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Dienstag, 14 Januar 2014 12:39

SV Werder Zeitarbeit

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gws018 SV Werder ZeitarbeitIch habe mich in den vergangenen Tagen durch grob geschätzt drei Dutzend Werder Bremen-Fanseiten, -Gruppen und -Foren gelesen. Dabei ist mir etwas Bemerkenswertes aufgefallen: die überwältigende Mehrheit der Fans scheint der felsenfesten Überzeugung zu sein dass alle Probleme, mit denen sich der SV Werder derzeit herumschlägt, ganz einfach und quasi über Nacht gelöst werden können, wenn man schlicht die Spieler X, Y und Z verkauft und im Gegenzug die Spieler A, B, C, D und E verpflichtet, am besten auch noch die Spieler F, G, H, I und J sowie eventuell noch K, L, M und N bis W. Außerdem müssen die Spieler X, Y und Z eine Verpflichtungserklärung unterschreiben, in der steht dass sie sofort an die Weser zurückkehren wenn sie bei ihrem neuen Klub plötzlich zum neuen Superduper-Spieler mutieren und/oder wenn die Spieler, die als Ersatz für sie geholt wurden, sich als noch größere Pfeifen erweisen. Dabei kam mir ein Gedanke, der alle Bremer Probleme viel effizienter löst und so einfach ist, dass Herr Eichin sicherlich auch schon drauf gekommen ist und ihn bestimmt schon morgen in die Tat umsetzen wird:

Der SV Werder Bremen muss sein eigenes Zeitarbeitsunternehmen gründen! Alle Spieler werden mit Zeitarbeitsverträgen ausgestattet, das kommt den Verein auch in Sachen Gehaltszahlungen deutlich billiger: gleiche Tätigkeit bei halben Lohn, auf diesem Rücken funktioniert heutzutage ja schließlich das ganze Land. Spielt einer gut, darf er beim SV Werder kicken. Hat er mal einen schlechten Tag, wird er als Leiharbeiter woanders "geparkt", bis er dort entweder besser wird oder die noch verbliebenen Werder-Spieler noch schlechter. Das wird ein Hire&Fire-Spaß, dagegen sieht FIFA14 wie ein altmodischer Flohmarkt aus. Die Vereinsführung kann immer hochflexibel und extrem zeitnah auf aktuelle Formkurven/Fanlaunen reagieren, die lästigen Beschränkungen der Transferperioden fallen weg und der Kader wird derart groß, dass der Kicker zu Saisonbeginn ein eigenes Sonderheft nur für Werder rausgeben muss. Da wird für jeden Geschmack was dabei sein! Der Trainer wird zwar Gefahr laufen den Überblick zu verlieren, das macht aber nichts, denn der bekommt natürlich auch einen Zeitvertrag. Wechselt Trainer 1 Spieler A erst in der 31. statt in der 30. Minute aus, kein Problem, dann wird er eben in der Halbzeitpause durch Trainer 2 ersetzt.

Auch für die Medien hätte ein Werder-eigenes Zeitarbeitsunternehmen nur Vorteile. Denn bisher hauen Bild, Spox, Sport1 und Konsorten jeden Tag neue Transferspekulationen und -gerüchte in die Welt hinaus, doch der Wahrheit entspach bis jetzt keine einzige von ihnen. Setzt der SVW auf das Zeitarbeitsmodell, so werden an der Weser so viele Spieler kommen und gehen dass die Journallie gar nicht mehr hinterherkommt! Jeden Tag eine neue Transfer-Eilmeldung, was für ein Spektakel! Auf diese Weise käme vielleicht sogar Lothar Matthäus endlich zu seinem ersehnten Trainerposten in der Bundesliga und auch vertragslose Spieler gehören der Vergangenheit an. Tim Wiese wird ersetzt durch Sebastian Mielitz wird ersetzt durch Raphael Wolf ist da erst der Anfang, alleine in der Rückrunde könnten 17 verschiedene Torhüter verheizt werden, von den Feldspielern mal ganz zu schweigen.

Denn sind wir mal ehrlich: was sind normaler Verträge denn heutzutage noch wert? Tauscht die Spieler aus, öfter als die Socken an ihren Füßen, das ist der goldene Weg in Richtung Lösung aller Probleme und zur Meisterschale! Wenn man schon an der PlayStation im Karrieremodus binnen einer Saison den halben Kader auswechseln kann, dann hat das in der Realität ja wohl noch einfacher zu funktionieren, nicht wahr? Es wäre ja noch schöner, wenn es etwa anders herum sein würde und das wahre Leben komplizierter wäre als ein Konsolen- oder Computerspiel. Und das beste daran ist, durch das Auswendiglernen so vieler neuer toller Namen ist man viel zu beschäftigt um darauf kommen zu können, dass wildes Spieler-Hire&Fire vielleicht doch kein Allheilmittel ist, um einen in einer Dauerkrise sich befindenen norddeutschen Traditionsverein aus selbiger zu erlösen.

 

(Achtung, Sicherheitshinweis: dieser Artikel kann Spuren von Satire, Sarkasmus und/oder Zynismus enthalten. Zu finden auch auf der dazu gehörenden Facebook-Seite: https://www.facebook.com/GruenWeisseStimmungslage)

Thilo Schmidt

In der "Grün-Weißen Stimmungslage" schreibt der 32-jährige Autor Thilo Schmidt über viele Themen rund um den Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen, gelegentlich auch über andere Fußball-Themen. Unabhängig, kritisch, investigativ, gelegentlich satirisch.

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