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Sonntag, 10 Februar 2013 19:54

Risikospiel? - Da ist wohl etwas schief gelaufen....

geschrieben von 

Bus nach Dresden 1Gleich zu Beginn der Hinweis, dass ich mich mit diesem Blog vermutlich auf sehr dünnes Eis begebe. Dünnes Eis deshalb, weil ich mich weigere in das, nach unserem Spiel gegen Dynamo Dresden am vergangenen Freitag, unsägliche Verurteilen und Verteufeln aller Anhänger des Vereins aus Dresden einzustimmen. Weil ich mich weigere die kollektive Verurteilung aller Fans mitzumachen und weil ich mich weigere dem Wunsch der Internetgemeinde nach Lizenzentzug zuzustimmen. Ich weigere mich, weil es eine pauschale Verurteilung von Menschen ist, gegen die wir Anhänger unseres Vereins uns genauso wehren sollten. Am Beispiel der Berichterstattung vom Freitag bzw. Samstag ist wieder einmal offensichtlich, woran es den Berichterstattern mangelt. Differenzierte Sicht und Abgrenzung gegenüber pauschalen Urteilen.


Dünnes Eis aber auch, da es sehr wohl auf Angriffe auf Shuttlebusse seitens Anhänger der SG Dynamo Dresden kam und die dabei in den Bussen angegriffenen Personen sehr wohl Ängste ausstehen mussten und, zumindest zwei von ihnen, Verletzungen davontrugen. Völlig unabhängig davon kam es zur Sachbeschädigung an den Shuttlebussen von ca. 70.000 Euro. Das alleine ist verwerflich und hat mit Fußball überhaupt nichts zu tun und wird selbstverständlich auch von mir verurteilt. Dieses Austicken, ausrasten oder wie es jemand schrieb “zombiehafte” Verhalten drückt sich offenbar in einer unendlichen Missachtung gegenüber anderen Menschen aus. Fußball scheint da eher ein Anlass als ein Grund für diesen Hass zu sein.


Rückwirkend betrachtet scheint es bald so, als ob es eine Inszenierung war, um dem “ungeliebten Kind”, den schwarz-gelben aus Dresden, eine Chance zu geben sich von seiner schlechten Seite zu zeigen. Vielleicht begebe ich mich hier zu sehr in die Ecke der Verschwörungstheoretiker, aber weshalb muss ein solches “Risikospiel” auf einen Freitagabend um 20:30 Uhr angesetzt werden und nicht, wie sonst bei riskanten Spielen üblich, auf einen Samstag oder Sonntagnachmittag um 13/13:30 Uhr? Alleine aus dieser Spieltagsansetzung ergeben sich zahlreiche Probleme mit der Sicherheit rund um das Stadion. Daneben arbeitete die Polizei seit dem 20. Dezember 2012 offenbar an dem Sicherheitskonzept rund um dieses Spiel, zumindest wenn man den Tweets der Polizei Kaiserslautern (@Polizei_KL) glauben schenken darf. Dabei herausgekommen ist ein Sicherheitskonzept das ich in diesem Umfang auf dem Betzenberg noch nicht erlebt habe. Glasfreie Zonen am Hauptbahnhof und rund ums Stadion gab es schon öfter. Sperrung des Umlaufs ums Stadion war mir aber neu, ebenso wie die Zuweisung des Messeplatzes als Parkplatz für Gäste. Hier wurde offenbar versucht mit allen Mitteln die Fantrennung hinzubekommen, was jedoch, nüchtern betrachtet, nie wirklich gelingen kann. Dazu sind die Anreisewege, die Herkunftsorte der Fans und auch die sicherlich bei dem einen oder anderen vorhandene kriminelle Energie zu unkalkulierbar.


Die Polizei plante wohl, die Anfahrtswege bei der Ausfahrt “Kaiserslautern Centrum” zwischen Gäste- und Heimfans zu trennen. Nicht anders ist zu erklären, weshalb die an sich dreispurige Straße auf zwei Spuren verringert wurde, eine Trennung zwischen Gäste- und Heimfans auf die Spuren erfolgen sollte und das Ganze auch noch durch Polizisten durch Augenscheinnahme der Insassen offenbar abgesichert wurde.
Informationen wonach die Polizei wohl ⅔ der “Kategorie B und C”-Fans auf dem Weg nach Kaiserslautern verloren hatte machten recht schnell die Runde. Da waren wohl einige Dresdner Anhänger des erlebnisorientierten Fußballs der Meinung, nicht wie Schlachtvieh in Richtung Stadion abgeschoben werden zu wollen. Also stieg man wohl schon früher vom Bus auf Mietwagen um und umging somit der Sichtkontrolle der Polizei.
Während dem Spiel gab es auf Seiten der Dresdner einige Bengalo-Aktionen, jedoch keinerlei Versuche aus dem Block zu stürmen. Die breite Kunststoffolie, die seit 2010 die Blocktrennung zwischen Heim- und Gästefans definiert hat aber wohl am vergangenen Freitag das “zeitliche” gesegnet. Daraus wurde offenbar ein Sturm des Nachbarblocks, was zu einem massiven Polizeiaufgebot im Treppenbereich des Blocks führte. Unter Umständen denken Vereinsverantwortliche mal darüber nach, ob es wirklich sinnvoll ist den Familienblock auf die gleiche Tribüne zu legen wie den Gästeblock. Das ist aber nicht nur in Kaiserslautern so sondern durchaus auch in anderen Stadien.

Bus nach Dresden 3Richtig heftig wurden die Ausschreitungen wohl nach dem Spiel. Genau hier setzen offenbar aber auch die Probleme bei dem Konzept der Polizei an. Im wesentlichen entstanden die Probleme wohl im Bereich der “Kantstraße”, als P+R Busse Lauternfans zum P+R Parkplatz fuhren. Diese Busse wurden wohl im leeren Zustand von der Polizei eskortiert, aber im besetzten Zustand “alleine” gelassen. Da der Weg der Busse den Weg der Dresdner Fans in Richtung Messeplatz nicht nur kreuzt sondern eine ganze Strecke begleitet, ist die Situation dann wohl aus den Fugen geraten. Da die Busse ungeschützt waren, stoppten Dresdner diese Busse durch Barrikaden die sie auf die Straße warfen. Bäume, Bauzäune, Verkehrsschilder und deren Beschwerungen führten zunächst zum Stopp der Busse und dienten anschließend als Wurfgeschosse gegen die Scheiben. Dabei gingen die Scheiben zu Bruch und der Dresdner Mob versuchte die Insassen ins Freie zu ziehen, was wohl misslang. Ein Flaschenhagel prasselte auf die Busse nieder, da wohl vergessen wurde, die Container am Rande der Glasverbotszone, in die Flaschen und Gläser aller Art beim Betreten geworfen werden mussten, abzuholen oder zu leeren. Nur dem beherzten Auftreten der Busfahrer ist es wohl zu verdanken, dass nichts schlimmeres passiert ist. Von der Polizei war wohl zunächst nichts zu sehen. Auch mehrere Hilferufe über Funk von Busfahrern führte zunächst nicht zu einer Verbesserung.


Das die Polizei in diesem Zusammenhang von einen weitesgehend gelungenem Einsatzkonzept spricht, spottet wohl jeder Beschreibung. Wenn die Polizei bis heute keine Festnahme vorweisen kann, dann ist dies ein weiteres Indiz für ein völlig verkorkstes Sicherheitskonzept.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Aussage vom Einsatzleiter Franz-Josef Brandt in der Rheinpfalz vom Samstag: ”Ich bedauere die Verletzten und die Leute, die Angst hatten, sehr. Aber wir mussten wegen konkreter Hinweise auf massive Auseinandersetzungen zwischen den Fangruppen an mehreren anderen Orten in der Stadt umplanen. Deswegen konnten in der Kantstraße, wo wir kein derart großes Gewaltpotenzial erwartet hatten, nicht so viele Kräfte einsetzen wie geplant.” Hier nochmal der Hinweis, dass die Kantstraße der Weg war, auf dem die Dresdner zum Messeplatz laufen mussten, wo ihre Busse und Autos geparkt waren und gleichzeitig die Straße ist, auf der die P+R Busse fahren.

Was allerdings jetzt in den Foren und sozialen Netzen zu lesen ist, ist allerunterste Schublade. Angefangen von Lizenzentzug, über Verbote für Auswärtskarten bis hin zu dem dämlichen Ossi/Wessi Vergleichen werden alle Register gezogen, die man sich nur vorstellen kann. Für viele dieser Kommentare muss man sich einfach nur noch schämen. Forderten nahezu alle Fußballanhänger im Rahmen der Debatte über das “Sichere Stadionerlebnis” noch die Abschaffung der Kollektivstrafen, so sind es genau die gleichen Menschen heute, die alle Dresdner Anhänger pauschal verurteilen. Sorry Leute, das ist dumpf. Hier zeigt sich die durchschnittliche Halbwertszeit des Gedächtnisses eines Fußballfans die offenbar nicht länger als eine Halbzeit ist. Denn genau solche pauschalen Verurteilungen waren es in der Vergangenheit immer wieder, die nur eins hervorbrachten “Ungerechtigkeit”. Bei aller Emotion während eines Fußballspiels und all den Schmähungen denen man sich während der 90 Minute stellen muss, nach dem Spiel sollte der Menschenverstand wieder einsetzen. Das heißt ja nicht, dass alle wieder Freunde sind, aber wir alle sind doch in der gleichen Situation. Bis jetzt habe ich in allen Diskussionen nur gelesen, dass sich der Verein (Dynamo Dresden) halt was einfallen lassen soll, wie man das Problem der Gewalttäter in den Griff bekommt. Wäre hier nicht auch die Polizei gefordert? Wenn von der gesamten Aktion am Freitag nicht eine einzige Ingewahrsamnahme resultierte, nicht eine einzige Personalienfeststellung, dann sollte die Frage erlaubt sein, wo die Polizei denn bitteschön war, als das in der Kantstraße passierte? Ständig und überall wird man als Fußballfan gefilmt und auf Video festgehalten (Bürgerrechte? WTF?!). Nur hier waren keine Kameras anwesend? War es zu dunkel? Den Angreifern auf die Busse gehört die volle Härte des Gesetzes an den Hals gewünscht, keine Frage, aber ist es die Aufgabe des Vereins für die Identifikation zu sorgen? Was ist mit den Strafverfolgungsorganen in diesem Land. Eher werden alle E-Mails und Facebookkonten überwacht, als die Busstrecke vom Stadion zum P+R Parkplatz abzusichern. Warum waren keine Polizisten in den Bussen? Warum gab es keine Blocksperre, wie sonst in anderen Stadien üblich? Es scheint ein immer wiederkehrendes Problem bei den Polizeieinsätzen in Kaiserslautern zu geben. Bis zum Schlusspfiff wird alles strengstens überwacht und kontrolliert. Danach? Offenbar geht es dann an den Würstchenstand.

Glascontainer KantstrasseSolange aber die Ordnungsmacht nicht in der Lage ist, tatsächliche Gewalttäter zu ergreifen und zeitnah anzuklagen, solange werden dumpfe Parolen in den elektronischen und auch den gedruckten Medien dafür sorgen, auf einen Verein einzuprügeln. Es scheint so, als ob alle Medien nur darauf warten, dass es bei einem Spiel von Dresden irgendwo kracht. Kracht es nicht, ist man enttäuscht. Verschwörungstheoretiker dürfen jetzt durchaus noch weiter theoretisieren. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich diese Gedanken auch spinne.

Zu guter Letzt möchte ich jetzt auch noch einen Handschuh in Richtung unseres eigenen Anhangs werfen. Keine Ahnung warum, aber muss man wirklich am Boden liegende Anhänger des Gegners noch verhöhnen? Außerhalb des Stadions? Muss man da provozieren? Als ich am Freitag vom Berg herunterlief dachte ich mir mehrfach, wie schnell diejenigen die jetzt laut singen wohl rennen mögen, wenn die richtigen ihnen entgegenkämen? Ich kann mich an die Schmähgesänge der letzten Saison sehr wohl erinnern. Und ich weiß, wie sehr ich mich in der einen oder anderen Situation zusammenreißen musste, wenn das außerhalb des Stadions war. Kann nicht jeder, wenn er das Stadion verlässt sich einfach freuen, wenn man gewonnen hat und gegenüber dem Verlierer fair sein? Freudetrunken ja, unfair nein. Ich habe keine Ahnung, ob in den Bussen die angegriffen wurden dumme Gesänge dabei waren, deshalb hier meine Entschuldigung falls dem nicht so war. Aber ganz ehrlich kann ich mir das im Grunde nicht vorstellen.
Bitte respektiert die Grundregeln des fairen Wettkampfs. Wer am Boden liegt wird nicht weiter angegriffen.

Bleibt nur zu hoffen, dass es doch noch eine Gerechtigkeit gibt und unsere Sicherheitskräfte diejenigen identifizieren können, die für die Schäden und die Verletzungen verantwortlich sind. Hier gilt es anzusetzen und nicht Vereinen die Lizenz zu entziehen. Ach ja, diese ganzen Vorkommnisse werden auch in Zukunft durch das von den Mitgliedern der DFL abgenickte Paket “Sicheres Stadionerlebnis” in keiner Weise verhindert werden können. Denn alles was geschah, passierte außerhalb des Stadions (von der Pyroshow mal abgesehen). Alles fiel in den Zuständigkeitsbereich der Scharfmacher wie Innenminister und Polizeigewerkschafter. Vielleicht sollten sich diese Herren mal Gedanken machen, wie man solche Veranstaltungen besser absichert als geschehen.

Bildquellen: Twitter (@Rigid_MH), unbekannt und bultras.net

7 Kommentare

  • Kommentar-Link Axel Montag, 11 Februar 2013 14:23 gepostet von Axel

    Danke für die sehr analytische und differenzierte Betrachtungsweise.
    Auch die Relation der Aufmachung von gesteinigtem Bus und 2 verletzten gegen den von HSV Fans demolierten Bahnwagon und 21 Verletzten in Frankfurt sollten sich einige mal zu gemüte führen.

    Kein Verein mit großer Fanszene hat wirklich jeden, der seine Farben trägt wirklich im Griff. Das kann auch niemand leisten.
    Aber die Vereine - besonders wir als "Exempel Dynamo" - müssen Taktieren und Arroganz von Behörden, Veranstaltern und Verband im Einklang mit unseren "einzelligen Supportern", zahlen die Zeche für die Auswüchse der Gesellschaft.

    Auch wenn es für die sinnlose Attacke auf die Busse keinerlei Entschuldigung gibt...

  • Kommentar-Link Matze Montag, 11 Februar 2013 18:08 gepostet von Matze

    Oh wenn ich das schon wieder lese,jahrelang hör ich nix andres...es sind immer die andern,die schweren Bedingungen und die bösen Provokationen von Polizei und Gegners Fans,die unsere "Jungs" immer wieder völlig austicken lässt...Sorry,wenn seit 20 Jahren immer die selben Nasen einen auf dicke Hose machen und im Deckmantel von Dynamo ständig scheisse bauen,wieso sind die nicht endlich eliminiert,gesperrt und vom Fussball ausgeschlossen???

    2. kann ich es nicht mehr hören....ja es gab einige Provokationen und dumme Geschichten,die vllt keine 100% sichere Planung einschließen...Aber MÜSSEN dann Dynamo Fans jegliches Schlupfloch nutzen umd freizudrehen???Muss den bei jedem kleinen Funken sofort das große Strohfeuer ausbrechen,nur weil mans danach ja so schön dem andern zuschieben kann,der den Funken ausgelöst hat...

    Ich als jahrelanger Dynamofan kann es nicht mehr hören,es gibt keine Verschwörung gegen uns,wir werden nicht schlechter behandelt wie andere!!!!

    Wisst ihr wieso Eintracht Frankfurt auch mal eine milde Strafe bekommt? Weil die nach dem ein oder andern Zwischenfall auch mal Täter liefern,weil da auch mal Leute vom Verein und anderen Fans genannt werden...Bei Dynamo...NADA...und somit muss das Kollektiv mit der Kollektivschuld auch die Kollektivstrafe annehmen!!!!

  • Kommentar-Link Rossobianco Montag, 11 Februar 2013 19:15 gepostet von Rossobianco

    Nein Jochen, leider nein....
    die scharfe und richtige Analyse der tatsächlichen Kompetenz der Behörden an diesem Abend führt nicht zwangsweise zu dem Schluß, dass es kaum noch Möglichkeiten gibt anders zu reagieren, als "Gästekontigente" völlig einzuschränken. das gälte de facto natürlich für alle Vereine, bei denen - wie du richtig bemerkst - Gewaltverbrecher die Bühne nur Fußball nutzen, nicht nur für die SGD.

    Die SGD wird offenbar von Medien und auch dem Polizeiapparat als willfähriges Opfer akzeptiert, weil letztendlich seitens des Vereins trotz fortwährender Probleme keine Reaktion gezeigt wird. Und hierbei darf es keine Ausrede sein, dass unsere Staatsdiener lieber medienträchtig eine Pyroshow filmen, anstatt ihrem eigentlichen Auftrag, dem Schutz der "Bürger" nachzukommen. Unter diesem Aspekt ist es eigentlich fast schon witzig, dass Nürnberg einebannerverbot ereilte in Frankfurt, während sich die Dresdner völlig der "Illegalität bewusst, im Stadion positionierten und in Seelenruhe ihre Qualmleidenschaft präsentierten. Ja... ich erwische mich dabei, im Stadion zu stehen und zu denken "Sieht das geil aus Alter!" Aber es auch dumm, denn Wasser auf die Mühlen! Mit solchen Aktionen wird man nur für noch mehr, noch mehr, noch mehr Polizei sorgen und die muss schließlich beschäftigt sein! Und zwar repräsentationswürdig für das Innenministeriium, nicht für DFL!

    Aber das mag überall passieren, das was nach dem Spiel war sicher nicht! Nur wollen wir mal nicht die Pappnase aufziehen und Helau rufen in Lautern! Spiele in Karlsruhe oder das unserer Amas in Mannheim sind noch nicht so lange her, oder? Auch da wurde zurecht von den völligen Inkompetenz der Staatsmacht suffliert, aber an den Vollidioten ändert es nichts. Die sind da, überall!

    Und wenn man es übertreibt, wenn einem vielleicht als Verein auch die Hände gebunden sind, weil die Polizei an Festnahmen gar nicht interessiert ist, weil sie solche Ereignisse ob der damit verbundenen Arbeitsplatzgarantie gar nicht unterbinden soll..... dann kann man als Profiverein doch nur zu dem Schluß kommen, dass man nicht warten kann bis etwas wirklich wirklich schlimmes passiert!

    Deshalb teile ich - wie viele Dresdner selbst die ihren Verein lieben und schützen wollen - die Meinung, dass an einem zumindest kurzeitigen "Auswärtsverbot" kein Weg vorbei führt, .... es passiert einfach zu oft!
    Eine Konsequenz, die auch jeden anderen Klub treffen auch - auch uns! Aber leider eine notwendige! :-(

  • Kommentar-Link oskar Dienstag, 12 Februar 2013 10:00 gepostet von oskar

    Das Problem ist nicht nur in Dresden bekannt, klar gibt es Gewalt in deutschen Stadien aber ist es der Bürgerkrieg den uns die Medien häufig als typisches Merkmal von Ultrafans verkaufen wollen? Immer hört man es werde konsequent gegen Gewalt vorgegangen, aber es scheint nicht zu wirken. Liegt das Problem denn nur daran dass zu wenig getan wird oder liegt es daran das das Falsche getan wird? Was wird denn getan um die Ursachen zu beheben wenn es Gewalt gegeben hat? Der DFB und die Polizei tun immer so als würden sie "die waren Fans" gegen ein paar Idioten verteidigen aber übertriebene Beschlüsse wie das neue Sicherheitskonzept treiben den Spinnern die normalen Fans in die Arme. Mit wem Solidarisiere ich mich mehr: Mit Medien Polizei und DFB die bei jedem Mist " ALLES HOOLIGANS" schreien und die Fans mies behandeln und ihnen jede Mitsprache verweigern. Oder mit den Typen aus dem Block die es zwar ab und an übertreiben aber sonst vollkommen Ok sind. Aus meiner Sicht sind Medien und DFB gefährlicher für den Fußball als eine kleine Gruppe Gewalttäter.
    Draufhauen ist einfach, vorher nachdenken nicht. Bei uns(STP) gibt es viele aktive Fans die sich seit Jahren gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzen und das Problem nahezu behoben haben, Es blieb dabei meist friedlich und gab nie Probelme. Wir Fans ersetzen die Jugendprojekte die Aufgrund von Geldmangel geschlossen werden. Wir sind das vielleicht Demokratischste in diesem Land. Wir sorgen für Stimmung und setzen uns ein aber auffallen sollen wir nicht. Leute die 20 jahre alles gegeben haben sind nach EINER Außeinangersetzung körperlicher Art plötzlich nur noch hools und "machen den Sport kaput"? Ich glaube das auch anderswo viel mehr von den Normalern im Block gegen Hools und Nazis gemacht würde wenn die auch unterstützt würden. Die Leute in den Stadien sind ein Querschnitt durch unsere Gesellschaft das wird aber nicht verstanden. Alle die hier Schreiben sind gegen so asoziale Dinge wie Überfälle auf Busse der anderen Fans aber Trotzdem man irgendwie nicht gern gesehen. Die Berichterstattung richtet sich nicht gegen Dynamo sondern gegen alle Fangruppen die keine Lobby haben nur die ganz Großen wie Bayern oder Schalke werden nicht so angegangen weil es einfach zu viele gibt die sich bei " Die Schalker randalierten" beleidigt fühlen würden. Dynamo hat vielleicht 40000 Fans... das genügt einfach nicht. Wenn die aktive Fanszene die Stimme bekommen würde die sie verdient müssten DFB und Obrigkeit allerdings Zugeständnisse machen auch wenn das vielleicht die Lösung wäre scheint dieser Weg ausgeschlossen. Stattdessen versucht man es mit dem Rezept Härte vs. Subkultur weil das auch bei den Hippies damals sooo gut geklappt hat XD

  • Kommentar-Link Kai Dienstag, 12 Februar 2013 15:47 gepostet von Kai

    Auch von mir ein großes Dankeschön für so viel Weitsicht und Ehrlichkeit! Du wirst Dir damit sicherlich keine Freunde machen, aber Galileo stand mit seiner Ansicht zum heliozentrischen Weltbild im 17. Jh, auch weitgehend allein da - und wurde später vollends bestätigt. Solange Du Dich hiermit auf solche Blogs und Foren beschränkst, wird der DFB Dir auch keine Probleme bereiten. Ich habe als Union-Fan auch mehrmals Dynamo-Dresden-Fans erlebt. Außer, daß Sie zahlenmäßig zur Spitze aller Gäste-Fans gehörten und scheinbar 90 min lang kontinuierlich ihre Stimmen strapazieren, habe ich nie irgendwelche Exzesse gesehen oder erfahren. Allerdings habe ich Erfahrungen mit ein/zwei anderen Vereinen als Gästen in Berlin bzw. an früheren Wohnorten gamacht, was für DFB und Medien bei denen zur Normalität zu gehören scheint (aus Fairnessgründen seien diese hier nicht genannt, ist auch nicht das direkte Thema).
    Noch eine kurze Anekdote, um die wahre Rolle der Medien zu veranschaulichen: In einer Reportage über Gewalt im (Ost)Fußball wurden im Bayrischen Rundfunk einst Bilder über angeblich randalierende Fans des 1.FC Union Berlin gezeigt. Dummerweise war das Rot ziemlich dunkel, nämlich weinrot. Es stellte sich heraus, daß es in Wirklichkeit Bilder von einem BFC Dynamo-Spiel waren (das soll jetzt aber keine Pauschalverurteilung des BFC sein). Der BR mußte sich daraufhin entschuldigen. Aber das wurde nicht publik gemacht. Tja, unsere Medien.
    Wem diese oder Jochens Erlebnisse oder nicht passen, der kann ja weiter stromabwärts schwimmen und BILD und B.Z. lesen oder RTL schauen. An den Rest: Danke fürs Augen aufhalten und Nachdenken!

  • Kommentar-Link Zwiesel Dienstag, 12 Februar 2013 19:52 gepostet von Zwiesel

    Also erstmal vielen Dank für diesen sachlichen und ehrlichen Bericht.
    Ich verabscheue die Gewalt in deutschen Stadien,aber wenn es diesen Hohlköpfen so leicht gemacht wird,ist es ja kein Wunder. Solche Leute gehören identifiziert und sollten so bestraft werden,das sie sich es merken.
    Ich bin Dresdner und schäme mich für das Verhalten solcher "Fans"!!!!
    Über das Thema Medien will ich mich nicht auslassen,da es eh nix bring,es wird eh alles so gedreht das es passt.

    Vielen Dank an den Verfasser

  • Kommentar-Link hausi Donnerstag, 14 Februar 2013 10:06 gepostet von hausi

    DANKE .....endlich mal jemand der genau den finger drauf hat. ich bin fest davon überzeugt das bei polizei und stadtverwaltung einiges schief läuft.

    wie sonst kann man sich erklären das die polizei schon im vorfeld überfordert ist und dann am tag X die fans provoziert?
    so geschehen in :
    dortmund - polizei sprühte tränengas in die zum stadion marschierenden fans (auch meine tochter wurde opfer ,sie war damals erst 12) und die ordner haben die fans vor den einlasstoren stehen gelassen und die tore viel zu spät geöffnet

    hamburg- polizei mopst während des spiels dynamofahne

    hannover- polizei steht einer stadionstürmung hilflos gegenüber selbst als mein mann mit meinem sohn zur polizei hingeht und um hilfe bittet wurde er weggeschickt (mein sohn hatte tränen in den augen und die hat es kalt gelassen)

    nun aber noch die ganz andere seite - wie können sich gewaltbereite fans hinter einem "fanhaus" verstecken , dort mit guten taten glänzen und gehen dann zum spiel um stress zu machen?

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