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Freitag, 21 März 2014 11:15

Wir wolln die Mannschaft sehn…! Tolle Tour nach Madrid mit klitzekleinem Schönheitsfehler

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Raus mit Applaus, selten war der Kalauer so zutreffend wie beim Schalker Abgang von der CL-Bühne 2013/14. Und damit ist nicht die Leistung der Mannschaft gemeint, auch wenn diese im Rückspiel im pompösen Fußballtheater von Bernabeu bis zum Doppelschlag besser mithielt als beim 1:6-Hinspieldesaster.

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Was die Schalker – das Fernsehen sprach von 7.000 mitgereisten Fans, ich bin mir sicher, dass es eine fünfstellige Zahl war, die ganze Stadt war blau und weiß – unter spanischer Sonne veranstalteten, war großes Kino und ließ selbst die an internationale Fußballgäste gewohnten Madrilenen anerkennend staunen. Die Stadt selber erwies sich als sehenswert mit einem Faible für pompöse Reiterstandbilder und noch pompösere Brunnen und sehr gastfreundlich. Die einheimischen Gastronomen reagierten erfreulicher Weise äußerst flexibel auf Gäste in Trikots, keine Spur von der sonst bisweilen anzutreffenden "iiiih, Fußballprolls"-Attitüde. Der Wirt des „La Casta“ zuckte nicht einmal, als nahezu das gesamte Mobiliar auf die Straße wanderte, wo ein ganzer Haufen Schalker den lauen Abend genoss. Bier, Wein und Pacharan (ein Anis-Schlehen-Likör) flossen buchstäblich in Strömen, man diskutierte leidenschaftlich über Gott, die Welt, die wichtige Initiative Schalke.V.ereint und die bevorstehende JHV. Am nächsten Tag hatte die Taberna wegen plötzlichem Reichtum geschlossen…

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„Rauuuuuuuuuuuuuuuuuuul“ und „Zero Quattro“ lauteten die Schlagwörter und wie bereits in Lissabon und Valencia checkten die fliegenden Händler blitzschnell die Lage und stellten das sonst quietschebunte Sortiment an Hüten, Sonnenbrillen und sonstigem Gedöns komplett auf blau und weiß um. Der Renner waren  blaue Hüte mit Schalke-Hutband, die das eine oder andere deutsche Schiebedach vor einem deftigen Sonnenbrand bewahrten. Gelebte Marktwirtschaft mit Angebot und Nachfrage...

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Am Spieltag selber konnte man in der Innenstadt keine 04 Meter laufen, ohne über ebenso lautstark  wie friedlich feiernde Schalker zu stolpern. Gegen Nachmittag strömten dann Tausende auf die Puerta del Sol, wo es hieß "ohne Schalke wär hier gar nix los".

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Pünktlich um halb 6 bat dann die Trommel der UGE zum Marsch und es folgten so viele, dass die Madrilenen staunend und applaudierend am Straßenrand und auf den Balkonen standen – die "Mission hoch erhobenes Haupt" war sehr erfolgreich gestartet! Unter blauweißer Flagge ging es bis zum Estadio San Bernabeu, wo es extrem gründliche (sogar mein kleiner Kamera-Ersatzakku wurde im wahrsten Sinne des Wortes skeptisch beschnüffelt – no, really, it’s NOT a Mikro-Pyro…!) Dreifachkontrollen gab, bei denen aber sowohl Ordner als auch Polizisten nicht nur für spanische Verhältnisse sehr freundlich und sehr korrekt waren. Keine Spur von dem sonst oft unangemessen martialischen Ich-wichtig-Du-nix-Dominanzgehabe gegenüber Auswärtsfans.

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Das Stadion selber wird bald noch einen eigenen Blog wert sein, aber beeindruckend ist es schon;  wobei der „Stimmungsblock" der Realfans hinter dem Tor geradezu lächerlich klein ist. Aber Polonaise können sie…J. Der Rest des Stadions erscheint frühestens 5 Minuten vor Anpfiff, zuckt nur bei Toren einmal kurz aus dem Wachkoma hoch und schweigt ansonsten, so dass wir mühelos mit unserem Support und dem gesammelten Gelsenkirchener Liedgut von „Oppa Pritschikowski“ über den „Eurofightersong“ bis zum „Mythos vom Schalker Markt“ die totale akustische Dominanz  haben. Die Stimmung beginnt weit vor dem Anpfiff und endet erst mit der mit 25 Minuten erfreulich kurzen Blocksperre beim Schalkewalzer.

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Madrid168 Schalker Eigengewächse auf dem Platz sind wirklich ein Grund zur Freude. Tim Hooglands Rechtschuss zum 1:1 wird bejubelt wie ein Final-Siegtreffer („nur-noch-5!!! …“) und auch sonst schweigt unsere Kurve nicht eine einzige Minute lang. Leider reicht es bei der Mannschaft nach dem Abpfiff trotz eindeutiger „wir wolln die Mannschaft sehn!“-Sprechchöre nicht zu einem kurzen Gang vor die Kurve, ein halbherziges Winken von der Mittellinie ist alles, was man nach 2.000 km quer durch Europa und einer erstklassigen und Aufsehen erregenden Support-Visitenkarte erwarten darf… Einzig der starke Ralle Fährmann verabschiedet sich anständig und wird mit Sprechchören gefeiert.

Liebe Schalker Offizielle, liebe Mannschaft: „Starkes Schalke“ geht anders! Wir wollen keine Lobhudeleien vom Fließband auf der Homepage, wir möchten vor Ort sehen, dass Ihr uns bemerkt habt und zu schätzen wisst! Ein Tag Dauersupport trotz eines vernichtenden 1:6 im Hinspiel solltet Ihr nicht als selbstverständlich unter den Tisch fallen lassen! Selbst die AS hat der Schalker Invasion eine Doppelseite gewidmet und ausnahmslos positiv berichtet.  „Sehr kooperativ, sehr laut und "äußerst friedlich" (!) seien die mitgereisten Schalker gewesen.

Laut und friedlich geht die Nacht dann auch zu Ende – adios, Madrid! Wir kommen gerne wieder.

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

Madrid18Niemals geht man so ganz… ein Stück bleibt hier…

 Mehr Fotos

 

Susanne Blondundblau

Schalkerin, Juristin, Königsblaue, Ehefrau, Blondine, Dauerkarteninhaberin, Schreiberin, Fragenstellerin, Schokojunkie, Vereinsmitglied, Gerechtigkeitsfanatikerin, Falschsängerin, Vielfotografin, Meerliebhaberin, Sturschädel, Rheinländerin, Fastimmergutgelaunte, Meinungssagerin, Käferfahrerin, Unorganisierte, Frühaufsteherin, Freundin, Engagierte, Mensanerin, Bücherfreak, Schnelldenkerin, Reisefreudige, Auswärtsfahrerin, Nervensäge, Kolumnistin, Neugierige, Nichtraucherin, Buchmitautorin, Optimistin, Schwimmerin, Ruhrpottliebhaberin, Zuhörerin, Caipirinhamixerin - und jetzt auch noch Bloggerin! ;-)

4 Kommentare

  • Kommentar-Link Thiemo S. Freitag, 21 März 2014 17:09 gepostet von Thiemo S.

    Super GEschildert & GEnau GEtroffen! Frechheit von den Millionarios.

  • Kommentar-Link Uwe Freitag, 21 März 2014 22:22 gepostet von Uwe

    ...........das die Jungs nicht in die Kurve kamen, löste bei mir keine Verlustgefühle aus. Klar, professionell ist anders! Ansonsten: Eine der geilsten, wenn nicht ddiiee geilste Tour.........Hammer, Hühnerpelle,.......26 Stunden ohne eine Minute Schlaf, jederzeit wieder.......morgen, Die und Fr. können wir große Schritte nehmen zur CL 2014/15....

    Danke für den tollen, absolut realistischen Bericht, Susanne....

  • Kommentar-Link Uwe Freitag, 21 März 2014 22:30 gepostet von Uwe

    ...........das die Jungs nicht in die Kurve kamen, löste bei mir keine Verlustgefühle aus. Klar, professionell ist anders! Ansonsten: Eine der geilsten, wenn nicht ddiiee geilste Tour.........Hammer, Hühnerpelle,.......26 Stunden ohne eine Minute Schlaf, jederzeit wieder.......morgen, Die und Fr. können wir große Schritte nehmen zur CL 2014/15....

    Danke für den tollen, absolut realistischen Bericht, Susanne....

  • Kommentar-Link HelgaSNullvier Freitag, 21 März 2014 23:10 gepostet von HelgaSNullvier

    Danke für die GEniale Berichterstattung . So konnte ich als daheim GEbliebene , diese Hammergeile Tour de Madrid , mit erleben ! Glüch Auf !

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