Der Start in die Rückrunde ist mit einer stark blutdrucksteigernden zweiten Halbzeit und dem turbulenten 5:4-Auftaktsieg gegen Hannover 96 sportlich durchaus geglückt, das beherrschende Thema in der Veltins-Arena war indes ein anderes: Auf rund 12 kleinen und 5 großen Transparenten und Bannern machten die Fans auf allen vier Tribünen (!) ihrem Unmut über den „zufällig“ genau einen Tag nach dem letzten Spiel vor der Winterpause verkündeten Deal mit dem „Zweitmarkthändler“ viagogo Luft.
Ein solch eindrucksvolles wie eindeutiges Stimmungsbild „an der Bande“ hat es in der Arena m. W. noch nie gegeben und es zeigt deutlich, dass zahlreiche Schalker den Beteuerungen der Vorstandsmitglieder Alexander Jobst und Peter Peters, da man den Schwarzmarkt ohnehin nicht mehr effektiv bekämpfen könne, sei es besser, den „Zweitmarkt“ zu „offizialisieren“ und ihm Regeln aufzuerlegen, keinen Glauben schenken. Zu krass der Widerspruch der Geschäftspraktiken und des Images dieses Anbieters gegen das Leitbild des Vereins, zu frisch die Erinnerungen an mit Vertragsstrafen belegte Schalker, zu offensichtlich der Verstoß gegen die eigenen bestehenden AGBs, zu ungeniert die Anlehnung an „allein Geld regiert die Welt“.
Auch wenn Schalke lediglich je 300 Karten für Spiele „ohne erwartete Vollauslastung“ an viagogo weitergibt, wird durch die Übernahme der kompletten Ticketbörse und dem bis zu 100 %igen legalen Aufschlag dem Schwarzmarkt die Absolution erteilt (oder, um es mit Alexander Jobst zu sagen „natürlich wollten die uns als Referenzpartner“) und den Fans das Geld aus der Tasche gezogen; eine Praxis, die zu Recht in vielen anderen Vereinen bereits auf deutliche Kritik gestoßen ist, dem selbsternannten Kumpel- und Malocherclub aber schlicht nicht zusteht.
Aus diesem Grunde versuchen nunmehr zwei engagierte Schalker, die erforderlichen Unterschriften für die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung nach § 6.2 der Schalker Vereinssatzung zu sammeln, um Vorstand und Aufsichtsrat dort nachdrücklich daran zu erinnern, dass unser Verein und damit auch sie ohne die Mitglieder und Fans gar nichts wäre. Und dass die Fans nahezu geschlossen gegen die Kapitulation vor dem Schwarzmarkt sind.
M. E. ein sehr überdenkenswerter Ansatz - es ist zwar schade, dass es nötig ist, den „Dialog auf Augenhöhe“ auf diese Weise zu erzwingen, aber die Vergangenheit und insbesondere die Farce Kartenpreisausschuss hat deutlich gemacht, dass es wohl anders leider nicht mehr geht. Wer mehr wissen oder das Anliegen unterstützen möchte: https://www.facebook.com/Blog04?ref=ts&fref=ts oder per Mail an Michael Eckl, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. .
Man darf einmal mehr gespannt sein, wie es auf Schalke weitergeht – wir können halt alles, nur nicht ruhig und langweilig.
Blau-weiße Grüße
Susanne Blondundblau

