Fr23Jun2017

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fc koelnSamstag 15.30 Uhr Anstoß 1.Liga. Das Herz der FC Fans blutet. Die Derby Rivalen aus Leverkusen, Gladbach und Düsseldorf tummeln sich in der Bundesliga. Nur der FC fehlt hier. Anstatt brisanten Derbys stehen Auswärtsfahrten nach Aue, Sandhausen auf dem Programm. Noch heute stellen sich viele Fragen - Wie konnte das passieren? Nicht nur diese Frage kann bis heute keiner beantworten. Auch die Frage wohin der Weg des FC führt, kann und mag zum aktuellen Zeitpunkt keiner so richtig beantworten. Tabellenplatz 9. - 6 Punkte Rückstand auf dem Relegationsplatz. Nicht wirklich schlecht aber eben auch nicht wirklich gut - eben weder Fisch noch Fleisch. Was läuft schief beim FC oder läuft es doch trotz Umbruch eigentlich gut?

1. Trainer Holger Stanislawski

Mit viel Leidenschaft schreit und tobt er an der Seitenlinie. Er sollte endlich wieder ein Konzept aus jungen Spielern formen, den BVB Gen in Köln erschaffen. Doch nun wo es in die Winterpause geht, muss man bilanzieren, dass Stanislawskis Taktik oft für Außenstehende konzeptlos erscheint. Fast an jedem Spieltag finden sich Spieler auf der Tribüne oder auf der Bank wieder, die noch gute Leistungen am Spieltag zuvor abgeliefert haben. Leistungsprinzip sieht anders aus. Ständig neue Taktiken  lassen Spielabläufe und Automatismen schwer erscheinen. Dies und die Nicht-Kommunikation von Trainer mit den  Spielern waren schon in Hoffenheim Kritikpunkte an seiner Person. Gerade gegen schwächere Gegner agiert seine Mannschaft taktisch oft sehr einfallslos. Die langen Bälle auf Antony Ujah sind für die Gegner zu einfach zu verteidigen. Ein Konzept sieht definitiv anders aus. Allerdings muss man auch bedenken, dass aufgrund der vielen Veränderungen die Mannschaft Zeit brauchte, bis diese sich finden konnte. Positiv muss man erwähnen, dass er dem Kölner Publikum zumindest eine Mannschaft präsentiert, die meist durch Einsatz und Kampf zu gefallen weiß. Eine Eigenschaft die das Publikum in den letzten Jahren vermisste. Man kann nur hoffen, dass sein Ziel nach 17.Spieltagen den „Aufstiegskampf“ auszurufen sowie die ständige Rotation ihm nicht zum Verhängnis werden. 

2. Die Mannschaft / Der Umbruch

Nachdem Abstieg war ein Umbruch unausweichlich. Spieler wurden verkauft oder verliehen um die dringend benötigten Sparmaßnahmen einzuleiten. Junge Spieler sollten aus der eigenen Jugend vorrücken. Nach nur 20. Spieltagen kann man diesen Umbruch auf die eigene Jugend zu setzen (vorerst) als gescheitert ansehen. Zwar bekam die Mannschaft durch Verkäufe und Einkäufe ein völlig neues Gesicht, doch lediglich Timo Horn sowie Jonas Hector schafften den Sprung aus dem eigenen Nachwuchs in den Profikader. Doch Talente wie Buchtmann, Schnellhardt und hochgehandelte Spieler wie z.B. Reinhold Yabo (immerhin Kapitän der U17- Europameister Mannschaft u.a. mit Mario Götze) schafften den Sprung bisher nicht. Zurück blieb ein Kader aus erfahrenen Erstliga-Spielern, die aber kaum Ihren Ansprüchen gerecht werden konnten. Spieler wie Kevin McKenna sind aktuell Leistungsträger. Schon alleine daher verbietet es sich eigentlich von einem Umbruch zu reden. Die Mannschaft zeigt sich in der ersten Saisonhälfte durchaus willig aber mit kaum ersichtlicher Entwicklung. Fußballerisch hoch veranlagte Spieler wie Clemens oder Jajalo konnten sich bis dato nicht in den Vordergrund spielen und laufen der Erwartungshaltung hinterher. Zum Ende der Hinrunde fand sich das junge Team (Durchschnittsalter 23,7) immer mehr und erlangte eine Anzahl von 7 ungeschlagenen Spielen. Zu den bisherigen Enttäuschungen im Team muss man sicherlich Matthias Lehmann zählen. Er konnte bisher nicht nachweisen, auf diesem Niveau ein Gewinn für das Team zu sein. Ganz klar hervorheben hingegen muss man Anthony Ujah, fußballerisch sicher nicht der stärkste, glänzt er durch Einsatz und Tore. Ebenfalls muss man Timo Horn eine starke Vorstellung in der Hinrunde attestieren. Gute Paraden und ein sehr abgeklärtes Auftreten, ließen Publikumsliebling Rensing schnell vergessen machen. 

3. Transfers / Neuzugänge

8 Neuzugängen (Ausgaben ca. 720.000 Euro) standen in dieser Saison 21 Abgängen (Einnahmen ca. 14.150.000Euro) hingegen. Dies ist die durchaus stolze Bilanz von Kaderplaner Jörg Jakobs.

Nach Ende der ersten Saisonhälfte kann man dem neuen Kaderplaner durchaus ein positives Zeugnis ausstellen. Der 1.FC Köln bekam für die doch sehr bescheidene Transfersumme gestanden Erst- Liga Profis in Form von Thomas Bröker und Dominic Marah (beide ablösefrei) Dominic Maroh, am Anfang noch mit einigen Problemen, zeigte zum Ende der Rückrunde, warum man Ihn als festen Bestandteil der Abwehr eingeplant hatte. Thomas Bröker wurde immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Doch er deutete an, dass er mit seinem Willen und seiner guten Physis ebenfalls eine wichtige Rolle im jungen Team spielen kann. Antony Ujah, der kurz vor Transferschluss noch auf Leihbasis von Mainz 05 zum FC stieß, entwickelte  sich dank seiner Tore und seines immensen Einsatz direkt zum Publikumsliebling. Daniel Royer und Sascha Bigalke deuteten beide Ihre technischen Feinheiten an, spielten aber noch nicht konstant genug, sollten sich aber in der Rückrunde sicherlich steigern können. Kevin Wimmer und Tobias Strobl bekamen beide Ihre Einsatzzeiten, wussten aber noch nicht vollends zu überzeugen. Lediglich Matthias Lehmann fällt hier deutlich ab. Zu keiner Zeit konnte er bisher zeigen dass er der versprochene Lenker ist. Auch immer wieder durch Verletzungen gehandicapt, konnte er bisher nicht die großen Hoffnungen von Stanislawski umsetzen.

Es deutet sehr viel daraufhin, dass sich das Gesicht der Mannschaft im Sommer erneut stark verändert wird. Nicht alleine zuletzt aufgrund der Leihspieler die im Sommer zu Ihren Vereinen zurückkehren werden wie Royer, Ujah und Strobl.

Im Winter soll es lt. Toni Schumacher noch ein Weihnachtsgeschenk für die FC Fans geben. Ein zusätzlicher Innenverteidiger steht auf der Einkaufsliste. Jedoch gibt es auch Gerüchte, dass der FC sich um den Wolfsburger Rasmus Jönsson bemüht. Es bleibt zu hoffen dass der FC ein glücklicheres Händchen hat als bei so vielen Wintertransfers.

Es war klar das der eingeleitete Umbruch Zeit benötigt. Trotz diesem und dem jüngsten Kader der 2. Bundesliga verfügt der 1.FC Köln über eine Vielzahl erfahrener Spieler mit Bundesliga-Niveau. Falls bei der Mannschaft und speziell bei technisch hoch begabten Spielern wie Jajalo, Clemens in den ersten Spielen nach der Winterpause der Knoten platzen sollte, bleibt es abzuwarten wozu diese Mannschaft fähig ist. Realistisch erscheint allenfalls der Relegationsplatz. Gegen einen Aufstieg würde sich gerade finanziell bei den Domstädtern sicher keiner wehren. Ob jedoch bereits jetzt die Qualität des Kaders für ein Abenteuer Bundesliga ausreicht, ist jedoch fraglich.