Klar, ich bin seit fast 21 Jahren BVB Fan und habe mit Sicherheit eine andere Wahrnehmung und würde niemals mit der Freundin Shoppen gehen, wenn der BVB gerade spielt. Immerhin haben die Geschäfte 13 Stunden auf und das Spiel dauert in der Regel nur 90 Minuten + Halbzeitpause. Zeit genug also, einkaufen zu gehen denk ich mir.
Aber wann wird man zum Fan? Wikipedia sagt dazu:
„Ein Fan ist ein Mensch, der längerfristig eine leidenschaftliche Beziehung zu einem für ihn externen, öffentlichen, entweder personalen, kollektiven, gegenständlichen oder abstrakten Fanobjekt hat und in die emotionale Beziehung zu diesem Objekt Ressourcen wie Zeit und/oder Geld investiert.“
Eine leidenschaftliche Beziehung also? Ich denke das dies nicht auf meinem Bruder zutrifft und auch auf viele andere nicht. Klar hat jeder das Recht sich als Fan zu bezeichnen, aber hat er auch die Empfindungen, die dafür notwendig sind? Denn Leidenschaft ist eine das Gemüt völlig ergreifende Emotion (Wiki) und das beinhaltet für mich, das man den Willen dazu hat, jedes noch so unwichtige Spiel zu verfolgen und man sich tierisch darüber ärgert, wenn man es unter Umständen, die man nicht selber beeinflussen kann, nicht sehen kann. Dazu gehören Arbeit, Urlaub oder auch Dinge wie Krankenhausaufenthalte.
Fan sein kann jeder und ich möchte auch nicht die Frage aufwerfen, wer nun richtiger Fan ist und wer nicht. Ich möchte nur klar machen, dass „Fan sein“ eine offizielle tiefgreifende Bedeutung hat, dessen sich viele nicht bewusst sind. Es ist nichts Verwerfliches daran, sich als interessierter Zuschauer zu outen.
Jeder darf auch selbst entscheiden, welchen Stellenwert der Fußball in seinem Leben einnimmt. Sagt man sich, Mist jetzt hab ich das Spiel verpasst, ich muss unbedingt Spielberichte lesen und ne Zusammenfassung auf Youtube suchen oder denkt man sich, das ein verpasstes Spiel kein Weltuntergang ist.
Diskutieren kann man über dieses Thema den ganzen Tag und jeder definiert das Wort „Fan“ auf seine eigene Art und Weise. Ich habe hier meine Sichtweise wiedergegeben und empfinde und denke so darüber, dass man durchaus zwischen Interessierter Zuschauer und Fan unterscheiden darf. Beides ist nix verwerfliches, aber es ist ehrlicher.
Was meinen Bruder abschließend noch betrifft. Ich weiß es nicht genau, aber ich denke einfach, dass Er einen Platz in der Fußballwelt gesucht hat, da er hin und wieder auch gerne mal selber spielt. Jemand der Fußball spielt, aber keinen Verein mag? Seltsame Vorstellung und vielleicht kam da der Deutsche Meister 2011 gerade Recht, getreu dem Motto, ich weiß nicht wen ich mag, nehm ich einfach erst mal den besten Verein, wo wir beim Erfolgsfanthema sind, dessen ich mich aber schon HIER gewidmet habe.
In diesem Sinne,
Euer Matze
Foto: Peter Smola / pixelio.de

