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Dienstag, 27 November 2012 00:13

Wir denken einfach zu viel nach

geschrieben von 

608878 web R K B by Gerd Altmann pixelio.deDie ganzen Fußballdebatten, die aktuell geführt werden sind im eigentlichen Sinne kontraproduktiv. Ja, vielleicht wird auch dieser Artikel als kontraproduktiv abgestempelt, vielleicht auch als Schwachsinn betitelt, aber es ist mir egal, denn es sind meine Empfindungen, die ich hier gerne mit euch teilen möchte.

Wir reden im Fußball sehr oft darüber, wie doof doch alles ist. Die Fans und Ultras beschweren sich über die Polizei, den DFB und die DFL, während die DFL, der DFB und die Polizei sich über die Fans beschweren, die Polizei beschwert sich dann über die Fans, Vereine, DFB, DFL und bei der Politik, die sich dann wiederum bei den Vereinen, dem DFB und der DFL beschweren. Kompliziert? Ja, das ist es wohl.

Die Medien warten jeden Tag auf Sensationsmeldungen damit sich die nächste Auflage besser verkauft als die Vorherige. Ne brennende Wunderkerze wird schnell zum Skandalspiel und böse Spruchbänder schnell zum Fanproblem. Natürlich ist das normal, ich möchte auch, dass meine Artikel hier gelesen werden und vielleicht Aufmerksamkeit erregen, dafür schreibt man ja für die Öffentlichkeit. Aber ich verdiene eben kein Geld damit und kann darum auch sagen was ich möchte, ohne Angst haben zu müssen das mein nächster Gehaltsscheck ausbleibt. Dieses Privileg haben normale Journalisten recht selten.

Und das ist das Problem, was wir nicht nur in der Politik, sondern auch in den Fußballorganismen haben. Überall gibt es Interessengemeinschaften, die dich an- und abwählen können. Wenn der DFB das Interesse hat, Stehplätze in den Stadien abzuschaffen, dann wird man das Druckvoll und versteckt in die Hand nehmen und schleichend einführen. Wenn wir Fans das merken, ist es meist schon zu spät und der Prozess vor der Vollendung.

Wir Menschen denken jeden Tag darüber nach, was wir vielleicht besser machen können. Dabei ist vieles schon perfekt. Jede Pyroaktion, jedes Spruchband gegen irgendwas und jede Beleidigung die durch das Stadion schallt, gehört eben zu dieser perfekten Welt dazu. Ich weiß, dass mit dieser Aussage jetzt einige Hände an den Kopf landen und Fassungslosigkeit ausbricht. Aber wenn ich meinen Nachbarn anschreie, weil er wieder den Hund auf meinen Rasen hat machen lassen oder mich beim Einkaufen darüber aufrege, dass die Kassiererin solange braucht, ja dann sind das Fehler, die wir im Alltag machen. Wenn wir alle Perfekt wären, würden wir uns zu Tode langweilen.

Ich will damit nicht sagen, dass wir Gewalt, Pyrotechnik oder Diskriminierung dulden sollten, aber ich möchte zur Besonnenheit aufrufen, denn in den meisten Fällen handelt es sich um kleine Randgruppen. Warum soll es Strafen für Millionen von Fans geben, für Taten die nur einige Tausend verursacht haben?

In Freiburg wurde jetzt eine Choreo verboten, nur weil die Wörter „siegt“ und „heiligs“ dort vorkamen, nahm man wieder an, das dies eine Anspielung auf das römische Reich sein könnte und die Schriftart an die Nazizeit erinnere. Hier wurde einfach solange nachgedacht, bis man endlich was gefunden hat, was verwerflich und abstoßend ist. Die stundenlange Arbeit an der Choreo wird somit mit Füßen getreten und egoistisch abgetan.

Ich habe wenig Hoffnung, das sich die Wogen wieder glätten und denke einfach, das der nie endende Krieg zwischen Fans, DFL, DFB, Vereinen und der Polizei noch einige Höhepunkte bereit halten wird, über die sich dann bezahlte Journalisten sehr freuen werden. Im Endeffekt ist jeder selbst dran schuld, weil jeder seinen Teil dazu beiträgt, das es immer und immer weiter geht und die Eskalation immer weiter gehen. Die Fans provozieren und die anderen reagieren. Wenn nun eine Partei aufhört, wird es auch irgendwann die andere Partei machen, aber soweit wird nicht gedacht.

Mit Gewalt, Sanktionen und auch Dialog kommt man nicht weiter, denkt nicht nach, lasst die Dinge laufen und in 1-2 Jahren redet kein Mensch mehr drüber. Habt einfach vertrauen und Ihr werdet belohnt.

Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de

Saathoff

Seit 1994 BVB Fan und seit 2004 stolzer 1.Vorsitzender eines BVB Fanklubs.

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