Endlich war es soweit die zweite Liga startete in die Frühjahrssaison und das als letzte der drei obersten Ligen. Warum das so ist weiß kein Mensch, was soll´s. Zum Auftaktspiel gegen unsere Freunde vom Betzenberg meinte es die DFL besonders gut mit uns und schenkte und gleich das Montagsspiel. Was ist ätzender als ein Spiel am Montagabend bei
Nasskaltem Wetter? Nicht viel so viel sei gesagt.
Für Sechzig ging es darum endlich mal wieder für positive sportliche Schlagzeilen zu sorgen, nachdem das Sportliche in der Winterpause wie allzu oft in den Hintergrund rutschte. Ein Sieg gegen die roten Teufel wäre da genau das Richtige, denn man käme auf zwei Punkte an den Relegationsplatz ran.
An dem unglaubliche Theater in der Winterpause kam auch unsere Fankurve nicht vorbei, wie sollte Sie auch. Dem Chaosverein wurde daher von den Giasinga Buam eine Choreo gewidmet. 14 blaue und 14 weiße Folienstreifen wurden über die mittleren 40 Meter der Nordkurve gezogen und an den unteren Zaun geführt wo ein ebenso langes Banner mit der Aufschrift „der CHAOSVEREIN lebt wie eh und je“ hing. Ein tolles Bild, was durch die Fahnen, Luftballons, Doppelhalter und Schals welche die Fans zwischen den Streifen schwenkten bzw. wedelten perfektioniert wurde. Auch der kleine blaue Rauchtopf am Rand trug
seinen Teil dazu bei. Aber auch die Kritik kam nicht zu kurz, so wurden zu der Thematik zwei Spruchbänder hochgehalten. Das eine lautete „ Alter Schwede, was für eine Winterpause“ was sich auf die Posse um Sven-Göran Eriksson bezog. Das zweite Spruchband war direkt an unseren „geliebten“ Investor gerichtet und das in Englisch, schließlich soll er es auch verstehen. „Ismaik what did the DFL Say ?! Ever heard of 50+1 ?!. Eine Anspielung darauf das Ismaik bei der DFL petzen wollte, dass Dieter Schneider sich an die 50+1 Regelung hält. Auch die Fans der Pfälzer taten Ihre Meinung zu 50+1 kund, „Keine Macht den Investoren 50+1 bleibt“ prangte auf deren Spruchband. Danke dafür!
Das Ende des Spiels war für viele ein Schock. Kurz vor Schluss das 0:1 zu kassieren ist immer bitter und besonders 60 kassiert relativ häufig solch späte Gegentore. Aber diesmal war es noch eine Nummer härter als sonst. Die Mannschaft hatte doch relativ gut gespielt und vor allem in der ersten Halbzeit klar die Mehrzahl an brauchbaren Chancen gehabt. Auch die Stimmung im Stadion war für Allianz-Arena-Verhältnisse sehr gut. Der Wille noch was zu bewegen war auf den Rängen sowie auf dem Platz spürbar! Umso größer war die Enttäuschung nach dem Gegentor. Damit verabschieden sich die Münchner Löwen mal wieder sehr frühzeitig aus dem Aufstiegsrennen und man kann sich getrost auf die zehnte Zweitliga Saison in Folge einstimmen. Da bleibt nur zu hoffen, dass es wenigstens interessante Auf- und Absteiger gibt. Sportlich wünsche ich dem FCK weiterhin alles Gute im Aufstiegsrennen. Auch wenn mir der Besuch im 12. Mann sowie auf dem Betzenberg fehlen wird, besser Ihr als wer anders.
Was mich nach dem Spiel wieder besonders aufgeregt hat, waren die folgenden teilweise sinnfreien Diskussionen. War die Mannschaft gut oder nicht?“ Der Trainer muss weg“ oder „Wir wollen nur einen Startrainer wie Eriksson“. Aber eine der Diskussionen die mich am meisten langweilt ist die um die Zuschauerzahlen. 19.100 Zuschauer kamen zum “Topspiel“ in die Drecks Arena. Ich persönliche finde die Zahl in Ordnung, vor allem für ein Montagsspiel. Aber andere finden alles unter 25.000 eine Katastrophe und meinen dass der Gesamtschnitt von knapp 20.000 Zuschauern in der Saison schlecht ist. Dabei ist ein Schnitt von 20.000 absolut Top! Leer sieht es nur aus weil wir in dieser hässlichen für uns
übergroßen Kiste spielen (müssen). 20.000 das hätte in derselben Situation nur sehr wenig andere Vereine. Bei allen Clubs die in den letzten Jahren am Ende der Saison einen besseren Schnitt als wir hatten ging es um was oder man schwamm auf der Euphoriewelle weil man endlich in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist. Was hatten wir? Neun Jahre fast ausschließlich sinnlosen Fußball im Niemandsland der zweiten Liga. Dazu einen Skandal nach dem anderen, ein Kasperletheater nach dem anderen, eine Beinaheinsolvenz nach der anderen, demütigende Rettungen durch den Erzfeind und schließlich als Krönung einen „Investor“. Vereine wie Köln, sind spätestens im zweiten Jahr wieder aufgestiegen, Frankfurt und Hertha sofort wieder hoch. Düsseldorf war in der Aufstiegseuphorie uns steigerte sich von Jahr zu Jahr bis zum Aufstieg in die Bundesliga. Stellt euch mal vor der 1.FC Köln würde das passieren was uns passiert ist und im Borussiapark zur Untermiete spielen? Oder Fortuna beim 1.FC Köln, die Eintracht beim OFC?! Ich glaub nicht, dass der Zuschauerschnitt im neunten Jahr Bundesliga zwei immer noch so gut wäre. Wir haben schon sehr leidensfähige Fans auch wenn ich von vielen die Vereinspolitische Einstellung nicht teile muss man das einfach mal sagen.
Ja das war´s für heute, Mehr gibt es zu dem Spiel nicht zusagen, Morgen geht’s nach Duisburg, Spiel um die Goldene Ananas Teil 1.
Einmal Löwe immer Löwe
