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Sonntag, 05 März 2017 16:23

BVB Aktie - Ein Interview über Transferpolitik, Bayern München und Imageschaden

geschrieben von 

 

489186 web R by Benjamin Klack pixelio.deDer BVB an der Börse, ein Thema das mit viel Leid verbunden war und böse Erinnerungen weckt. Aber heute im Jahre 2017 stellen sich viele Fans immer noch so einige Fragen. Um diese Fragen beantworten zu können, habe ich mit Oliver Schoch einen Experten herangezogen, der verständlich und ohne fachsimpeln mal erklärt, wie das mit dem BVB und der Börse nun genau aussieht. Oliver Schoch teilt sein Expertenwissen auch mit renommierten Zeitungen. Für diesen Artikel hat er sich aber auch für uns einmal Zeit genommen und für die ein oder andere Erleuchtung gesorgt.

1/ Borussia Dortmund ist als börsennotierter Club seinen Anlegern verpflichtet?!? Wie sehr hat das Einfluss auf die Transferpolitik des Vereins?

oliverschochTatsächlich ist Dortmund als börsennotierter Club nicht nur seinen Fans verpflichtet, denn die Anleger sind definitiv ebenfalls von nicht geringer Bedeutung. In welchem Umfang dies allerdings Einfluss auf die Transferpolitik des Vereins hat, kann man ohne eine konkrete Aussage der Vereinsführung natürlich nur vermuten. Meiner Auffassung nach dürfte bei der Transferpolitik ein besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, dass die getätigten Spielereinkäufe natürlich einerseits sportlich, aber auch wirtschaftlich möglichst effizient sind. Hier konnte der BVB in der Vergangenheit schon sehr positive Ergebnisse erzielen. Nimmt man zum Beispiel den aktuellen Superstar Aubameyang, so wurde dieser vor einigen Jahren für relativ kleines Geld gekauft, hat seinen Marktwert seitdem allerdings enorm gesteigert. Außerdem dürfte ein börsennotierter Club wie Borussia Dortmund bei der Transferpolitik im Hinterkopf haben, dass du solide Spielerkäufe echte wirtschaftliche Werte geschaffen werden. Damit ist vor allem der Wert der gesamten Mannschaft gemeint, der natürlich durch kluge Transfer nach und nach gesteigert werden kann. Dennoch denke ich, dass die Entscheidungen für oder gegen Transfers auch beim BVB in erster Linie nach sportlichen Gesichtspunkten getroffen werden.

 

2/ Haben Imageschaden wie die Krawalle gegen RB Leipzig einen Einfluss auf die Aktie?

oliverschochSolche für das Image von Borussia Dortmund natürlich negativen Ereignisse, wie es bei den Krawallen gegen die RB Leipzig Fans der Fall war, haben tatsächlich einen Einfluss auf den Aktienkurs. Die BVB-Aktie verlor zum Beispiel am Montag nach den Randalen zwischenzeitlich um über fünf Prozent an Kurswert und sank von etwas über 5,30 auf 5,08 Euro. Wie dieses Beispiel allerdings andererseits ebenfalls zeigt, sind solche einzelnen Ereignisse, so negativ sie auch sind, oftmals nur von vorübergehender Natur, was die Auswirkungen auf den Aktienkurs angeht. Schon gut eine Woche nach den Krawallen lag der Kurs der BVB-Aktie fast wieder auf dem gleichen Niveau wie vor der Randale gegen Leipzig. Da es für den BVB keinen größeren dauerhaften Imageschaden in der Form gab, als dass beispielsweise Sponsoren abgesprungen wären, wäre ein dauerhafter Kursrückgang bei den Aktien fundamental auch nicht zu begründen.

3/ Wie unterscheidet sich Borussia Dortmund im Einzelnen von der Bayern München AG?

oliverschochWährend es sich bei Borussia Dortmund um eine GmbH und Co. KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) handelt, firmiert der FC Bayern als AG (Aktiengesellschaft). Ein gravierender Unterschied besteht zwischen diesen zwei Rechtsformen darin, dass eine GmbH & Co. KGaA im Gegensatz zur AG nicht übernommen werden kann, beispielsweise von einem Mitbewerber. Aber auch bezüglich der Kontrolle gibt es einen großen Unterschied. So kann eine AG wie Bayern München zu jedem Zeitpunkt kontrolliert werden, wenn eine Person oder ein Unternehmen die Aktienmehrheit besitzt. Bei der GmbH & Co. KGaA ist dies hingegen nicht möglich, da es sich bei der persönlich haftenden Gesellschafterin um eine Firma handelt. Im Falle von Borussia Dortmund ist dies die Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, die jedoch ihrerseits in vollem Umfang dem BVB 09 als Verein gehört. Neben diesen rechtlichen Unterschieden ist für Anleger und Fans vor allem eine weitere Differenz zwischen Borussia Dortmund und der Bayern München AG vom Bedeutung, nämlich dass die Aktien von Borussia Dortmund an der Börse erworben werden können, die des FC Bayern hingegen nicht. Stattdessen sind es vor allem einzelne Großunternehmen, wie zum Beispiel Adidas, die Anteile an der Bayern München AG enthalten. Frei handelbar an der Börse sind die Aktien hingegen in Deutschland nur von einem Verein, nämlich vom BVB.

4/ Wie kann Ihrer Meinung nach Borussia Dortmund seine Aktie weiter nach oben bringen?

oliverschochMeiner Meinung nach ist es eine zwingende Voraussetzung für einen steigenden Aktienkurs, dass Borussia Dortmund auch in der nächsten Spielzeit in der Champions League aktiv sein kann. Die Einnahmen aus der CL-Teilnahme sind mittlerweile insbesondere vor dem Hintergrund, dass weiterhin solche Topspieler wie Aubameyang beim BVB spielen können, die Grundlage. Eng damit verbunden ist natürlich die Wirtschaftlichkeit, die für Anleger oberstes Gebot ist. Kurzfristig könnte es meiner Meinung nach beim Aktienkurs einen echten Push geben, wenn der BVB den Einzug ins Halbfinale oder sogar ins Finale der Champions League schafft. Mittel- und langfristig betrachtet ist es wichtig, weiterhin wirtschaftlich zu arbeiten und vor allem die sportliche Attraktivität beizubehalten oder sogar noch zu steigern. Ferner müssten meiner Ansicht nach noch deutlich mehr Anleger erkennen, dass BVB-Aktien langfristig eine gute Geldanlage sein können. Bisher wird der BVB zu sehr als reiner Sportverein und Bundesligaclub gesehen, allerdings noch viel zu wenig als mögliches Investment. Hier gilt es vielleicht auch seitens der Vereinsführung, etwas mehr in die Offensive zu gehen und aktiver Werbung für die BVB-Aktie als interessante Geldanlage zu machen.

5/ Lohnt es sich noch Aktien von Borussia Dortmund zu kaufen um damit
Geld zu verdienen?

oliverschochOb sich ein Investment in die BVB-Aktie zukünftig lohnen wird, können weder ich noch Analysten und Börsenexperten mit Sicherheit sagen. Tatsache ist allerdings, dass die Aktien mit aktuell rund fünf Euro aktuell fast 6 Euro unter ihrem damaligen Emissionskurs von elf Euro liegt. Von dieser Warte aus betrachtet ist also durchaus noch Kurspotenzial vorhanden, zumal einige Analysten bereits ein Kursziel von sieben Euro ausgegeben haben. Meiner Meinung nach kann es sich lohnen, mittel- und vor allem langfristig in die BVB-Aktie zu investieren. Dabei sollten sich Anleger allerdings nicht von zwischenzeitlichen Kursrückschlägen in Panik treiben lassen. Ferner muss jeder Aktionär wissen, dass der Aktienkurs eng an sportliche Erfolge und im negativen Sinne natürlich auch an Misserfolge „gekoppelt“ sein wird. Wer also sportlich nicht an den BVB glaubt, sollte nicht unbedingt in BVB-Aktien investieren.

Schlusswort:
Wem das noch nicht reicht, der kann einen sehr umfassenden und detaillierten Artikel von Oliver Schoch über die BVB Aktie lesen.

Titel: Borussiaaa! BVB-Aktie im Trend: Für Fans und Nicht-Fans interessant
https://boersen.tips/boerse-maerkte/borussiaaa-bvb-aktie-im-trend-fuer-fans-und-nicht-fans-interessant 

 Bildquellenangabe: Benjamin Klack  / pixelio.de

Saathoff

Seit 1994 BVB Fan und seit 2004 stolzer 1.Vorsitzender eines BVB Fanklubs.

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Martin Dienstag, 14 März 2017 09:47 gepostet von Martin

    Vielen Dank für den interessanten Artikel und den kurzen Überblick über die BVB Aktie. Ich bin seit einer Weile am überlegen mir BVB Aktien anzuschaffen und der Beitrag hat mir sehr weitergeholfen in meiner Entscheidungsfindung. Ich denke der BVB ist in der Lage sich weiterhin in der Championsleague zu etablieren und mit einem gesunden Marco Reus könnte er vielleicht sogar bis ins Finale vorrücken.

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