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Montag, 17 Dezember 2012 12:29

Wer ist eigentlich Freund oder Feind in der Sicherheitsdebatte?

geschrieben von 

Freund oder Feind?Ultras, Fans, Fanvertreter, Vereinsvertreter, Funktionäre und Politiker. Alle haben jetzt was zu sagen und jeder bringt seine exklusive Meinung mit. Das DFL Sicherheitspapier „Stadionerlebnis“ schlägt Wellen. Die Fans spalten sich in zwei Lager auf und Experten fangen an sich gegenseitig anzuschreien oder auf die Fans loszugehen. 

Ich verliere langsam den Überblick, wer jetzt Feind oder Freund ist. Sicher ist Feind ein schweres Wort, aber andere Definitionen wie Gegner oder Kritiker sind bei diesen Ausartungen nicht mehr zu gebrauchen. Fans fangen an, andere Fans zu beleidigen, Protest wird plötzlich zur Rebellion und kein Protest wird zum Folgen einer Diktatur. Einigkeit gibt es in diesen Tagen nicht mehr, für Weltenbummler und Romantiker bricht eine Welt zusammen so kurz vor Weihnachten.

Alle Seiten müssen aufeinander zugehen. Jeder muss seine Forderungen klar und verständlich zu Papier bringen, damit eine Diskussionsgrundlage geschaffen wird.

Die Ultras müssen sich auch kompromissbereiter zeigen und vom Thema Pyrotechnik Abstand nehmen. Mit großer Sicherheit wird es sehr schwer fallen dies zu tun, aber ohne diesen Schritt würde man sich weiter im Kreis drehen. Alle Verantwortlichen haben klar gemacht das es in allen Bereichen Dialogbereitschaft gibt, aber zum Thema Pyrotechnik, Gewalt und Rassismus keinerlei Verhandlungsbasis da ist. Damit muss man sich abfinden und so schlimm ist es ja nicht. Wer es dann doch noch braucht, der kann sich an Silvester umfassend austoben.

Auf der anderen Seite muss aber auch die DFL kompromissbereit sein und sich den Sorgen und Ängsten der Fans stellen. Das Sicherheitspapier wurde auf dem Druck der Politik aufgesetzt und eigentlich ist man hier nur das Bauernopfer der Debatte. Aber die DFL präsentiert sich nun als Helden der Sicherheit und nicht mehr nur als Opfer der Politik und reißt damit den Unmut auf sich. Das Sicherheitspapier ist so unnötig, weil sich im Grunde nichts ändert, außer dass der Umgang mit den Fans noch mal etwas rabiater wird. Und wer jetzt glaubt, dass die Politik genug hat mit dem Konzept, der wird sich noch wundern. 2013 ist Wahljahr und die Medien, sowie auch die Politik haben sich mit dem Thema Fußball ein zentrales Thema ausgesucht, dass die Menschen bewegt und in den Bann zieht. Wahlkampf auf Kosten der Fankultur zu betreiben ist die unterste Schublade, die man fahren kann. Heuchlerisch wird es dann, wenn sich Politiker auf dem Oktoberfest zum Bierchen treffen und rund herum Frauen vergewaltigt werden oder jemand mit Messern attackiert wird. Klar ist dieses Oktoberfest-Argument ausgeleiert und langweilig, aber es soll ja auch nur zeigen, wo das Augenmerk liegt und die objektiven Sichtweisen der Politik, die man immer erwartet und fordert, gar nicht so objektiv sind.

Es gibt aber auch keine Probleme innerhalb der Stadien, die Probleme betreffen ja hauptsächlich die Straßen und Bahnhöfe rund um das Stadion. Ich war selbst schon dabei, wenn U-Bahnen demoliert wurden und Polizisten Leute aus den S-Bahnen rausgezogen haben. Zum Teil berechtigt, zum Teil überzogen. Auch die Polizei hat gewaltbereite Menschen in den Reihen, die sich auf die Action freuen die am Wochenende bevorsteht. Das darf man auch nicht vergessen! Bloß weil jemand eine Polizeiuniform trägt, gehört er nicht automatisch zu den Guten, auch da gibt es gewaltbereite schwarze Schafe, die Eskalationen absichtlich hervorrufen um Spaß zu haben. Das Problem, die Politik weiß es, verdeckt diese Tatsachen aber bewusst, um kein Offenbarungseid vor der Presse leisten zu müssen.

Wer nun Feind oder Freund ist? Ich mag es fast nicht beurteilen, aber eigentlich darf man schon sagen, dass die Politik sich hier durch ihre Aktionen nicht sehr beliebt macht bei allen Beteiligten. Denn wenn auch bei aller Uneinigkeit der jeweiligen Parteien eines doch klar ist, dann das die Politik zu viel Einfluss auf die Geschehnisse der Bundesliga und dem Fußball nimmt und durch Ihre Forderungen den Fußball Stück für Stück kaputt machen wird. Und ich dachte immer dass dies die Aufgabe der FIFA sein wird, die im Übrigen ein Rauch- und Alkoholverbot in Stadien fordert, aber das ist wieder ein neues anderes Thema.

Euer Matze

Fotoquelle: Katharina Wieland Müller  / pixelio.de

Saathoff

Seit 1994 BVB Fan und seit 2004 stolzer 1.Vorsitzender eines BVB Fanklubs.

1 Kommentar

  • Kommentar-Link BjoernMaHe Montag, 17 Dezember 2012 17:59 gepostet von BjoernMaHe

    "die Politik"

    Selber Differenzierung in den Fanlagern verlangen und das einzige was auftaucht: "die Politik" macht dies, "die Politik" macht jenes, "die Politik" macht Druck, usw. Schau nochmal den Text durch. Und 99% aller anderen Texte zu diesem Thema.

    NEIN. Das ist Unsinn! Ich bin selber politisch aktiv und weigere mich, mit Personen wie Friedrich oder Caffier oder Herrmann in einen Topf geworfen zu werden. Ich vertrete die gegenteilige Aussage klar nach außen+innen und arbeite in meiner Partei aktiv gegen solche Maßnahmen. Ja, bisher sind wir noch nicht im Bundestag (kommt vielleicht noch ;) ) und damit gibt es nicht die mediale Aufmerksamkeit, wie irgend ein Funktionär einer älteren Partei. Aber es gibt jetzt schon durchaus politisch relevante Parteien, die sich klar ablehnend geäußert haben. Vor und nach der Abstimmung zu DFL-Papier. Nicht aus taktisch-politischen Gründen, sondern weil sie immer mehr Überwachung und Nacktkontrollen ablehnen. Grundsätzlich! Weil Kommunikation über jemand hinweg inakzeptabel ist. Immer! Die schon seit langer Zeit nicht über, sondern mit den Fans sprechen.

    Ich war beim Fangipfel dabei - angemeldet klar als Politiker. Ich werde immer aktiv gegen diesen irrealen Sicherheitswahn ankämpfen. Es wird nicht einfach, gegen die mediale Aufmerksamkeit von (teilweise) gar nicht zuständigen Bundesministern oder Innenministern. Na und. Aber wenn "ihr Fans" (ja, ich bin auch einer) ständig nur von "die Politik" redet, denkt über die Folgen nach...

    Allerdings befürchte ich, bei der nächsten Wahl wird auch ein Großteil der jetzt Protestierenden sein Kreuz entweder komplett verweigern oder bei anderen machen, die unter anderem auch für die jetzigen Aktionen verantwortlich sind. Das ist dann ein persönliches Abwägen von Interessen.


    (Ich verzichte mal an dieser Stelle auf konkrete Links zu irgend bestimmten Parteien. Suchmaschinen nach Pressemeldungen von Parteien zu 12:12 zu befragen, sollte jede/r irgendwie beherrschen...)

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