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Sonntag, 11 November 2012 23:29

Die Kirche, Borussia Dortmund und der Fußball

geschrieben von 

Dreifaltigkeitskirche„Fußball ist meine Religion“ hört man von der 1. Liga bis runter zu den Kreisligen. Aber was die Kirche in unserer Fußballgeschichte und auch heute noch für einen Einfluss hat ist enorm. Der BVB spielt heute mit 3 polnischen Spielern, die sich mit unserem Verein voll identifizieren können, weil er eine polnische Vorgeschichte hat. Im Jahre 1901 wurde die katholische Jünglingssodalität „Dreifaltigkeit“ als Jugendorganisation der gleichnamigen Gemeinde in der Flurstraße im Dortmunder Nordosten gegründet. Die Gemeinde wurde gegründet, um polnische Arbeitskräfte besser zu integrieren. 1901 ist ein Jahr, dass für den BVB eine wichtige Bedeutung eingenommen hat.

Im Jahre 1906 wurde dann auch endlich Fußball gespielt rund um den Borsigplatz. Kein gern gesehener Sport seitens der katholischen Kirche. Als dann Kaplan Hubert Dewald 1906 als neuer Vorsitzender der Jünglingssodalität gewählt wurde, setze er für die Arbeiter in den Kohle- und Stahlwerken eine zusätzliche Andacht am Sonntagnachmittag an, um das wilde Treiben auf dem Fußballfeld zu unterbinden und den Sport damit, wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen.

Die Kirche hat ab sofort angeordnet, das die regelmäßigen Treffen nicht mehr im Wirtshaus „Zum Wildschütz“ in der Oesterholzstraße 60 abzuhalten sind, sondern im Pius-Gemeindehaus, damit man seinen Einfluss beibehält und die Dinge unterbinden und/oder kontrollieren konnte. Das Jahr 1906 war ein sehr turbulentes, und die Arbeiter waren erbost.

Der Konflikt schaukelte sich dann so hoch, dass man beschloss, der Kirche komplett den Rücken zuzukehren und sich am 19.12.1909 zu treffen, um über die Gründung eines von der Kirche unabhängigen Vereins zu beraten. Der Kaplan wurde über die Gründung informiert und eilte zur Gaststätte um die Sitzung aufzulösen, Ihm wurde der Zutritt verweigert und der BVB wurde von den 18 Personen gegründe, die mit den folgenden Manen angegeben wurden: Franz und Paul Braun, Heinrich Cleve, Hans Debest, Paul Dziendzielle, Franz, Julius und Wilhelm Jacobi, Hans Kahn, Gustav Müller, Franz Risse, Fritz Schulte, Hans Siebold, August Tönnesmann, Heinrich und Robert Unger, Fritz Weber sowie Franz Wendt!! Borussia Dortmund war gegründet, unabhängig von der Kirche.

Das mal als kleine Vorgeschichte, denn die Kirche war generell immer gegen Fußball und das ist heute teilweise noch immer so. Immer weniger Menschen gehen in die Kirche, auch, weil Sonntags hin und wieder der Fußballverein spielt, dem man lieber zujubelt, als dem lieben Herr Gott im Himmel. Fußball als Feind der Kirche? Ja durchaus, aber die Kirche weiß auch den Sport für sich zu nutzen. Beerdigungen mit Fußballsärgen, Friedhöfe in Stadionnähe oder auch Pastoren, die im Fanschal predigen. Fußball als kulturelles Ereignis, unterstützt von der Kirche? WM 2006, die Kirchen bieten zahlreiche Public Viewings an, die dankend angenommen werden. Pastoren und Priester rennen mit Trikots, Fanschals und Trillerpfeifen wie wild geworden über das Kirchengelände. Public Viewing direkt neben der letzten Ruhestätte, dem Friedhof? Alles kein Problem mehr, wenn man die Leute wieder für die Kirche begeistern kann. Asoziale Fußballfans pinkeln auf die Gräber, schmeißen Müll auf mühevoll gepflegten Grabstätten und machen derart viel krach, der jeglichen Respekt vermissen lässt. Die Kirche feiert diese Ereignisse als Erfolg und verbucht neue Mitglieder der Kirche, die jetzt das Singen in der Kirche wieder cool finden.

Ganz uncool ist dann wiederum eine Geschichte, die in den letzten Tagen durch die Dortmunder Presse fegte. Da stirbt auf tragische Art und Weise ein kleiner 9 Jähriger Junge mit dem Namen Jens-Pascal, dessen Wunsch es immer war, mit einem BVB Grabstein beerdigt zu werden. Ein Wunsch dem auch Borussia Dortmund mit einer sofortigen Genehmigung beipflichtet, dass auf dem Grabstein das BVB Logo platziert werden darf. Die katholische Kirche bewertet diesen Grabstein als „nicht angemessen“ und lehnt den letzten Wunsch ab, den der Junge hatte. Public Viewings sind okay, Priester die in Trikots und Fanschals zu Gott predigen auch? Aber ein Grabstein mit Fußballlogo drauf, soll nun verwerflich sein? Wer entscheidet denn, welche Empfindungen verstorbene als letzten Weg gehen dürfen um ihren Frieden zu finden? Die Kirche? Weil Sie Angst hat, in Konkurrenz mit dem Fußball zu stehen, mal wieder? Ist der Fußball nur ein Werkzeug der Kirche, um sich wieder beliebt zu machen? Ja ich finde schon.

Kirche und Fußball? Für mich ein absolutes NO-GO! Die heuchlerischen Machenschaften der Kirche, die nur Ihre eigenen Vorteile suchen, lassen selbst die DFL und den DFB oftmals weit hinter sich und erreichen Dimensionen, die auf dem ersten Blick gar nicht sichtbar sind.

In diesem Sinne, auch Religion hat im Sport nichts zu suchen, sondern sollte jedem Menschen für sich dienen und nicht der Sport sollte für die Kirche arbeiten, damit die Hütte da mal wieder voll wird!!

PS: Ach so,  was unsere 3 polnischen Fußballer vom Anfang der Geschichte mit dem Verein so verbindet? Wir blicken als Verein seit 1909 auf viele polnische Fußballer zurück, die den Verein zu dem gemacht haben, was er heute ist.

Euer Matze

Saathoff

Seit 1994 BVB Fan und seit 2004 stolzer 1.Vorsitzender eines BVB Fanklubs.

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Christoph Stelzer Dienstag, 13 November 2012 15:39 gepostet von Christoph Stelzer

    Entschuldigung, da muß ich doch wirklich mal ausfallend werden: Die "Scheiß-Kirche" hat selber soviel Dreck am Stecken, daß selbst die italienische Mafia davor verblasst! Schämt euch!!!!!! (ach ja, ich weiß´: das mit Sünde und Buße ist euch ja nicht gegeben!!! Mein Beileid!!!)

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