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Dienstag, 20 Mai 2014 18:07

3. Liga tut schon weh... - Saisonrückblick 2013/2014

geschrieben von

 

Saisonrückblick 2013/14

dortmund

Eine der wohl anstrengendsten Saisons meines Fanlebens liegt nun hinter mir, und obwohl ich die Zeit ohne Fußball vermissen werde kann ich durchaus sagen, dass ich froh bin nun endlich die Sommerpause erreicht zu haben. An die 50 Pflichtspiele machten die Saison 2013/14 zu einer sehr kräftezehrenden Spielzeit, die mit ihren Höhen und vielen Tiefen am vergangenen Donnerstag doch noch ein versöhnliches Ende gefunden hat. Im heimischen Wedaustadion konnte der erste Titel seit der Amateurmeisterschaft 1987 gewonnen werden. 5:2 hieß es am Ende gegen den TV Jahn Hiesfeld. Niederrheinpokalsieger MSV!

 

Doch von Anfang an.

darmstadt

Aus sportlicher Sicht verlief die Saison im Grunde besser als erwartet, aber bei mir machte sich nach und nach eher Ernüchterung als Erleichterung oder Freude breit. Konnte die Euphoriewelle der Sommerpause sowohl seitens der Fans als auch der Mannschaft noch ganz gut in die ersten Spiele getragen werden, verschlechterten sich die Leistungen der Spieler auf dem Platz kontinuierlich. Die Erwartungen waren im Vorfeld der Spielzeit nicht besonders hoch, schließlich ging man mit einer kurzfristig zusammengewürfelten Mannschaft und einem neuen Trainer an den Start. Die ersten Spiele waren dennoch vielversprechend, schließlich verlor man mit guter und kämpferischer Leistung nur 0:1 gegen den Aufstiegskandidaten aus Heidenheim, startete danach aber bei sommerlichen Temperaturen mit einem Auswärtssieg in Burghausen. Auch in der ersten Pokalrunde konnte der MSV sich beinahe gegen den Zweitligisten aus Paderborn durchsetzen, ebenfalls spielerisch ansprechend. Nach diesen ersten Spielen war ich durchaus überrascht, denn ich hatte aufgrund der viel zu kurzen Vorbereitung mit einem eher schlechten Start gerechnet. So ging ich wie viele andere davon aus, dass die Leistungen sich trotzdem verbessern, wenn die Mannschaft sich gefunden hat und die Arbeit des neuen Trainers Karsten Baumann Wirkung zeigt. Dass dem nicht so war, zeigte sich Mitte der Hinrunde. Bis dato spielten die Zebras relativ ansehnlichen Fußball und auch die Resultate waren zufriedenstellend.

erfurt

Aus welchen Gründen auch immer wurden die Leistungen unbeständiger und der Fußball unansehnlicher. So musste ich mich doch mal am Kopf kratzen als ich beim Heimspiel gegen den SV Darmstadt im Block stand, auf die Anzeigetafel sah und dort in großen Zahlen „0:4“ zu lesen war. In solchen Momenten wich dann doch jegliche Motivation. Schlussendlich war der MSV im tristen Drittliga-Alltag gefangen und mir stellt sich unvermeidlich die Frage, wie es dazu kommen konnte, warum ich das hier immer noch mache. Schwer zu sagen. Aber irgendwo ist es doch ein gutes Gefühl, auch in der dritten Liga immer für seinen Verein da zu sein.

kiel

So traurig es klingt, aber in der Folge gibt es kaum nennenswertes über die dahinplätschernde Spielzeit zu berichten. Der MSV verlor sich irgendwo im Mittelfeld der Tabelle und kam zeitweise sogar den Abstiegsrängen gefährlich nah. Hin und wieder gab es durchaus Ausreißer nach oben, doch der gespielte Fußball auf dem Rasen erinnerte zunehmen nicht mehr wirklich an das, was anfangs noch geboten wurde. Nicht mehr als mäßiger Mittelmaßfußball der dritten Liga. Eigentlich ist das nicht mehr oder weniger als dass, was ich erwartet hatte, aber dennoch war das ganze kaum zufriedenstellend. Vielleicht hab ich mir bedingt durch den guten Saisonstart insgeheim doch mehr erhofft, aber gewisse fußballerische Ansprüche sollte man grundsätzlich an jede Mannschaft stellen, egal ob diese jetzt schon seit Jahren zusammen spielt oder auch nicht. Diese wurden jedoch kaum mehr erfüllt. Mit der Mannschaft konnte ich mich zu keinem Zeitpunkt wirklich identifizieren, obwohl ich am Anfang dahingehend ein anderes Gefühl hatte. Rückblicken ist das aber eigentlich auch fast egal, die Hälfte ist eh schon wieder weg.

So war ich dann auch relativ froh, als die Saison sich dem Ende zu neigte. Eine glorreiche 4:1 Niederlage bot das letzte Auswärtsspiel der Saison in Unterhaching. Das war wieder einer der typischen MSV Momente. Es geht um nichts mehr, man steht im Regen und die Zebras bekommen von einem weiter unten stehenden Team auf den Deckel.

Doch der eigentliche Saisonabschluss war das Niederrheinpokalfinale. Der Niederrheinpokal war für mich über die gesamte Saison immer eine Abwechslung und Erfrischung gegenüber dem tristen Alltag in der Liga. Mit dem gewonnenen Finale war er wohl auch das Highlight der Spielzeit. In den ersten Runden konnten bei entspannter Atmosphäre und lockerer Stimmung leichte Siege eingefahren werden und zudem durfte man auch die Stadionverbotler im Stadion begrüßen. Das einzig turbulente Spiel im Niederrheinpokal war das Derby in Essen, welches erst im Elfmeterschießen gewonnen werden konnte. Für mich war es einer der emotionalsten Tage der Saison. Über mehr als 120 Minuten war es eine reine Zitterpartie, die zum Glück in reiner Extase endete. Auch sonst bot das Spiel alles was zu einem Derby dazugehört: Eine feine Pyroshow, gute und hitzige Stimmung auf essen2den Rängen und ein ruppiges Spiel. Derbysieg! Das um diese Zeit neu entstandene Niederrheinpokalsieger-Lied ist wohl der Song der Saison und immer noch ein Ohrwurm. Das Niederrheinpokalfinale konnte dann im eigenen Stadion bestritten und gewonnen werden. Es bleibt also ein versöhnlicher Saisonabschluss, welcher mit einer Choreo und einem Platzsturm im Anschluss an das Spiel gebührend gefeiert wurde. Es ist zwar nur der Niederrheinpokal, aber dennoch überwiegt die Freude darüber, überhaupt mal einen Titel gewonnen zu haben. Diese Freude entlud sich dann auch beim Platzsturm, der zumindest dafür sorgt, dass durchaus auch positive Erinnerungen an die Saison bleiben.

essen

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Ein weiteres Thema, welches sich über die gesamte Spielzeit erstrecke, war der Konflikt innerhalb der Fanszene. Dieser fand mit einem Angriff auf die Kohorte beim Heimspiel gegen Saarbrücken ihren Höhepunkt. Meine Sicht auf die Saison wurde auch durch diese Geschehnisse ziemlich beeinflusst. Ich möchte jetzt hier nicht alle Geschehnisse aufarbeiten, da diese hinlänglich bekannt sind und alle Argumente ebenfalls ausgetauscht sind. Vielmehr möchte ich einfach meine ganz persönliche Gefühlslage schildern.

Eine „MSV Fans gegen Rassismus“-Choreo und ein Spruchband gegen die Vergabe des Gruppenverbots für „Ultras Braunschweig“ waren Auslöser für gewalttätige Angriffe und Diskussionen um die Frage, ob dadurch denn nun Politik ins Stadion gebracht wird und ob das nötig ist.

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Zum einen muss ich sagen, dass das für mich keine Politik ist. Und wenn man das doch als politisch definieren sollte, ist es zumindest keine Politik die problematisch ist. Das klingt zwar mittlerweile wie eine Phrase, aber für mich beginnt das Problem eher dann, wenn es auf zwei kleinere Aktionen gegen Rassismus im Stadion derart heftige Reaktionen gibt. Keiner der Aktionen richtete sich gegen andere MSV Fans, sondern sie dienten lediglich dazu ein klares Bekenntnis abzugeben, welches eigentlich im Sinne des Vereins und der gesamten Zebrafamilie sein sollte. Natürlich gibt es zu allem auch eine Vorgeschichte, doch im Grunde ist es nicht mehr als das, was für den ganzen Stress sorgte. Verschiedene Meinungen gibt es immer und überall, und alle müssen respektiert werden. Wo das Problem bei einer Positionierung gegen Rassismus ist erschließt sich mir nicht, zumal diese schon aus verschiedenen Ecken kam. Andere politische Aktionen habe ich auch im Stadion nie gesehen. Und mehr mache weder ich selbst, noch erwarte ich das. Keiner fordert, dass sich jeder aktiv irgendwo einsetzt, schließlich geht man in erster Linie zu einem Fußballspiel. Aber dann sollten meiner Meinung nach wenigstens die, die so etwas tun respektiert werden.

Der Konflikt sorgte also meist für eine unschöne Atmosphäre in den Gästeblocken der 3. Liga. Bei vielen Auswärtsspielen fühlte ich mich alles andere als wohl. Genauer eingehen möchte ich darauf jetzt aber nicht. Oft raubte mir das aber auch fast die letzte Motivation, die ohnehin schon sehr gering war. Ich finde das ziemlich schade, denn ungeachtet der ganzen Problematiken möchte ich doch auch nur den MSV unterstützen. Nur deswegen fahre ich doch quer durch Deutschland, in die entlegensten Winkel des Landes und opfere gute Teile meines Taschengeldes. Ich fühle mich lediglich in einem Umfeld wohler, indem Spieler nicht ständig als „Schwuchtel“ oder ähnliches beleidigt werden. Ohne die Tatsache, dass der MSV mir am Herzen liegt würde ich das alles ja nie tun. Dabei einen gemeinsames Verständnis gegen Rassismus und ähnlichem zu haben sollte sich doch dabei nicht im Wege stehen.

Die Stimmung im Wedaustadion und bei Auswärtsspielen war ebenfalls geprägt von Hoch- und Tiefpunkten. Vor allem in den ersten Spielen nach der Sommerpause war die Stimmung oft fantastisch, aber wie anscheinend die Spieler verfielen auch die Fans zunehmend in Lethargie, die nur ab und an mal durchbrochen werden konnte. Das Niederrheinpokalfinale setzte zwar auch in diesem Bereich einen positiven Schlusspunkt, aber trotzdem kann hier auch noch einiges verbessert werden.

 

Immer im Hinterkopf blieb nach der turbulenten letzten Sommerpause und dem Lizenzentzug die finanzielle Situation. Zur finanziellen Situation des Spielvereins kann ich ehrlich gesagt nicht viel qualitativ hochwertiges sagen, zu verwirrend ist das ganze geworden. Nur eins ist sicher: Nichts ist sicher. „Schuldenschnitt“ und „Stadionfrage“ sind Begriffe, die über die gesamte Spielzeit immer mal wieder im Gespräch waren. Beide hängen wohl direkt mit der Lizenzvergabe für die kommende Spielzeit zusammen und sind anscheinend nun endgültig geklärt. Laut verschiedenen Berichten soll es wohl nur daran scheitern, dass immer noch eine Summe von rund 2 Millionen Euro fehlt, die in den nächsten Tagen aufgetrieben werden muss. Es bleibt also spannend bis zum 27. Mai – der Tag an dem über die nahe Zukunft des MSV entschieden wird. Ein weiterer Lizenzentzug würde wieder einen Tiefpunkt darstellen, von dem ich wirklich nicht hoffe, dass er wahr wird. Der MSV gehört nicht in die 4. Liga, sondern wieder nach oben. Noch ein Abstieg würde die Chancen auf eine baldige Rückkehr in die 2. Liga und somit eine Chance auf eine finanziell sicherere Zukunft wahrscheinlich weiter verringern. All das wird die Titelseiten der Zeitungen nicht nur die nächsten Tage beschäftigen, auch während der gesamten Saison war das Thema ständig präsent, was ziemlich an den Nerven zerrt.

 

Was bleibt also übrig von dieser Saison? Es ist für mich ziemlich schwer ein Fazit zu ziehen. Sie war verdammt anstrengend und schwierig und ich bin froh, dass diese Saison nun hinter mir liegt. Trotzdem kann ich auch von dieser Spielzeit einiges mitnehmen. Für mich persönlich, dass es wert ist für etwas zu kämpfen und sich nicht unterkriegen zu lassen und wie alle anderen MSV Fans wohl auch bin ich jetzt noch leidgeprüfter. Der MSV macht es einem nicht wirklich einfach, ihm die Treue zu halten. Aber da führt wohl kein Weg dran vorbei. Im Nachhinein kann man sagen, dass die sportlichen Erwartungen erfüllt wurden, dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Einzelne unvergessliche Momente gab es trotzdem, die meine Erinnerungen an diese turbulente Saison prägen werden. Jetzt freue ich mich auf eine hoffentlich entspannte Sommerpause um dann in der nächsten Saison wieder voll loszulegen. Auch wenn diese Hoffnung momentan ja auch noch auf sehr wackligen Beinen steht, Stichwort Lizenz. Aber ich lasse mich überraschen. So ist das, hier beim MSV...

 

Weitere Eindrücke:

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 Auswärts in Darmstadt und Choreo gegen Burghausen

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Niederrheinpokal: Auswärts beim Croneberger SC (in Wuppertal) und gegen Bockum (in Uerdingen)

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Auswärts in Saarbrücken und Choreo gegen Heidenheim (1. Spieltag)

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Auswärts in Rostock

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Choreo von Block 10 gegen Rostock und gegen Münster

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Auswärts bei den Stuttgarter Kickers und der Stimmungsblock beim Heimspiel gegen Osnabrück

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Aktionen gegen das Produkt aus Leipzig beim Auswärtsspiel und beim Heimspiel gegen RB.

Selten erlebt man beim Spielverein ruhige Sommerpausen, noch viel seltener eine ruhige Saison in der mal alles so läuft wie es laufen sollte, aber diese Sommerpause war wirklich turbulent. Lizenzentzug, Schiedsgericht, Bangen um die Lizenz für die 3. Liga und viele Aktionen rund um den MSV. Nun kehrt endlich wieder ein bisschen Normalität ein.

Nach der Mitteilung, dass der MSV die Lizenz für die 3. Liga erhält war ich keiner von denen, die jubelnd durch die Gegend gesprungen sind, angefangen haben zu weinen oder ähnliches. Ob die 3. Liga wirklich den besten Weg für den Spielverein ist muss sich erst noch zeigen, ganz überzeugt bin ich davon immer noch nicht. Vielmehr könnte sie auch einfach nur ein Zwischenschritt auf dem Weg nach unten sein, der dem Verein doch mehr schadet als er bringt. Aber das ist auch nur eine Vermutung und ich muss trotzdem sagen, dass ich unglaublich erleichtert war, als die Meldung mich erreichte. Endlich ist es vorbei mit dem Hin-und Her, endlich Gewissheit und endlich kann man sich auch innerlich auf die neue Saison vorbereiten. Das hat mir die letzten Wochen gefehlt und ich war froh, dass sich das Bangen nicht noch weiter hinzog und eine Insolvenz noch mehr Zeit und Kraft geraubt hat.

Nun also die 3. Liga. Es ist nicht ganz, aber fast Neuland für den MSV. Die einzige Zeit die der MSV schonmal in der 3. Liga, damals noch Oberliga Nordrhein, verbracht hat war von  1986-1989, und diese Zeit habe ich noch nicht miterlebt. Trotz der Tatsache, dass die 3. Liga für viele Fans etwas gänzlich Neues ist muss ich sagen: Eine neue Liga ist für mich kein neues Leben, so wie es nach der Bekanntgabe der Lizenzerteilung für die 3. Liga aus den Stadionboxen schallte. Die Gegner sind anders und die Stadien, in denen wir antreten müssen sind andere, aber ich stehe weiter in der Nordkurve, gehe mit meinen Freunden ins Stadion und unterstütze den Verein. Mir kommt es nicht auf die Gegner an und auch nicht hauptsächlich in welcher Liga wir gerade spielen (und ja, sportlicher Erfolg ist mir trotzdem nicht unwichtig), sondern auf den eigenen Verein und das ist der MSV! Mal ganz nebenbei, ich finde es auch etwas befremdlich dass der Abstieg in die dritte Liga am Stadion gefeiert wird. Mit Schlagermusik. Und jetzt alle… Kein Kommentar mehr dazu.

Wenn ich schon gerade meckere verliere ich auch noch ein Wort zum Abgang von Maurice Exslager nach Köln. Exslager ist in Duisburg zum absoluten Publikumsliebling geworden. Schnell hatte er das Image des „Ur-Duisburgers“, von dem ich immer noch nicht weiß woher es eigentlich kommt. Wohl eher von Fan-Seite aus als von Exslager selber. Nach dem Wechsel zum 1. FC Köln wurde er, unter anderem auf seiner Facebook-Seite, wüst beschimpft und beleidigt. Manchmal kann ich da nur noch den Kopf schütteln. Ich rate allen in Zukunft – feiert nicht jeden Spieler der mal mehr als eine Saison beim MSV bleibt oder mehr als 3 Spiele eine kämpferische Leistung abliefert. Und wenn doch, dann lasst das unnötige Beleidigen am Ende. Es ist jedes mal das Selbe. Auch Exslager ist ein Fußballspieler, der sich weiterentwickeln will und der Geld verdienen will. Er hat nie gesagt, dass er für immer beim MSV bleiben will oder Köln hasst. Dass man sauer ist kann ich ja verstehen, aber bevor man all seine Gedanken in Facebook auslädt, sollte man zumindest mal kurz nachgedacht haben.

Genau so wenig angebracht wie übertriebene Beleidigungen gegenüber Exslager sind im übrigen die homophoben Kommentare gegenüber Köln und deren Anhängern.

In den letzten Tagen hat sich schon halbwegs ein Kader gebildet, der zwar klein, aber im Grunde nicht schlecht ist. Die Mannschaft ist zwar wieder, wie so oft, eine ganz andere und die Namen werde ich mir erst mit der Zeit einprägen können, aber sollten diese Spieler unverletzt bleiben und sollten sie die von mir erwartete schlechte Phase zu Beginn unbeschadet überstehen kann ein Platz über den Abstiegsrängen angepeilt werden. Aber auch nur wenn sich keiner verletzt und alles gut geht. Und da wäre ich auch schon froh drum. Im nächsten Jahr muss dann allerdings aufgrund der angespannten finanziellen Situation schon der Aufstieg erreicht werden und dass man dieses Ziel schafft, daran zweifele ich stark. Wenn der MSV nicht bis dahin bereits sportlich abgestiegen sein sollte wird es wohl im dritten Jahr in der 3. Liga auf einen erneuten Zwangsabstieg hinauslaufen, wenn sich nicht beispielsweise in Sachen Stadionmiete drastisch was ändert. Der eklatante Sturz der TV-Gelder muss schnellstens kompensiert werden, ansonsten sieht es schlecht aus.

Die ganze momentan aufkommende Euphorie teile ich nicht so wirklich, schließlich haben wir eine kaum eingespielte Mannschaft und eine finanzielle Situation, die immer noch nicht ausreichend für einen langfristig gesunden Weg des MSV ist. Das sollte jeder Beteiligte nicht vergessen!

Damit nicht der Eindruck entsteht, dass ich mich gar nicht freue sag ich es noch mal extra: Auch ich freue mich auf die neue Saison! Ich freue mich wieder ins Stadion gehen zu können und den Verein zu supporten. Das hat mir wirklich gefehlt, auch wenn die Sommerpause dieses Jahr nicht lang war. Dennoch gehe ich nicht ohne Sorgen in die neue Saison, auch wenn von oben oftmals der Eindruck erweckt wird, es wäre alles wieder schön und gut und dass dies nicht der Fall ist, sollte nicht in den Hintergrund geraten.

Nur noch 3 Tage. Täglich werden neue Spieler beim MSV begrüßt, über 4.000 Dauerkarten wurden schon verkauft, das ist schon stark! Ich bin voller Vorfreude auf Samstag und hoffe, dass wir nicht allzu hoch gegen Heidenheim verlieren. Was ich erwarte? Einen gut aufgelegten Stimmungsblock, eine Mannschaft die kämpft und schönes Wetter.

In diesem Sinne – auf eine gute Saison!

Freitag, 14 Juni 2013 17:26

Quo vadis, MSV?

geschrieben von

dachterasse

Fast zwei Wochen ist es nun her, da traf diese Nachricht jeden wie einen Schlag: Der MSV Duisburg bekommt keine Lizenz für die 2. Bundesliga. Vieles ist passiert in dieser Zeit, aber irgendwie ist auch gar nichts passiert. Eine kleine Aufarbeitung der Geschehnisse der letzten zwei Wochen und meiner Gefühlslage.

Erschöpft kam ich von der Schule nach Hause, freute mich eigentlich nur auf das lange Wochenende vor mir und schaltete nichts ahnend den Computer an. Zuerst registrierte ich gar nicht, was ich in einer Statusmeldung auf Facebook las: „MSV DUISBURG BEKOMMT KEINE LIZENZ FÜR DIE 2.LIGA!!!“. Ich kann nicht mal behaupten, dass ich annahm, es wäre ein schlechter Scherz, ich nahm es einfach gar nicht wahr. Bis diese Meldung vermehrt auftauchte. Wie ich mich dabei fühlte? Schwer zu beschreiben. Ich glaube ich habe es die erste Zeit lang gar nicht realisiert. Mir kam nur der Gedanke: Auf zum Stadion! Ich erhielt mehrere Anrufe von ratlosen Freunden, aber auch ich konnte nicht viel antworten auf die Fragen, die sie stellten. Auf dem Weg zum Stadion überkam mich plötzlich die Verzweiflung und die Meldung kam ein Stück weit bei mir an. Was passiert mit meinem Verein!? Mein Verein….

Am Stadion hatten sich schon einige Menschen versammelt, Spruchbänder wurden aufgehängt, auf denen die Schuldigen ganz klar benannt wurden. „FicKt EucH“ und „Durch Kentsch und Hellmich’s Stadionbau stirbt unser MSV!“ war zu lesen. Dazu später noch mehr. Im Minutentakt kamen mehr Fans zum Stadion. Aus allen Gesichtern war die pure Fassungslosigkeit abzulesen. Ratlosigkeit. Trauer. Was jetzt? Sensationsgeile Sky-Reporter waren auch schon kurz darauf zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte jedoch keiner Lust, seine Wut und seine Fassungslosigkeit zur Verfügung zu stellen, damit Sky auch möglichst schnell eine brisante Schlagzeile veröffentlichen kann. Der Aufnahmewagen fuhr nach einigen Beleidigungen und Aufforderungen zu gehen ganz an den Rand. Nach einiger Zeit kippte die Stimmung. Die Ratlosigkeit wich dem Frust, der Wut auf die Verantwortlichen, die schon seit Jahren dabei waren, den Verein wie ein Schlachtvieh auszunehmen und zu zerstören. Die Hellmich-Sponsorenfahnen wurden aus dem Erdboden gerissen, eine fiel den Flammen zum Opfer. Bengalos und Böller flogen, kurz darauf folgte der Stadionsturm. Am Abend war in vielen Presseberichten von „Randale“, „Hooligans“ und „Sogenannten Fans“ zu lesen. Inwiefern fliegende Mülltonnen zu bewerten sind ist eine andere Sache, aber der Verein wurde schon so lange zerstört, ausgenommen und beiseite geworfen, dass in irgendeiner Art und Weise ein Zeichen erfolgen musste, denn obwohl das Problem mit Hellmich und Kentsch innerhalb der Fanszene schon länger bekannt ist, verhielten sich die Szene überraschend ruhig. Bei anderen Vereinen wäre es garantiert nicht bei zwei Schweigeprotesten geblieben. Förderlich ist das ganze bestimmt auch nicht gewesen, aber diesen Fans nun das „Fan-sein“ abzusprechen, oder sie als „Sogenannte Fans“ zu bezeichnen ist schlichtweg falsch. Diese Fans haben genug davon, tatenlos zuzuschauen, wie ihr Verein von einigen wenigen Egoisten an die Wand gefahren wird. Die Wut und der Frust, die sich über Jahre hinweg angesammelt haben mussten raus. Auch in Duisburg lässt man sich nicht alles gefallen! Mal abgesehen davon, dass sich der Sachschaden auf unter 100€ belaufen müsste, und somit gegenüber den Summen, die Hellmich aus dem Verein gezogen hat nichts ist, und die Situation sich nach einigen Minuten schon wieder beruhigt hatte, wäre garantiert nicht so viel schlechte Presse entstanden, wenn Duisburg bessere Reporter hätte, die nicht aus jeder Kleinigkeit eine riesen Schlagzeile machen müssen. Passiert ist nämlich nicht viel, Verletzte gab es auch keine. Ein paar Gesänge folgten noch, danach machte sich der größte Teil völlig schockiert auf den Weg nach Hause. Den Rest des Abends war ich in einer Art Schockstarre. Völlig perplex. Das ganze konnte noch nicht so recht verarbeitet werden.

Die Frage, wer Schuld an der Lizenzverweigerung seitens der DFL ist, ist nicht ganz eindeutig zu sagen. Wer verantwortlich für die Situation ist jedoch schon. Genannt seien da nur kurz die Namen Walter Hellmich und Roland Kentsch. Walter Hellmich, mit horrenden Mieten, die er für das Stadion verlangt, und diffusen Marketingverträgen mit seiner eigenen Marketing Firma wohl hauptverantwortlich, auch wenn im Verein über Jahre eine menge Leute etwas zu sagen hatten, die Hellmich wohl nur die Stange hielten. Roland Kentsch, gleichzeitig Vorsitzender der Stadiongesellschaft und Geschäftsführer des MSV ebenso, jahrelang arbeitete er schon im Sinne Hellmichs daran, die Miete auf keinen Fall zu verringern.

Wohl auch der letzte sollte mittlerweile verstanden haben, dass Hellmich nicht der Retter ist, als der er sich in der Presse regelmäßig feiern lässt, wenn er Kredite mit unsäglichen Bedingungen gibt oder die Miete stundet.

Zu guter letzt blockierte er kurz vor Abgabe der Lizenzunterlagen die letzte langfristige Lösung, um den MSV zu sanieren. Dankeschön! Egal wohin es auch geht – ohne dich!

Einen ist der MSV jetzt schon los. Roland Kentsch wurde gestern fristlos entlassen. Endlich ein positives Signal seitens des Vereins, was sich auch vor dem Schiedsgericht möglicherweise positiv auswirken könnte und für viele Fans ein neuer Hoffnungsschimmer ist. Hellmich, somit schon mal teilweise entmachtet, hat somit schon weniger Einfluss, was auch der DFL gefallen sollte. Außerdem ist die Entlassung ein Signal vom MSV, endlich aufzuräumen im Verein, was auch dadurch bestätigt wurde, dass der AR-Vorsitzende der KGaA, Dr. Görtz, zuständig für die Überprüfung des Geschäftsführers Roland Kentsch, beurlaubt wurde.

Nachdem das Urteil der DFL bei den meisten schon gesackt war beschloss man auch am nächsten Tag zum Stadion zu gehen. Der Vorstand des e.V., der nun wirklich nicht als Schuldiger gelten kann, musste sich vor wütendem Publikum für die momentane Lage des MSV rechtfertigen und wurde daraufhin von einigen unnötigerweise angepöbelt und für die Situation verantwortlich gemacht. Diejenigen, die wirklich verantwortlich waren zeigten sich an diesem Tag nicht. Vielleicht auch besser so – für sie..

In den nächsten Tagen entfachte nicht nur von Duisburger Seite aus eine kaum zu beschreibende Euphoriewelle durch die Stadt. Häuser und Autos wurden mit Schals geschmückt, ungewöhnlich viele Menschen sah man in diesen Tagen mit MSV-Trikots in der Stadt. Ein wunderbarer Anblick, der ein bisschen Trost spendete.

Doch mindestens genau so erfreulich, die unglaubliche Solidarität der anderen Ruhrpott-Vereine und auch die, der Fans aus Frankfurt, Berlin, Kaiserslautern und allen anderen Verein! Zahlreiche Anhänger anderer Vereine sah man am Wedaustadion, dutzende gemeinsame Fotos entstanden und auf Facebook bildeten sich fast unzählig viele Gruppen, die Solidarität zum MSV bekunden wollten. Großartig! DANKE!

Die ersten organisierten Aktionen folgten in den nächsten Tagen, auch wenn weiterhin die große Ungewissheit herrscht. Die Ungewissheit, wie es weiter geht, ist wohl das Schlimmste. Jeder möchte nun endlich wissen, wohin der Weg des MSV führt.

Eine Mahnwache vor dem Stadion entsteht, ein Marsch, mit unglaublichen 6000 Teilnehmern wird durchgeführt, der noch mal klar machte, wie viele Menschen auch in diesen Tagen hinter dem Verein stehen und stolz auf ihn sind.

Ein Wehrmutstropfen bleibt bei den vielen organisierten Aktionen jedoch. Im Falle einer Insolvenz der KgaA, die nochlange kein Ende des Meidericher Spielvereins bedeuten würde, würde auch den e.V. bedrohen, da dieser seine Einnahmen hauptsächlich aus der KgaA bezieht. Eine Insolvenz des e.V. wäre verbunden mit einer Auflösung des Vereins und damit gleichzusetzen mit einem Ende der 111-jährigen Geschichte vom MSV Duisburg. Der e.V. darf nicht sterben! Leider kommt das bei den Protestaktionen, die hauptsächlich darauf aus sind, Flagge zu zeigen, nicht immer heraus. Dabei benötigt der e.V. circa 200.000€-300.000€, die nicht von irgendwo kommen. Darauf wird viel zu selten aufmerksam gemacht, da aber viele nicht mehr mit der Lizenz für die 2.Liga rechnen, muss mehr in diese Richtung gemacht werden, was auch beim Demomarsch von einer Duisburger Gruppierung, die mit dem Banner „Pro e.V.“ marschierte, umgesetzt wurde.

Folgend wurde auch die Aktion ONE. LOV.E ins Leben gerufen. Die Stadt sollte in Blau und Weiß erstrahlen und an den MSV, vor allem aber auch an den e.V. erinnern. Der Kantpark wurde mit blau-weißen Wurfrollen geschmückt und selbige wurden von der Dachterasse des Duisburger Forums heruntergeworfen, was ebenfalls ein schönes Bild ergab.

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Auch das Spruchband der 110-Jahres-Choreo vom Spiel gegen den VfR Aalen und die Blockfahne im Stadion beim Rhein-Ruhr-Marathon liefen unter dem Motto ONE. LOV.E. Hin- und weg waren bis dahin schon viele, das Highlight folgte jedoch noch.

Die Duisburger Landmarke Tiger&Turtle, zu der es genügend unterschiedliche Meinungen gibt wurde mit Logos und Zebras aus Pappe, sowie, wie bei bisher jeder Aktion, mit einem ONE. LOV.E Spruchband geschmückt.

Auch die Westenderstraße, die Heimat des Meidericher Spielvereins, wurde mit Spruchbändern versehen, die das nochmal verdeutlichen sollten.

All diese Proteste und Aktionen zeigen eins: Der Verein lebt! Egal wohin es geht, hinter dem MSV stehen tausende Menschen die stolz auf ihn sind! Eine Euphorie wie vor dem Pokalfinale ist es, die durch die Stadt geht. Begründet einfach durch die Liebe zum Verein, die jetzt von so vielen gezeigt wird, dass das nur Mut für die Zukunft geben kann. WIR sind der Verein!

Auch wenn immer noch die Ungewissheit das herrschende Gefühl bei mir ist, hat sich nach langer Zeit etwas Hoffnung geregt. Die Entlassung von Roland Kentsch gibt Anlass dazu. Sollte man die Lizenz bekommen, ist zumindest der Grundstein für eine langfristige Sanierung gegeben, auch wenn dafür noch einiges passieren möchte. Mein Bauchgefühl? Ich persönlich muss sagen, dass ich trotzdem nicht mehr wirklich dran glauben kann, dass der MSV die Lizenz bekommt. Zu vieles spricht für mich dagegen. Auch wenn ich mich jetzt doch noch über die Lizenz freuen könnte. Mit Kentsch hätte ich nicht gewusst, wie ich die Lizenz bewertet hätte. Wirklich befreien kann sich der MSV aber nur, wenn Hellmich seinen Einfluss verliert.

Wenn der MSV die Lizenz bekommt muss einiges passieren. Hellmich loswerden, Miete senken, das habe ich schon durchgespielt. Meiner Meinung nach ist die Lizenz dennoch weiter unwahrscheinlich, deswegen möchte ich mich jetzt nochmal kurz mit dem Szenario eines Lizenzentzugs beschäftigen.

Welche Liga?

Dritte? Ehrlich gesagt, lieber nicht. Zwar ist Kentsch jetzt weg, aber doch wäre in Liga 3 ein radikaler Schuldenschnitt sowie die Mietsenkung zwingend und sofort nötig. Und selbst wenn das geschehen würde, wären die Ausgaben bis auf diese Einsparungen die gleichen, die Einnahmen dafür aber deutlich weniger. Stichwort Fernsehgelder. Viele Absteiger sind daran schon kaputtgegangen und wenn der MSV nicht nach einem Jahr wieder aufsteigt wird es uns genau so ergehen wie Alemannia Aachen. Entweder steigt der MSV auf oder in der 3. Liga nach 3 Jahren kaputt gehen. Abgesehen dass die Gegner in Liga 3 kaum attraktiver sind als in der 4. oder auch 5. sind schon viele in dieser Liga pleite gegangen. Das möchte ich nicht auch noch bei meinem MSV sehen.

Vierte? Fünfte? Ehrlich gesagt weiß ich nicht, nach welchen Kriterien das entschieden wird. In der Fünften könnte der MSV an der Westenderstraße spielen. In der Vierten nicht. Der Vorteil bei einer Insolvenz wäre natürlich die Möglichkeit eines Neuanfangs. Ohne überhöhte Mietverträge und ohne Kentsch. Endlich wieder nur auf Sport konzentrieren und eine solide finanzielle Basis aufbauen. Der MSV wäre lange weg vom Profifußball, aber es ist eine große Chance.

Der Nachteil liegt natürlich darin, dass es sehr schwer ist sich wieder zurückzukämpfen. Der Aufstiegsmodus, vor allem in der 4. Liga ist unter aller Sau, und je länger der Weg nach oben dauert, desto mehr schwinden die Fans, Sponsoren und auch die Motivation.

Egal wohin es geht – ich bin dabei. Und viele andere auch. Ich möchte nur endlich Gewissheit jetzt! Für immer MSV!

Durch den Himmel

Durch die Hölle

Bis ans Ende dieser Welt

Auf dass auf ewig unsre Liebe

Zu den Meiderichern hält

Montag, 29 April 2013 17:56

Aue – Meidericher SV: Tote Hose im Erzgebirge

geschrieben von

Wieder stand für den MSV nicht gerade ein fußballerischer Leckerbissen auf dem Programm, aber was soll’s. Steht man halt mal für ein Spiel in Aue früh, früh will heißen um halb 3 morgens, auf um gegen 3 Uhr mit dem Bus Richtung Sachsen zu fahren. Ungefähr 8 Stunden Fahrt durch verschiedenste und verlassen wirkende Dörfer verschlief ein großer Teil der Busbesatzung, um spätestens bei der Ankunft, nachdem man noch ein gutes Stück von der Polizei begleitet wurde (Risikospiel oder so) festzustellen: Ist das ein scheiß Wetter. Wo sind wir überhaupt?

Bei klirrender Kälte und Nieselregen ging es schon 2 Stunden vor Anpfiff in’s noch verlassene Erzgebirgsstadion, wo der Gästeblock erstmal ansehnlich mit diversen Zaunfahnen bestückt wurde. Schön sah’s aus! Die 2 Stunden bis zum Anpfiff wurden mit leckeren Nudeltöpfen und ein bisschen Fahnenschwenken überbrückt, dann ging es endlich los. Endlich? So spannend versprach das Spiel nicht zu werden, und auch das Wetter ist bis zum Anpfiff nicht besser geworden, aber immerhin gab es die Aussicht auf die letzten Punkte im Kampf gegen den Klassenerhalt. Die ca. 300 Duisburger waren über den relativ großen Gästeblock relativ verstreut, aber es bildete sich dennoch ein Stimmungskern in der Mitte des Blocks. Stimmung – über weite Teile des Spiels nicht herausragend, nur ab und zu einige Ausreißer nach oben. Passend dazu bot die Mannschaft den mitgereisten Duisburgern aber auch absolute Magerkost. Angriff fand so gut wie gar nicht statt und auch die Abwehr wirkte hier und da etwas löchrig, irgendwie schien die Luft nach den letzten Spielen raus. Immerhin blieb es beim 0:0, wenn auch sehr glücklich, konnten die Zebras doch froh sein, dass Aue das ein oder andere Mal vor dem Tor etwas versagte.

Der Auer Stimmungskern rund um die „Erzgebirgade“ hatte heute nicht den besten Tag erwischt. Vielleicht ist das auch der Normalzustand, vernehmen konnte man sie jedoch nur, wenn auch dann deutlich, bei den „Wismut – Aue“ Echos und „Steht auf wenn ihr Auer seid“, ansonsten blieben sie ziemlich blass und stellten nichts Besonderes da. Jedenfalls kein Grund, sich auf das nächste Gastspiel im Erzgebirge zu freuen.

Nachdem die zweite Halbzeit spielerisch der ersten glich, die Stimmung zwar ganz ok war, der größte Teil der mitgereisten Duisburger sich aber nicht zum supporten überzeugen ließ, war der Gästeanhang über den einen Punkt doch ziemlich froh, die Serie von ungeschlagenen Spielen, mittlerweile sind es 6 Stück, hält weiter bestand. So verabschiedete man sich mit einem „Und schon wieder nicht verloren – MSV“ von der Mannschaft und zurück in die Busse.

Da ich den Nudelkopf nicht probiert hatte, gab es nichts was mich hier halten würde. Aue – eine Auswärtsfahrt die ich im nächsten Jahr lieber gegen Münster oder Bielefeld eintauschen würde. Es folgte eine lustige und unterhaltsame Rückfahrt, während der man auch noch den Sieg der Augsburger und wichtiger, die Niederlage unserer Nachbarn aus Düsseldorf bejubeln konnte. Nächste Saison, nachdem man Köln schon erfolgreich in den Aufstiegskampf pfuschen konnte, noch ein Derby mehr? Wäre doch geil. Wenn man schon nicht selber gewinnt..

Ein einstelliger Tabellenplatz ist für den MSV zwar noch möglich, scheint aber nach diesem Spiel wieder etwas weiter in der Ferne. Punktemäßig nicht, auch der nächste Gegner scheint schlagbar. St. Pauli ist am Sonntag an der Wedau zu Gast, ein Sieg wäre schön, um den Klassenerhalt wirklich endgültig unter Dach und Fach zu bringen, aber nach den anstrengenden letzten Spielen ist es verständlich, wenn es nicht mehr zu Höchstleistungen reicht.

Mittwoch, 03 April 2013 19:20

Auf in die Provinz oder... Auswärtssieg in Ingolstadt!

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Ingolstadt gegen den MSV Duisburg. Klingt nicht sonderlich spektakulär, weder für uns Duisburger, noch für irgendeinen anderen. Letztendlich waren ca. 400 Bekloppte im Gästeblock vom „Audi Sportpark“ zu finden, die ihren Verein unterstützen wollten. Mehr oder weniger. Aber dazu später mehr.

Da Ferien sind, war ich bei Bekannten zu Besuch und reiste von dort aus nach Ingolstadt an und traf mich im Stadion mit meinen Leuten. Vor dem Stadion ein ziemlich..nun ja, komisches Ereignis. Auf dem Weg zum Gästeblock liefen wir an einem Kleinbus vorbei, aus dem mehrere Mitglieder einer in der Duisburger Fanszene bekannten Gruppe sprangen, und anfingen eine Parole gegen eine andere Duisburger Gruppe zu grölen. Lautstark. Hallo? Was soll das? Muss ich jetzt nicht verstehen, und ich werde dazu auch keinen weiteren Kommentar abgeben, zumal man es auch schon gewohnt ist in unserer Fanszene, aber das muss nun wirklich nicht sein. Ein ziemlich unspektakuläres Bild gab das Stadion selber ab, der Ingolstädter Stehplatz ziemlich leer, Dauerbeschallung mit Werbung aus den vielen Lautsprechern inklusive. Ungefähr 5000 Zuschauer waren insgesamt da, aber gerade ich als Duisburger darf mich über niedrige Zuschauerzahlen nicht beschweren. Obwohl beschweren darf ich mich, aber lästern nicht, schließlich verirren sich in Duisburg auch nur durchschnittlich 11000 Duisburger ins Stadion. 400 Duisburger an einem Samstag in den Ferien waren nicht unbedingt viel, aber dennoch zufriedenstellend. Noch zufriedenstellender allerdings das Zaunfahnenbild rund um den Gästeblock. Schön anzusehen wie immer mehr Zaunfahnen auch auswärts ihren Platz finden. Man könnte sogar sagen, auswärts gibt es mehr MSV-Zaunfahnen zu bestaunen als im Wedaustadion, da es im Wedaustadion ein altbekanntes Problem mit den Zaunfahnen gibt, denn wenn man sie am Oberrang auffhängt überdeckt sie die Werbung von König Pilsener für die „König Pilsener Fankurve“. Fankurve. Kein Kommentar. Nun aber wieder nach Ingolstadt. Es waren sogar so viele Fahnen, dass einigen Gruppen Zaunfahnenplätze fehlten. Wer zuerst kommt malt zuerst...

Dann ging das Spiel endlich los, der Gästeanhang war von Anfang an ziemlich gut aufgelegt, die Stimmung dementsprechend ziemlich gut und lauter als der kleine Kreis der supportenden Ingolstädter. Dennoch Respekt an diese Leute die versuchen, in dieser Fanszene überhaupt etwas zu bewegen, auch wenn ich sie nicht mehr als ein, zwei Mal vernehmen konnte. Auch die Mannschaft spielte gut auf, griff früh an und kämpfte. Ja, so möchte ich das auch sehen. In der 18. Minute fiel verdienterweise auch das 1:0 für meine Zebras. Technisch fein gemachtes Tor vom früheren Düsseldorfer Jovanovic. Na, möchte jetzt nochmal jemand „Scheiß Fortuna Düsseldorf....“ singen sobald er eingewechselt wird oder an den Ball kommt? Wohl eher nicht. Alles schon vorgekommen in dieser Saison. Wo ich gerade am meckern bin, auch dieses Spiel gab es im Gästeblock einige wenige Gruppen, die sich offensichtlich in den Kopf gesetzt haben jegliche Gesänge zu boykottieren. Habe ich nicht gerade noch gesagt die Stimmung war gut? War sie auch! Bis auf disen Teil war die Mitmachquote gut und Mitte der 1. Halbzeit schepperte jedes Lied ganz ordentlich, passend zum Spiel des MSV. Kampfbetont und bissig. Jawoll! Mit der Führung ging es in die Halbzeit und anschließend in den 2. Durchgang. Der MSV blieb weiter am Drücker und hielt verdient das 1:0, bis die rote Karte für Ingolstadt kam. Ich muss sagen, ich habe gar nicht genau mitbekommen wofür der Ingolstädter diese Karte bekommen hat (in der Zusammenfassung erfuhr ich, wegen einem Ellbogencheck), ich freute mich natürlich aber trotzdem. „Jetzt müssen wir den Sieg doch in der Tasche haben..“, dachte ich mir. Hm.. Mit der zahlenmäßigen Überlegenheit der Zebras schwand ihre Überlegenheit. Das Spiel wurde aus Duisburger Sicht deutlich defensiver, Ingolstadt konnte sich mehr und mehr Chancen erspielen, es wurde nochmal ziemlich spannend. Dementsprechend erlösend der Abfiff. Was ein geiler Sieg!

Endlich ist mein MSV nicht mehr im Tabellenkeller und wird von überall plattgetreten! Das ist ein befreiendes Gefühl, nach dieser anstrengenden Hinrunde! Danke Jungs, ihr habt euch so gewandelt. Ihr seid zu einer Einheit geworden, die kämpft und zueinander steht! Es geht bergauf. Endlich macht es wieder Spaß ins Stadion zu gehen und euren Fußball zu sehen. Der Klassenerhalt ist nicht sicher, aber ich bin optimistisch wie lange nicht mehr. Die Mannschaft wurde jubelnd empfangen, es gab eine Laola-Welle und danach trat man die entspannte Rückfahrt an.

AUSWÄRTSSIEG!

Montag, 18 Februar 2013 18:35

MSV-FCK:Wenn man schon keine Tore schießt…

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…freut man sich über andere Sachen so, als wäre es ein Tor. Es war die 65. Minute, als Kaiserslauterns Idrissou die gelb-rote Karte sah (welch ein Wunder.. dazu später mehr) auf den Rängen jubelte man so ausgiebig und schadenfroh, dass man fast glauben könnte, es wäre ein Tor gefallen. Fast ungläubig schauten einige sich um, als blau-weißes Konfetti vom Oberrang herab fiel und plötzlich das ganze Stadion stand und aus vollem Halse „Auf Wiederseeeehn, auf Wiederseeeeehn“ rief. Verrückt an der Sache ist, es gab wirklich Personen die glaubten, es wäre ein Tor gefallen. So meine Mutter, die während dieser Szene am Stadion vorbei fuhr und nur den Jubel hörte. Passanten auf der Straße bestätigten sogar auf Nachfrage noch, dass es 1:0 stehe. Tatsächlich blieb es aber beim 0:0, aber man schöpfte wieder Hoffung. Auf einen Punktgewinn im Abstiegskampf wohlgemerkt. Die Ansprüche hier in Duisburg haben sich schon verändert, mittlerweile ist man auf den langwierigen und zähen Abstiegskampf eingestellt.

Optimismus sieht anders aus, aber als die Sonne aus den dicken Wolken hervor kroch und auf die nicht ganz ausverkaufte Nordkurve schien, machte sich doch etwas wie Vorfreude bei einigen breit. Die ersten Gesänge wurden angestimmt, tatsächlich freute wir uns auf den Beginn des Spiels. Eine schöne Choreo zum Einlauf und es ging los. Im Gegensatz zum Spiel gegen 1860 München war die Stimmung von Anfang an deutlich besser. Nicht besser hingegen waren altbekannte Probleme. Zum einen der Schiedsrichter, der dem MSV einen klaren Elfmeter verwehrte und zahlreiche kleine Fouls gegen uns übersah, was auf den Rängen mehrmals für „Schieber, Schieber“ Rufe sorgte, und zum anderen die Abschlussswäche meiner Zebras. Obwohl, als Abschlussschwäche kann man das vielleicht nicht bezeichnen, da es gar keine Abschluss gibt. Mehrere Male konterten der MSV und es ergaben sich diverse Möglichkeiten für den Spieler den Ball aufs Tor zu bringen: Entweder, ein direkter Abschluss. Aber die Hoffung auf so einen hat man in Duisburg schon lange aufgegeben. Mittlerweile glaube ich, sie schießen nicht, weil sie es einfach nicht können. Gar nicht. Die zweite Möglichkeit war, einen anderen Spieler mit einem steilen Pass zu schicken, aber man spielte lieber dahin, wo es eigentlich ungünstig war.

Aber was fast immer behielt derjenige Spieler einfach den Ball. Lief einmal nach rechts, wieder gerade aus und..verlor dann den Ball. Chance vertan. Wenn man wenigstens einmal versuchen würde zu schießen..

Nach der nach wie vor umstrittenen roten Karte für Sukalo (Angeblich eine Tätlichkeit, aber warum gibt es dann nur ein Spiel Sperre?) gaben wir und viele andere im Block die Hoffnung auf einen Punktgewinn schon auf. Kollektives Aufatmen, als es mit einem 0:0 in die Pause ging. Fairerweise muss ich aber sagen, dass sowohl in der ersten Halbzeit als auch in der zweiten Halbzeit der Kampfgeist endlich mal wieder stimmte.

Hitzig wurde das Spiel nach der roten Karte für Kaiserslautern, deren Anhang recht zahlreich erschienen war und dessen Gesänge man doch einige Male gut auf unserer Seite des Stadions vernehmen konnte. Die Spieler gerieten öfters aneinander, die Nordkurve hoffte wieder auf den Punktgewinn. Die Stimmung kochte. „Wer ist der Schreck vom Niederrhein?“ beeindruckte wohl auch die Lauterer und das ganze Stadion sang. Sowohl nach und auch vor dieser Hochphase war die Stimmung auch gut, vor allem der Stimmungsblock war während der ganzen 90 Minuten in guter Verfassung. Nach Abpfiff waren wir sowohl mit unserem Auftritt auf den Rängen als auch mit dem der Spieler auf dem Rasen zufrieden. 0:0 gegen den Dritten, lange in Unterzahl aber trotzdem gekämpft. Das wollen wir in Duisburg sehen.

Nächsten Freitag geht es zum Nachbarn nach Bochum, mit der Leistung vom Spiel gegen Kaiserslautern kann man durchaus optimistisch sein, ein Sieg ist aber auch ein Muss, denn Dresden rückt uns auf die Pelle, und den Klassenerhalt erwarte ich schon noch. ;-)

Freitag, 25 Januar 2013 16:31

Sind ja nur die Duisburger...

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„Also, die Terminierung.“
„Bekommen wir für ein Spiel viel Geld?“
„München gegen Lautern vielleicht. Montag also.“
„Sandhausen bringt nichts, also Freitag.“
„Und Duisburg?“
„Keine Ahnung. Freitag?“
„Ok, interessiert eh keinen.“
„Langweiliger Spieltag.“
„Wer spielt jetzt Freitag?“
„Äh…Ich mach Pause.“
Oder: „Die Terminierung der Spieltage bei der DFL.“

Das Warten hat bald  ein Ende! Auch in Liga 2 beginnt in einer Woche endlich die Rückrunde. Wieder im Block stehen, abgehen, Fußball gucken, Kollegen treffen, wir alle haben das vermisst, über die so lang erscheinende Winterpause. Doch eins trübt die Vorfreude so ein bisschen, für die einen mehr, für die anderen weniger. Wer sich den 20. Spieltag der 2. Bundesliga genauer anschaut, dem wird es vielleicht auffallen, was mich stört. Der Termin. Freitag, 18:00 in Dresden. Fast 600 Kilometer sind es von Duisburg bis nach Dresden. Na, Dankeschön, DFL! Wie soll ich bitte dahin kommen wenn ich Schule habe? Wie sollen Leute, die zu normalen Zeiten arbeiten dahin kommen? Gar nicht. Außer man nimmt sich Urlaub, die Option habe ich als Schüler aber nicht. Aber es sind ja auch nur wir Duisburger. Fahren eh nur 300 Mann hin, wieso Rücksicht nehmen? Wieso sich Gedanken bei der Terminierung machen? Die Duisburger interessieren doch eh keinen. Oder was?

Es betrifft aber nicht nur uns Duisburger. Im Gegenteil. Nach was wird die Terminierung ausgelegt? Nach Entfernungen jedenfalls nicht, auch wenn das am naheliegendsten erscheint. Auf Fans und unsere Fankultur wird bei der Terminierung keine Rücksicht genommen. Folgend habe ich die Spiele des 20. Spieltags nach den Entfernungen geordnet aufgestellt:

Paderborn – Braunschweig 220km
Frankfurt – Ingolstadt 320km
München – Kaiserslautern 380km (Mo.)
Hamburg – Cottbus 410km
Köln – Aue 500km
Regensburg – Hertha 500km
Aalen – Bochum 500km (Fr.)
Dresden – Duisburg 600km (Fr.)
Berlin – Sandhausen 650km (Fr.)

Fällt was auf? Die Spiele mit den weitesten Entfernungen liegen auf den für Fans ungünstigsten Terminen. Der MSV natürlich wieder mit dabei. Oder ist es Zufall, dass ausgerechnet unsere Auswärtsspiele beim TSV 1860 München immer auf einen Freitag (oder einen Mittwoch) gelegt werden? Letzte Saison war das Auswärtsspiel in Dresden übringens auch an einem Freitag. Wenigstens ein bisschen Rücksicht für uns Fans sollte man doch erwarten können, gerade wo die Bilder der bunten Kurven so vermarket werden. Wozu gibt es denn die Terminierung? Wenn es darauf keine logischen Antworten gibt, und sowieso immer die Spiele mit den größten Entfernungen auf den Freitag gelegt werden, kann man die Freitagsspiele auch abschaffen.

Nicht, dass es nur die 2. Bundesliga betreffen würde. Nein, auch Augsburgs Anhänger mussten Sonntags durch das halbe Land nach Düsseldorf reisen, und um halb 8 wieder die Heimreise antreten. Es gibt zwar auch Duelle wie Bayern gegen Fürth, Leverkusen gegen Frankfurt und Mainz gegen Freiburg, deren Entfernungen wohl deutlich geringer sind. Trotzdem werden diese Spiele auf den Samstagstermin gelegt, und nicht Düsseldorf gegen Augsburg.

Allein an diesem Spieltag gibt es genug Beispiele, um zu zeigen, wie wenig die Fans bei der Terminierung von Spieltagen beachtet werden. In den meisten Fällen gar nicht. In Duisburg hat man sich langsam daran gewöhnt, auf einen Freitagabend abgeschoben zu werden, trotzdem ist es jedes Mal ärgerlich, wenn einem dadurch die Chance seinen Verein auswärts, zum Beispiel nach Dresden, zu begleiten, genommen wird. Zum Glück gibt es eine Woche später das erste Heimspiel meines geliebten Meidericher Spielvereins, und die Kurve wird endlich wieder gefüllt sein. So richtig weiß keiner, was in der Rückrunde mit dem MSV passieren wird, weitere Freitagsspiele wird es mit Sicherheit geben. Mal mehr und mal weniger sinnvoll, aber in nächster Zeit wird sich daran wahrscheinlich nichts ändern.

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