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Sonntag, 13 Januar 2013 14:35

Fahren bald Panzer ins Stadion, Herr Zäh?

geschrieben von 

587104 web R K by siepmannH pixelio.deMir ist ein Artikel von Michael Zäh von der „Zeitung am Samstag“ aus Freiburg in die Hände gefallen. Wer sich diesen Artikel einmal durchlesen möchte, damit jeder weiß worüber ich hier schreibe, der folgt bitte folgendem Link. (ZAS FREIBURG ,Seite.9). Dem Link zu urteilen, wird dieser nicht lange aktuell sein, da hier alle 14 Tage die aktuellste Zeitung unter diesem Link zu finden sein wird.

Der Reporter beschreibt die Fanszenen in Deutschland mit einer Art und Weise, die jede Seriosität und jeden guten Geschmack vermissen lässt. Ein Fußballstadion in Deutschland zu einem Kriegsschauplatz zu ernennen beleidigt jene, die sich im wirklichen Krieg befinden, dort wo mit Waffen geschossen wird und Menschen sterben. Wie kann man sich derart im Ton vergreifen und es dann auch noch der breiten Masse im Internet und aufgedruckt in den Haushalten von Freiburg präsentieren? Da gibt es auch nichts zu verharmlosen, denn er schreibt ja selbst „Es sind Bilder, die an Krieg erinnern“ und meint damit eine Pyroaktion der Freiburger.

Die Zeitung selbst wirbt damit, ein Kompetenzteam im Bereich Sport zu besitzen. Liest man den Artikel weiter, muss man dies allerdings in Frage stellen. Denn weiter im Artikel heißt es:
„Denn das Ausbleiben des eintönigen (und oft einfallslosen) Singsangs konnte man durchaus auch genießen. Das trockene Plopp bei jedem gespielten Ball, die Zurufe der Spieler untereinander, ja sogar das eine oder andere Keuchen nach einem Spurt – das hat was.“

Da hat es mir glatt die Sprache verschlagen und ich weiß auch nicht so recht, was ich dazu noch schreiben soll. immerhin geht es bei der akustischen Unterstützung der Mannschaft, den Anfeuerungsrufen und -gesängen um eine seit tausenden von Jahren gepflegte Kultur, bei dem man sich durch Klatschen, Jubeln und Gesängen auszudrücken versucht um seine Favoriten zu mehr Leistung zu bewegen. Das taten schon einst die Römer und bereits Menschen weit davor.

Der Reporter Michael Zäh präsentiert hier ein Meinungsbild, das nur eine einzige Sichtweise zulässt. Er schreibt auch, dass Fußballfans sich darüber echauffieren, das in anderen Sportarten wie Tennis nur „Operettenpublikum“ sitzt. In diesem Punkt hat er absolut recht, aber ist es nicht auch andersrum so, dass sich das sogenannte Operettenpublikum abfällig gegenüber Fußballfans äußert, es als Parade der Gewalt betitelt und Meinungsbilder abliefert, die jeglicher Grundlage entbehren? Warum wird seitens Herrn Zäh nicht etwas differenzierter und weniger aggressiv berichtet?

Mit dem Anliegen, dass bisweilen Fanlieder zu einfallslos sind und runter geleiert werden, hat Michael Zäh natürlich recht. Aber Fangruppierungen versuchen immer wieder auf´s Neue, weitere Lieder und Gesänge unter die Fans zu bringen. Klar fehlt die Vielfalt, aber die Kreativität ist vorhanden und wird immer mehr umgesetzt. Ich hätte mir zu diesem Punkt etwas mehr Wissen erwünscht seitens Herrn Zäh und weniger Vorurteile.

Herr Zäh kritisiert aber auch den Dialog und die damit aufgestellten Forderungen an die DFL durch zahlreiche Faninitiativen. Aber in meiner demokratischen Wahrnehmung sollte es doch durchaus erlaubt sein, sich auch als Fan für die Politik im Fußball einzusetzen und gewisse Dinge zu ändern. Wir Fans sind es, die Fehler machen, aber eben nur wenige Chaoten sind es, die unseren Sport begleiten, diese jedes Mal hervorzuheben und damit alle Fans auf eine Stufe zu stellen, finde ich unpassend und beleidigend. Aber man darf nicht vergessen, dass auch die DFL und ihre Mitarbeiter nicht fehlerlos sind und wir im Dialog mit ihnen einen gemeinsamen Weg gehen können.

Die Zeitung wirbt mit dem modernen Erscheinungsbild und mich verfolgt der Gedanke, dass man sich das gelobte Tennispublikum auch in den deutschen Fußballstadien wünscht, damit der Krieg, wie Herr Zäh so schön zum Schluss schreibt, zu Ende ist.

Foto stammt von: siepmannH  / pixelio.de

Matthias Saathoff

Ich bin der Matthias Saathoff, Baujahr 87 und seit 1992 leidenschaftlicher BVB Fan.

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Norbert Specht Montag, 21 Januar 2013 17:24 gepostet von Norbert Specht

    Ernsthaft recherchiert und den Herrn Zäh für nicht zwingend lesenswert befunden. Der Artikel in der ZAS ist allerdings im Blätterwald kein Einzelfall. Schade.

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