlos sind und wir im Dialog mit ihnen einen gemeinsamen Weg gehen können.
Die Zeitung wirbt mit dem modernen Erscheinungsbild und mich verfolgt der Gedanke, dass man sich das gelobte Tennispublikum auch in den deutschen Fußballstadien wünscht, damit der Krieg, wie Herr Zäh so schön zum Schluss schreibt, zu Ende ist.
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