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Dienstag, 27 Mai 2014 21:19

Der 25. Mai 2014….

geschrieben von

 

"hamburgersvEs ist die Option „Neustart aus laufendem Betrieb“ also gewählt worden.

HSV+ hat sich durchgesetzt.

Mittwoch, 22 Januar 2014 10:41

Schöne neue Vereinswelt?

geschrieben von

hsv fahne2So langsam gehen bei mir die Lustlämpchen aus. Jedes einzeln blinkende Licht in mir verliert seine Kraft. Ich fühle mich, als ob jemand den Stecker zog und mich mit in den Abgrund riss. Ich war Feuer und Flamme für meinen Verein. Ich war gierig auf den Duft des Grases und elektrisiert durch das Spiel. Im Januar 2014 ist nicht mehr viel übrig geblieben von meiner Liebe für Fußball. Ich bin müde und fühle mich krank. Infiziert vom Schatten der Macht und des Geldes liege ich sterbend in meinen eigenen Armen.

Es macht einfach keinen Spaß mehr, dass ich seit Jahren mit ansehen muss, wie die Gier nach Erfolgen und das Streben nach Geld meine Liebe zu meinem Verein zerstört. Ich war süchtig und verliebt. Ich spritzte mir täglich wie ein Junkie eine Überdosis des kostbaren Spieles. Heute sitze ich frustriert und zurückhaltend in einer Ecke und frage mich ernsthaft, wie der Trauernde am Sarg seiner Liebsten:

Warum?

Ist es einfach nur der Lauf der Dinge? Der Markt bestimmt die Nachfrage. Dabei sollte ich doch stolz sein; stolz auf vergangenen Sonntag. Wo ca 10 % der Mitglieder für einen Kurswechsel stimmten. Instrumentalisiert von einem Stück Papier und einem Redner, der sich aufführte als sei er der Diktator der Massen. Ich fühle mich leer.

Als ich am Montagmorgen erwachte, aus meinem Schlaf gerissen wurde und hoffte, dass alles nur ein Traum war, da wurde mir beim Gang durch die dunkle und kalte Wohnung bewusst: Es ist die Realität. HSVplus wird kommen. Es ist noch ein kleiner Weg bis zum endgültigen Verlust der 126jährigen Identität, doch im Grunde eine reine Formsache.

Muss ich mich nun neu einkleiden, nachdem andere die Ausgliederung wollen? Muss ich mich den neuen Gegebenheiten anpassen? Das e.V wird verschwinden und eine AG wird erwachen. Aus einem eingetragenen Verein wird eine Aktiengesellschaft der Zukunft. Wie das klingt- A-k-t-i-e-n-g-e-s-e-l-l-s-c-h-a-f-t. Wow, ekelhaft, nach Arbeit statt Freizeit. So suchte ich mir am Montagmorgen die passende Kleidung heraus, zog mein Hemd an und rundete es diesmal mit einer Krawatte und zum Höhepunkt einem geschmeidigen Burberry-Schal ab. Gelte meine Haare, zog weißes Pulver und fühlte mich stark für den Tag.

Die Aussicht ein Mitglied einer Aktiengesellschaft zu werden – ja, es klingt nach Zockerei und Glitzerwelt. Nach halbnackten Frauen und Kokain. Tragen wir bald alle einen Börsenpager mit uns herum? Im Süden des Landes, der allgegenwärtige Uli Hoeneß, Präsident der Fußball-AG FC Bayern München und unser Vorbild der Gegenwart, lässt grüßen. Nehmen wir anstatt unserer Fahnen bald die Financial Times mit ins Stadion?

Ich habe keine Lust mehr. Die Bundesliga öffnet ihre Pforten am kommenden Wochenende und mein Akku ist leer. Ich fühle mich wie ein Tropfen Wasser in der Wüste. Doch wen interessiert schon meine Meinung? Ich bin ein kleines Rädchen im sich bewegenden Zentrum der Macht. Dabei ist es doch nur ein Spiel. Man kann Glück oder Pech haben. Wenn die Ausgliederung kommt, habe ich leider Pech.

Ich sehe den Sinn, aber verstehe ihn nicht. Ich war der Meinung – bis Sonntag – uns könne das nicht passieren. Ich hielt es nie für möglich, in einem Atemzug mit Bayern München, Wolfsburg oder Leverkusen genannt zu werden. Ab Sommer ist es vorbei. Wir werden nichts anderes sein als ein Verein, in dem das Geld regieren wird. Wir werden uns Investoren ins Boot holen, um den sportlichen Erfolg zu gestalten. Dabei kennen sie bis heute in Hamburg schon nicht den Unterschied zwischen Schulden und Verbindlichkeiten. Ich ahne Böses.

79,4 % sind dafür. Ein demokratisches Ergebnis? Sie standen applaudierend in den Sälen, riefen Bravo und huldigten ihrem Redner. Ich dachte, der Weltfrieden sei beschlossen, dabei wurde das kapitalistische Monster begrüßt. Wedle den Massen mit Geldscheinen zu, versprich ihnen Erfolg und eine Umstrukturierung und sie werden dir folgen. Kopflos wie im Dritten Reich.

Dabei ist heute nicht einmal bekannt, wer als Investor kommen wird, wer die Geschicke der Hamburg AG regieren wird. Egal. In der Satzung steht es deutlich:

HSVPLUS §11 Pflichten der Mitglieder 1 “…Den Anordnungen des Präsidiums und der von ihm bestellten Ausführungsorgane und Ausschüsse in allen Vereinsangelegenheiten, den Anordnungen der Abteilungsleiter in den betreffenden Sportangelegenheiten haben die Mitglieder Folge zu leisten”

Was übersetzt bedeutet: Die Mitglieder werden an Einfluss verlieren. Das Präsidium wird euch, liebe Mitglieder, also in euren Entscheidungen entlasten. Egal, oder? Die Massen sind verblendet von der Gier des Geldes und in Ausblick auf glorreiche Zeiten. Erbärmlich.

Spielt euer Spiel, wie ihr es für richtig haltet. Meine Auswärtsdauerkarte werde ich in dieser Rückrunde noch glühen lassen, nicht ohne mir dabei ernsthaft zu überlegen, ob es meine Abschiedstournee wird. Ich verlasse den Pfad des Geldes und eurer Gier. Ich lebe lieber in meiner Nostalgie, als Teil eurer “Ideologie” zu sein.

Oh, mein Börsenpager piept. Ich bin dann weg. Viel Spaß in eurer neuen schönen Welt. Lasst euch nicht fressen.

Es grüßt mit bedenklichen Grüßen:
Christian E.

NUR DER HSV

Mittwoch, 27 November 2013 14:51

Wohin geht der „Hamburger Weg“?

geschrieben von

Bleibt der HSV eine traditionelle Barkasse, viele Jahre erprobt, immer wieder wechselnde Gäste an Bord, traditionell erstklassig in den Strömungen unterwegs, oft am Rande zum Kentern aber immer wieder die Kurve bekommen? In der Gefahr doch einmal zu kentern? Wird er ein Partyschiff, auf dem die verschiedensten Eitelkeiten wechselweise ans Ruder dürfen, ohne genauen Kurs, ohne Orientierung aber immer laut und bunt? Oder wird er gar eine Queen Mary 2, ein großes „künstliches Gebilde“ von imposantem Ausmaß, von außen toll anzusehen, in der großen Welt unterwegs, aber im Inneren? Anonymität, eine künstliche Welt? Verkauft? Planspiel oder Realität?

Quo vadis HSV!?

hsvpluslogo400width

Macht HSVplus das Rennen? Sicher das am professionellsten vorgetragene Konzept zur Strukturveränderung mit prominenter Unterstützung – aber ein Ohr und ein Gefühl für die Traditionalisten im Verein? Als Priorität 1 wurde richtigerweise die Entschuldung ausgemacht. Der Plan: Ausgliederung der Profifußballabteilung in eine AG und Anteilsverkauf bis zu 24,9 % an Investoren. Am 19.01. soll die erste Hürde bei der MV genommen werden, 50 % der Stimmen benötigt man um den Vorstand den Auftrag die Ausgliederung und die damit verbundene Satzungsänderung auf den Weg zu bringen. In einer AoMV müssen es dann 75 % Zustimmung werden, realistisch? Aktiv zieht man durchs Land und spricht mit OFCs, beantwortet Emails, gewinnt ehemalige Spieler als Unterstützer.

hsv reform

HSV-Reform – möchte die Strukturen (u.a. Verkleinerung des AR) innerhalb der jetzigen Vereinsstruktur verändern. Mehr Kompetenz (wirtschaftlich und sportlich), mehr Handlungsspielraum für die handelnden Personen – aber ein Konzept zur Entschuldung, das ein echtes Fundament aufweist? Zweifel sind erlaubt. Auch HSV-Reform ist im Lande aktiv und führt viele Gespräche. Hier steht sicher die Seele des Vereins und der Fan im Vordergrund – nicht der Erfolg um jeden Preis. Klares Ziel ist aber der Erhalt des e.V.

rautenherz

Rautenherz – sicherlich dem Konzept von HSVplus am ähnlichsten, wenn man das so sagen darf. Hauptunterschied (und wohl Grund nicht mit HSVplus zusammen zu arbeiten) man strebt nicht die Geschäftsform einer AG sondern einer KGaA an. Ist die Abstimmung zu einem solchen Thema der Masse zuzumuten? Ist der Vorschlag mit der DFB-Satzung vereinbar? Zweifel sind vorhanden. Besondere Aktivitäten kann man im Moment aber nicht spüren.

hsv zunkunft

HSV-Zukunft mit Tradition – möchte ebenfalls die Strukturen innerhalb der jetzigen Vereinsstruktur verändern. Baut auf Mäzene, die den HSV dezent und aus tiefer Überzeugung unterstützen. Auch hier steht der Fan im Mittelpunkt. Es gibt gewisse Zweifel an der „handwerklichen“ Ausarbeitung des Konzeptes. Klares Ziel ist aber der Erhalt des e.V.

Was wird die Kampagne HSV not-for-sale Neues bringen? Kompromissbereit scheint kaum einer zu sein. Eine Zusammenarbeit wird gar von einigen kategorisch ausgeschlossen. Es gibt unterschiedliche Auffassungen welches Konzept bei welcher Abstimmung wieviel Prozent Zustimmung benötigt. Ist das den stimmberechtigten Mitgliedern auf der MV am 19.01. in HH zuzumuten? Wird die Versammlung evtl. sogar am Morgen des 19.01. abgesagt, da der Veranstaltungsraum nur 5.900 Personen aufnehmen kann und was ist mit den Fanclubs, die Busse organisiert haben, mit den Mitgliedern die Flüge gebucht haben usw. Oliver Scheel übernehmen sie bitte!

Es ist ja leider nicht mehr in Mode zu einer Überzeugung zu stehen – hier tun es aber dann doch einige! Ist das aber zielorientiert? Sieht nicht HSVplus die größte Notwendigkeit zur Veränderung und müsste somit am offensten sein für Sorgen, Nöte und Wünsche der Mitglieder? Sind bei HSV-Reform nicht genug zur Zeit handelnde Personen als Unterstützer dabei, die den Beweis bereits erbracht haben es nicht wirklich gut zu können? Welche Rolle spielen Eitelkeiten und Rachegelüste gegen alte Kollegen und darf der HSV ein Spielball von Eitelkeiten werden? Gehört der HSV seinen Fans, seinen Mitgliedern wie es viele beschreiben und viele Vereine in Europa den HSV beneiden? Darf der HSV zum Spekulationsobjekt von Investoren werden und soll er das überhaupt?

Gibt es in Sachen Entschuldung Alternativen zum Anteilsverkauf und wenn ja welche? Kann man eine Ausgliederung beschließen ohne direkt zuzustimmen Anteile zu veräußern? Stichwort „Abkopplung“. Gibt der HSV (und wer dort) ein Gemeinsamkeitsgutachten der verschiedenen Konzepte in Auftrag und leitet eine Mediation ein? Wer ist dann der Mediator?

Es ist zwar noch eine Weile hin bis zum 19.01. – aktuell scheint es eine Art show down zu geben, ist das gut für den HSV, wird das unserem heiligen SV gerecht? Zweifel sind erlaubt. Laufen wir Gefahr die Gräben innerhalb der Mitglieder tiefer werden zu lassen? Man spricht sich z. Zt. gegenseitig ab wirklicher Fan zu sein, von Totengräber ist die Rede. Einige wollen kein Stück ihrer Macht abgeben, andere treten ein um Wahlberechtigt zu sein und..Macht…auszuüben. Der Scheich wird durchs Stadion getrieben, wie auch Gedanken an 3. oder 4. Liga –da neigen beide Seiten wohl zu übertreiben. Mit der Angst lässt sich spielen, aber mit dem HSV?

Es ist an der Zeit zur Besonnenheit und zum Dialog aufzurufen. Am Ende könnten alle gut gemeinten Aktionen/Konzepte, die ganze Arbeit für die Katz sein, da keiner die notwendige Mehrheit bekommt.

Quo vadis HSV?

Heiko

Herzlichen Dank an Heiko für den schönen Text. Ich freue mich sehr über den ersten Beitrag von einem Gastautor auf Linkerläufer.

Dienstag, 08 Oktober 2013 10:54

Love is in the Air

geschrieben von

hsv die-fahne-weht

Liebe Spieler des Hamburger-Sport-Vereins,

ich möchte euch in diesem Brief ein paar Zeilen zukommen lassen. Ich bin auch heute noch total sprachlos über das Spiel, sowie über eure Leistung und den damit verbundenen, grandiosen Auswärtssieg in Nürnberg. Ich muss zugeben, dass mir selten die Worte fehlen, doch diesmal habt ihr es geschafft. Ich war es gewohnt, in den meisten meiner Artikel nur negativ über euch zu schreiben und ich bin mittlerweile sehr geübt in diesen Schriften. Darum fällt es mir nun umso schwerer die passenden und lobenden Worte zu finden, die eurer spielerische Darbietung gerecht werden. Ihr habt mich, wie viele tausend andere HSV-Fans verzückt und die Lust auf die kommenden Spiele neu entfacht. Ich war frustriert und zutiefst betrübt über eure Auftritte in den zurückliegenden Monaten. Ich glaubte eher an den Weltfrieden, als an ein zu-Null-Spiel in einem Auswärtsspiel mit eurer Beteilung.

In Nürnberg habt ihr uns verzaubert. Ihr habt mich vor Freude erstarren lassen und mich über 90 Minuten nie an euren Sieg zweifeln lassen. An diesem Sonntag war euer Spiel wie aus einem Guss. Ihr habt Fußball über 90 Minuten zelebriert. Die Fehler des Gegners wurden eiskalt ausgenutzt. Die Frage die ich mir nun stelle? Was war los mit euch? Ich bin total irritiert von eurer Vorstellung. Ein Artist im Zirkus hätte keine bessere akrobatische Vorstellung abliefern können. Ich bin immer noch so irritiert, dass ich den Duden in meinen Händen halte, um nach Worten zu suchen die eure Leistung würdigen.

Ich bin einer derer, die euch nach schlechten Leistungen das durch meine Texte hat spüren lassen. Wie ihr mir- so ich euch, war meine Einstellung. Was ihr könnt, das kann ich auch, so dachte ich. Und jetzt? Nun stecke ich in einem Dilemma. Ihr habt eine Leistung vollbracht, die ich als Fan, als eine unbeschreibliche Leistung ansehe, dass ich nun mit meinen Worten nicht folgen kann. Ihr habt mich so überrascht, dass ich mich soeben in der Volkshochschule für einen Deutschkurs angemeldet habe. Titel: Deutsche Schrift in einem positiven Schreibstil- Fachrichtung Hamburger SV. Wie ihr lesen könnt. Ich bin baff. Ich bin wie frisch verliebt. Rosa Wolken. Die Vögel zwitschern trotz bewölktem Himmel an einem regnerischen Tag wie heute. Mein Lachen erlischt einfach nicht. Das Feuer in mir lodert und hält dem stärksten Orkan stand. 0:5. In Worten: Null zu Fünf.

Die ersten Neider sprachen schon. Es war doch nur Nürnberg. Mag sein, dass es NUR Nürnberg war. Doch das Wie und der Wille an diesem Tag, waren das Hissen der Segel in die richtige Richtung. Ich wünsche mir, dass es keine Eintagsfliege war und das die Medien in Hamburg jetzt nicht den kommenden deutschen Meister in euch sehen. Der erste Stein ist gesetzt, darum würde ich mich über einen Gefallen freuen. Bleibt ruhig und spielt so weiter. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Ich bin nun voll des Lobes. Ich danke euch für 90 Minuten der Extraklasse. Ich danke euch für 90 Minuten in denen ihr meine gebeutelte HSV Seele ins blaue Meer der Glückseeligkeit geleitet habt und den Ozean der Freude in mir neu entfachen konntet.

Ich möchte keinen einzelnen Spieler hervorheben, weil ihr an diesem Tag ALLE, vom Torwart bis zum Zeugwart, alles gegeben habt. Nach dem Dortmund Spiel habe ich über euch geschrieben: Ihr seid es nicht wert dieses Trikot zu tragen. Für das Spiel in Nürnberg revidiere ich meine Meinung gerne. Die Hoffnung in mir zeichnet einen blauen Himmel daher. Ich sehe blaue Zeiten ohne schwarze Wolken. In zwei Wochen geht es weiter. Genießt die Zeit bis zum nächsten Spiel. Schaut in den Spiegel und ruft hinein: Wir schaffen es.

Wir sehen uns in Freiburg. Verblüffende Grüße von einem kleinen Fan
Christian E.

So, genug der Schmatzerei

Jungs das war Weltklasse. Ich hätte in der Kurve vor lauter Erregung onanieren können. Ihr habt es geschafft, dass ich umgeben von meinen HSV-Freunden eine Gänsehaut bekam. Ihr habt es geschafft das ich in tausende von ungläubigen Augen sah, die alle nicht glauben konnten was auf dem Spielfeld geschah. Die Meute um mich herum war ein Kollektiv des Ausrastens. Die Menschen waren glücklich und zufrieden. Sie strahlten die Freude aus, die ihr uns in den vergangenen Spielen in aller Regelmäßigkeit vermiest habt. Nachdem ich so oft über euch schimpfen musste in den letzten Monaten.Wo Ihr uns mit katastrophalen Leistungen nahe zu schon verwöhnt habt, ihr Auftritte an den Tag gezaubert habt, wo unsere Gesichter schwärzer wurden als die eines Kumpels der nach getaner Arbeit aus dem Stollen kommt. Ihr habt mich so altern lassen, dass ich nun mehr graue Haare habe als Lindsey Lohan je Alkohol trinken kann.

Ich weiß noch wie ich letztes Jahr in München im Stadion stand und den schwangeren Bauch meiner Freundin streichelte, um meinen ungeborenen Sohn zu beruhigen und zu ihm sprach: werd bloß kein HSV Fan.

Doch, wer euren Galaauftritt am Sonntag miterlebte, im Stile einer absoluten Spitzenmannschaft, da sprach ich am Sonntagabend erneut zu meinem Sohn. Er lag in seinem Supermann Outfit auf dem Sofa und ich flüsterte ihm ins Ohr: Du wirst auf jeden Fall ein HSV Fan. Er lächelte.

Olli Kahn würde sagen: Weiter, immer weiter. Andy Möller sagt dazu: Mailand oder Madrid, egal. Hauptsache Italien. Ich sage. Danke für drei wundervolle Punkte. Ich bin nun wieder motiviert und voller Energie. Stuttgart heißt der nächste Gegner.

Kämpfen und siegen. NUR DER HSV.

Hochachtungsvoll
Christian E.

PS: Was EIN Spiel in mir wieder alles entfachen kann. Herrlich. Tausend Küsse an Pierre Michel Lasogga. Auf den nächsten Dreier. Bitte, legt nur einmal nach. BITTE ;)

Donnerstag, 19 September 2013 10:52

Die elf Fragezeichen

geschrieben von

Am vergangenen Samstag war es endlich wieder so weit. Nach meiner mehr als sechswöchigen Babypause durfte ich meine Helden wieder live und in voller Farbe bei einem ihrer farb- und glanzlosen Auftritte erleben. Ich kann nicht behaupten, dass ich es vermisst hätte, im Gegenteil. Hohe und demütigende Spielergebnisse gehören mittlerweile zum Alltag eines HSV-Fans.

Als am Samstagmittag die Reise ins 250 Kilometer entfernte Dortmund losgehen konnte, muss ich gestehen, dass ich zum ersten Mal schweren Herzens zu einem Fußballspiel aufgebrochen bin. Nicht dass ich nicht schon von vorneherein gewusst hätte, dass es heute eine Packung geben würde, das nicht. Es fiel mir schwer, mich von meinem 3 Wochen alten Sohn loszureißen und Stunden lang von dem kleinen Mann getrennt zu sein. Wahnsinn, welch eine Anziehungskraft ein so kleines Bündel Mensch doch entfachen kann. Welche Kraft die kleinen Augen entwickeln können, in denen ich lesen konnte: „Bleib hier lieber Papa, der Weg lohnt sich eh nicht“.

Ich erzählte auf der Fahrt nach Dortmund auch Heiko, dass ich mich nur schwer von meinem kleinen Bub trennen konnte. Er sagte: “Schlimm wird es dann erst, wenn die Mannschaft im Spiel untergeht: Man ärgert sich über unsägliche Auftritte und muss sich am Ende sogar schämen. Dann wäre man doch gerne bei seinem Kind geblieben.“ Ahnte er schon, was an diesem Abend die mitgereisten Fans erwarten würde? Ich hatte mich so gefreut. Das erste Spiel nach Wochen im neuen Leben. Samstagabend, Flutlicht und die Krönung: Dortmund. So stand ich nun wieder da und musste zusehen, wie der BVB uns auseinander nahm, in feine kleine Stücke filetierte und unseren Profis zeigte, was einen richtigen Bundesligaverein ausmacht.

BVB Dortmund – Hamburger SV 6:2

Am liebsten würde ich jeden Einzelnen auseinander pflücken. Würden die Herrschaften nur 10% der Leistung erbringen, die meine Freundin bei der Geburt aufgebracht hat, wir würden alle singen: “Wer wird deutscher Meister? Ha ha ha HSV”. So aber singen die Gegner: Absteiger, Absteiger, Absteiger. Würde die Zukunft der Menschheit von der Wehentätigkeit unserer HSV-Spieler abhängen, wir würden aussterben. Wir dürfen ja in Dortmund verlieren. Selbst Real Madrid verlor im Westfalenstadion. Doch ganz ehrlich. Ihr seid mir langsam peinlich.

Ich muss gestehen: Ich kann mir die Scheiße, die ihr spielt, nicht mehr ansehen und mag leeren Phrasen, die ihr zur Entschuldigung von euch gebt, nicht mehr hören. Ihr verderbt mir den ganzen Spaß an den Auswärtsfahrten. Keiner sagt was, wenn ihr in Dortmund als Verlierer vom Platz geht. Es würde sich auch niemand aufregen, wenn ihr über 90 Minuten kämpft und am Ende verlieren solltet. Doch wenn man euch auf dem Platz rumeiern sieht, ohne Lust, die Hosen voll wie mein kleiner Sohn nach dem Genuss eines Liters Muttermilch – da könnte ich kotzen.

Ich kann ebenso wenig verstehen, dass man sich das 2:2 erkämpft, 12 tolle Minuten spielt und der Trainer die 12 Minuten feiert. Doof ist es, dass ein Spiel 90 Minuten dauert. Verdammt. Wie kann man sich so vorführen lassen? Wie ist es möglich, dass ihr nach dem 2:2 die Köpfe hängen lasst und euch von Dortmund so an die Wand spielen lässt? Ihr habt null Eier in der Hose, ihr verdient es nicht, dieses Trikot zu tragen. Ihr verdient unsere Unterstützung nicht. Wir schreien uns die Seele aus dem Leib, um euch zu unterstützen und was gebt ihr zurück? Einen Scheiß. Nichts. Wenn das mit euch so weitergeht, dann könnt ihr mich. Dann bleibe ich wirklich lieber bei meinem kleinen Sohn und verbringe die Zeit mit ihm. Meine Zeit mit euch ist vergebene Liebesmühe.

bvb hsv 1 13

bvb hsv 2 13

Doch nicht alles an diesem Tag war schlecht.

  • ich habe gelernt, wie ältere Herren ohne Brille schreiben: inten linde bin Jojo. Übersetzt; links unten bei Jojo. Danke Frank.
  • wir Fans waren wieder einmal die würdigen Vertreter unseres HSV und supporteten die Mannschaft
  • nach dem 2:2 war es ein Feuerwerk aus Leidenschaft und Gesang und die Südkuvre des BVB war nicht mehr zu hören. Was im übrigen auch sonst der Fall war. Bis auf euren Stimmungsblock in der Mitte seid ihr auch nicht laut
  • vielen Dank an die Torlatte, die weitere Gegentreffer gekonnt vereitelte
  • vielen Dank an die Spieler des BVB, die nach dem 6:2 schon Neapel im Kopf hatten
  • bei der Van der Vaart Auswechslung wurde einem klar, dass Holländer keine gern gesehenen Gäste sind. Die Pfiffe waren das lauteste an diesem Tag
  • wir haben wie in München 2 Tore erzielt
  • Heiko Westermann trifft erneut bei einer hohen Klatsche, wie beim 2:9 in München
  • ich habe nach langer Zeit wieder viele Freunde begrüßen können
  • im Gästebereich gab es Bier mit Alkohol. 2,9% Olé.
  • und endlich wieder eine Bierdusche

Dortmund war Geschichte und Trainer Fink machte einen auf Aogo

Vielleicht wollen SIE sich, liebe Leser, um den Posten als HSV-Trainer bewerben. Oder eine Initiativ-Bewerbung als Sportchef oder Aufsichstratchef abgeben? Dann ist die erste Vorraussetzung, dass sie ein Träumer sein sollten. Beispiele eines guten Träumers:

  • wir spielen wie beim Auftritt 2012 in Dortmund überzeugend und gewinnen erneut mit 1:4
  • wir beginnen mit 3 Innenverteidigern und wechseln im Minutentakt das System, in der Hoffnung, dass es funktioniert
  • wir grüßen im Anschluss des Dortmund-Spieles mit 7 Punkten und einem positiven Torverhältniss
  • die Sonne scheint
  • Freibier
  • Kein Skyexperte in Form von Lothar Matthäus anwesend
  • Wenn Sie solche Träume träumen, dann sind Sie mit solchen Träumereien der perfekte Part eines Verantwortlichen für den Hamburger SV. Sie sind mit Ihren Träumen der perfekte Trainer, die ideale Besetzung des Sportchefs und die Kaiserlösung für einen Aufsichtratsvorsitzenden.

Bewerbungen nimmt der Weihnachtsmann entgegen.

Weihnachtsmann
Schlittschuhallee 0
in 00000 ichwäregerneeinBundesligaprofi

Wir sehen uns in Frankfurt. Und sollte bis dahin ein Markus Babbel auf der Bank sitzen, dann zerreiße ich meine Karte. Und die für Nürnberg und Freiburg ebenso. Für den Fall, dass ihr dort erneut so untergehen solltet. Eines noch vorweg: Die Menge an Würstchen kann ich gar nicht essen, die ich kotzen möchte.

Und bevor jetzt wieder diese ganze Scheiße kommt mit “ Wahre Fans halten auch in schlechten Zeiten zusammen“ und diese ganzen anderen Spastisprüche, dann muss ich euch sagen, dass man euch als Kind zu oft vom Wickeltisch hat fallen lassen.

Tschöö…
Christian E.

bvb hsv 3 13

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, warum mir heute, am Dienstagmorgen die Augen immer noch so schmerzen? Kündigt sich ein Grauer Star an, oder nimmt die Sehstärke ab? Liegt es an dem Spiel von letztem Samstag. Schmerzen meine Augen immer noch von dem Gruselkick gegen die Kicker aus Sinsheim? Schlagen solche schlechten Spiele auf mein Sehvermögen nieder?

Freitag, 09 August 2013 14:40

Ein ganz normaler Sonntag im Wilden Osten

geschrieben von

hsv jena 1

Neulich im Büro:

Die Sensation ist perfekt. Der Hamburger SV zieht in die zweite Runde des Deutschen Fußball-Pokals ein. Nach einem Spaziergang in Jena – gegen den immerhin amtierenden Thüringen Pokal-Gewinner 2013, den Fünftligisten TSV Schott Jena – gelang ein überzeugender 0:4-Kantersieg. Den Zuschauern bot sich über 90. Minuten ein einseitiger Kick. Der Hamburger SV dominierte die Partie nach Belieben, legte ein bis dato so nie gesehenes Pressing an den Tag, das dem Favoriten aus Jena sowie den Zuschauern im ausverkauften Ernst-Abbe-Sportfeld vor der Rekordkulisse von 120.000 Zuschauern der Atem stockte. Bei herrlichem Sonnenschein und Freibier im Gästeblock war die Stimmung grandios. Aufgrund der Vorkommnisse auf dem grünen Rasen, der englisches Niveau besaß, war das Topspiel ein Spektakel der Extraklasse.

Die Scouts vom FC Barcelona, Real Madrid und dem FC Bayern München kritzelten ihre Notizbücher mit Hinweisen auf die Stärken der Spieler des HSV so voll, dass sich aufgrund des vielen Schreibens die Bleistiftspitze entzündete, ein Feuer sich entwickelte. Die Scouts wurden des Stadions verwiesen und müssen eine Anzeige wegen des Abbrennens von Feuerwerkskörpern in Kauf nehmen. Obendrauf wird ein mehrjähriges Stadionverbot erteilt. Da die Flutlichtmasten aufgrund der schlechten Witterung der vergangenen Monate diesem Spiel nicht beiwohnen konnten, entwickelte sich für alle anderen Augen sichtbar ein Feuerwerk aus Kreativität, Spielfinesse, Ballerorberung, schnelles Umschaltspiel sowie einen Torriecher beim auf der Bank sitzenden Rudi Rudnevs, so dass sich die Flutlichtmasten im Hintergrund des Stadions vor Aufregung und Spielgeschwindigkeit im Zickzack bogen.

Die Security-Mitarbeiter, kleine schmale liebenswerte Geschöpfe, standen applaudierend auf den Zäunen und buhten ihren Verein – den TSV Schott Jena – aus und raubten herumstehenden Veteranen die Trikots, Schals und Mützen. Im Rausch der Gefühle  kündigten alle mit sofortiger Wirkung ihren bestens bezahlten Job und begleiteten den HSV-Tross nach Hause in die Hansestadt. Nachdem das Freibier schon zur Pause ausgeschenkt wurde, organisierten die Hausherren zum Dank für die spielerische Überlegenheit und faszinierende Spielweise weitere 10.000 Liter Freibier, die vom umliegenden Kiosk, „Attakan“ geliefert wurden.

Auch heute fehlte den Stadionbesuchern, die zum größten Teil mehrere hundert Kilometer Anfahrtsweg hatten, die Partie Live im Stadion verfolgen durften, die Sprache. Im näheren Umkreis mir bekannter Bekannten dreht sich auch Tage nach dem Spektakel alles nur um diese Party auf dem Rasen. Es klingt wie: Wer wird Deutscher Meister? HA HA HA HSV.

Es klopft an der Bürotür und stürmt herein:

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