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Dienstag, 09 April 2013 17:42

Aber nu!

geschrieben von in Herthas Mischpoke

Was für ein Abend. Nachdem schon die letzten Spieltage zu unseren Gunsten verliefen, stand also das mutmaßlich letzte Montagsspiel dieses Jahres an. Mögen noch viele Jahre „ohne“ folgen.
Zu den letzten Spielen habe ich nicht gebloggt, weil es eigentlich nicht viel zu sagen gab und einen Spielbericht kann man auch woanders herbeziehen. Alles läuft ruhig seinen Gang, einzig die ersten Transfergerüchte wußten Aufmerksamkeit zu erregen:

  • Wie es aussieht, wird ein alter Schützling JLus unseren Kader verstärken, Langkamp.
  • Da Muddi Kerstin nervt und wir mit dem Abgang Lasoggas rechnen müssen, kam der russische Stürmer Wladimir Dyadyun von Rubin Kazan ins Gespräch. (RK kannte bis vor Kurzem niemand, tja, wer auf 2 Öltanks sitzt, spielt jetzt oben mit. Vielleicht keine Werkself, aber eine Ressourcenelf. Wer weiß, in ferner Zukunft gibt es vielleicht ein afghanisches Spitzenteam, wenn die Politik das zuläßt - die haben Unmengen von Silizium für die Chipindustrie.)
  • Der aussortierte Ivanschitz von Mainz wurde sofort mit uns in Verbindung gebracht. Abwarten. Das wird vielleicht was. (Dennoch mußte ich erstmal reflexartig aufstöhnen. Mir geht diese gleichfalls reflexhafte, caritative Offensichtlichkeit, mit der Hertha die Altlasten und Klötzer am Bein anderer Vereine verpflichtet hat, tierisch auf die Nerven. Dafür wurden wir in der Vergangenheit zu sehr gebeutelt. Ruhestand und Gnadenhof an der Spree. Ich zähle auf JLu und die Liste der Fehleinkäufe nicht auf.)
  • Pinto, bitte nicht! (Der kann zwar schöne Freistöße, ist aber auch oft genug ein richtiges Arschloch auf dem Platz und gut für die Rote (Kurve).)
  • Schmidtgal wäre eher was nach meinem Geschmack. (Gegen den DFB wußte er durchaus zu gefallen, hatte schöne Aktionen über links.)
  • Leitner vom BVB könnte mir auch gefallen. (Allerdings haben wir vielleicht selbst genug Nachwuchs, der sich dann in der Liga zeigen kann. Und da kommen so einige Jahrgänge nach! Aber gegen eine Leihe - mit Kaufoption, hehe - spricht ja nix. Bezweifel allerdings, daß der BVB da so blöd ist, wie wir früher - Talente verschenken.)

  • Ronny verlängert bis 2017! (Der einzige Transfer, der sicher ist!!!)

Einige Idioten wollten den vermeintlichen Söldner schon in die Wüste wünschen und dann das. Der Berliner Blätterwald ist ein hartes Pflaster, da kann höchstens noch Köln mitreden, wenn nix passiert, muß verbal gezündelt werden. Bild schickt Ronny schon zu S05 (das wäre wirklich zuviel gewesen, aber es sah tatsächlich danach aus) und Bardow vom Tagesspiegel schreibt Blech zum „Zuschauerproblem“.

Kurz vor Anpfiff stellt sich Wachsmann vor die Kurve und teilt uns als Ersten mit, daß Ronny auf sein Herz gehört hat und bleibt. Leute, das war Gänsehaut pur!
Die Freude im Block kannte kein halten und das schlug sich auf die gesamte Stimmung während des Spiels nieder.
Ich hätte auch mit seinem Abgang leben können, Erstligareife muß er eh noch zeigen und ich denke es wäre zu kompensieren gewesen mit einigen Umstellungen. Momentan ist er das Zünglein an der Waage, ob er damit die mannschaftliche Entwicklung bremst? Schwer zu sagen. Ist immer zweischneidig, wenn eine Mannschaft zu sehr von einem Einzelspieler abhängt. Aber als Signal für alle ist es grandios! Die Mannschaft möchte geschlossen aufsteigen und die psychologische Kraft dahinter, ist nicht zu unterschätzen. Und wir werden das in der 1. BuLi brauchen.

Die zahlreich angereisten Miezekatzen hatten durchaus einen guten Auftritt - zu Beginn. Viele Fahnen, viel Licht, viel Gesang, aber das legte sich im Laufe des Spiels, bis es dann später verebbte. Eigentlich ziemlich parallel zum Geschehen auf dem Rasen, wo die Gäste reichlich robust loslegten und zum Outfit passende Karten sammelten. Früh Angst um Niemeyer, mußte mit schwerer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Wir waren uns eigentlich sicher, daß die das Spiel nicht zu elft beenden. Hätte vielleicht 2 mehr Gelbe geben können, aber insgesamt und wider Erwarten hat Gagelmann ganz ordentlich geleitet und viel gesprochen. Weshalb eine Mannschaft ständig Fouls in Ronny-Entfernung spielt, bleibt ihr Geheimnis. Man weiß doch, was passiert! Dennoch, das schönste Tor des Abends gehört Ramos - ein Pantelic-Gedenk-Außenrist-Lupfer. Irgendwann haben wohl wirklich ALLE Braunschweiger gecheckt, daß da nix für sie zu holen sein wird. Domi, go homi - Lustenberger und Brooks haben den unscheinbar werden lassen. Was soll‘s, Hertha hat ein Bombenspiel abgeliefert und die Kurve war obergroovy. Zwischendurch hammer Klatsch-Trommel-Einlagen!

Kleine Anekdote am Rande: Bei einem Gewinnspiel vor Anpfiff sollte die Entfernung Berlin-Hannover (wer Böses dabei denkt ^^) geschätzt werden. Hannover, ein Stichwort für alle Blau-gelben: gellendes Pfeiffkonzert! Ich freu‘ mich schon auf deren Duelle, rücken die Ordnungshüter dann mit Panzern aus??? Bald werden wir es wissen...

Ein rundum dufter Fußballabend für die Blau-weißen mit viel Emotion, Gelächter und ‘ner UFTA!
Und, liebe Löwen, laßt es Euch gesagt sein, wir haben Euch nicht nur 3 Punkte genommen...

Ha Ho He & Blau-weiße Grüße

Freitag, 22 März 2013 02:15

Ohne Not

geschrieben von in Herthas Mischpoke

trauerflorHeute Vormittag höre ich Radio und horche bei der Meldung auf, dass es in Berlin im Rahmen einer Bundespolizeiübung mit etwa 400-500 Beamten am Oly, die das Vorgehen gegen Fußballfans schulen sollte, zu einem tragischen Unfall gekommen sei, in den 2 Hubschrauber verwickelt sind. Zu beklagen sind 1 Toter, 5 Schwerverletzte und mehrere Leichtverletzte.

Ich poste das und es folgen sofort Kommentare, eine Freund meint „nicht mal richtig abstürzen könnense“ (er selbst hat vor 1,5 Jahren einen Hubschrauberabsturz überlebt), eine befreundeter Blogger weiß von Polizeiaktionen bei einer Auswärtsfahrt zu berichten. Eins führt zum andern und ich beschließe dazu einen Blog zu verfassen.

Der Deutschlandfunk (DLF) sprach in den Nachrichten um 11:30 noch von „randalierenden Fußballfans“ die Zielobjekt dieser Übung waren, schon in den Mittagsnachrichten war dann von „Fußballhooligans“ die Rede, eine halbe Stunde später um 12:30 waren es wieder die „randalierenden Fußballfans“.

Selbstverständlich geht mich diese Meldung besonders an, ich bin Herthafan, das Oly ist mein Fußballzuhause und diese Thematik interessiert mich schon lange. Nicht nur die primäre Wechselwirkung zwischen Ordnungshütern und Fans sondern auch sekundär die mediale Aufbereitung, die im Weiteren auf diese Wechselwirkung rückkoppelt, nun aber auch die zunächst unbeteiligte Öffentlichkeit ins Boot holt – als Komplizen.

Ein Phänomen, das schon sehr schön rund um das Relegationsspiel zu beobachten war. Für den Uneingeweihten wird ganz subtil und schleichend die Wortwahl dahingend geändert, um nun auch in der breiten Öffentlichkeit eine Basis für Zustimmung bzw. Ablehnung zu schaffen.

Auch hier wird eine Polizeiaktion anberaumt, gerechtfertigt durch den Umstand, diese Übung gelte dem Vorgehen gegen randalierende Fußballfans, gar Hooligans. Was soll das heißen? Ich bin bei jedem Heimspiel, öfter auswärts und habe bisher keine „Randalierer“ selbst erlebt, die ein solches Aufgebot erforderten. Das mag auch daran liegen, dass medial häufig mit ungenauen gar falschen Formulierungen gearbeitet wird wie etwa „Nazi“, „Rassismus“ oder aber „Randalierer“. Eine schoflige Unsitte jener Zunft, die sich dem Wort verschrieben hat und es eigentlich besser wissen müsste. Ein scheinbarer Lapsus, der aber für den bezeichneten zum Stigma wird. Im Fußballkontext wird gerne von Randalierern gesprochen, wenn Pyro Verwendung findet, das mag nicht jeder gutheißen, aber Sachbeschädigung ist es mitnichten. (http://de.wiktionary.org/wiki/randalieren)

Nun findet also auf dem Maifeld eine Übung statt, an der bis zu 500 Beamte teilnehmen, um für ein Gefahrenszenario am nahegelegenen S-Bahnhof Olympiastadion zu trainieren. Wohlgemerkt ein Szenario, dass meiner Meinung nach die Polizei allein als gravierend erachtet. Es kommen zusätzlich 3 Hubschrauber bei dieser Übung zum Einsatz. 2 Puma und 1 Eurocopter. Damit möchten die Bundesbeamten eine Situation simulieren, in der die Anforderung von weiteren Kollegen aufgrund einer Gefahrenlage nötig erscheint. Das Modell Puma kann 21 Personen befördern, der Eurocopter 15. In Berlin schneit es seit Tagen ohne Unterlaß, bei der Übung landen erst die beiden Puma-Hubschrauber und wirbeln den Schnee zu einer dichten Wand ohne Sicht auf. Erst danach soll der Eurocopter als drittes den Landeanflug ausführen. Dabei passiert nun das Unglück: Der Eurocopter-Pilot setzt zu früh zur Landung an, der Schnee hatte sich noch nicht wieder gelegt und mit stark eingeschränkter bis keiner Sicht verliert der Pilot also die Kontrolle über das Gerät. Er berührt augenscheinlich den ersten der bereits gelandeten Helikopter, deren Rotorblätter sich noch drehten. Es schießen Teile durch die Luft, ein Helikopter stürzt um. Am Ende fordert dieser Unfall ein Todesopfer, den Piloten des Erstgelandeten und mehrere leicht bis schwer Verletzte. Die Untersuchungen zum Unfallhergang und –ausmaß laufen noch.

Ohne Not hat ein Mensch sein Leben verloren – wegen einer Übung, deren Notwendigkeit ich nicht sehe und die der Öffentlichkeit plausibel gemacht werden sollte, sofern dies überhaupt gelingen kann. Wird und wurde nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen? Wie möchten Einsatzleiter und oberster Dienstherr eigentlich den Angehörigen des Verstorbenen diese völlig überzogene, aus dem Ufer geratene Trainingseinheit „Vorgehensweise der Polizei gegen Fußballfans“ erklären?

Ein absolut sinnloser Tod.

Wie in einem Kriegsszenario wird geübt, Einsatzkräfte zu einem Gefahrenspot einzufliegen, unweigerlich musste ich an Apocalypse Now denken. Der befreundete Blogger berichtete, wie ein Sonderzug mit FCK-Fans von 4 Hubschraubern zum Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt eskortiert wird. http://www.der-betze-brennt.de/forum/viewtopic.php?f=25&t=15638

Beide Lager verbindet keine Feindschaft die einen derartigen Einsatz verlänge. Es werden Unmengen von Steuergeldern für eine derartige Aufrüstung verpulvert, die zumindest in der Sache „Fußballfans“ maßlos übertrieben bis unsinnig sind. http://www.mt-online.de/lokales/minden/8020543_Apocalypse_Now_an_der_Bunten_Bruecke.html

Welche innenpolitischen Zwecke damit verfolgt werden, bleibt das Geheimnis der  Verantwortlichen. Das es einen Zusammenhang gibt, scheint mir evident. Schon mehrfach wurden in der Vergangenheit Fälle beschrieben, bei denen die Polizei mit Fußballanhängern Großeinsätze „übt“. Der Fan ist als kostenloser Statist für die Dauer der Übung seiner Bürgerrechte beraubt, geschweige denn, dass dafür eine Einwilligung vorläge. http://www.rund-magazin.de/news/299/76/Fan-Repressionen/

Ich selbst habe das schon mehrmals auf Auswärtsfahrten erlebt, in Bremen, Bielefeld, Hannover. Wer mag, durchforste bitte selbst das Internet. Diese Entwicklung gibt es schon seit Jahren mit eskalierender, aufrüstender, verhärtender Tendenz. Eine Entwicklung, die einseitig von Politik und Einsatzkräften forciert wird und wie beschrieben durch die Medien Verbreitung findet. Der stigmatisierte Fußballfan als Prototyp oder Erlkönig des Renitenten wird peu à peu ausgegrenzt, hat keine Lobby und wird möglicherweise durch die permanenten, unnötigen Drangsalierungen zum Erfüllungsgehilfen seines kreierten Klischees. Das erfordert natürlich eben genau jenes Maß von Polizeieinsatz, das von vorneherein intendiert war. Der Mechanismus läuft, in der Psychologie wird das mit der Konvergenztheorie beschrieben. Der gemeinsame Feind „Fußballfan“ ist erkannt und muß nun mit drastischen Methoden zur Ordnung gerufen werden.

Wie gesagt, ich erlebe diese Art Fans nicht, ich kenne Besoffene, Pöbelnde, (pubertierende) Verbalkräftemesser mit der Polizei oder gegnerischen Fans, hier und da mal ’ne Rangelei – findet man vielleicht nervig oder unangenehm, aber nichts Schlimmes. Die allermeisten Stadiongänger sind ganz normale Leute. Herrschaftszeiten!

Hooligans? Keine Ahnung, die treffen sich mit anderen zur 3. Halbzeit, irgendwo in der Republik, bestimmt nicht auf dem S-Bahnhof Olympiastadion. Das ist eine andere Kategorie, von der die Öffentlichkeit eigentlich nicht berührt wird. Wegen dieser gewollt überzogenen Einschätzung der Lage findet also besagte Übung statt und aus besagten Gründen ihr vorzeitiges Ende.

"Auch der Vizevorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Hans-Joachim Zastrow, zeigte sich bestürzt: "Der Unfall macht deutlich, in welcher Gefahrenausübung die Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei jeden Tag leben." (Tagesspiegel)

So? Das sehe ich anders, keiner spricht bisher von wirklich Verantwortlichen. Im Grunde haben die eigenen Kollegen durch ein sinnloses Aufrüsten Mitschuld an dieser Katastrophe: Innenminister, Polizei, Bundespolizei, deren bestehende Überzeugungen und Feindseligkeiten gegen Fans in solchen Planspielen Ausdruck finden. Der Pilot des Eurocopters, der möglicherweise grob fahrlässig gehandelt hat, weil er zu früh den Landeanflug begann...

Vor dem Trümmerfeld geschockte Kollegen, die Zeugen des Unglücks waren. Was werden die denken? Es wäre beinah nur menschlich und vorschriftsmäßig, indirekt dem Fußballfan die Schuld zuzuweisen. Das Schwarzer-Peter-Spiel. Schuldzuweisung ist ein beliebter Reflex in solch einer Situation, um Schmerz, Wut und Trauer zu kompensieren.

Auf immer werden Fußballfans mit diesem Unglück verbunden sein, ein weiteres Stigma, ohne daß weit und breit ein Fußballspiel geschweige denn ein Fan daran beteiligt war!

Aufhören! Irgendwo leidet und trauert eine Familie, bangen Angehörige um Schwerverletzte. Es bedarf endlich der Einsicht der Politik, zu erkennen, hier schon lange über das Ziel hinausgeschossen zu haben.

Mein Beileid!

Montag, 11 März 2013 23:23

Zebra-Frühstück

geschrieben von in Herthas Mischpoke

Zebra-Frühstück

Wenn ich zu einem Auswärtsspiel fahre und mir deshalb einen Wecker stellen muß am Wochenende, dann ist das ja immer mit einer gewissen Reisegänsehautvorfreudeaufgeregtheit verbunden und man kann trotz Kurzschlaf behend die Liegestatt verlassen! Wenn ich aber bei einem Heimspiel auch den Wecker stellen muß, dann ist das ärgerlich, weil auch die Abendgestaltung des Vortags im Arsch ist, wenn man seine Truppe aus der Kurve vernünftig anfeuern will und nicht mit der Sonntagszeitung die Nickerchenhartschale aufpolstert und thermoisoliert (wie in den Sitzblöcken).

WinterSpontanwintereinbruch! Bei inzwischen unerwünschten Minusgraden und Niederschlägen mußte seit den frühen Morgenstunden Manneskraft das Geläuf freischaufeln und auch im Radio wurde versichert, daß das Spiel stattfinden würde. Nun, selbst die Rasenheizung war demgegenüber machtlos und so manchesmal dachte ich „Da haben wohl Tausende nicht den Wecker gehört oder dem Radiomoderator keinen Glauben geschenkt!“ Keine 32.000! Die Schlafmützen und Weicheier blieben also im Warmen... Pfff.

Dabei ist Ihnen etwas entgangen: Eines der besten Herthaspiele dieser Saison! Ich bin nicht ganz entschieden, ob ich das Dargebotene sogar der Leistung gegen 1860 vorziehe. Gegen die Münchner war mir das beinah zu glatt, ich fand das Spiel gestern komplexer und nach „dem“ Eigentor, war Widergutmachung angesagt. Die Hertha fing flott an, wie auch gegen die Sachsen, aber diesmal mit einem guten Ende!

Endlich Laufbereitschaft und gutes Verschieben, JLu hatte schon im Training lautstark zusammengefaltet. Die Spieler müßten mehr laufen und vor allem sich dem Ballführenden anbieten oder Räume freimachen, damit Passoptionen entstehen. Das ist etwas, da werde ich als Fan auch jedes Mal wahnsinnig und ich kann mir in etwa vorstellen, wie es einen Trainer wurmen muß, wenn das nicht gelingt. Früher hätte das Spielfeld im Oly auch eine Ellipse sein können, sooft wie da einer mal bis zur Grundlinie runter ist. Das hat sich gebessert. Wie auch schon gegen Dresden gab es spontane Änderungen in der Startelf. Burchi im Tor – ich mag den, der ist Rock’n’Roll, ein unbekümmerter Typ!

AllaguiAllagui für Ndjeng. Diese Personalie polarisierte. Ich habe schon viele Spiele über Allagui gemeckert. Ich weiß, er spielt nicht seine Position, harmonierte immer gut mit Ben-Hatira, der aber verletzt war... Mir hat aber so ein gewisser Biss gefehlt, klar fehlt ihm Selbstvertrauen, denn er hat schon ein ums andere Mal Hochkaräter versemmelt. Diesmal hat er 1,5 Tore gemacht, es hätten 3,5 sein können/ müssen. Also wieder 2 vergurkt. In meinem Umfeld wurde auch gemotzt oder eine mögliche Auswechslung thematisiert. Ich fand es richtig, daß er die ganze Distanz gehen mußte. Was wäre die Auswechslung für ein Signal? Sicher nicht „Raus mit Applaus“ sondern Kritik am Vortrag. Ich denke, Allagui wird in der Zukunft noch wichtig für uns und er wird zurück zu alter Form finden. Gegen die Duisburger hat er sich gut bewegt, nach hinten gearbeitet oder in die Zentrale, wo er lieber ist. Ich habe schöne Kombinationen und Spielzüge gesehen, Ronny in topform, Ramos hatte richtig Bock und im 2. Durchgang Lustenberger für Kluge (verletzt ausgewechselt) auf der 6, Iron Maik als IV. Fäbi sehe ich ja viel lieber im DM, der hat ein prima Spielverständnis gepaart mit Passgenauigkeit.

Die ganze Mannschafts- und Trainerleistung war eine korrekte Antwort nach Dresden! Daran konnten auch die beiden Gegentore nix ändern. Die Zebras hängen also weiter unten drin – für meinen Lieblingswirt bedaure ich das. Ansonsten hab’ ich’s nicht so mit der Serengeti.

Im Kurvenecho Folgendes zum Thema Pyrotechnik (anlässlich des Spiels in Dresden): Pyrotechnik geht einher mit Verantwortung. Wir wissen um die Risiken, die der Einsatz von Pyrotechnik mit sich bringt. Bei verantwortungsbewusstem und vernünftigen Umgang sind diese Risiken allerdings auf ein Minimum reduzierbar, auch das ist unser Ziel.

Für uns als Unterzeichner heißt das: Schluß mit Böllern, Kanonenschlägen und sonstigen Knallkörpern. Die Dinger sind klein und fies, weil niemand auf den Schlag vorbereitet ist. Und Feierstimmung schaffen sie auch nicht. Pyrotechnik gehört in die Hand, auf keinen Fall in die Luft und nach Möglichkeit nicht auf den Boden. Leuchtspurgeschosse sind ebenso tabu wie die „Entsorgung“ von Bengalischen Feuern in den Innenraum, auf’s Spielfeld oder in Nachbarblöcke.

Meine volle Zustimmung!!! Rauchtöpfe sorgen einfach für eine geile Optik und ich bekomme echt einen Hals, wenn die Presse in diesem Zusammenhang von Randalierern spricht. Randale geht für mich speziell mit Sachbeschädigung und Zerstörungswut einher. Davon keine Spur. Es ging einzig um einen auch optisch guten Auswärtsauftritt gegen die SGD.

Obendrein haben sich soeben unsere direkten Verfolger die Punkte geteilt – in einem Spiel mit 2 „kniffeligen“ Entscheidungen.

Ick sag ma: „1. Liga – Hertha ist dabei!“ kann bald ohne Karmagefährdung angestimmt werden. „Nie mehr 2. Liga, nie mehr, nie mehr!“ Das passt zu meinem Lebenswandel, ich will ohne Wecker zum Heimspiel!

Ha Ho He & blau-weiße Grüße!

 

Fotos: Quelle Tagesspiegel 11.03.2013/dpa + BZ 10.03.2013/dpa Mathias Rogmans

Dienstag, 05 März 2013 21:38

Meine Hertha – Dauer-Harlem-Shake

geschrieben von in Herthas Mischpoke

Nach dem Lautern-Spiel durfte also der Spaß für einen kurzen Moment die ernsthafte Mission 2. Wiederaufstieg im 2. Annum p.P. (per Preetz) unterbrechen. Eine Verkleidungs-Tanzeinlage artete in eine lustige Massage-Physio-Session aus. Man konnte richtig sehen, wie schwer es der beinah kompletten Mannschaft gefallen ist, eine seriöse Trainingssituation darzustellen.

Danach verlangte der Ligabetrieb wieder die volle Aufmerksamkeit. Schon lange habe ich mich explizit auf das Auswärtsspiel in Dresden gefreut. Der Tabellenführer  misst sich möglicherweise nur dies eine Mal mit den doch überraschend im Abstiegsstrudel steckenden Dresdenern. Ein Spiel mit Seltenheitswert – in vielerlei Hinsicht!

2013-03-02 13.28.022013-03-02 13.28.13Schon mehrmals habe ich betont, daß ich lieber als Zweiter aufsteigen möchte. Das hat seine Gründe u.a. in dem guten Omen, daß ich damit verbinde und der steten Wachsamkeit bezüglich der eigenen Leistung. Nach kurzer Autofahrt erreichen wir die wunderschöne Elbstadt, stauen uns ein wenig mit den freundlichen Dresdenern und wechseln dann am Hauptbahnhof in die Shuttle-Busse zum Stadion. Fürsorgliche Beamte eskortieren dort z.B. 15 Herthaner zu den Schließfächern – gerne behüten sie die Blau-weißen vor den neugierigen Dynamos. Nach kurzer Fahrt und problemlosen Einlaßkontrollen stehen wir endlich im Block – steil! Das Stadion gefällt mir extrem gut – eng, steil, beste Sicht.

Von beiden Fanseiten ein gelungener Auftakt – genauso habe ich das gewollt!!! Die Dynamos mit riesiger Blockfahne, die keck mit dem Hintern wackelt (später noch 1x beim einzigen Tor des Spiels), die Blau-weißen mit farbgetreuen Rauchtöpfen und Bengalo. Love! Das letzte Mal zu sehen gegen den BVB, ob’s an den Farben liegt?

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Anpfiff! Aha, erste Verwirrung, die Mannschaft auf dem Platz entspricht nicht der auf der Anzeigentafel, sehr offensive Aufstellung mit 3 Stürmern, wir sind also auf der nächsten Entwicklungsstufe. Schon die ersten 20 Minuten geben mir zu denken. Es geht relativ munter los, bei uns leicht holprig, aber mit Willen, von den Dynamos kommt nix. Klare Sache! Aber dann Erleichterung, etwa um die 20 Minute rum (wie auf ein geheimes Zeichen hin) wagen sich die Hausherren immer öfter in unsere Hälfte. In einem schleichenden Prozeß ziehen sich die Herthaner folgerichtig immer weiter zurück. Ich habe verstanden, die Mannschaft versucht mit allen Mitteln die Spitzenreiterposition loszuwerden. Ein herrlicher Moment, wenn man spürt die Mannschaft und man selbst schwingen im Gleichklang. Der in letzter Zeit vielzitierte Teamgeist spiegelt sich auch auf dem Platz wieder: Wirklich ausnahmslos ALLE ordnen sich der Mission Spitzenzweiterposition unter! Nur manchmal schläft der von mir vielgelobte Lustenberger. Um nur einige zu nennen, Niemeyer mit Pässen punktgenau in den Lauf des Gegners, der höfliche Pekarik lässt den Vortritt in Laufduellen, Hammer Wagner mit seinem kaum zu erkennenden Touchierkampfverhalten, selbst Kraft mit Strafraumdribblings, Ramos mit lateinamerikanischer Eleganz löffelt er quasi den Ball auf die Füsse anspielbereiter Dresdener. Bei Standards im gegnerischen Strafraum achten alle unserer Spieler darauf stets das Haupt zu neigen – nicht einer missachtet die Etikette. Am besten gefällt mir aber Lasogga! Der Junge hat’s im Blut und man merkt ihm nach der langen Pause seine Spielfreude an. Um aber das Ziel nicht zu gefährden, schlägt uns Lasagne mehrere Fliegen mit einer Klappe: Einen Freistoß, den Poté auf’s Tor bringt tischt er mit bloßem Auge nicht erkennbar ein klitzekleines Bisschen an, damit er sicher in den Maschen landet! Poté hat offiziell seine Torflaute beendet, wir sind auf einem guten Weg, die Fans der SGD freuen sich über wichtige Punkte im Abstiegskampf, wir Fans hinterlassen einen guten Eindruck und er trifft einfach! 38. Minute.

Puh, noch über eine Halbzeit scheint das gemeinsame Ziel einmal kurz in Gefahr zu geraten als Änis kommt! Aber das alte Schlitzohr täuscht nur an und narrt seine Mitspieler. Zügig hastet er mit dem Ball Richtung Dresdener Tor, kurzes Raunen, um dann gekonnt dem Gegner den Ball zuzutändeln. Für einen Moment blieb uns die Luft weg!

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Geschafft! Gestärkt verlassen wir Dresden und treffen zu Couch-Potatoe-Zeit in der besten aller Städte ein. Um ganz sicher zu gehen, warte ich diesen Blog ab, bis das Montagsspiel Gewissheit bringt. Ich habe es befürchtet, die Zebras... Verdammt, immer noch Allererster!

Ich widme die 3 Punkte meinem Freund Tino, denn ich möchte nicht, daß die SGD absteigt.

Für’s Protokoll: Lobenswert muß erwähnt werden, dass vom Stadionsprecher keine Durchsage wegen der Pyro kam. Ärgerlich ist indes, dass nur unsere Anhänger ermahnt wurden, keine Gegenstände auf’s Feld zu werfen – nun, Poté & Kollegen jubeln vorm Gästeblock, naja, und mit bloßem Auge kann man gegenüber zig Wurfattribute auf dem Rasen liegen sehen. So weit werfen nicht mal unsere Jungs (Frauen können bekanntermaßen nicht werfen), das wäre olympisch!!! (Kleine Randnotiz: Kurz nach Anpfiff zeigt die Anzeigetafel für Sekunden 0:1. Nicht auszudenken...)

Donnerstag, 28 Februar 2013 12:27

Die Reifeprüfung

geschrieben von in Herthas Mischpoke

2013-02-25 23.10.07

Viel Bohei in der Vorberichterstattung zum Abschlußspiel des 23. Spieltags. Immerhin treffen der Tabellenzweite und –dritte aufeinander. In der Vergangenheit gab es schon nennenswerte Duelle zwischen beiden Mannschaften, die es teilweise in sich hatten. Auch diesmal ist mit einem unterhaltsamen Spiel um die Aufstiegsweichenstellung zu rechnen. Anders als die bisherigen Gegner kommt mit dem FCK eine „spielende“ Mannschaft ins Olympiastadion, die durch den Sieg der Kölner erhöhten Druck bekommen hat, den Abstand nach unten wieder herzustellen. Verzichten müssen die Pfälzer auf ihren Anästhesisten, den zweikampfstarken Stürmer Idrissou, wegen einer Rotsperre.

Der Print macht für Hertha aus dieser Begegnung eine Reifeprüfung: Zum 2. Mal in dieser Saison haben die Blau-weißen die Chance, mit einem Sieg die Tabellenführung von den Braunschweigern zu übernehmen. Die erste Gelegenheit wurde im Stadtderby ausgelassen, die Prüfungsangst war wohl zu groß. Es steht die Bundesligatauglichkeit auf dem Prüfstand. Es geht gegen einen Aufstiegsaspiranten, einen ehemaligen Bundesligisten und nach Hertha den Kader mit dem zweithöchsten Marktwert.

Keine 40.000 wollen dieses Montagsspiel im Oly sehen. Es sollen ca. 1.200 Teufel ihre Mannschaft anfeuern. Auch das eine lästige Gemeinsamkeit, beide Teams und ihre Fans werden diese Saison besonders durch die Spielansetzungen gebeutelt. Ich hab’s echt satt und unterstelle der DFL/ dem DFB da Vorsatz nach dem Relegationsspiel. Eine wirksame Methode, die Zahl der mitreisenden Fans zu dezimieren... Ich fantasiere.

Anpfiff! Die Kurve ist gut drauf, das wird wieder ein heiserer Abend, auch auf dem Rasen geht’s gleich ab. Nico Schulz rückt in die Startelf, er ist hoch-/ übermotiviert – was ihm später noch eine Gelbe einbringt, wirbelt tüchtig rum und ist schnell. Das bringt uns gleich in der 3. Minute einen berechtigten Elfer, den Ronny tritt und Sippel hält. Die Kurve ruft laut das berühmte „Ronnnnyyy“, ich denke „Bloß nicht nervös machen!“ – Leider doch.

Im Nachhinein hätte ein verwandelter Elfmeter dem Spiel vielleicht besser getan. Lautern hätte aufmachen müssen, was für uns Räume geöffnet hätte... Ich stelle mir einen munteren Schlagabtausch vor.

Stattdessen entwickelt sich dann ein seltsamer Grottenkick. Mein Hassobjekt Baumjohann wird nach etwa einer halben Stunde des Feldes verwiesen – glatt Rot. So, jetzt in Überzahl sind eigentlich die Weichen auf Sieg gestellt. Der FCK zeigt sich aber nicht geschockt vom Platzverweis. In den Zweikämpfen finde ich die Pfälzer ein ums andere mal pfiffiger, eine kleine Körpertäuschung und sie haben Ballbesitz, das sieht soweit ok aus, allerdings verzeichnet die Statistik EINEN Torschuß! (Hertha 14) Mit voranschreitender Zeit habe ich schon das Gefühl, das ein Tor unserer Jungs eine Frage der Zeit ist. Die Pfälzer stehen jetzt deutlich tiefer, immerhin wäre ein Punkt für sie akzeptabel. Die Statistik unterstreicht das. Wie schon gegen Aalen haben wir auch diesmal mehr als doppelt soviel Ballkontakte wie der Gegner, sogar deutlich mehr. Ein weiterer Schlüssel dürfte auch die Passgenauigkeit sein. Mehr als 90% angekommener Pässe stehen den 60% der Lauterer gegenüber. Und wie immer Lustenberger mit einer konstant hervorragenden Bilanz. Aber der hat eh einen Stein bei mir im Brett. Wer mir so ein bisschen Sorge bereitet ist Niemeyer, der räumt ab, was das Zeug hält, aber ich habe den Eindruck, er bräuchte mal ’ne Pause. Es schleichen sich da Fehlpässe ein und sein Timing hat etwas gelitten, das ist was ich beobachte. Aber der Kapitän bleibt natürlich an Bord!

 

2013-02-25 22.22.082013-02-25 22.47.28

 

Richtung 70. kommt dann der erlösende Treffer durch Peer Kluge nach Vorarbeit von Lasogga. In der Zeitlupe kann man sehen, dass nicht jeder dieses Tor macht, aber Kluge hat die Lücke am kurzen Eck gefunden. Endlich.

Das war er also, der Schuß an die Tabellenspitze! Und, Reifeprüfung bestanden?

2013-02-25 22.13.09Ich bin indifferent. Wie auch anderen huscht mir der Gedanke durch den Kopf, nach dem verschossenen Elfer hätte es auch anders laufen können. Herthaner haben schon genug Spiele in ihrem Leben gesehen, die daraufhin eine Eigendynamik bekamen und zwar zum Negativen. Man kennt es, wer seine Chancen nicht nutzt, wird gerne mal abgestraft. Aber, wie auch schon gegen Aalen würde ich sagen, wir haben dann doch das siegreiche Ende erarbeitet oder erzwungen. Das mag wohl die Hertha von heute ausmachen. Offensichtlich vertraut der Trainer dieser Mannschaft mehr, als ich es tue (vielleicht habe ich mich aber nur noch nicht an diese Hertha gewöhnt), denn er wechselt erstaunlich offensiv. Erstmals derart in der laufenden Saison, wenn ich nicht irre. Mir sieht unser Spiel nach wie vor nicht souverän genug aus, geschweige denn schön. Aber es ist der Einsatz oder die Einstellung, die endlich bei uns stimmt! Und wir haben mit JLu einen Trainer, der das bewerkstelligt und gewissermaßen vorlebt, vordenkt, was er von der Mannschaft erwartet. Im Oberhaus würde uns ein anderer Wind um die Nase wehen. Noch sind es 10 Spieltage in denen wir Bundesligareife unter Beweis stellen und erlangen können.

Ich bin reif für die Bundesliga! Denn alle Bedenken haben dem Feiern und der Freude über den 1. Platz keinen Abbruch getan und es war schön, das erste Mal in der Saison die entsprechenden Lieder anzustimmen.

Mast & Schotbruch, Alte Dame! Blau-weiße Hertha wird nie untergehen!

Freitag, 22 Februar 2013 21:54

Kopfzerbrechen nach Aalen trotz Saisonrekord

geschrieben von in Herthas Mischpoke

 

Also wie Hertha habe ich die erste Halbzeit verschlafen. Auch das Fußballwohnzimmer fiel wegen Erkältung aus.

Was war passiert? Außer das nichts vorgefallen zu sein scheint. Aber hat Hertha die 1. Halbzeit wirklich verschlafen? Ich gucke mir also das Spiel noch mal in seiner Gesamtheit an. Außerdem bemühe ich die Spielstatistiken, damit ich etwas zu einem Spiel schreiben kann, bei dem sich mir auf den ersten Blick die Haare sträuben.

Summa summarum eine zähe Kiste, bei der erst in der 76. Minute das Tor durch einen Konter fällt. Die wichtige Kopfballverlängerung auf Ramos hat der spätere Torschütze Ndjeng selbst vollzogen. Ndjeng hat eine ziemlich durchwachsene Darbietung – kurz vorher hat er die bis dahin beste Torchance verwirkt, relativ viel Foul gespielt und 2/3 seiner Zweikämpfe verloren, Niemeyer hat wenigstens die gleiche Zahl gewonnen. Gut, dann macht er das Tor, man muß zufrieden sein.

Für mich ist Lustenberger der beste Mann auf dem Platz, er foult nicht (als IV!), gewinnt die meisten seiner Zweikämpfe, hat viele Ballkontakte, die er passgenau verwertet. Ich persönlich würde ihn lieber als 6er sehen, weil er ein unglaubliches Spielverständnis hat und ich meine, wir könnten so noch viel mehr von seinen Fähigkeiten profitieren. Zuweilen sah/ sehe ich auch einen verkappten 10er in ihm...

Die Aalener haben uns im Prinzip alles abgerungen und es bleibt die Frage, ob wir ohne diesen einen Konter überhaupt zu einem Tor gekommen wären. Die standen sehr tief und waren nicht nennenswert in unserem Strafraum und wir haben mit doppelt soviel gespielten Pässen irgendwie versucht diese eine popelige Lücke zu finden.

Klar, viele sagen, solche Spiele muß man erst mal gewinnen. Im Gegenteil, manche meinen sogar, die Hertha wie sie sie von früher kennen, hätte solch ein Spiel gar verloren. Sicherlich ist unsere größte Stärke unsere Kondition, die es erlaubt bis zum Ende auf Zack zu bleiben und noch dieses eine entscheidende Tor zu erzielen. Diese Fähigkeit hatten wir auch unter Favre, wo wir in der Schlussphase eines Spiels immer noch eine Schippe drauflegen konnten, um dann ein herrliches Kontertor zu erzielen. Ich weiß gar nicht, ob JLu überhaupt unsere teure Höhenkammer nutzt...??

Ganz ehrlich, ich freu’ mich über die 3 Punkte, aber so ein Gewurschtel macht mich fertig. Und ich bin auch weiterhin im Zwiespalt, was ich davon halten soll und wo Hertha steht. In der 1. BuLi käme uns sicherlich die grundsätzlich spielerische Auslegung zu gute, denn ich meine, wir tun uns immer noch schwer, das Spiel zu machen. Gegen mitspielende Mannschaften können wir uns besser entfalten.

BaumjohannDas liefert mir sofort die Steilvorlage zu Montag! Also wieder mal ein Topspiel für die Medien und ein Flopspiel für die Fans. Ich finde es höchst traurig, daß unsere Hertha vor einer mauen Kulisse antreten muß, obwohl sie gerade sämtliche Zweitligarekorde bricht. Heute war von 38.000 Zuschauern die Rede. In der PK wird das natürlich runtergespielt als stattlich für die 2. Spielklasse (aber für ne 4Mio-Stadt???) und ein Kulturmanager attestiert den Berlinern, dass schwerste Publikum Europas zu sein. Also, Herr Siebenhaar, so heißt der Kollege, klar, der Berliner lässt sich nicht jeden Scheiß andrehen und es ist auch nicht ganz leicht, für einen Zugereisten wirklich zu verstehen, wie unsereiner tickt, ABER: Daran liegt es nicht! Meine Meinung. Auch nicht am Wetter oder der Uhrzeit, die zweifelsohne das Ihrige tut, sondern an dem Bockmist, den unsere Vereinsführung bisher unter Preetz verzapft hat. Der Stachel des 2. Abstiegs sitzt noch tief und ist nicht verziehen!

Und jetzt passiert etwas total absurdes, mit zig schäbigen Schnäppchenangeboten versucht unser Verein die Leute ins Stadion zu locken – und zwar die, die DFB, Polizei, Medien etc. als die gewollt pflegeleichten „Fans“ in den Stadien wollen. Für viele andere sind sie einfach das Füllsel, die echten Fans muß man nicht locken, aber wertschätzen. Was sagt einem das? 1. Die Geschäftsstelle hat durch den erneuten Abstieg viel von dem wieder zerstört, was sie gerade kurz vorher an Zuwendung und Sympathie aufgebaut hat. – 2. Der Verein muß erkennen und honorieren, wer Hertha treu begleitet. – 3. Die Leute halten auf der MV lieber die Füsse still und/ oder bestrafen mit ihrer Abwesenheit stattdessen die Mannschaft. (Ich meine ausdrücklich niemanden, der einfach wegen der Uhrzeit verhindert ist!)

Ich bin gespannt, wie viele Lauterer kommen werden, die ja auch reichlich durch Montagsspiele gebeutelt sind. Dieses Spitzenspiel zwischen dem Tabellendritten und -zweiten hat, weiß Gott, eine volle Hütte verdient. Ich glaube, es wird ein spannendes und gutes Spiel zwischen zwei Aufstiegsaspiranten, die beide den Abstand nach unten ausbauen wollen. Schon in der Vergangenheit gab es legendäre Begegnungen zwischen diesen beiden Mannschaften:

Das legendäre 2:0 in der Aufstiegssaison 96/ 97 mit Kruses Murmeltor im vollbesetzten Oly.

Das Duell im direkten Abstiegskampf 2012 mit Otto Rehhagel.

zecke neuendorfDas totale Beschiss-Spiel im Frühjahr 2005, in dem Zecke zum Hulk wurde – zu recht. Zwei reguläre Tore von Rafael und Reina aberkannt, kein Elfmeter für Zecke, der im Strafraum gefoult wurde.

http://www.youtube.com/watch?v=fCj4B9KZ3u0

Das Hinspiel 2012/ 2013 mit einem geschenkten Elfmeter für den FCK, dem Duell Anästhesist Idrissou/ Iron Mike... Bin gespannt, ob Baumjohann ausgiebig die Funktionalität unserer Rasenheizung testet. Mann, ging der mir auf die Nüsse!

Ich fühl’ mich sicher – am Montag pfeifft der Polizeibeamte Tobias Welz aus dem Hessischen... Prost Mahlzeit!

Im Ernst, der schneidet in dieser Saison bei der „Wahren Tabelle“ noch recht gut ab. Guckt Euch mal spaßeshalber durch die Bilanzen der anderen... Als Herthaner hab ich da nicht ohne Grund meine Spezies.

http://www.wahretabelle.de/schiedsrichter/tobias-welz/38

Samstag, 16 Februar 2013 18:11

Stadtderby - Hertha, Hertha, ei, ei, ei

geschrieben von in Herthas Mischpoke

Wenn man bedenkt, wie viel Wind im Vorfeld um dieses Spiel gemacht wurde, muß man ja fast denken, irgendwer sollte enttäuscht sein.

union-busEine Erkältung hat mich doch davon abgehalten, mit vielen Blau-weißen die Unioner von der Belagerung des Klops’ abzuhalten. Die Eisernen halten sich für einen Gesamtberliner (totaler Unsinn, besonders historisch) Verein und meinten mit dem Treffpunkt 16:00 Breitscheidplatz provozieren zu müssen. Die Herthaner konterten mit 15:00 am Zoo – strategischer Schachzug.

Wie gesagt, ich war nicht dabei, sondern plante zu Stadioneinlaß dort zu sein. Schon die Hinfahrt war so dermaßen entspannt, daß ich mich immer frage, wer genau aus „unserem“ Derby ein ruhrpottliches, hanseatisches oder fränkisches machen will? Man prostet sich zu. Klar nerven mich so Nummern wie „Kulturkampf“, „wir machen alles selber, ihr nicht“ – kurz: diese Besserfan-Attitüde (und oft übertreiben die Herrschaften aus Köpenick). Aber das ist nicht Union spezifisch, das geht mir auch bei St. Pauli oder Bremen oder oder gegen den Strich. Die Eisernen sollen einfach ihrer Wege gehen und gut ist, Berlin ist groß genug. Auch gibt die Historie beider Vereine das nicht her, was medienwirksam herbeigeführt werden möchte, um dann moralisch verurteilt zu werden. Klar, es wächst eine Gruppe Fans beider Lager heran, die sich lieber mehr als geringschätzen möchte, auch mit freundlicher Unterstützung (!) der Ordnungshüter. In Köpenick werden die Fangruppen inzwischen strengstens getrennt, nach unbestimmter Zeit wird man dann im Konvoi zu einem eine Stunde entfernten Bahnhof gebracht. Extrem nervig. Früher konnte man sich noch an einem Bierstand zusammenfinden. Der Ort an dem überhaupt Kontakt zu anderen Fans entsteht, und zwar ganz normal und unkrampfig.

2013-02-11 18.54.48

Wofür ich unser Oly liebe: Man kann sich frei bewegen, das gilt speziell für die Gästefans. Manchmal denke ich, den geht’s zu gut bei uns, wenn ich an die Zuwegung und die Pferche – gerade in den großen, modernen Stadien - bei meinen Auswärtsfahrten denke.

Wofür ich unsere Kurve liebe: Ihre Choreos, die einfach Grandezza haben und Humor!

Hertha, Hertha, Du ganz allein

sollst der Stolz von Spreeathen sein!

Zwei Zeilen aus ’nem alten Hauer und unserer Tor-Mucke rahmen die Blockfahne über die gesamte Ostkurve während gegenüber im Oberring ordentlich gezündet wird. Gleich geht’s los!

2013-02-11 21.13.012013-02-11 21.13.152013-02-11 21.13.362013-02-11 21.14.29Choreo 2013

Die erste Halbzeit ist ein trostloser Auftritt unserer Hertha und die sehr präsenten, giftigen Unioner werden auch in Führung gehen. Wir haben wieder die alte Prüfungsangst, wenn der Druck da ist. Holland ist wegen 5. Gelber gesperrt, Bastians kommt rein. Ich habe befürchtet, dass das eine Schwachstelle sein wird. Auch Allagui vergibt Hochkaräter, wie Stürmer ohne Selbstvertrauen es zu tun pflegen. Große Freude, dass Kobi endlich wieder an Bord ist! Nach der langen Pause macht er dennoch ein gutes Spiel, obwohl man hier und da die fehlende Spielpraxis sieht. Pekarik ist Gott sei Dank wieder dabei; ich sage dies unabhängig von der Tatsache, daß er bei einem der Gegentreffer beteiligt war. Das war auch Lustenberger, der den Ball nicht richtig rausschlägt, es gibt noch 5, 6 Ballkontakte – Scheiße.

Innerlich bin ich ruhig, ich weiß, dass wir nicht verlieren werden, gleichwohl es nicht immer so aussieht. Im Spiel hatte ich den Eindruck, das zweite Tor der Eisernen hat uns mehr zu schaffen gemacht als das erste. Mit Humor lässt sich alles ertragen! Zwei Jungs mit ihrer Mini-Choreo ernten unser Gelächter: 2 Bären aus Pappe, einer stehend im Hertha-Trikot, der andere gebückt im Union-Trikot. Großartig! Wir sehen noch mehr aus dem Kamasutra... Wir bedanken uns nach Abpfiff für die sturzkomische Einlage.

2013-02-11 21.19.442013-02-11 21.19.562013-02-11 23.03.25

Mal wieder retten uns Ramos und an vorderster Front Ronny den Arsch, den Niemeyer in einer bis mehreren Hosen vermißt hat. Pralinchen geht zum Ball und man WEISS es scheppert gleich!

Also, was soll’s, natürlich wäre es mir am liebsten gewesen, wir hätten Union richtig eingetütet. Ein loses Mundwerk stopft man am besten mit Toren. Nach einem 2-Tore-Rückstand und immer weiter voranschreitender Spieldauer kann man mit diesem Remis leben. Insgesamt trennt man sich sowohl sportlich als auch menschlich schiedlich, friedlich.

2013-02-11 22.53.25An unserer Bude gibt es den obligatorischen Nachspann, eine S-Bahnfahrt mit viel Gelächter und ein geschlossenes Fußballwohnzimmer (???). Wir ändern noch mal kurz die Richtung für den letzten Absacker. An den nächsten Tagen wird der Blätterwald durchforstet.

Gleich der Tagesspiegel wartet mit einer Unwahrheit auf, klein, aber heutzutage brisant. Es wurden Bengalos NUR im Gästebereich gezündet. Der TS gilt ja nicht als Schmierblatt und recherchiert doch schlampig, wenn es um Fans geht. Die sollten einfach keine praxisfernen Praktikanten (?) ins Stadion schicken.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/einsatzbilanz-nach-fussballspiel-sieben-verletzte-polizisten-nach-lokalderby/7771338.html

Ui, und krass, 19 Festnahmen bei 74.244 Zuschauern, das sind wohl 0,025%.

Was bleibt als Erkenntnis? Ich kann sehr gut damit leben, NICHT Tabellenführer geworden zu sein. Wir haben noch ein paar Baustellen: Mehr Souveränität, weniger Ausrechenbarkeit, mehr Kreativität – Alle Spieler sollten wieder Torschützen sein können, nicht nur 2R.

Ich würde mir wünschen, wenn bei einem Duell um Aufstieg(splätze), Tabellenführung, also einem Konglomerat von Vereinen mit gleichen Interessen der Unparteiische eine größere geographische Entfernung zu den Betroffenen hat...

Am Samstag geht’s nach Aalen – deren Polizei hat mal von BAFF den „Goldenen Schlagstock“ verliehen bekommen...