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Donnerstag, 12 September 2013 19:40

Es war ein mal ein Dorf in der Kreisliga...

geschrieben von 
Samstag 16:00 Uhr, Anstoß einer Partie in der Kreisliga, die Auswärtsmannschaft hatte eine lange Anreise hinter sich und war umso motivierter hier 3 Punkte mitzunehmen. Der Rasen war in einem desolaten ungekreideten Zustand, dafür gab es aber Bier und ne mittelmäßige Bratwurst an der Bude, die für immerhin 6 Zuschauern aufgemacht wurde, darunter ein selbsternannten Millionär aus dem Ort der bei diesem Spiel noch seinen großen Auftritt bekommen sollte.
 
318121 web R K B by Stephanie Hofschlaeger pixelio.deAber vorerst zum Spielverlauf der eigentlich kein Spielverlauf gewesen ist, denn wir durften hier einen so genannten „Heimschiedsrichter“ der ganz besonderen Art erleben, der einen Burggraben rund um den Mittelkreis abgelaufen ist. Ich möchte nicht gehässig wirken, aber der Schiedsrichter dürfte maximal 60-100 Meter an diesem Spieltag gelaufen sein und mit laufen war mehr vor sich hin schlendern gemeint. Okay, der Mann war etwas älter und auch die kegelförmige Figur ließ nicht zwingend auf sportliche Aktivitäten schließen, aber dass soll die Kompetenz im Normalfall ja nicht trüben, im Gegenteil, mit dem Alter kommt eine gewisse Routine... dachten wir zu mindestens. 
Wir alle kennen die Fußballregeln aus dem FF und jeder weiß, in welchen Situationen Abseits ist und in welchen Situationen Abseits überhaupt keinen Sinn macht. Wenn ein Stürmer den Ball von vorne nach hinten zurück passt, ist dies laut DFB Regeln kein Abseits. Das sah der Schiedsrichter anders, wenn ein Spieler einen Ball abblockt ohne einen Gegner zu gefährden ist das eine tolle Aktion, der Schiedsrichter sah auch dies anders und gab Gelb. Es sind nur wenige von vielen Aktionen an diesem Tag, die jeden Zweifel daran ausräumen sollten, dass der Schiedsrichter der Heimmannschaft zum Sieg verhelfen wollte. Auch als es 2:2 stand und der Schiedsrichter bereits 2 Spieler der Auswärtsmannschaft runter schickte aus teilweise witzigen Gründen, ließ er sich nicht lumpen und zeigte bei der Nachspielzeit seine ergiebige Großzügigkeit. 11 gegen 9 seit der 75. Minute, da muss doch endlich das 3:2 fallen dachte sich der Schiri und als dann 90 Minuten rum waren, ließ er 16 Minuten nachspielen, so das dass Spiel nach sage und schreibe 106 Minuten endete. Das Endergebnis lag bei 2:2 und der Schiedsrichter blickte traurig daher. 
 
Rund um das Spiel gab es dann noch Szenen, wie man sie für ein gottverlassenes Dorf erwarten musste. Nun hatte der Millionär seinen großen Auftritt, er betitelte einen der Spieler als „Kanake“ und betonte, dass er als Multimillionär das Recht habe, ausländische Mitbürger zu beleidigen. Meine Gedanken waren an diesem Abend oder mehr der Wunsch, dass dieser Herr an einem 500,00€ Schein erstickt. 
 
Der Schiedsrichter, der jeden der Zuschauer und auch den Trainer der Heimmannschaft mit Vornamen kannte, zischte schnell ab, nur diesmal lief er wirklich zügig und eierte nicht mehr vor sich hin, wie beim Spiel selbst.  
 
Viele werden sagen, dass man diese Szenen kennt und weiß, wie es in der Kreisliga aussieht. Aber deswegen muss man es nicht gut finden...

Hier noch ein tolles Lied :-)



Bildquellenangabe: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de
Saathoff

Seit 1994 BVB Fan und seit 2004 stolzer 1.Vorsitzender eines BVB Fanklubs.

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