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Montag, 23 November 2015 13:02

Kalt und grau - mal wieder gegen den FSV

geschrieben von 

FCK vs FSV 20151122  - 1Ein kalter, grauer Novembersonntag. Ein typischer Totensonntag eben und wieder einmal verspürt man wie tief der einst so glorreiche 1. FC Kaiserslautern in den vergangenen Jahren gesunken ist. Wir spielen um 13:30 gegen den FSV Frankfurt. Jenen Verein, der uns am 25. April 2010 durch sein 1:1 gegen den damaligen Aufstiegskonkurrenten FC Augusburg zurück in die erste Liga katapultierte. Ja, lange ist es her. Cidimar, Cidimar!

Aber nein, heute spielen wir wieder einmal gegen den FSV Frankfurt. Es geht nicht um den Aufstieg in die erste Liga. Es geht darum, ein Abrutschen in die untere Tabellenhälfte der zweiten Liga zu verhindern.So grau und trist wie das Wetter (teilweise), ist auch die Stimmung im Stadion. Natürlich wirken bei einigen die Ereignisse aus Paris und Hannover nach. Natürlich wird sich deshalb so mancher gedacht haben, heute lieber nicht auf den Betzenberg zu gehen. Warum auch? Es spielt das Mittelmaß der zweiten Liga gegeneinander und das beim ersten kalten und windigem Tag dieser Herbstsaison.

Wo sind die “roten Teufel” hin? Wo das Gefühl, es dieses Jahr endlich zu packen mit dem Aufstieg? Mein Empfinden ist Leere. Ebenso wie mir geht es sicherlich vielen im Stadion. Die Leere im Stadion wird durch Freikartenaktionen an Fanclubs versucht zu verhindern. 26.501 Zuschauer werden auf der Anzeigetafel vermeldet. Fast der gesamte Block um mich herum lacht beim Blick auf die Tribünen.

Vieles ist heute grau beim 1. FC Kaiserslautern. Vorbei die stolzen Auftritte in denen man auch in jüngster Vergangenheit die Bayern mit 2:0 vom Berg jagte oder die Truppe um Raúl mit dem gehässigen Schalke 0:5 verabschiedete. Ja, das ist gerade mal fünf Jahre her. Fünf Jahre in denen die Seele des 1. FC Kaiserslautern tiefe Wunden erfuhr. Gleichzeitig aber die Vereinsführung immer wieder auf die Schlusspositionn 3,4,4 hinweist. Warum klafft die Lücke zwischen der Vereinsführung und der, immer wieder nach unten gedrückten, Erwartungshaltung der Fans mittlerweile soweit auseinander? Ist es der Standortnachteil, wie der Vorstandsvorsitzende und auch der Aufsichtsrat immer wieder in die Zettel und Kameras hineinbeten? Ist es das zu große Stadion, das Unsummen verschlingt, aber in den beiden Erstligajahren für sprudelnde Einnahmen sorgte? Was ist in den letzten Jahren passiert, dass die Emotionen, die einst für Tränen - egal ob Freuden oder Trauer - sorgten heute nicht mehr existieren und man sich zwar über den Schiri, die Tiefbautruppe des Gegners oder das zum Teil grausame Gekicke auf dem Platz aufregt, aber nach dem Spiel, egal welches Ergebnis, den Berg hinunterläuft, vielleicht noch kurz was trinkt und dann nach Hause fährt. Emotionslos, gleichgültig und ratlos.

Das Spiel wurde dann, nach einer Schweigeminute für die Opfer von Paris angepfiffen. Die Personen, die das Trikot des 1. FC Kaiserslautern über den Platz trugen versuchten sich durch ein paar Kombinationen bis zum gegnerischen Tor voran zu bewegen. Am Ende aber war keiner der, recht planlos wirkenden Versuche, vom Erfolg gekrönt. Wie es anders gehen kann zeigte die graue Maus, der FSV. Mit ein paar Stationen nach vorne, überlegt noch einmal quergespielt. Das 0:1 für die Bornheimer Fraktion. So geht es am Ende auch in die Pause.

Die Halbzeit wird mit Gesprächen über den Zustand des Vereins verbracht. Was lief da mit der Einladung zur JHV schief? Welches Schauspiel wird man uns nun am 12.12. präsentieren? Einen Gewinn trotzt zweiter Liga? Natürlich, müsste man ja sonst mit Sanktionen seitens der DFL rechnen. Was sonst noch? Kommt es zur Einzelentlastung des Vorstands?
Ach ja, die 15 Minuten sind um, die Trikotträger laufen wieder auf den Platz. Es gibt ein paar Luftballons um den dreißigsten Geburtstag des Namens“Fritz-Walter-Stadion” zu feiern.

FCK vs FSV 20151122 2FCK vs FSV 20151122 3Anschließend ein paar Spruchbänder in Richtung Vorstand und Aufsichtsrat.

Dann fällt das 1:1. Immerhin haben die Frankfurter nun zwei Tore geschossen. Wir “lassen Tore schießen”, wir machen (oder vielleicht können) das nicht selber.

Das Spiel plätschert dahin. Ab und zu kommt die Sonne raus, es bleibt aber kalt. Schiri Weiner hat Erbarmen mit uns allen und pfeift das Spiel ab. Kurze Plauderei im Block. Emotionslos aus dem Block, aus dem Stadion. Ein Punkt der dem 1. FCK nicht wirklich weiterhilft. Und so geht jeder wieder seines Weges an einem Totensonntag.

Mal sehen, was der Freitag in Fürth so bringt, außer natürlich einer langen Autofahrt an einem Freitag nachmittag auf einer der am meisten befahrenen Autobahnen - egal ob A3 oder A6 -.

Wem das alles zu grau erscheint, der kann sich jetzt mit den “offiziellen Vereinsfarben” im Fanshop des Vereins eindecken und zu Hause mit den Farben “Meisterweiß”, “FCK-Teufelsrot”, “FCK-Rasengrün” oder - welcher Bezug auch immer das sein soll - “FCK-Betze-Beige” sich seine Welt so malen, wie er sie gerne hätte.

“Das Spiel ist aus, wir gehn nach Haus, Rabimmel, Rabammel, Rabumm, Bumm Bumm"

Bilder: #1 eigenes, #2+#3 (c) Der Betze brennt

Jochen Grotepass

- Vorstandsmitglied "Perspektive FCK"
- Mitglied IG "Unsere Kurve"
- gewähltes Mitglied im Satzungsausschuss des 1. FC Kaiserslautern e.V.
- Allesfahrer

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