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Freitag, 06 September 2013 09:38

Der Abgang der verflixten Sieben

geschrieben von 

gws007 Der Abgang der verflixten SiebenLieber Marko,

drei Jahre, zwei Monate und einen Tag lang standest du bei Werder Bremen unter Vertrag. In dieser Zeit hast du exakt 84 Pflichtspiele im grün-weißen Trikot absolviert, dabei hast du 16 Tore erzielt. 16 Treffer in 5.231 Spielminuten, das bedeutet dass Du im Durchschnitt alle 5 Stunden und 27 Minuten für Werder Bremen eingenetzt hast. Du wirst nicht bestreiten können, für einen Stürmer ist das keine besonders herausragende Quote. Und für jemanden mit einer so großen Klappe erst recht nicht. Du weißt sicher was ich damit meine, zum Beispiel wie du dich als Champions League-Sieger gebrüstet hast und sogar einen entsprechenden Schriftzug auf deine Schuhe hast anbringen lassen, obwohl du zum Europapokal-Erfolg von Inter Mailand 2009/2010 keine einzige Spielminute beigetragen hast. Selbst zu Inters Meisterschaft in der selben Saison reichte es nur zu drei Kurzeinsätzen über insgesamt gerade mal 55 Minuten (kein Tor), trotzdem steht "Italienischer Meister 2010" in deiner Vita. Kann man sicher drüber streiten ob das angemessen ist oder nicht. Der einzige Titel, den du dir wirklich mit ruhigen Gewissen auf deinen Briefkopf (oder auf deine Schuhe) drucken lassen kannst, ist der des niederländischen A-Jugend-Meisters, den du 2007 mit der U19 des FC Twente Enschede gewonnen hast. Besser als nichts, aber für jemanden mit einem derart großen Geltungsbedürfnis ist das natürlich viel zu wenig, weshalb du dich aufplusterst wie ein Pfau.

Leider sind Klaus Allofs und Thomas Schaaf damals auf Deine Poser-Show hereingefallen und haben satte 6,2 Millionen Euro alleine an Ablöse für dich hingeblättert. Das war sicher Balsam auf dein überdimensioniertes Ego, dass jemand so viel Geld für dich bezahlt wie 99% der deutschen Bevölkerung im ganzen Leben nicht verdienen. Natürlich hast du dass dann auch an die große Glocke hängen müssen, beispielsweise als du keine Lust hattest mit ein paar Wiener Polizisten im Rahmen einer Routinekontrolle zu diskutieren. "Du hast mir gar nichts zu sagen! Ich verdiene so viel, ich kann dein Leben kaufen!" und "Wenn du mich anzeigst, dann wirst du schon sehen! Ich bin etwas Höheres als du!" sollst du den Beamten damals gesagt haben. Große Worte für jemanden, der so viel "Swag" hat, dass er sich den sündhaft teuren, aber eben doch nur von Mitspieler Samuel Eto'o ausgeliehenen Bentley hat klauen lassen.

Man würde sich gerne auf deine sportlichen Leistungen konzentrieren, aber leider waren deine Aussetzer abseits des Platzes so viel zahlreicher als deine lichten Momente auf dem Spielfeld. Drei Tore im Dezember 2012 in Hoffenheim, klasse Spiel, gar keine Frage. Zwei Tore und ein Assist in deinem zweiten Spiel für Werder gegen Köln, großartig. Aber solche Glanzleistungen waren selten, viel zu selten. Weitaus zahlreicher waren Aktionen wie damals, als du über eine Auswechslung so erbost warst, dass du Werder Bremen als "Saftladen" bezeichnet hast. Oder als du 2011 deinem Nationalmannschaftskollegen Stefan Maierhofer mitgeteilt hast, dass du beabsichtigst den Geschlechtsakt mit seiner Mutter zu vollziehen. Dieses Jahr wurdest du bei einer nächtlichen Raserei von der Polizei angehalten, Kollege Elia war auch dabei. Kurz vor einem wichtigen Spiel gegen Bayer Leverkusen, als dein Arbeitgeber in akuten Abstiegsnöten steckte und deine Professionalität dringend gebraucht hätte, hast du es vorgezogen einen Ausflug in die Niederlande zu machen um dort mit Kumpels Fußball zu schauen. Fällt das unter das Motto "YOLO"? Vermutlich.

Du wurdest, völlig zurecht, für den Rest der Saison suspendiert. Dein Image hatte sich schon längst von dem eines glamourösen Europapokal-Siegers wegbewegt, hin zu dem eines verzogenen, arroganten und egozentrischen Möchtegern-Hipsters. Nachdem du Vater wurdest hast du angekündigt "ruhiger zu werden", doch davon hat man bis heute nicht viel mitbekommen. Hier in Bremen drohte dir unter dem neuen Trainer Robin Dutt schließlich ein Platz auf der Tribüne und nachdem du, wieder ganz in deiner charmanten Art, großspurig angekündigt hattest nur zu Real Madrid oder Chelsea wechseln zu wollen, bist du nun zu Stoke City geflüchtet. Weißt du eigentlich dass auf britischen Autobahnen ein Tempolimit von 100 km/h gilt, zudem werden im Vereinigten Königreich die Straßenschilder in Meilen und nicht in Kilometern beschriftet. Angesichts dieser Tatsache würde ich dir dringend raten, dein Fahrverhalten zu überarbeiten. Die Stadt Stoke-on-Trent ist übrigens berühmt für ihre Töpferei-Industrie. Vom Töpfern sagt man ja, dass es entspannend und beruhigend wirkt. Solltest du vielleicht mal ausprobieren.

 

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Thilo Schmidt

In der "Grün-Weißen Stimmungslage" schreibt der 32-jährige Autor Thilo Schmidt über viele Themen rund um den Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen, gelegentlich auch über andere Fußball-Themen. Unabhängig, kritisch, investigativ, gelegentlich satirisch.

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