Do23May2013

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Jochen Grotepass

Jochen Grotepass

Regensburg vs FCK 20130512 02Früher in der Schule musst man nachsitzen, wenn man sich nicht an die Regeln hielt oder den Lehrer über Gebühr strapazierte. Dann saß man also in der Schule, in einer dieser Klassenräume, mit einem griesgrämigen Lehrer und anderen “Nachsitzern” rum und verrichtete die Arbeiten, die dieser Griesgram, entweder im Auftrag des ursprünglich veranlassenden Lehrkörpers oder aus eigenem Antrieb heraus, dem bösen, widerspenstigen und ungehorsamen Schüler aufs Auge drückte. Ja, Nachsitzen hatte nichts mit Spaß zu tun. In meiner Schule gab es dann noch die Steigerung, Arrest, aber darauf will ich jetzt nicht näher eingehen. Meine Erfahrungen mit Nachsitzen habe ich durchaus zu Genüge gemacht, deshalb bin ich vielleicht auch ein wenig “uneuphorisiert”, wenn wir jetzt nachsitzen “dürfen”.

Ach immer diese Parallelen. Gegen Köln siegen wir im Hurrastil, schon müssen die Ratten zurück in ihre Löcher. Nun “dürfen” wir nachsitzen, BAUTZ, sind wir schon wieder dran schuld, wenn es nicht zur Versetzung reicht. Ja, Herr Kuntz, es ist schon ein Greuel mit diesen Fans. Stellen Ansprüche, bekommen was umsonst und sind immer noch nicht glücklich. Warum nur. Undankbares Pack!

Aber erst mal von Vorne, also nicht in den Rücken ;)

Freitag, 03 Mai 2013 20:40

Ein Kessel Buntes - Mai 2013

Nun sind doch glatt schon wieder drei Wochen vergangen seit dem ich meinen letzten Beitrag schrieb. Deshalb heute mal ein wenig Aufarbeitung der liegen gebliebenen Erinnerungen, Meldungen und Sonstigem der letzten Wochen.

 

Sportlich

Auswärtsspiel Aue

Ein Kessel Buntes 20130503 2Hatten wir Anhänger des 1. FC Kaiserslautern noch nach dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln gehofft, dass nun endlich der Knoten geplatzt, der Bock umgestoßen, eine Reaktion der Mannschaft erfolgt sei, bezogen wir ja prompt eine Woche (und drei Tage) später die Haue in Aue. Zumindest Haue in Form der medialen Reaktion auf ein 1:1 gegen eine auf neun Spieler vom Schiedsrichter reduzierte Auer Mannschaft, die sich mit letzter Kraft und dem Aufbäumen gegen die drohende 1:0 Niederlage zur Wehr setzte. Es kam, wie es kommen musste. Der 1. FCK kassierte den Ausgleich und erntete den Spott der Fußballmedien. In Köln wird man wohl nicht nur ein Fass aufgemacht und dieses dem Fußballgott geopfert haben.

 

Heimspiel Paderborn

Am Wochenende drauf, zur besten Schweinebraten mit Klößezeit, also der Anstoßzeit der zweiten Liga um 13:30 Uhr, sollten die “roten Teufel” dann eine Reaktion zeigen. Schrumpft man das Spiel auf das Ergebnis zusammen und sieht nur die Zusammenfassung im Fernsehen, so mag der 3:0 Erfolg über den SC Paderborn sicher sehr eindeutig ausgesehen haben. Im Stadion selbst und über die gesamte Spieldauer war diese Eindeutigkeit allerdings nicht wirklich auszumachen. Es waren tolle Spielzüge, die zu den drei Toren geführt haben. Aber drei Spielzüge sind nicht 90 Minuten. Letztendlich ist es aber egal. Drei Punkte sind drei Punkte und keiner fragt, ob und wie sie gewonnen wurden. Wäre da nicht …

WildRat

Es sind immer diese geringen Anlässe die einen Grund für einen Blog ergeben. Eigentlich hatte ich gehofft, dass mein Blogkollege Patrick seinen Optimismusblog über den Aufstieg “Ein Tag im Mai” fortführt, nachdem der 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Freitag in beeindruckender Weise gezeigt hat, welches Potential in dieser Mannschaft steckt. Einen Spielbericht über ein tolles Spiel, drei Tore, völlig verzweifelte Kölner und vor allem auch ohne irgendwelche größeren Auseinandersetzungen innerhalb und außerhalb des Stadions bei knapp 50.000 Zuschauern kann ein durchaus befreiendes Schreiben mit sich bringen. Meinem Ruf in so manchem Forum als Dauernörgler und Meckerbacke ohne Sinn und Verstand würde ein solcher Spielbericht natürlich überhaupt nicht entsprechen. Schon alleine aus diesem Grund verbietet es sich, dass ich etwas im positiven Licht darstellen soll. Obwohl - es war ein Klassespiel. Das erste in gut 1,5 Jahren bei dem sich bei mir und meiner Umgebung in der “West” ein Gefühl breitmachte das signalisierte “Warum nicht immer so”? Zielstrebig, sieghungrig, torgefährlich. Alles Attribute die viele, viele Anhänger in den letzten Monaten vermisst haben. Was ein Tag. Gut, nicht vergleichbar mit anderen großen Erfolgen aber ein tolles Gefühl mal wieder ein Fußballspiel live erlebt zu haben, dass mit Fußball und Kampfgeist zu tun hatte.

So, jetzt ist aber genug der Lobhudelei.

Aufgrund der Überschrift war doch klar, was jetzt kommt. Ein kleiner Exkurs in die Welt der Tiere.

Zutritt verboten

Als der 1. FC Kaiserslautern am 26. März 2013 per Pressemitteilung ankündigte 52 Stadionverbote zu verhängen waren mehrere Dinge klar:

  1. Die Fanszene wird sich weiter spalten

  2. Vom 2008 angekündigten Schulterschluss mit den Fans ist nichts mehr übrig

  3. Eine individuelle Betrachtung und Auswertung aller Fakten vor der Erteilung des Stadionverbots hat wohl nicht stattgefunden

  4. Der Text der Pressemitteilung verbreitet eine differenzierte Sichtweise auf die Kriterien als die, in dem Schreiben des Stadionverbots genannten.

Von den Stadionverboten abgesehen, ging in der öffentlichen Diskussion unter, dass noch 78 Betretungs- und Aufenthaltsverbote für Fans des 1. FC Kaiserslautern ausgesprochen wurden, die vom Morgen des 5. April 6 Uhr bis zum kommenden Morgen (ebenfalls 6 Uhr) gelten.

Das leidige Thema Stadionverbot hat sicherlich schon viele Blogger schreiben lassen. Neben dem Thema Pyrotechnik wird kein Thema wird in den Fanszenen heftiger diskutiert als Stadionverbote.

Woran liegt es, dass so viele Stadionbesucher immer noch der Meinung sind, dass ein Stadionverbot nur dann verhängt wird, wenn eine strafbare Handlung nachgewiesen ist? Wurde nicht oft genug thematisiert, dass ein Stadionverbot im Grunde eine Unterwanderung unserer Gewaltenteilung darstellt? Die Exekutive “empfiehlt” einem Verein, ein Stadionverbot auszusprechen. Das Ganze geschieht ohne ein einziges Urteil durch ein deutsches Gericht. Es geschieht rein auf der von der Polizei ausgesprochenen “Empfehlung”.

Fahnen WestkurveSonntagmittag, 13:30 Uhr die beste Zeit um Mittag zu essen oder für manche zu einem Zweitligaspiel zu gehen. Ja klar, man kann sich über alles beschweren. Montags, 20:15, Samstag 13 Uhr und jetzt auch noch Sonntag 13:30 Uhr. Nie passt es mir. Anspruchsdenken eben.
“Wir sind von der Westkurv’ ihr wisst schon,
wir leben für unsern Verein,
wir stehen am Samstag im Stadion
und rufen laut HINEIN! …”
Samstag 15:30 Uhr, das ist die Fußballzeit und nicht mittags um eins oder montags um viertel nach Acht. Gut, ich bedanke mich dann einfach mal bei den Damen in Rot der letzten Saison, dass wir diese Saison schon wieder zu diesen komischen, fernsehgerechten Zeiten spielen und unterstützen sollen.

Dienstag, 12 März 2013 20:54

Was für eine Sauerei

Gaestekabine UnordnungDieser Aufschrei kam gestern Abend nach dem Auswärtsspiel des 1. FC Kaiserslautern bei der Eintracht aus Braunschweig aus einem berufenem Mund. Nein, es war nicht Franco Foda, der sich über die verpassten Chancen des 1. FCK aufregte. Es war ebenfalls nicht Torsten Lieberknecht, der sich über die Fehlentscheidung eines nicht gegebenen Tores beim 1:1 ärgerte. Es waren auch nicht die ca. 1.200 Anhänger der roten Teufel die sich über die Anstoßzeit ausließen. Es waren auch nicht die Fans des 1. FC Kaiserslautern, die sich einer Sonderbehandlung durch das Ordnerpersonal unterziehen durften und sich im Freien mal eben der Schuhe, der Jacke und des Pullovers entledigen mussten, da sie offenbar “verdächtig” aussahen oder, wie im Falle Darmstadt gegen Halle, einen auffälligen Gang hatten.
Nein, dieser Ausruf - OK, ich gestehe nicht wörtlich - entwich dem Busfahrer und Zeugwart der Eintracht Braunschweig, Christian “Bussi” Skolik. Offenbar musste er die Gästekabine reinigen und war wohl von den Hinterlassenschaften unserer Mannschaft nicht begeistert. Was also bleibt da anderes zu tun als die Kamera oder das Handy zu zücken, eine Aufnahme zu machen und mit dem entsprechenden Kommentar an eine Facebookseite zu senden und damit den geballten Zorn der ordentlichen Braunschweiger in Richtung unserer Mannschaft zu schicken. So hinterlässt man niemals eine Gästekabine.

Mittwoch, 27 Februar 2013 21:18

Die drei Fragezeichen

DreiFragezeichenRückblickend betrachtet war es, wieder einmal, eine äußerst überflüssige Auswärtsfahrt bei der es außer Kosten und stundenlanger Autofahrt nichts erfreuliches oder gar aufbauendes zu berichten gab. Patrick Potthoff hat es in seinem Blog über die Analyse dieses Spiels sehr schön auf den Punkt gebracht, es gab nichts zu analysieren. Wo nichts ist, lässt sich nichts analysieren. Nach dem Spiel sitzt die fünfköpfige Auswärtsfahrergruppe dann auch durchgefroren in der Hotellobby und nippt an Bier oder Tee. Jeder sieht den jeweils anderen an, schüttelt den Kopf und versteht nicht so ganz, was man sich da eben, nach sechsstündiger Fahrt, so ansehen musste. Über den Köpfen scheint nur eins zu kreisen, Fragezeichen …

Bus nach Dresden 1Gleich zu Beginn der Hinweis, dass ich mich mit diesem Blog vermutlich auf sehr dünnes Eis begebe. Dünnes Eis deshalb, weil ich mich weigere in das, nach unserem Spiel gegen Dynamo Dresden am vergangenen Freitag, unsägliche Verurteilen und Verteufeln aller Anhänger des Vereins aus Dresden einzustimmen. Weil ich mich weigere die kollektive Verurteilung aller Fans mitzumachen und weil ich mich weigere dem Wunsch der Internetgemeinde nach Lizenzentzug zuzustimmen. Ich weigere mich, weil es eine pauschale Verurteilung von Menschen ist, gegen die wir Anhänger unseres Vereins uns genauso wehren sollten. Am Beispiel der Berichterstattung vom Freitag bzw. Samstag ist wieder einmal offensichtlich, woran es den Berichterstattern mangelt. Differenzierte Sicht und Abgrenzung gegenüber pauschalen Urteilen.


Dünnes Eis aber auch, da es sehr wohl auf Angriffe auf Shuttlebusse seitens Anhänger der SG Dynamo Dresden kam und die dabei in den Bussen angegriffenen Personen sehr wohl Ängste ausstehen mussten und, zumindest zwei von ihnen, Verletzungen davontrugen. Völlig unabhängig davon kam es zur Sachbeschädigung an den Shuttlebussen von ca. 70.000 Euro. Das alleine ist verwerflich und hat mit Fußball überhaupt nichts zu tun und wird selbstverständlich auch von mir verurteilt. Dieses Austicken, ausrasten oder wie es jemand schrieb “zombiehafte” Verhalten drückt sich offenbar in einer unendlichen Missachtung gegenüber anderen Menschen aus. Fußball scheint da eher ein Anlass als ein Grund für diesen Hass zu sein.

Uneingeschraenkte Rechte auch fuer FansUm es gleich von Anfang an deutlich zu machen, ich lehne Gewalt ab und dieser Blog ist kein Freibrief für Gewalt zwischen und gegen Fans anderer Vereine.
Dennoch bin ich der Ansicht, auch ein solches Thema mal der breiten Öffentlichkeit vorzustellen und aufzuzeigen, was so im Zuge eines Ermittlungsverfahrens gegen einen Fußballanhänger - OK, nennen wir ihn Fan - passieren kann. Es wäre sicherlich einmal interessant eine Statistik zu erhalten, in dem das nachfolgende einmal zwischen Fußballfans und “Nicht-Fußballfans” aufgeschlüsselt ist - rein aufgrund eines laufenden Ermittlungsverfahrens.

Worum geht es?
Es geht um das so genannte “Betretungs- und Aufenthaltsverbot nach dem Polizei- und Ordnungsbehördengesetz Rheinland-Pfalz (POG)” wie es sicherlich jedes Wochenende, nicht nur in Rheinland-Pfalz sondern auch in nahezu allen Bundesländern in Deutschland ausgesprochen wird. Mir wurde nun ein solches Betretungs- und Aufenthaltsverbot einmal zugänglich gemacht, da es mich schon interessiert, wie mit Fußballfans so umgegangen wird.
Das Überraschende dabei ist, dass es ein Betretungsverbot für den gesamten Stadtbereich von Mainz inklusive seiner Vororte ist und das für ein Spiel des 1. FSV Mainz 05 gegen den VfB Stuttgart am 15. Dezember. Ausgesprochen gegen zahlreiche Mitglieder von Ultragruppierungen des 1. FC Kaiserslautern.

WeDontLikeMondaysSmall OnlyDie zweite Liga hat für manchen ja den Charme der kleinen Stadien, tollen Stadionwürsten und dem zuweilen doch sehr wenig kommerzialisierten Strukturen bei Aufsteigern oder eben traditionellen Vereinen. Wer schwärmte nicht beim Abstieg aus der ersten Liga von den Schinkennudeln in Aue?
Auf eines allerdings kann man in der zweiten Liga fluchen. Das sind die Anstoßzeiten. Heute wurden die Spieltage 22 bis 27 der aktuellen Saison terminiert. Und schon wieder sind zwei Montagsspiele dabei. Somit müssen die Fans des 1. FC Kaiserslautern am 4. Februar um 20:15 nach München (mindestens 375 Km), am 25. Februar um 20:15 nach Berlin (652 Km) und am 11. März um 20:15 nach Braunschweig (451 Km). Denkt eigentlich bei all dem Geldgeschacher von Sport 1 und dem so genannten “Top-Spiel” noch irgendeiner an die Menschen in den Stadien? Sicher nicht.

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