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Sonntag, 26 Februar 2017 14:03

RB Leipzig und der DFB – Hand in Hand für den Profit

geschrieben von 

 

728773 web R by Susanne Richter pixelio.de„Anti-RB Banner – der DFB ermittelt“ jeden Tag liest man diese Meldung mittlerweile. Die neuesten Opfer der kritikresistenten Dosenmaschinerie sind Borussia Mönchengladbach und sogar Hansa Rostock.

Natürlich sind die Texte auf den jeweiligen Bannern respektlos und zeigen die mangelnde Kreativität der Ultras. Die Botschaft, gegen einen Red Bull geführten Verein zu sein ist ja nicht verkehrt meiner Ansicht nach, aber ich würde mir ein wenig mehr Kreativität, und weniger dummes Zeug wünschen. Sich negativ ins Rampenlicht zu bringen ist eine Masche, die schon lange langweilig und abgestumpft ist liebe Ultras. Es schadet am Ende auch den Verein, den man ja eigentlich nicht schaden möchte.

Viele Gladbachfans die sich bei fast jedem Heimspiel anhören dürfen, wie Gästefans ihre Hymne umtexten „Wir werfen Stein auf Stein, auf die Elf vom Niederrhein…“ sind erstaunt über die DFB Ermittlungen. Immerhin müssen auch Sie Woche für Woche derartige Parolen in tausendfacher Ausführung hören, und das ohne das der gegnerische Verein Sanktionen verhängt bekommt. Aber der DFB folgt hier dem üblichen „Bilder sagen mehr als Worte“ Prinzip. Es sind ja auch Bilder die in der Presse landen und nicht das gesprochene Wort oder der feindselige Gesang.

Die Fans malen viele Plakate bis runter in die 5ten und 6ten Ligen. Oft sind dabei vergleichbare Transparente wie gegen Leipzig, oft wird nicht ermittelt. Aber warum ist das so?

 

Der DFB hat im Osten ein Problem

Warum der DFB in RB Leipzig eine Chance sieht wird schnell klar wenn wir auf die Mitglieder- und Vereinszahlen im Osten gucken und diese mit dem Westen vergleichen. Alleine Niedersachsen hatte 2016 mehr Vereine und Mitglieder als Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen zusammen. Der Trend zeigte lange nicht nach oben. Natürlich blickt der DFB mit über 6 Millionen Mitgliedern auf eine Rekordzahl, auch dank des WM Titels 2014. Aber im Osten kommt der DFB nicht in Fahrt, dafür braucht es also Verbündete. Einen davon scheint man in RB Leipzig gefunden zu haben.

Die lukrative Jugendförderung von RB Leipzig hat viele Papis und Mamis dazu gebracht, sich Vereinen in und um Leipzig anzuschließen. Statistiken belegen diese These faktisch. Viele der Kinder und Eltern hoffen auf eine Entdeckung und den Sprung in die Jugendförderung. Der DFB fördert und verbündet sich.

Der damalige DFB Präsident Niersbach sagte: „Wenn es die großen Traditionsvereine über Jahre und Jahrzehnte nicht geschafft haben, sich über einen seriösen Weg wieder im Profi-Fußball zu etablieren, dann darf sich niemand beschweren, wenn dann ein anderer Weg beschritten wird und dieser auch zum Erfolg führt.“ Und außerdem sagte er: „Die Entwicklung von RB Leipzig für den Fußball in dieser Stadt sei positiv zu bewerten.“

Ein Nackenschlag für die Traditionsvereine oder bittere Realität?

Red Bull wollte den Ostfussball fördern – ehm oder doch nicht?

RB Leipzig war die Notlösung, weil man einen so langen Weg wie mit Leipzig eigentlich gar nicht gehen wollte. Red Bull hatte es hier gezielt auf St.Pauli oder 1860 München abgesehen. Beide Vereine sagten ab als sie merkten, dass es hier gar nicht um finanzielle Unterstützung und Werbung geht, sondern darum den Vereinen ihre Identität zu rauben. Das gleiche hatte Red Bull auch schon mit Austria gemacht, erst kam Red Bull als Heilsbringer, wenig später waren plötzlich der Name, das Vereinswappen und die Farben futsch. Man hat hier die Fans nach Strich und Faden veräppelt.

SSV Markranstädt war es dann schlussendlich. Der Verein wurde aufgekauft und das Red Bull Spielparadies konnte beginnen. Und alles mit freundlicher Unterstützung des DFB´s

RB Leipzig die Rettung für den deutschen Fußball?

76290 web R K B by S. Hofschlaeger pixelio.deLeipzig steht für die Jugendförderung im deutschen Fußball wie kein Zweiter. Der Verein setzt auch bei seinen Transfers auf junge, entwicklungsfähige Spieler. Diese Philosophie soll den Verein  lukrativ und sympathisch machen.

Ralf Rangnick sagte in einem Interview mit 11 Freunde: „Immer wenn ich mit ihm darüber rede, geht es Herrn Mateschitz (Red Bull-Chef) in erster Linie darum, dass er jungen, begabten Sportlern die Möglichkeit geben möchte, sich zu entwickeln. Mir gegenüber hat er noch nie den Eindruck erweckt, dass er deswegen möchte, dass wir rasch Erfolg haben, damit er mehr Dosen verkaufen kann.“

Ein Blick hinter diese scheinheilige Fassade zeigt allerdings welchen Weg Red Bull gehen möchte. Red Bull möchte einen neuen Typus Spieler erfinden. Zuerst wollte ich das Wort „Züchten“ benutzen, da es einen ähnlichen Charakter hat.

Wer einmal auf das modernste Jugendleistungszentrum Europas blickt, der wird schnell feststellen wie das Programm dort zu laufen hat. Wichtigster Aspekt ist, das RB Leipzig immer an erster Stelle steht. Wer mit Tattoos zum Training kommt, der fliegt. Im Haus selbst wird alles klein gehalten für die Jugendspieler, dabei darf aber auch nicht der Blick zu den Profis fehlen, das soll den Ehrgeiz anregen und die jungen Spieler motivieren.

Red Bull macht aus jungen Spielern hoffnungsvolle Spieler, zerstört im gleichen Atemzug aber auch Karrieren. Wer nicht sofort funktioniert, der muss gehen. Es gibt nicht viel Raum für eine gesunde Entwicklung, entweder man kann sofort liefern oder man geht wieder. Diesem Konzept sind bereits viele zum Opfer gefallen, vielmehr wurden Spieler einfach ausgetauscht. Man hat Jugendspieler von anderen Vereinen mit lukrativen Angeboten angelockt, damit der Versager direkt durch einen Könner ersetzt wird.

Das Ganze hat Methode, aber Red Bull brauch diese Jugendförderung für das positive Image nach außen.

Applaudiert wird dabei vom DFB, der somit eine verkorkste und charakterlich mehr als fragwürdige Jugendarbeit unterstützt, bei der viele Schicksale und junge Talente kaputt gemacht werden. Psychisch wie physisch. Es bekommt den Eindruck, das hier Maschinen gebaut werden und nicht junge Menschen in Ihrer Entwicklung gefördert werden.

Der DFB bedient dabei die Maschine, denn der DFB hat natürlich auch Interesse am perfekten Fußballer ohne Ecken und Kanten. Am Ende warten WM – und EM Titel von perfekt gezüchteten Fußballern. Das bringt Profit und darum geht es dem DFB in erster Linie. Verpackt wird das Ganze Programm als familienfreundliches Fest.

 

Bildquellenangabe:
S. Hofschlaeger  / pixelio.de
Susanne Richter  / pixelio.de

Saathoff

Seit 1994 BVB Fan und seit 2004 stolzer 1.Vorsitzender eines BVB Fanklubs.

3 Kommentare

  • Kommentar-Link markus Sonntag, 26 Februar 2017 15:10 gepostet von markus

    Ich kann das ganze Getue um RB usw nicht verstehen. Die Bundesliga hat mit Fußball nichts (mehr) zu tun. Es geht hier ausschließlich darum so viel Profit wie möglich zu erwirtschaften. Der "Fan" ist letztlich nur noch da für da die Fan Shops zu besuchen und Pils für 4,5 € zu kaufen sowie eine schöne Kulisse für Sky bereitzustellen. ......einfach mal nen Schlussstrich ziehen und die heimischen Amateurclubs unterstützten. Da geht's auch nicht ohne Kohle, aber alles ehrlicher und greifbarer. ......mach ich auch seit einigen Jahren und habe festgestellt das ich viel Zeit und Geld verschwendet habe

  • Kommentar-Link Setti Sonntag, 26 Februar 2017 15:45 gepostet von Setti

    @Markus

    Verstehst du es immer noch nicht?
    Es ist ein Unterschied ob ein Verein Geld generieren muss, um den Sportbetrieb auf diesem Niveau aufrecht erhalten zu können. Oder ob ein Verein erfunden wurde um ein Produkt an den Mann zu bringen damit mehr von dem Zeug gesoffen wird.

  • Kommentar-Link FABull Dienstag, 28 Februar 2017 12:36 gepostet von FABull

    Ich behaupte und weiß es aus eigener familiärer Erfahrung, dass auch in anderen Nachwuchsleistungszentren Karrieren zerstört werden. Das macht RB leipzig nicht exklusiv. Grundsätzlich ist es für die Persönlichkeitsentwicklung nicht förderlich, Nachwuchsspieler bei einem Fussball-Bundesligisten zu sein. Auch hier wird wieder einmal RB Leipzig als Projektionsfjäche benutzt, an der man sich abarbeitet.

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