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Montag, 03 April 2017 15:26

Von Masken und Maskottchen: Zurück zum Sport!

geschrieben von 

Hand aufs Herz, lieber Fußballfreund, wie viele Berichte über das Revierderby haben Sie gelesen, in denen nicht über Aubameyangs Jubel und Erwins Rote Karte gegen Schiedsrichter Zwayer berichtet wurde? Und das nicht beiläufig am Rande, sondern als Aufhänger und in bisweilen epischer Breite? Watzke gegen Aubameyang, Heidel für Erwin, alle gegen Zwayer und gegen den humorlosen DFB sowieso. Wer die nach-derbyliche sonntägliche Medienwelt betrachtet, muss zu dem Schluss kommen, dass es in Deutschland keine wichtigen Themen gibt. Von BILD bis kicker, Welt bis Focus, 11 freunde bis reviersport: Erwin, Auba, Erwin, Auba. Aufmacher, Fotos, groß. Fehlte nur noch der Brennpunkt über „Maskottchengate“ statt des Tatorts.

Erwin

Aubameyangs abgezockte Masche geht somit voll auf, mehr Aufmerksamkeit und Reichweite als mit dem ach so spontanen Jubel hätte die Werbeaktion seines Schuhsponsors selbst mit einem Spot unmittelbar vor Anpfiff des CL-Finales nicht erzielen können. Und Zwayer und sein Sonderbericht über eine spontane und vollkommen harmlose Aktion sind eine grandiose Steilvorlage für alle, die den DFB für eine Ansammlung humorbefreiter alter Männer halten.

Nun könnte man sich freuen, dass es keine echten Probleme gibt. Jaja, besser, man kann seitenweise über eine Marketingaktion und einen Scherz schreiben als über Gewalt und Ausschreitungen. ABER: Das Spiel heißt eigentlich Fußball. Maskenball ist etwas anderes.

Die sportliche Seite des Revierderbys und des 26. Spieltages gerät vollkommen in den Hintergrund, obwohl alles drinsteckte, was Millionen Fußballfreunde lieben. Spannung, Einsatz, Leidenschaft, strittige Szenen, Tore.

Das Drumherum droht den Fußball zu fressen. Jeder Fan, der schon einmal sehnsüchtig einer DFB-Pokal-Auslosung  entgegenfieberte und dafür zu nachtschlafender Zeit gefühlte drei Stunden Sportschau Club ertragen musste, weiß das. Jede Spielerfrau, die keinen Buckel oder Hasenscharte hat, ist ein Model oder Designerin, die gaaaanz unabhängig vom Gatten der Öffentlichkeit wertvolle Erkenntnisse zu bieten hat. „Die Mannschaft“, pinke Schühchen, abgedrehte Frisuren, Tattoos und so weiter und so fort.

Ja, Fußball ist Big Business, nein, die Kommerzialisierung ist nicht aufzuhalten. Trotzdem: Der Sport sollte immer noch wichtiger sein als der unvermeidliche Begleitzirkus.  Lieber Schweiß und Gras als Styling. Lieber Legats, Böhmes, Großkreutze als marketingoptimierte Ich-AGs. Lieber drei Bs – Ball, Bratwurst, Bier – als Masken, Mode und Maskottchen!

Der Bundesliga stehen spannende englische Wochen bevor, in CL und EL läuft das Viertelfinale mit deutscher Beteiligung, DFB-Pokal-Halbfinale, das Aufstiegsrennen der zweiten Liga ist spannend wie selten. Ein guter Zeitpunkt für „zurück zum Spocht“!

Erwin Tweet

Susanne Blondundblau

Schalkerin, Juristin, Königsblaue, Ehefrau, Blondine, Dauerkarteninhaberin, Schreiberin, Fragenstellerin, Schokojunkie, Vereinsmitglied, Gerechtigkeitsfanatikerin, Falschsängerin, Vielfotografin, Meerliebhaberin, Sturschädel, Rheinländerin, Fastimmergutgelaunte, Meinungssagerin, Käferfahrerin, Unorganisierte, Frühaufsteherin, Freundin, Engagierte, Mensanerin, Bücherfreak, Schnelldenkerin, Reisefreudige, Auswärtsfahrerin, Nervensäge, Kolumnistin, Neugierige, Nichtraucherin, Buchmitautorin, Optimistin, Schwimmerin, Ruhrpottliebhaberin, Zuhörerin, Caipirinhamixerin - und jetzt auch noch Bloggerin! ;-)

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Thomas Dienstag, 04 April 2017 06:17 gepostet von Thomas

    Soooo wahr, aber ich fürchte, das Rad lässt sich nicht mehr zurückdrehen. The Show must go on...

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