Mi26Apr2017

westkurve
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1860 altDienstag, 06. August. Es ist viertel nach zehn Abends und ich komme gerade vom Amateurderby, welches knapp 15 Minuten zuvor abgepfiffen wurde in meiner Giesinger Wohnung an. Ich bin nass bis auf die Knochen, der Himmel öffnete während der 90. Minuten alle Schleusen. Nass wie ich es als Kind häufig war wenn das Wetter nicht mitspielte und ich meine Löwen aus der guten alten Westkurve anfeuerte wenn ich nicht gerade mit Bechersammeln beschäftigt war. Aber ich bin nicht nur komplett durchnässt, ich war und bin immer noch aufgewühlt, aufgewühlt von Wut, Hass, Stolz und einer Bandbreite von weitern gerade nicht zu definierenden Gefühlen.


amaderby141Ein paar Stunden zurück, es ist 17:45Uhr, ich laufe von mir zum Wettersteinplatz, welcher sich direkt neben dem Stadion befindet und besorge mir erst noch ein Wasser. Es hat schließlich 34 Grad und bis zum Spiel sind es noch gut 2,5 Stunden. Wenig später vor der Westkurve angekommen, warten bereits die ersten Löwenfans an der Kasse. Es kursieren Gerüchte, der FCBäh hätte sich kurzfristig dazu entschieden doch noch ein paar Karten an der Abendkasse zu verkaufen. Die Vorstellung, dass sich hunderte Löwenfans mangels Ticket (die 3500 Tickets im VVK gingen weg wie warme Semmeln) auf einmal in die Fanblöcken des Gastgebers stellen veranlasst Sie wohl zu diesem Schritt. Gegen 18:30-18:45 begab ich mich schließlich auf eine Brücke neben der Westkurve um zu beobachten wie unser Corteo, welcher von der Heilig-Kreuz-Kirche im Herzen des alten Giesings bis zum Stadion führte, eintrifft. Eigentlich war der Plan, dass ich sobald der Corteo unter der Brücke durch ist schnell zurück zum Eingang husche, so dass ich vor dem großen Mob im Stadion bin. Aber hier fing die Polizei das Nerven an. Plötzlich mussten alle Personen (neben ein paar Löwenfans waren vor allem viele Passanten auf der Brücke welche dieses Specktakel interessiert beobachteten) von der Brücke. Gut kein Problem dachten wir, gehen wir halt gleich zum Stadion. Aber das durften wir nicht, alle Personen mussten die Brücke auf der anderen Seite verlassen bis der Corteo vorbei war. Jetzt war es zu spät, als wir wieder am Stadion ankamen stand der Mob bereits vor uns. Bis zum Spiel waren es jetzt noch knappe 65. Minuten.


amaderby142Hier beim Einlass war die Organisation einfach nur mangelhaft. Für fast 4000 Personen die in der Westkurve Karten hatten, wurden viel zu wenige Tore geöffnet (zeitweise war sogar nur ein bzw. zwei Tore offen), an denen natürlich auch noch besonders intensiv gefilzt wurde. Man kam extrem langsam voran. Der Unmut wurde immer größer und ein paar Kreislaufzusammenbrüche gab es zu allem Überfluss auch noch. Alles natürlich unter Beobachtung von mehreren Hundertschaften Polizei, welche an diesem Abend serienmäßig mit Darth-Vader-Helm unterwegs waren. So ab 19:30 eskalierte es immer mehr. Das Spiel rückte immer Näher und immer noch waren hunderte wenn nicht sogar über Tausend vor den Toren. Eine Entspannung zeichnete sich nicht ab. Der Druck wurde immer größer, so das Leute die schon ganz vorne standen durch die Tore gepresst wurden und die Ordner entsprechend nur noch zur Seite gedrückt wurden. Die Polizei ging an diesem Eingang sofort dazwischen und riegelte Ihn kurzzeitig ab. Etwas daneben machten weitere Beamte ein kleines Tor auf und filzten die Leute beim Einlass selber. Aber es war einfach zu wenig, die Stimmung war extrem aufgeheizt, das Gedränge wurde vor allem für die weiter vorne stehenden immer Brutaler. Sie wurden in der Masse oder an Gittern so eingequetscht das Sie kaum noch Luft bekamen. Andere berichteten Sie glaubten jeden Moment gehe das Licht aus. Sie hatten Angst und dachten an Dinge wie die Loveparade in Duisburg und das wenn man umkippt alles vorbei ist. Die Empörung war groß, ich sah viele die vom Verhalten der Verantwortlichen tief entsetzt waren. amaderby143Und damit meine ich weiß Gott nicht unsere Szeneleute, nein besonders viele Leute die sonst eher auf das depperte Verhalten vom Ultra und Co. schimpfen waren nun besonders aufgebracht. So um kurz nach acht entschied ein Truppenführer endlich einfach die Schleusen zu öffnen und die Leute unkontrolliert rein zu lassen und dieser Aktion ist es zu Verdanken das es nicht wirklich zum Desaster kam. Aber diese Reaktion hätte viel früher erfolgen müssen. Diese ganze Eskalation hätte im Vorfeld komplett vermieden werden können, aber man wird das Gefühl nicht los, dass die Eskalation bewusst herbeigeführt wurde. Ein Münchner Lokalblatt hat nachgerechnet, dass man wenn man von einer Kontrolle von ca. 30 Sekunden ausgeht (Kartenkontrolle, intensive Leibesvisitation, Taschen leeren etc.) bei fünf Schleusen ca. 6 Stunden und bei gar nur zwei Schleusen ca. 29 Stunden gebraucht hätte die über 3500 Leute in die Westkurve zu bringen. Wie sich der FC Bayern das vorgestellt hat ist mir ein Rätsel. Die Polizei wollte angeblich die ganze Zeit mehr Tore öffnen, aber der Verein der pädophilen brandstiftenden Steuerhinterzieher hatte für den Abend nicht mehr Ordner bestellt. Jetzt kommt also auch noch Körperverletzung zu deren Trophäensammlung hinzu. Aber FCBäh hin oder her warum sagen die Behörden welche für die Genehmigung einer solchen Veranstaltung zuständig sind (KVR, Polizei etc) nicht bereits im Vorfeld das die geplanten Eingänge zu wenig sind und man bei der Anzahl an zu erwarteten Zuschauern und bei verschärften Kontrollen viel mehr Einlässe benötig? So hochbezahlten erfahrenen Beamten müsste das doch klar gewesen sein wie das endet. Wie gesagt, ich meine die Eskalation war erwünscht, schuld sind ja am Ende eh die blöden Blauen. Einziger „Glücksfall“ war, dass wir mit dem nordbayerischen USK aus Franken beglückt wurden. Die sehen mit Ihren Helmen zwar etwas martialischer aus, sind aber im Vergleich zu Ihren Corpskollegen aus Südbayern welche in der Regel nur mit Barrett unterwegs „harmlos“. Denn wäre das USK-Südbayern da gestanden, wäre der Abend mit Sicherheit in einer Katastrophe geendet. Natürlich gab es auch von Fanseite ein paar Dummheiten, sollte man auch mal erwähnen. Das Böller und Bierflaschen werfen aus dem Corteo auf Polizisten, war absolut unnötig und strohdumm, gar keine Frage. Damit reitet man nur andere Fans in die sprichwörtliche Scheiße.


amaderby144So jetzt aber mal zum eigentlichen Thema. Das Derbyfieber war im Vorfeld richtig groß, dass eigentliche Gästekontingent plus nochmal 1000 Extrakarten längst vergriffen. Viele meinten im Vorfeld das bei diesem Auswärtsspiel in der eigenen Heimat mehr Blaue als Rote im Stadion sein würden, aber das konnten die Roten auch nicht auf sich sitzen lassen schließlich steht Ihr Namen auf dem Ticket zu erst. So kam es zu einer wahren Völkerwanderung aus Korbach, Naumburg und sonst woher in unser Giesing so das sich am Ende sage und schreibe 10.600 Zuschauer im Sechzgerstadion einfanden. Der Löwenanteil betrug mindestens 4500 Zuschauer. Neben der Westkurve saßen viele Blaue auf der Haupttribüne, einigen standen auf der neuen komplett sinnfreien Osttribüne und sogar in der Stehhalle bei den Roten befand sich der ein oder andere Blaue. Sportlich geht es für den Red Scum in dieser Saison zwingend um die Meisterschaft und den Aufstieg in Liga 3. War ja schon letzte Saison das Ziel jedoch holten wir den Titel, eine Tatsache die Brenos zukünftigem Zellennachbar wohl bis heute schlaflose Nächte bereitet. Zum Einlaufen zeigten die Roten eine Choreo, irgendwas mit „Sechzgerstadion die Heimat der Bayern-Amateure“ oder so. Naja, Heimat und die Roten, diesem Seelenlosen Erfolgskasperln ist es doch eigentlich scheiß egal ob Sechzgerstadion, Olympiasatadion, Arena oder irgendwann ein 100.000 Zuschauer fassendes Stadion in Großkorbetha. Und bitte kommt mir keiner mit die Roten haben nicht nur Erfolgsfans sondern auch eine tolle aktive Szene die gerade sehr gescholten wird. Auch wenn die aktive Szene der Roten sich für die Ultras überhaupt halten, am Ende sind auch Sie damals nur Bayernfan geworden weil der Papa Ihnen vor 18 Jahren zu Zeiten des FC-Bayern-Dreamteams ein Klinsmann Trikot gekauft hat. Und wäre der FC Bayern nicht so erfolgreich wären Sie eventuell ganz woanders gelandet und wer was anders behauptet lügt.


amaderby145Sportlich muss man sagen war es diesmal eine klare Sache, Bayern dominierte, die Amas kamen hingegen nicht wirklich ins Spiel. So war es nur Folgerichtig das die Roten in der 16. Minute in Führung gingen. Bei dem 1:0 für Rot blieb es auch bis zur Pause und damit waren wir wenn man ehrlich ist gut bedient. In der zweiten Hälfte sind unsere Jungs dann etwas aufgewacht und unsere hungriges Herz Andreas Neumeyer hatte zwei riesen Chancen zum Ausgleich, jedoch parierte einmal der Keeper und einmal rettet die Latte für die Roten. Viel mehr gute Chancen sprangen leider nicht mehr heraus und am Ende entschied Sallahi nach einem Fehlpass das Spiel. 2:0 das war zugleich er Endstand.


amaderby146Stimmungstechnisch war es ein richtig geiles Derby. Die Roten sangen 90. Minuten lang ,mal etwas mehr mal etwas weniger Ihr 08/15 FC-Bayern-Amateure Songbook runter, so wie bei jedem Spiel. Sie hatten zudem mit dem Dach der Stehhalle einen akustischen Vorteil, so hörte es sich auf jeden Fall schön laut an. Etwas zündel durfte beim Pack selbstverständlich auch nicht fehlen, aber nichts Besonderes wie ich fand. Auf unserer Seite war die Stimmung zu Beginn noch nicht auf Betriebstemperatur. Es wurde zwar supportet, jedoch sprang der Funken noch nicht über. Aber als dann Mitte der ersten Hälfte der Gewittersturm über dem Stadion seinen Höhepunkt erreicht und sintflutartiger Regen einsetzte, da begann in der Westkurve das kollektive Ausrasten. amaderby148Der Großteil der Löwenfans zog das T-Shirst aus und schwang es wie einen Schal durch die Luft. Es wurde so laut als wäre es Zitat SZ: „das letzte Spiel der Vereinsgeschichte“. Dazu kam noch jede Menge Pyro aus allen Ecken und Enden. Dunkelblaue Rauchtöpfe, massenweise Breslauer und Blinker gaben ein sensationell geiles Bild ab was durch das Lichterspiel am Firmament abgerundet wurde. Ich krieg immer noch Gänsehaut wenn ich an diese Momente denke. Die Stimmung unter den über 3500 total durchnässten Löwenfans in der Westkurve war nun richtig geil. Im Verlauf der zweiten Hälfte gab es noch eine Choreo welche aus mehreren Spruchbändern bestand, welche gleichzeitig hoch gehalten wurden. Im oberen Teil des Sektors wurden mehrere kleine Spruchbänder gezeigt auf denen Dinge wie „V-Männer“, „Hubschrauberdrohnen“, „Stadionverbote“ usw. standen. Vervollständig wurden diese kleinen Banner von einem Blockbreiten Banner auf dem in großen Lettern „Crime - Time – Giesing“ stand. Zwischen den Worten wurde zudem jeweils der Mittelfinger aufgemalt. Eine Liebesbekundung an unsere Sicherheitsorgane und die Repressionsmaschinerie.


amaderby147Um 22:00 Uhr war das Spiel schließlich gelaufen. Zwar verloren, aber das kann einen Löwen nicht erschüttern. Während ich sofort den kurzen Weg heim antrat, wurde der Abend in Giesing für viele andere noch lang. Wie es sich gehört belagerten wie auch schon vor dem Spiel Blaue die einzigartigen Giasinga Boazen und feierten ein insgesamt geiles Derby in dem einfach nur Bestätigt wurde, München ist Blau, Giesing noch viel Blauer! Auf die Löwen!!!! Und von den Gefühlen von denen ich ganz am Anfang geschrieben habe ist jetzt nur noch der Stolz da. Ich bin Fan eines erfolglosen, aus seiner Heimat vertriebenen in der zweiten Liga rumdümpelnden Clubs der trotzdem DER GEILSTE CLUB DER WELT ist.

 

Anbei noch ein Link zu einem sehr gutem neutralen Bericht der Süddeutschen Zeitung

Ein weiterer neutraler Bericht von Ansgar Spiertz/Groundhopping.de

Bericht des Münchenr Wocheanzeiger zum Einlasschaos

Bericht der Münchern Abendzeitung zu Spiel und dem Einlasschaos

Fotos: 7&8 Anne Wild Wochenanzeiger, sonst Phillip Rapp

 

Donnerstag, 18 Juli 2013 21:00

Bonjour Tristesse vor der zehnten 2. Liga Saison in Folge!

geschrieben von

start20141Morgen geht Sie wieder los, die 2. Bundesliga. Die Sommerpause war kurz. Früher wäre ich deshalb aus dem Häuschen gewesen, denn es gab für mich genauso wie für hundertausende andere Stadiongänger nichts Grausameres als die Winter- oder Sommerpause. Inzwischen ist das anders, seit Jahren bin ich vom Saisonstart nur noch genervt, denn Sie bedeutete das Ende der Vorbereitung, das Ende der Testspielserie. Morgen Abend geht zum Saisonstart zu allem Überfluss auch noch nach Hamburg, zum Marketingweltmeister dem total überhypten FC St. Pauli. Wenn man dort schon knapp 10 mal war ist es dort auch nicht mehr interessanter als am Mittelpunkt der Welt in Paderborn. Es wird morgen das erste Pflichtsauswärtsspiel seit über sieben Jahren sein, das ich freiwillig verpasse. Wehmütig blicke ich und jetzt schon wieder auf die letzten knapp fünf Wochen zurück, auf die Vorbereitung die wie so oft in den letzten Jahren das Highlight der ganzen Profisaison war. Nichts kann das noch ändern.


start20142Ich meine was soll mich denn als Allesfahrer in der 2. Liga noch motivieren? Die Zugänge sind selten beschissen. Absteiger Düsseldorf und Fürth, alles schon zigmal gehabt, alles einfach nur Gääähn. Wäre Hoppenheim abgestiegen wär man wenigstens in einem Stadion zu Gast gewesen in dem wir mit Sechzig noch nie gespielt haben, also ein Tapetenwechsel sozusagen. Und wer ist Aufgestiegen? Der KSC und Bielefeld, auch dort war man schon so oft, dass es einen diese Teams nicht gerade aus den Socken haut (wobei ich den Clubs als Traditionsvereinen den Aufstieg völlig gönne). Was würde ich dafür geben wenn wir die ganze Saison nur Testspiele machen dürften, irgendwo in Südbayern bzw. in angrenzenden Gebieten wir Tirol oder Salzburg. Schöne kleine Stadien, wo man zum Teil noch nie war. Malerische Landschaften wie die Bahnstrecke zwischen Wörgl und Zell am See, das Chiemgau, das Werdenfelser Land usw. Das Allerbeste daran ist, dass alles befindet sich direkt vor meiner Haustür. Zahlreiche Bundesligisten absolvieren Ihre Vorbereitung wie Sechzig im Alpenraum. Diese müssen jedoch hunderte von Kilometer fahren bzw. Fliegen. Ich setzte mich nur in den Regionalzug, fahre in bisschen und schon bin ich da. Da wird einem wieder bewusst wie sehr ich meine Heimat liebe. Ich meine wie kann es mich bei solch einer märchenhaften Kulissen daheim noch reizen in Gegenden wie z.B. den Ruhrpott zu fahren (und zum hundertsten mal beim VfL Bochum zu gastieren), auch wenn ich den Schlag an Menschen dort relativ sympathisch finde.


start20143Auch die Testspielgegner waren dieses Jahr besonders reizvoll und vor allem sehr international. Wir spielten gegen einen polnischen Erstligisten (Lubin 2:0 Sieg), einen ukrainischen (Dynamo Kiew 1:1), einen russischen (Grosny 0:3) und zwei Schweizer (FC Zürich 5:1 Sieg, FC St. Gallen 1:1). Mit Werder Bremen (1:1) und Leverkusen (2:1) waren noch zwei Bundesligisten dabei, dazu kamen mit Deggendorf (6:0) und Jahn Regensburg (1:3) noch zwei unterklassige Mannschaften. Und wie spielt der TSV dann gegen solche Gegner? Überraschend gut, da gewinnt man gegen Leverkusen mal 2:1 oder vernichtet das Schweizer Topteam FC Zürich sogar mit 5:1. Und was ist in der 2. Liga Alltag? Niederlage in Paderborn, Heimniederlage gegen den FSV Frankfurt, einfach nur bitter. Hätte man wenigstens nicht diese Nebenerscheinungen wie die verreckte Arena oder den depperten Investor (und die Löwenfans die pro Investor sind) wäre das ja alles noch erträglich, aber es ist halt wie es ist. Und Ich bin überzeugt, bei all der Hoffnung die einem diese gute Vorbereitung macht wird es am Ende mal wieder nur für den imaginären UI-Cup der zweiten Liga reichen. Trotz neuem Präsidium, trotz neues Hauptsponsors (VW). Und sollte der Start verkorkst werden, werden viele Fans dem Cheftrainer keine Sekunde Schonfrist einräumen und auch die Münchner Medien werden von Beginn an gnadenlos sein.
Ich würde es ja uns Löwenfans allen gönnen, dass diese zehnte Saison im Unterhaus endlich die ist in der es nach Oben geht. Aber ich bin nicht mehr dazu fähig positiver Hoffnung zu sein. Sollte ein Wunder passieren ist die Freude mit Sicherheit umso größer, aber Optimismus im Voraus gibt es von meiner Seite nicht mehr.


Trotz allem: EINMAL LÖWE, IMMER LÖWE!!!!!

Foto 1: 60-Kiew 1:1 in Garmisch-Partenkirchen/Phillip Rapp
Foto 2: 60-FC Zürich 5:1 in Kufstein, meine Reisegrupep und ich vor der Festung Kufsteing/Anne Wild
Foto 3: Leverkusen-60 1:2 in Zell am See/ Phillip Rapp

 

elvh1Sage und schreibe 80 Punkte holten die Amas meines geliebten TSV in der regulären Saison. Den finalen Dreier fuhren unsere Jungs letzten Samstag im Nürnberger Frankenstadion ein als Sie gegen die Amateure des Glubb mit, wie sollte es auch anders sein, 1:0 gewannen. Die gut 350 Löwenfans feierten die Mannschaft im Anschluss nochmal richtig und machten Ihnen Mut für die Relegation.

Letzten Mittwoch war es dann endlich so weit, RELEGATION! Der zweite der Regionalliga Süd-West war uns als Gegner zugelost worden, was schließlich den SV Elversberg 07 aus dem beschaulichen Saarland bedeutete. Ich persönlich war mit dem Los sehr zufrieden, denn zum einen klingt Elversberg machbarer als Kassel, Rinderwahn oder Kiel und zum anderen war ich noch nie in Elversberg, so konnte ich mir auch einen neuen Ground gutschreiben.

elvh2Ich muss Euch ehrlich gestehen, so heiß, so voller Vorfreude und Euphorie wie auf dieses Spiel war ich bei Sechzig schon lange nicht mehr. Schlaflose Nächte, Herzklopfen, Bauchkribbeln und weiche Knie alles was ich seit Jahren nicht mehr empfunden habe war wieder da. Und so ging es nicht nur mir sondern extrem vielen Löwenfans, besonders denen die mit den Profis aufgrund der Umstände (Investor, Arena etc.) mehr oder weniger abgeschlossen haben. Aufgrund der schlechten Bahnverbindung entschied ich mich diesmal ausnahmsweise mal wieder mit dem Bus zu fahren, welcher München gegen 09:45 am Allerheiligsten Sechzgerstadion verließ. Die Anstoßzeit war dank des DFB zunächst ein Hin und Her, zunächst sollte das Spiel um 20:00 Uhr angepfiffen werden, dann urplötzlich um 17:30 Uhr. Allerdings gingen Elversberg und Kiel deshalb auf die Barrikaden so wurde das Spiel letztendlich doch erst 18:30 Uhr angepfiffen, was für viele Fans die noch arbeiten mussten Gold wert war. Die Hinfahrt zog sich dank einiger großzügigen Pausen, zahlreicher Baustellen sowie dem abendlichen Berufsverkehr ganz schön in die Länge und so kamen wir erst gegen 17:40 am Waldstadion Kaiserlinde an.


Dort angekommen war das erste Gefühl Gänsehautfeeling. Ich hatte ja ehrlich gesagt mit maximal 400-500 Löwenfans gerechnet, aber was ich dann sah sprengte sogar meine absurdesten Phantasien. Es wuselte förmlich von Löwenfans, überall standen Autos die entweder die Ziffern „1860“ im Kennzeichen trugen oder zumindest irgendwelche Schals oder ähnliches in der Heckscheibe liegen hatten. Dem regen treiben an der Gästekasse folgte eine eher lasche Einlasskontrolle und die Erkenntnis das der Stehplatzbereich bereits zum bersten gefüllt war. Da wurde mir der volle Wahnsinn bewusst. Am Ende waren es sage und schreibe um die 1200 Löwenfans (von insgesamt knapp 3800 Zuschauern) die den Weg ins kleinste Flächenbundesland auf sich nahmen. Der reinste Wahnsinn, vor allem wenn man bedenkt, dass beim SVE bei normalen Heimspielen gerade mal 250-500 Zuschauer kommen. Das Stadion selber ist recht Schmuck, vor allem die südliche Sitzplatztribüne welche mitten in eine Hangkante gesetzt ist, wirkt in der Zeit moderner langweiliger Arenen recht erfrischend. Auch die Verpflegung war Top, das Bier gab es für knapp 2 € und die drei Sorten gegrillte Würste kosteten zwischen 2,50 € und 3 €, wobei letzteres eine richtig fette Lyoner war die pappsatt machte. Der reguläre Gästebereich ist sehr großzügig eingerichtet. Die Westkurve besteht aus einem Betonstehwall welcher ungefähr so breit wie der Strafraum ist. Zudem gehören noch ein paar nicht überdachte Sitzplätze auf der nördlichen Gerade zum Gästebereich, diese Sitzplätze schließen direkt an den Stehplatzbereich an.

elvh5Um kurz vor halb sieben war es endlich soweit, die Mannschaften betraten das Feld! Der Gästeblock präsentierte zum Intro ein Banner mit der Aufschrift „SCHIESST GIESING IN LIGA 3“, welches mit einem schönen blauen Rauchtopf abgerundet wurde. Ja und dieses Banner nahmen die Spieler gleich wortwörtlich, es dauerte nämlich gerade mal drei Minuten bis Basti Maier die Amas in Führung brachte. Ekstase im Gästblock, er explodierte förmlich, was man dank zweier Breslauer und eines grünen Rauchtopfs sogar wortwörtlich nehmen kann. Es war nun ein flottes Spiel ein förmlicher Schlagabtausch, nur neun Minuten nach der Führung gelang dem SVE der vorrübergehende Ausgleich. In der 22. Minute ging Sechzig erneut in Führung, Necat Aygün drückte das Kunstleder über die Linie. Aber es dauerte leider nur knapp eine Minute bis Krasniqi bei einer zu passiven Löwendefensive zum erneuten Ausgleich einschob. Ich und ein paar Leute um mich herum hatten zu diesem Zeitpunkt aber noch ganz anderen Ärger. Da der Stehplatzbereich überfüllt war, stellte ich mich seitlich oberhalb der Sitzplätze hin um das Spiel anständig sehen zu können. Dieser Gästesitzplatzbereich war aber nochmal komplett eingezäunt und hatte eine Tür mit drei Ordner. Wir Stehplatzkarteninhaber sahen das Spiel daher durch diesen lästigen engmaschigen Standartzaun, was an sich nicht das Problem darstellte.elvh4 Aber manche Fans um mich herum haben halt beim Torjubel oder beim Ärger über das Gegentor etwas an dem Zaun gerüttelt. Dies brachte einen selbsternannten Chefordner der mit Sicherheit schon jenseits der 50 war immer wieder auf die Palme. Jeden Fan maulte er an Sie sollen das Rütteln doch lassen, frei nach dem Motto „nicht während meiner Wache“. Nach dem 2:2 erreichte das Wichtigmachen den Höhepunkt. Er drohte nun zahlreichen Fans mit dem Rauswurf zwecks Zaunrüttelns. Diese rüttelten nun konsequenter weise erst recht und ich sagte diesem Wichtigmacher nun gediegen meine Meinung: „Ein typisch sich wichtigmachender inkompetenter Provinzordner sind Sie, mit großen Spielen komplett überfordert und wegen nichts die Leute rausschmeißen wollen und sich dann wundern warum die Lage eskaliert“ Er droht nun einmalig auch mir mit Rauswurf wenn ich Ihn nochmal als Inkompetent bezeichnen würde, lies mich aber stehen als ich betonte das ich doch recht habe. Allerdings wollte er dann wirklich zwei bis drei Zaunrüttler los werden und rief seinen Vorgesetzten Abschnittsleiter. Jetzt wurde es legendär. Der Ordner erzählte seinem Chef nun die Story und das er die Leute los werden wolle. Dieser meinte zu Ihm schließlich nur, lass Sie doch am Zaun rütteln, der muss das abkönnen. Für unseren Meisterordner brach nun eine Welt zusammen, den Rest des Spiels saß er die meiste Zeit schmollend auf einem Sitz und lies seine beiden jungen relaxten Kollegen die Kontrollen zum Sitzplatzbereich machen. Normal schieße ich mich ja nicht so auf einen Ordner ein und alle anderen Ordner in Elversberg waren top drauf, der wollte halt wirklich nur im Mittelpunkt stehen und daher gönne ich Ihm auch ein paar Zeilen in diesem Bericht, vielleicht lockert Ihn diesen Aufmerksamkeit etwas auf. Zurück zum Spiel. Die Löwen waren in der restlichen ersten Halbzeit aus meiner Sicht die tonangebende Mannschaft, aber weitere Tor fielen bis zur Pause leider keine

elvh7In Hälfte zwei zunächst der Schock, 49 Minute Deville nimmt den Ball aus ca. 16 Metern direkt und schiebt zum 3:2 für die Saarländer ein. Die Mannschaft verdaute diesen Schreck allerdings ganz gut und war die gesamte zweite Hälfte die tonangebende Mannschaft. Aber man hatte nun einen zusätzlichen Gegenspieler und das war der Herr in Schwarz bzw. Gelb, der nach dem Motto „im Zweifel für Elversberg“ pfiff. Fast jede Kleinigkeit pfiff uns der Herr aus Halle ab (besonders in der Offensive), während er beim Gegner viel zu viel laufen ließ. Der Höhepunkt seiner Leistung war dann die Rote Karte für Stefan Wannenwetsch in der 84. Minute. Gut man kann für dieses Foul Rot geben, aber Dunkelgelb hätte es meiner Meinung nach auch getan, vor allem wenn man bedenkt das er bei einer klaren Linie mindestens 2-3 Spieler des SVE vom Platz stellen hätten müssen. Unsere Spieler sahen das ähnlich, Torschütze Necat Aygün postete bei der Rückfahrt auf seiner Facebook Seite folgendes: „Ich habe selten so einen schlechten Schiri gesehen, die Elversberger tretten Ziereis um, schlagen Vollmann eine blutige Lippe und verpassen mir einen Ellbogen Check und wir bekommen Rot!!!!“. Das kann man nur unterstreichen lieber Necat. Am Ende blieb es leider bei der knappen 2:3 Niederlage, was jedoch halb so schlimm ist. Denn dank der Auswärtstorregelung würde ein 1:0 oder ein 2:1 reichen um in die 3. Liga aufzusteigen. So sahen das auch die Fans und verabschiedeten die Mannschaft mit einem lautstarken „Löwen wir sind stolz auf euch“.

elvh6Fantechnisch war es ja praktisch ein Heimspiel, der heimische Anhang bestand zum großen Teil aus Gelegenheitspublikum. In der Elversberger Kurve gab es zwar einen harten Kern, welcher aber gefühlt mehr Zaunfahnen als Supporter hatte. Sie waren zwar engagiert konnten uns aber mangels Masse nichts entgegensetzten. Nur ein „Ha Ho Höre scheiß Amateure“ konnte ich ab und an vernehmen. Ja normal sind ja die Erstvertretungen nicht so begeistert wenn Sie gegen eine zweite Mannschaft spielen müssen aber seit dem wir Elversberg zugelost bekommen haben wünschen sich überraschend viele Anhänger diverser Drittligisten dass wir aufsteigen. Die Begründung ist einfach, Sie fahren halt lieber nach München ins gute alte Sechzgerstadion wo die Amas-Szene Giesing aus der legendären Stehhalle einheizt als in die saarländische Provinz wo sich im Normalfall selten mehr als 1000 Zuschauer einfinden werden. Die Stimmung auf unserer Seite war über die 90. Minuten richtig geil, einer der besten Auftritte seit langem, allerdings wenn nicht dort wann dann. Zu dem geilen Support aus der Gästekurve kam dann noch der Rentnerblock im Exil (beim Heimspielen im Grünwalderstadion ist der Rentnerblock in der Westkurve neben der schönen alten Haupttribüne und muss regelmäßig für Wechselgesänge mit der Stehhalle herhalten) welcher auf der Hangtribüne saß und immer wieder ein lautstarkes „HA HO HÖRE SECHZIG AMATEURE“ ins Stadion schmiss. Ja da werden die Profis neidisch auf die U21 geschaut haben, soviel Begeisterung konnte Sie schon lange nicht mehr erzeugen. Aber vielleicht kommen Sie auch zu der Erkenntnis das Leistung von den Fans belohnt wird und werden kommende Saison auch so spielen. Man muss ja nicht immer gewinnen, aber zumindest kämpfen!

elvh3Morgen steigt dann das Rückspiel. Da das Grünwalderstadion leider noch saniert wird und der Hachinger Sportpark ebenfalls nicht verfügbar ist, findet das Spiel leider in der verreckten Arena statt. Da zeitgleich der rote Touristenverein seine Tripper-Feier veranstaltet haben zu allem Überfluss die blauen Fußballfans zu großen Teilen den gleichen Anfahrtsweg wie die „ich habe noch nie ein Stadion von innen gesehen, kenne die Regeln nicht, aber ein Bayern-Trikot besitze ich trotzdem“-Fraktion. Grausam, ich könnte glatt Speim wenn ich an diese ganzen Anjas & Tanjas mit Ihren Ingos denke. Gut das ich von Giesing aus „geshuttelt“ werde. Ja bei mir setzt jetzt wie üblich der Pessimismus ein, die Angst dass wir das Ding nicht schaukeln können bzw. die Angst vor der Trauer wenn es nicht klappt verdrängt die Vorfreude beinahe ein bisschen. Aber bisher war mein chronischer Pessimismus zumindest bei den Amas immer unbegründet, vielleicht ist das ein gutes Omen.
Und an alle Löwenfans die sich ncoh nicht entschieden haben: ARSCH HOCH, TEAM NACH OBEN SCHREIEN,   GIESINGS EHRE SECHZIG AMATEURE

Fotos:
1. Phillip Rapp - Entstand 38.Spieltag
2. Phillip Rapp - Ticket Elversberg
3. Wild/Wochenanzeiger - Intro zu Spielbeginn
4. Phillip Rapp - Feuriger Torjubel zum 0:1
5. Wild/Wochenanzeiger - Platzverweis
6. Wild/Wochenanzeiger - Elversberger Fankurve
7. Werbeplakat für das Rückspiel

 

Samstag, der 18. Mai 2013
ing2amas130Es war heute um 14 Uhr 02 als BFV-Schatzmeister Faltenbacher sowie der Spielleiter der Regionalliga Bayern Josef Janker vor 500 jubelnden Fans Markus Bühler dem Mannschaftskapitän der U21 den Meisterwimpel übergab und damit die letzte Woche errungene Meisterschaft amtlich beglaubigte. Im Anschluss schlugen die kleinen Löwen dank eines Tores von Basti Maier den Namensvetter aus Rosenheim (den bayerischen Pokalsieger) mit 1:0, es war der achte 1:0 Sieg der Saison, der sechste im Jahr 2013, weiß-blauer Minimalismus also. Das Tor fiel früh, bereits nach 6 Minuten, letzte Woche war das noch anders

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ing2amas131Rückblick: Letzte Woche spielten wir in Ingolstadt bei der Zweitvertretung des FCI. Zwischen 500 und 700 Fans begleiteten den Tabellenführer und wollten endlich mal (wieder) eine Meisterschaft mit Ihren Löwen feiern. Mit diesem Andrang hatten die Gastgeber überhaupt nicht gerechnet, am Ende waren die Tickets aus und wer dann noch ins Stadion wollte musste sich für 10 € ein Kreuz auf den Arm zeichnen lassen um Zutritt zum altehrwürdigen ESV-Stadion zu erlangen. Anschließend wurden die Fans auf harte eine Geduldsprobe gestellt und das am Bierstand. Denn es gabe genau einen und das ist bei so vielen trinkfesten Löwenfans nicht gearde viel. Ich persönlich fand aber immer einen der in der Schlange ganz vorne stand und mir ein Bier mitbrachte daher störte mich diese Schlange eher wenige und ich konnte mich auf das Spiel konzentrieren. Aber gut der Bierkonsum ist natürlich nur eine Randnotiz, auch wenn er beim Löwenfan im Allgemeinen nur schwerlich wegzudenken ist. Auch das Spiel selbst war eine Geduldsprobe und ließ uns beinahe verzweifeln. Sechzig dominierte das Spiel und hatte einige gute Chancen, wohingegen sich der eher passive Gegner so gut wie keine erspielen konnte. Besonders in der ersten Hälfte hatten wir Chancen zum Saufuttern, alleine Markus Ziereis hätte sich an der Spitze der Torjägerliste absetzen können. Aber das Tor fiel ums Verrecken nicht. Es schien so als würde sich die Meisterschaftsfeier noch verschieben und ich als chronischer Pessimist hatte im Hinterstübchen sogar noch den Gedanken, dass wir die Meisterschaft komplett verspielen könnten. Denn ärgster Verfolger war die zweite Mannschaft des roten Abschaums. Bayerndusel gepaart mit dem typischen Sechzger Unvermögen…….dunkle Gedanken waren das.


ing2amas132Schließlich lief sie, die Nachspielzeit. Wie es bei solchen Geschichten allzu oft ist, hatte man sich mit dem 0:0 bereits abgefunden. Ein Tor in der Nachspielzeit bei Sechzig? Nie!! Dieses Glück haben die von der Seitenstraße gepachtet. Aber dann bekam Goalgetter Markus Ziereis in der 92. Spielminute den Ball vor die Füße und plötzlich zappelte die Kugel im Netz und das musste ich erst mal verarbeiten. Jetzt spielte sich in meinem Kopf vieles auf einmal ab und die Welt um mich herum nahm ich zunächst nur noch in Zeitlupe war. Erst mal realisieren, war der Ball wirklich drinnen? Ein Tor für uns? 1:0? Ja er war wirklich drinnen. Dann schnell auf die Reaktion der Spieler und der Schiedsrichter achten, zählt das Tor überhaupt? Ja es zählt! Das heißt doch wir sind Meister, wir sind durch, wir haben es gepackt GEIL! Diese Gedankenspiele dauerten nur wenige Momente und als ich die Welt wieder in normalen Tempo war nahm hieß es nur noch hemmungslos Jubeln und grenzenlose Freude. Die Spieler liefen zu den Fans, fielen sich um die Arme ebenso fielen wir uns im Gästeblock in die Arme. Einige waren den Tränen nah (auch ich), ja diese Liebe zur zweiten gibt es wohl nur bei Sechzig. Es war ein unglaubliches Gefühl wie ich es im Erwachsenenleben glaub ich noch nie erlebt habe (ich hab zwar mit den Profis drei Aufstiege miterlebt aber beim letzten war ich gerade 11 Jahre alt und als Kind nimmt man solche Erlebnisse einfach anders war). Die Betreuer verteilten nun auch gleich die Meister-Shirts an die Spieler und Trainer Markus von Ahlen wurde mit der obligatorischen Bierdusche bedacht. Anschließend feierte das komplette Team noch ausgiebig mit den Fans bevor es für alle zurück in Richtung Heimat ging. Die Zugfahrt heimwärts war natürlich entsprechend heiter und auch das massive Polizeiaufgebot welches uns wegen den roten Touriten am Münchner Hbf. empfing verdarb diese Laune nicht. In München feierte ich die Meisterschaft mit einem guten Kumpel noch sehr ausgiebig was mit diversen Filmrissen endete und die Fahrt zu den Profis nach Paderborn am Folgemorgen nicht gerade angenehm gestaltete.


Ja Markus von Ahlen, nach der Herbstsaison war er als Ersatz für Alex Schmidt gekommen welcher sich freiwillig zu den Profis strafversetzen lies. Unter den 16 Ligaspielen unter seiner Regie verloren die Amas lediglich ein einziges Match und spielten nur zweimal unentschieden, eine sagenhafte Bilanz. Aber es war allgemein eine sagenhafte Saison, die eigentlich ganz anders begann. Am ersten Spieltag siegte man zwar zum Einstand mit 3:0 in Buchbach, aber anschließend verlor man vier Spiele in Folge und stand nach dem fünften Spieltag mit gerade 3 Zählern auf dem vorletzten Tabellenplatz. Aber die Mannschaft fing sich und verlor in den 32 Spielen seitdem genau so häufig wie in den ersten fünf, genau viermal. Jetzt haben wir am vorletzten Spieltag unglaubliche 77 Punkte auf dem Konto und den Rest der Liga weit hinter uns gelassen. Das alles spricht für den Geist der Mannschaft und des gesamten Teams um die U21, denen ich für Ihre Arbeit an dieser Stelle von Herzen danken möchte. Ein Dank auch an Alexander Schmidt, welcher bei den Profis jetzt so gescholten wird, ohne seine Vorarbeit in der Herbstsaison (incl. Derbysieg) hätte Markus von Ahlen dieses Wunder nicht vollenden können. Ihr alle habt bewiesen, dass Sechzig auch jetzt noch mehr ist als dieses ganze Tohuwabohu drum herum.


ing2amas133Die Saison ist jetzt fast vorbei, am letzten Spieltag spielen wir im Frankenstadion bei den Amateuren des Glubb wo wir hoffentlich noch die 80 Punkte Marke knacken werden. Anschließend geht es in die Aufstiegsrunde wo wir auf den zweiten der RL Süd-West treffen (wohl Elversberg, könnte aber auch noch Kassel werden). Heute beim Heimspiel gegen Rosenheim wo wir indirekt noch den bayerischen Superpokal gewannen hieß es zudem Abschied nehmen von unserer Ausweichquartier in Ismaning, nächste Saison tragen wir unsere Heimspiele endlich wieder in der geliebten Heimat in Giesing aus und unabhängig davon wie die Relegation läuft, ich freu mich jetzt schon drauf. Natürlich möchte ich dem FC Ismaning (welcher aus der RL abgestiegen ist) für seine Gastfreundschaft danken und wünsche Ihm viel Erfolg in der Bayernliga Süd. Apropos Ausweichquartier! Auch wenn wir die meisten Heimspiele in Ismaning ausgetragen haben, hatten wir trotzdem vier verschiedene Heimspielorte. Neben dem Stadion an der Lindenstraße in Ismaning trugen wir ein Heimspiel im Sportpark Unterhaching aus (Derby aus Sicherheitsgründen), zwei Nachholspiele im Sportzentrum Vaterstetten (mangels Flutlicht in Ismaning) und ein Nachholspiel fand sogar am Trainingsplatz der Profis in Giesing statt (weil Ismaning am Tag zuvor den Platz sperrte). Wenn man bedenkt, dass das Relegationsheimspiel bedauerlicherweise in der Arena stattfinden muss sind es sogar fünf Heimspielorte in einer Saison, sowas erlebt man auch nicht alle Jahre. 

 

Was in der Saison auch immer viel Spaß gemacht hat, waren die Auswärtsfahrten. Ein paar neue Grounds waren für mich dabei, aber auch ein paar Klassiker aus guten alten Bayernligatagen habe ich nach über 20 Jahren mal wieder gesehen. Die Bandbreite der Stadien bzw. Plätze der Regionalliga Bayern waren sehr groß. Vom Bundesligastadion wie Fürth oder Nürnberg, über den Old-School-Ground wie Hof oder Würzburg bis hin zum gemeinen Dorfsportplatz der außer einer Bande (und inzwischen einem Gästekäfig) gar keine Aufbauten hat wie z.B. Eltersdorf war wirklich alles dabei. Und die Regionalliga bleibt interessant, denn mit dem ehemaligen Zweitligisten Schweinfurt steht ein großer Traditionsverein vor der Rückkehr und mit dem Meister aus der Bayernliga Süd wird nun auch der Bezirk Niederbayern endlich mit einem Verein in der Regionalliga vertreten sein. Aber es gibt auch Kritikpunkte an der Regionalliga und damit meine ich aus Fansicht vor allem die Gästekäfige in den kleineren Stadien. Das Dorfvereine wie beispielsweise Eltersdorf oder Rain am Lech solche Käfige bauen müssen ist mehr als lächerlich. Die wenigsten Vereine verfügen über eine echte Fanszene sondern haben meist das durchschnittlich Landesligapublikum und bringen auswärts praktisch keine Leute mit. Und die Vereine die wirkliche Fanszenen haben (Bamberg, Hof, Würzburg und die Zweitvertretungen) verfügen alle auch über ein echtes Stadion in dem es auch einen ganz normalen Gästeblock gibt. ing2amas135Oben habe ich ja bereits den Platz in Eltersdorf beschrieben, nur eine Bande, keinerlei Stufen, Tribünen oder ähnliches, nur das Vereinsheim auf der Hauptseite. Wenn wirklich mal 200-250 Leute  in diesem Käfig stehen, haben die Leute die nicht ganz vorne am Zaun stehen kaum noch die Chance etwas vom Spiel zu sehen. Dies wiederum würde mit Sicherheit etwas Unmut Heraufbeschwören. Den besten Gästekäfig gibt es beim DFB-Pokal-Qualifikanten Illertissen. Hier wird der Gästekäfig praktisch ab absurdum geführt. Der Gästekäfig befindet sich hier auf der Gegengerade welche aus einem großen Naturstehwall besteht. Und mitten auf diesen Naturstehwall steht jetzt irgendwie komplett sinnlos dieser Käfig in der Landschaft herum den wohl nie ein Gästefan ernsthaft betreten wird. Denn der Eingang zum Gästebereich befindet sich hinter dem Tor und zwischen dem Eingang und dem Gästekäfig befindet sich ein riesen Stück nicht eingezäunter Naturstehwall. Und so stellten sich alle Fans entweder neben den Gästekäfig oder gar darüber und so bleiben die Wellenbrecher im Käfig verweist. Sinnlose Käfigauflagen, da ist der Verband gut, aber Auflagen für ausreichend sanitäre Anlagen gibt es bedauerlicherweise nicht. In Würzburg durften sich 300 Löwenfans mit gerade Mal zwei Dixi-Klos begnügen, in Illertissen stand den 200-250 Löwenfans gar nur ein einziges zur Verfügung. In Rain am Lech gab es im Block nichtmal ein Klo, man musste das Stadion verlassen um ca. 250 Meter in ein anderes Gebäude außerhalb des Stadion zu gehen. Das freut den Fan der gerade 10 € Eintritt gezahlt hat natürlich ungemein das er für jedes Bedürfnis mindestens 5 Minuten vom Spiel verpasst. 

ing2amas134Ich finde auch Kritik muss erlaubt sein. Trotz allem finde ich, dass die Regionalliga Bayern durchaus ein Erfolg ist und ich bin wirklich froh, dass Sie eingeführt wurde. Denn Sie ist dank Ihrer ländlichen Prägung einfach relaxter und weiter weg vom Mainstream. In den meisten Spielen bleibt man von den lästigen Nebeneffekten die man in anderen Regionalligen oder in Profiligen hat verschont. Hier seien übereifrige Polizisten oder lästige sich wichtigmachende Pubertäre Möchtegernultras gemeint die außer dumm daherreden nicht viel können. Gerne denke ich da an Frohnlach zurück, an die Vereinskneipe wo man nach dem Spiel noch gemütlich ein paar Hoibe trank, sich mit gegnerischen Anhängern gemütlich unterhielt und sich sogar gegnerische Spieler zu einem an den Tisch setzten. Keine permanente Schwanzvergleiche die einem aufgezwungen werden einfach nur Fußball in seiner Reinform.


Ja das war mein Bericht zur Meisterschaft und eine kleine Bilanz zur fast beendeten Regionalligasaison. GIESING´S EHRE SECHZIG AMATEURE!

Fotos:
1. Anne Wild/Wochenanzeiger, Meisterehrung
2. Anne Wild/Wochenanzeiger, Gästeblock beim Spiel in Ingolstadt
3. Anne Wild/Wochenanzeiger, Jubel nach dem Siegtreffer in Ingolstadt
4. Anne Wild/Wochenanzeiger, Heimspiel in Vaterstetten gegen Eltersdorf
5. Phillip Rapp, Gästeblock in Eltersdorf
6. Phillip Rapp, Blick auf den Gästeblock in Illertissen

1860 altSechzig und das Chaos ja Sechzig ist ja in der Öffentlichkeit schon fast ein Synonym für Chaos, vielleicht erhalten wir diesbezüglich sogar einen Eintrag im Duden. Aber mich nervt, dass Sechzig immer nur auf das Chaos reduziert wird wobei die berüchtigten Münchner Medien auch Ihren Teil dazu beitragen. Wie zuletzt, als die Presse dem fucking Investor eine Plattform geboten hat gegen alle Vereinsverantwortlichen zu hetzen. Aber ich bin kein Schmierfink eine Boulevardzeitung ich bin Fan, ich bin Giesinger! Sechzig ist nicht nur mein Lieblingsfußballverein, nein Sechzig ist für mich auch der Verein aus der Nachbarschaft, so wie ihn jeder Stadtteil, jedes Dorf etc. hat. Es hat schon seinen Grund warum ich hier nie über das Chaos schreibe, denn was soll ich schreiben, ich beteilige mich nicht an diesen medialen Schlammschlachten, nicht mal als Blogger. Das ich gegen den Investor bin habe ich früher schon betont und das alle Fans die um JEDEN Preis Pro-Investor sind für mich charakterlose Subjekte sind hab ich auch schon mal geschrieben.


Viele der Sachen die bei uns passieren wären bei anderen Vereinen vielleicht was neues spektakuläres, aber bei uns ist die Zeit vorbei. Wenn mal wieder der neuste „Skandal“ oder das neuste „Chaos“ ausgebrochen ist schüttel ich nur noch den Kopf und denk mir „a scho wurscht“ und konzentriere mich auf das was der TSV noch zu bieten hat. Beispielsweise haben wir eine U21 die momentan sensationell Tabellenführer in der Regionalliga ist und sieben Punkte Vorsprung auf den nächsten Konkurrenten hat. Und das obwohl viele gemeint haben die Mannschaft würde gegen den Abstieg spielen, erst recht als in den ersten fünf Saisonspielen nur drei Punkte auf dem Konto standen. Das ist eine echte Leistung mit so einer jungen Truppe!!! Am Dienstag erzielte der Torhüter der U21 Vitus Eicher beim Nachholspiel gegen Buchbach ein Tor aus knapp 80 Metern. Fallen solche Tore in der dritten maltesischen Liga wird das überall hoch und runter gespielt, aber bei uns interessiert es kaum weil wir ja „Chaos“ zu bieten haben. Daher schreibe ich hier zuletzt auch nur noch Blogs über die Spiele der U21, weil die es einfach verdient haben im Gegensatz zu den Profis oder zu den Funktionären.


Ein anderes Beispiel: Letzten Donnerstag fand in Planegg (ein Vorort von München) eine außerordentliche Zusammenkunft des höchsten Vereinsorgans statt, eine Delegiertenversammlung (DV). Der Sinn und Zweck diese DV war eigentlich die neue demokratisierte Satzung zu verabschieden. Nach diversen Querelen mit dem Uhu aus dem Morgenland (Investor) trat Dieter Schneider vor ein paar Wochen als Präsident zurück und Hep Monatzeder, dritter Bürgermeister der Stadt München und Mitglied des Aufsichtsrats wurde von diesem Rat als neuer Präsident bestellt. Dieser musste nun von den Delegierten bestätigt werden und so kam dieser Punkt auch noch auf die Tagesordnung. Aber von Anfang an war klar das Hep Monatzeder mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bestätigt werden würde und schon waren die Medien wieder richtig geil darauf bei der DV einen richtigen Krach zu erleben und wieder von einer Schlammschlacht beim TSV berichten zu können. Ich bin mir sicher, wenn dieser Punkt nicht auf TO gestanden hätte, wären neben den lokalen Sportreportern kaum andere Medienvertreter wie z.B. Sky-Sport-News dagewesen. Eine neue Satzung und mehr Demokratie verkaufen sich halt nicht, Schlammschlachten hingegen schon. Daher fand ich es sehr gut, dass ein Delegierte am Beginn der Versammlung den Antrag gestellt hat die Presse bei der Abstimmung über das Präsidium auszuschließen. Der Antrag wurde mit breiter Mehrheit angenommen und so mussten die Herren bzw. Damen der Presse, wenn auch wiederwillig den Saal verlassen. Während C.M. von der TZ wie ein Rohrspatz auf Demokratie schimpfte, nörgelte z.B. Ex-Löwenspieler und Sky-Reporter Torben Hoffmann herum das man Ihn nach neun Jahren Knochen hinhalten jetzt bei den Löwen vor die Tür setzt. Der Münchner Merkur meinte heute sogar „Bei den Löwen wird die Demokratie ausgesperrt“. Der Spruch ist einfach nur frech und unverschämt. Wenn die Mehrheit für einen Antrag stimmt ist das für mich Demokratie pur. Aber für diese Presseheinis gilt ja nur ein demokratischer Grundsatz, die Pressefreiheit und diese nutzen Sie bei jeder Gelegenheit schamlos aus und alle anderen Grundrechte sind denen doch herzlich egal, wenn Sie durch Rechtsbruch Auflage machen.


Aber ich glaube eh Sie wären enttäuscht gewesen die Herrschaften von der Presse, denn die Schlammschlacht blieb aus. Das neue Präsidium stellte sich vor, wobei die beiden neuen Vizepräsidenten überzeugen konnten. Monatzeder fiel jedoch durch und fast alle Redebeiträge bei der Aussprache zum Präsidium waren gegen Monatzeder gerichtet. 99,9 % der Beiträge waren sehr sachlich, kein gegenseitiges Beschimpfen wie bei früheren Versammlungen nichts auf was sich Medienheinis stürzen hätten könnten. Bei der geheimen Abstimmung fiel der Hep schließlich im hohen Bogen durch und zwar mit 66 zu 130 stimmen. Aber eins müssen wir betonen, die Ablehnung seiner Person als Präsident lag nicht daran das er sich mit dem Investor überworfen hat, da der Großteil der Delegierten gegen den Investor ist. Nein es lag ein seiner Rolle die er in der Vergangenheit bei Sechzig gespielt hat. In seiner Funktion als Aufsichtsrat war er maßgeblich an den desaströsen Entscheidungen beteiligt welche Sechzig in das aktuelle Elend führten. Der Bau der verreckten roten Arena und der Verkauf der Anteile der KGaA an den komischen Möchtegernscheich seien hier als Beispiel genannt.


abstimmungAber nun aber kurz zurück zum wichtigen Thema, der neuen Satzung. Nachdem frühere Versuche die Satzung zu ändern gescheitert sind gelang es extrem engagierten Vereinsmitgliedern/Löwenfans an deren Arbeit anzuknüpfen bzw. aufzubauen und auch mit Unterstützung der Vereinsgremien die neue Satzung endlich soweit zu bringen das Sie diversen Stellen wie dem Finanzamt und natürlich ganz wichtig der DFL vorgelegt werden konnten. Als auch diese Ihr ok gaben, konnten die Delegierten einberufen werden und über die Annahme der Satzung abgestimmt werden. Nach dem die zwei der Hauptverantwortlichen die neue Satzung nochmals kurz vorstellten, gab es eine kurze konstruktive Aussprache bevor es schließlich hieß: „Wer für die Annahme der neuen Satzung ist, möchte bitte jetzt seine Stimmkarte heben“. Es war ein voller Erfolg bei nur 17 Gegenstimmen und 12 Enthaltungen wurde Sie angenommen. Riesenjubel und Erleichterung bei uns Delegierten, wir haben uns abgeschafft und das ist auch gut so, vor allem wenn man bedenkt was viele unserer Vorgänger als Delegierte für Verbrechen an meinem geliebten TSV begangen habe (auch hier z.B. der Arena-Bau). Erst mal tönte ein lautes „Auf die Löwen auf die Löwen PROOOOST“ durch den Saal und es wurde miteinander angestoßen, bevor der ganze Saal den Sechzgermarsch zum Besten gab. Nun herrscht im Verein endlich richtige Demokratie, es war ein wirklich bewegender Moment. Zum Schluss möchte ich mich bei allen bedankten die sich mit dieser Materie so auseinandergesetzt haben und die Satzung erarbeiteten. Aber auch alle Delegierte die diesen Abend zu einem schönen sachlichen Vereinsabend gemacht hatten verdienen hier ein großes Dankeschön. GEMEINSAM HABEN WIR GESCHICHTE GESCHRIEBEN und daher nochmal ein großes AUF DIE LÖWEN!! Das hat an diesem Abend gezählt, der Rest war nur Ergänzung!

Foto: Anne Wild/Wochenanzeiger

Auch wenn ich mal wieder etwas spät dran bin, möchte ich euch einen Beitrag über das Gastspiel der U21 der Münchner Löwen in Hof nicht vorenthalten, denn dort trafen die kleinen Löwen auf den wohl traditionsreichsten Gegner in der Regionalliga Bayern, die SpVgg Bayern Hof.

hof135

hof131Die oberfränkische Stadt Hof (an der Saale) hat gut 45000 Einwohner und liegt im ehemaligen Zonenrandgebiet unweit der sächsischen und tschechischen Grenze. Internationale Aufmerksamkeit erhielt die Stadt vor allem 1989, als dort die Züge mit DDR-Flüchtlingen aus der Prager Botschaft in der BRD ankamen. Von München aus ist Hof am besten mit dem ALEX zu erreichen, ein Zug der binnen 3,5 Stunden direkt von München quer durch Ostbayern bis Hof fährt
. Ich und ca. 30 weitere Löwenfans wählten auf jeden Fall diese Variante, denn mit dem Bayernticket ist dieser Trip einfach unschlagbar günstig und bequem zu bewältigen. Die Fahrt war super kurzweilig, viel Gerstensaft und jede Menge gute Laune sorgten dafür, dass die Reise nach Nordbayern wie im Fluge verging. Vom Bahnhof ist das Stadion „Grüne Au“ dann in gut 25. Minuten zu Fuß zu erreichen, ich allerdings hasse es gut betüdelt weite Wege zu gehen und fuhr daher mit ein paar anderen Löwenfans mit dem Taxi.

Der FC Bayern Hof, gegründet wurde er im Jahre 1910 und gehörte früher lange zu den bayerischen Topteams. Vor der Einführung der Bundesliga spielten die Hofer zuletzt in der Oberliga Süd, der damals höchsten Spielklasse im deutschen Fußball. Ab 1963 verweilten Sie bis 1978 in der zweithöchsten deutschen Spielklasse (bis 74 Regionalliga, dann 2. Bundesliga), anschließend stieg man in die Bayernliga ab. In den 80ern verbrachten die Franken viel Jahre sogar in der Landesliga, hielten sich zuletzt aber die meiste Zeit in der inzwischen viert- bzw. fünftklassigen Bayernliga auf. Für die neue Regionalliga qualifizierte sich Hof als Vizemeister der letzten traditionellen eingleisigen Bayernliga relativ souverän und kämpft in dieser Saison gegen den Abstieg. War die SpVgg in der Winterpause eigentlich schon abgeschrieben, starteten Sie im Jahre 2013 eine super Serie und kämpften sich wieder an die Relegationsplätze ran. Zudem schlugen Sie wenige Tage vor dem Spiel gegen unsere Amas die SpVgg Unterhaching im Viertelfinale des bayerischen Toto-Pokals und haben damit noch Chancen auf die Teilnahme am DFB-Pokal. Also ein Gegner dem man auf jeden Fall Respekt Zollen muss. Im Jahre 2005 fusionierte der FC Bayern Hof von 1910 übrigens mit der SpVgg Hof 1893 und heißt seit dem SpVgg Bayern Hof.

hof133Das Stadion Grüne Au. Ich muss sagen, es ist einer der schönste Old-School-Grounds in Deutschland, ein traumhaft schönes Stadion. Normal gehen bis zu 20.000 Zuschauer hinein, inzwischen ist das Stadion nur noch für gut 8000 Zuschauer zugelassen, was allerdings bei einem Schnitt um die Tausend auch ausreichend ist. Ein guter Freund von mir definierte ein richtig geiles Stadion daran, dass jede Seite anders aussieht und dies ist in Hof gegeben. Die Gegengerade ist eine schöne alte überdachte Holztribüne welche knapp 1335 Zuschauern Platz bietet und sich fast über die gesamte Spielfeldlänge zieht. Auf der Hauptseite befindet sich die sogenannte neue Tribüne welche aus Beton besteht. Diese ist relativ schmal, hat dafür zwei Ränge. Der untere Rang besteht aus Stehplätze, wo der harte Kern der Hofer Fanszene steht. Der obere Rang bietet hingegen 800 Sitzplätze. Eine Besonderheit an dieser Tribüne ist mit Sicherheit das Sie nicht wie üblich in der Mitte der Gerade angebracht ist, sondern in der westlichen Hälfte des Spielfeldes. In der Mitte dieser Gerade befindet sich das Mundloch mit Spielereingang und darüber befindet sich ein Balkon für ca. 100 Personen, welcher an die Stadionwirtschaft anschließt. Dieser Balkon ist der VIP-Bereich der Grünen Au. Die östliche Hälfte der Hauptgerade sowie die West- und Ostkurve bestehen aus hohen Erdstehwällen, deren Stufen mit Betonplatten eingeschalt worden sind. Allerdings wurde die die Stehränge im Osten letzten Sommer aus baulichen Gründen zugeschüttet und abgesperrt. Wer im Osten stehen will kann dies nur noch auf dem Weg oberhalb der Stehränge tun. Allerdings können diese Stehränge bei erhöhtem Zuschauerbedarf jederzeit freigeschaufelt werden. Naja, absperren ohne zuschütten hätte es wohl auch getan. Sei´s drum, auch so ist es ein super Stadion, ich kann dieses Stadion jedem Hopper nur ans Herz legen, Ihr werdet begeistert sein.

hof132Gut 1100 Zuschauer waren zum Spiel gegen meinen geliebten TSV gekommen darunter waren leider nur knapp über 100 Löwenfans. Bei den Rahmenbedingungen schon etwas enttäuschend, vor allem von der aktiven Fanszene hätte ich mir da mehr erhofft. So versuchten sich zeitweise wieder eher unerwünscht Individuen in den Mittelpunkt zu stellen und Leute die man noch nie gesehen hat machten auf einmal auf Anheizer. Sowas hasse ich wie die Pest! Das Spiel begann sehr flott, bereits nach 6. Minuten gingen die Löwen in Führung und nur drei Minuten später glichen die Oberfranken wieder aus. In der 16. Minute sprach uns der Schiri einen selten klaren Strafstoß zu und Gregorios Makos verwandelte diese souverän. Hof dränge nun, aber es kam nicht zählbares raus und in der 45. Minute fiel schließlich die Vorentscheidung. Sebastian Maier bekommt den Ball bei einem Bilderbuchkonter kurz vor der Mittelinie zugespielt und bringt den Ball zum 1:3 im Kasten unter. Das Zuspiel war klar kein Abseits, auch wenn der Hofer Stadionsprecher das Tor als Abseitstor deklarierte. Als dann kurz nach der Pause Daniel Felgenhauer (früher ua. Gladbach und Fürth) auf Hofer Seite vom Feld musste war das Spiel für die Gastgeber endgültig gelaufen. Den Schlußpunkt zum 1:4 Endstand setzt schließlich Abwehrspieler Chris Wolf, ein Ergebnis mit dem ich nie im Leben gerechnet hätte.

Die Stimmung auf unserer Seite war eigentlich sehr gut, allerdings fand ich ein paar Schmähgesänge etwas überflüssig. Zudem nervten gelegentlich die bereits oben beschriebene Personen die sich in den Vordergrund drängten, daher blieb ich die meiste Zeit auf Distanz zum „Mob“. Die Stimmung auf Seite der Franken war ganz in Ordnung. Vor allem deren Schlachtruf „Britannia, Britannia“ ist irgendwie geil. Einige Schmähungen der Hofer fehlten auch nicht, allerdings sehr 08/15, man merkte halt das in Hof sehr viele Bayernfans (also Rote keine Hofer Bayern) rumlaufen. Die größte Fanvereinigung in Hof sind die Jungs von „B.H.F.C“, was für „Britannia Hof Football Club" steht. Warum immer wieder Britannia? Von 1911 bis zum ersten Weltkrieg hieß der FC Bayern Hof kurz FC Britannia Hof, mit Bezug auf die großen Vorbilder von der Insel. Da das Empire dann jedoch Kriegsgegner war, benannte man den Verein in FC Bayern Hof um was bis 2005 bestand hatte. Um an diese Gründerzeit des Traditionsclub zu erinnern, fing die Hofer Fanszene um die Jahrtausendwende mit der „Wiederbelebung“ des ehemaligen Namen an. Für seine Szeneartikel betreibt „B.H.F.C“ im Stadion einen eigenen kleinen Verkaufskiosk und ich muss ehrlich zugeben, die Artikel die hier angeboten werden stechen so manche Szeneartikel von diversen großen Szenen um Längen aus.

hof134Ja das war der Bericht aus Oberfranken und wie bereits gesagt, ein Besuch lohnt sich! Für mich hat er sich auf jeden Fall gelohnt. Ein 4:1 Auswärtssieg Löwenherz was willst du mehr. Ich kann vor der U21 weiterhin nur den Hut ziehen, was das Team, Trainer Alexander Schmidt im Jahre 2012 und Trainer Markus von Ahlen im Jahre 2013 geleistet haben ist aller Ehren wert und egal was noch passiert wir sind stolz auf euch.
GIESINGS EHRE – SECHZIG AMATEURE

Dienstag, 02 April 2013 00:32

Sieg bei den "Rothosen" vom Main & die "Würzburg-Riots"

geschrieben von

Die U21 meiner Löwen sind weiter auf Erfolgskurs und die Punktausbeute von Trainer Markus von Ahlen liegt in seinen ersten vier Pflichtspielen bei 100%. Diesmal ging auswärts in den Norden Bayerns nach Unterfranken ins schöne Würzburg, wo „Giesings Ehre“ auf die die Würzburger Kickers traf.

Die Würzburger Kickers, Ihre große Zeit liegt lange zurück. Früher waren Sie fester Bestandteil der damals noch drittklassigen Bayernliga und1977 gelang den Kickers sogar der Aufstieg in die 2. Bundesliga (Süd) wo das Gastspiel allerdings nur ein Jahr wehrte. Anfang der 80er stieg man letztendlich auch aus der Bayernliga ab. Nur noch zweimal gelang ein jeweils einjähriges Intermezzo in der höchsten bayerischen Spielklasse, bevor man Anfang des neuen Jahrtausends sogar bis in die Bezirksliga runter gereicht wurde, der wüki131damals siebthöchsten Spielklasse. 2004 fing man sich und stieg zweimal in Folge bis in die Landesliga auf, wo man sich etablierte. 2007/08 hatte man sogar wieder einen Gastauftritt in der Bayernliga, stieg jedoch gleich wieder ab und verblieb weiterhin in der Landesliga Nord. Schließlich kam die Saison 2011/12 und die Regionalligareform. Die Würzburger wurden in Ihrer Landesliga Meister und sicherten sich damit den Aufstieg in die neue Bayernliga Nord. Und als Zuckerl durften Sie zudem an der Relegation zur neuen Regionalliga Bayern teilnehmen, wo Sie Sie auf den BC Aichach trafen. Gegen die Schwaben setzten Sie sich mit einem 0:3 Auswärtssieg und einem 1:1 am heimischen Dallenberg souverän durch und stieg damit überraschend auf. Unglaublich mit der Regionalliga hatte keiner der beteiligten bei den Rothosen auch nur im Geringsten gerechnet. Klar, dass die Freude entsprechend groß war. Und als wäre das Ganze aus Kickers Sicht nicht schon schön genug, überholte man als Zugabe noch den Lokalkonkurrenten Würzburger FV. Jahre lang spielte der eigentlich kleinere WFV (welcher mir der liebere der beiden Würzburger Großclubs ist) eine Klasse über den WüKi´s, haben jedoch letzte Saison weder die direkte Qualifikation noch die Relegation zur Regionalliga gepackt. Somit verblieb der WFV in der Bayernliga und der FC Würzburger Kickers ist „endlich“ wieder die sportliche Nr. 1 in der Stadt am Main.

Ihre Heimspiele tragen die Rothosen im vereinseigenen „Stadion am Dallenberg“ aus, welches häufig einfach nur „Kickers-Stadion“ genannt wird. Das Wahrzeichen des „Dalle“ sind riesige KICKERS Buchstaben auf dem Haupteingang. Vor ein paar Wochen ist der traditionelle Name des Stadions leider einem Sponsoring zum Opfer gefallen und man spricht nun von der „Flyeralarm-Arena“. wüki132Gut 14.500 Zuschauer fast das Ende der Sechziger erbaute reine Fußballstadion. Es besitzt eine überdachte Tribüne die über die gesamte Spielfeldlänge geht. Sie bietet knapp 1500 Sitzplätze und knapp 2000 Stehplätze und beheimatet die aktive Fanszene der Würzburger Kickers. Die restlichen drei Seiten bestehen aus einem durchgezogenen Stehwall mit ca. 11 Stehstufen. Es gibt eine kleine digitale Anzeigetafel, auf der nur die Paarung und Spielstand angezeigt werden können, Videowall etc. sucht man hier vergebens, aber wer braucht das schon. Ein bisschen Unglücklich ist der Zugang zum Gästeeingang, welcher direkt oberhalb einer ca. 6 Meter hohen Treppe kommt. Bei Paniken oder Rangeleien am Eingang könnte es hier schnell zu verletzten kommen. Ansonsten ein sehr schmuckes Stadion, ein Besuch ist empfehlenswert. Natürlich möchte ich hier auch einen Besuch der Stadt selbst ans Herz legen, Würzburg ist wirklich eine Perle die viel Kulturelles und Kulinarisches zu bieten hat, Wein und Schäufele, Residenz und alte Mainbrücke seien hier nur stellvertretend genannt.

Das Spiel selbst dominierten zunächst meine Löwen, Sie hatten die besseren Möglichkeiten und in der 27. Minute erzielte Goalgetter Markus Ziereis schließlich das verdiente 1:0 für die „Amas“! Die Unterfranken hielten zwar ordentlich mit, aber Sechzig war weiterhin souveräner und kurz vom dem Halbzeitpfiff erhöhte schließlich Kodjovi Koussou auf 2:0. Mit dem Wiederanpfiff waren auf einmal die Würzburger am Drücker. Sie kämpften und erspielten sich die ein oder andere gute Torchance, aber Keeper Kai Fritz sowie etwas Glück/Unvermögen sorgten dafür dass es bei der Zweitoreführung blieb. wüki133Nach gut 70. Minuten war die fränkische Sturm- und Drangzeit vorbei und der TSV brachte den im Großen und Ganzen verdienten Sieg locker über die Zeit. Die gut 300 Löwenfans sorgten ordentlich für Stimmung. Ihnen direkt gegenüber versammelten sich die Supporter der Kickers (ca. 35-40 Personen) um deren erste Gruppe, der B-Blockbrigade. Die B-Blockbrigade welche es seit Mitte der 90er gibt, ist nach eigenen Angaben keine Ultragruppe. Sie stand dem Verein in schwärzester Stunde nicht nur treu zur Seite sondern packte selber im Verein mit an und erhielten Ihn somit am leben. Sie ist über Jahre hinweg die wohl größte Stütze des Clubs. Am Anfang war die Stimmung vor allem durch Antigesänge geprägt, was auf der Seite der Gastgeber wohl vor allem auf die Freundschaft zu den Affen vom FC Augsburg (das ist der Bundesligist bei dem die Öffentlichkeit gar nicht so war nimmt das Sie auch nur durch einen Mäzen hochgepuscht worden sind) zurückzuführen ist, welche auch eine kleine Abordnung mitbrachten. In der zweiten Hälfte war die Stimmung bei uns nur noch ausgelassen und die meiste Zeit wurde ein neuer Dauergesang zum Besten gegeben, welcher im Block sehr gut ankam und munter rauf und runter gesungen wurde. Von der Würzburger Seite waren dann nur noch vereinzelte „KICKERS“ Anfeuerungsrufe zu hören, wobei man fairerweise sagen muss, dass wenn man selber mitten in der Stimmung steht, die Gegenseite nicht immer war nimmt. Daher ist eine objektive Beurteilung nicht möglich.

wüki135Nach dem Spiel ließ ich den Abend mit ein paar guten Freunden noch in eine gemütlichen Würzburger Kneipe ausklingen bevor es mit dem Bayernticket in knapp 3 Stunden und 40 Minuten zurück nach München ging. Sieg Nr. 5 war unter Dach und Fach, dass Saisonziel in der Tabelle vor Mehmets Buben zu stehen und der damit verbundene Nichtaufstieg der Roten Brut rückt in greifbare Nähe.

Nachspiel:
Ja bereits in der Würzburger Kneipe erreichten einen die ersten Informationen, dass es wohl ein bisschen Ärger gab. Als ich dann wieder im heimischen Giesing war, schlug mir im Internet gleich dieser Artikel der „Mainpost“ entgegen.

Bei dem Artikel möchte man direkt meinen, dass ein Teil der anwesenden Löwenfans wie einst englische Hooligans in den 80ern plündernd durch die Innenstadt gezogen sind und dabei alles kurz und klein geschlagen haben (mit solchen Geschichten brüsten sich die Engländer in zahlreichen Büchern ja selber). Aber ganz so war es natürlich nicht, in der fränkischen Provinz wo halt sonst nie was passiert schlachtet man einen Besuch aus der Landeshauptstadt halt ganz gerne aus. Ja es stimmt, ein paar Fans haben Postkartenständer umgeworfen oder die ein oder andere Auslage. Hätte es das Gebraucht? Mit Sicherheit nicht! Aber waren es gleich gigantische Randale biblischen Ausmaßes? Wohl eher auch nicht. Dann wird in diesem Artikel ja noch von einem Sturm ins Stadion und einem umgeworfenen Kassentisch samt Kassiererin gesprochen. Ja auch hier muss ich zugeben, ein paar Löwenfans wollten „die Zeche prellen“ und sich reindrücken. Auch hier muss ich ganz klar sagen, dass es eine total sinnfreie Aktion war, welche besonders in dieser Zeit der allgemeinen Hysterie und der schnell ausgesprochen Stadionverbote zu sinnlosen Strafen führen kann. wüki134Aber trotzdem sollte man hier die ganze Geschichte erzählen. Rein gedrängelt haben sich nämlich nur ein paar wenige Fans, denn die Polizei eilte zügig mit dem Gummiknüppel an den Eingang. Und da die Polizei bei sowas wie wir alle wissen nicht nur „Täter“ sondern auch unbeteiligte trifft, wichen die Fans die oberhalb der oben beschriebenen Treppe zum Gästeblock standen ins Stadion aus. Denn die Alternative wäre gewesen, dass der Mob blind die Treppe runter rennt was bei so einer Art Panik verheerend sein kann. Bei solchen Aktionen kann es natürlich auch passieren, dass der Kassentisch umfällt, wenn er nicht bereit umgeschmissen gewesen wäre. Denn dieser wurde definitiv nicht von den ins Stadion stürmenden Fans umgeworfen sondern von sich in Stellung bringenden Gendarmen. So zum nächsten Kapitel: „Ein Zaun wurde demoliert und anschließend wurden die Polizisten mit Sand beworfen“. Also hier wird der Artikel dreist. Denn im Stadion selbst gab es vor dem Spiel nach dem „Sturm“ nur noch eine Eskalation und zwar als unser Fanbeauftragter mit seinem Dienstausweis das Stadion betrat und daraufhin ohne Grund von Polizisten angegangen worden ist. Dies zog natürlich einen Solidarisierungseffekt nach sich. Aber die Situation beruhigte sich nach ein paar Minuten. Während des Spiels war es absolut friedlich, es wurde nicht randaliert, es wurde nichts gezündet und nichts mutwillig zerstört. Nur der Zaun zum Spielfeld nahm etwas schaden und zwar als ein Vorsänger auf den Zaun stieg oder mehrere Fans beim Torjubel! Sowas ist in fast allen Stadien in Deutschland üblich und normal sollte ein Zaun das aushalten, dass sagen zumindest die Richtlinien. Hat der Zaun aber nicht, ein er knickte minimal ein. Das ist ein klares Versäumnis des Stadioninhabers und kein demolieren, denn selbst in Dörfern wie Buchbach oder Rain am Lech hielten die Zäune das aus, von der 2. Liga ganz zu schweigen.
So und mein letzter Kommentar betrifft nochmal das Postkartenständerumschmeißen auf dem Rückweg zum Würzburger Hbf. Im Artikel wir ja beschrieben wie ein Mann vor ängstlichen Passanten zu Boden gedrückt wird. Ulkiger weise ist der Mann ca. 1,60 groß (wenn überhaupt) und wurde beim drängeln aus der Trambahn über eine Buchauslage gestoßen und lag damit schon am Boden. Ca. fünf Beamte in voller Montur fixierten den kleinen Kerl wüki136 da er praktischer weise schonam Boden lag auf eine rabiate Art und Weise das die genannten ängstlichen Passanten mahnende Worte in Richtung Beamter sprachen, dass man so mit keinem Menschen umgehen darf. Und was den Beamten mit den Augenreizungen betrifft, ist es vollkommen offen wer Ihm was in die Augen gesprüht hat. Ein Fan? Möglich! Ein Kollege der blind sein Pfefferspray durch die Gegend sprüht? Wahrscheinlicher, denn wer schon mal in so einer Situation schon dabei war, weiß ganz genau das die Herren in Grün das Spray leider sehr großzügig und ohne Rücksichtig blind durch die Gegend sprühen.Ja das ist die Sicht der Dinge wie meine Freunde und ich diese Vorfälle erlebt haben. Der Hauptauslöser war ganz klar vollkommen überforderte Würzburger Polizei. Die Fans merkten halt relativ schnell, dass man mit denen Katz und Maus spielen kann und loteten Ihr Freiheit ein bisschen aus, was zu etwas Chaos führte. Wie bereits geschrieben unnötig, aber es war auch nur halb so wild. Es ist halt wie immer, unangenehme Nebeneffekte werden von der Presse mit Spezialeffekten aufgemotzt und schon geht der Tag als die „Würzburg Riots“ in die Geschichte ein!

Ärgerlicher als er Artikel der „Mainpost“, den man ja so erwarten konnte, war die Reaktion auf den Artikel von Seite des Vereins. Natürlich distanzierte sich der TSV 1860 gleich am nächsten Tag von den Vorkommnissen und stellte fest, dass alle Beteiligten nur Kriminelle und keine Fans sind. Zum einen möchte ich erst mal festhalten das, egal was vorgefallen ist, es einer schleimigen Geschäftsführung nicht zusteht irgendwem dass Fan sein abzusprechen. Auch wenn die Aktionen überflüssig waren, sind es trotzdem Fans die viel Zeit und Geld in den Verein investieren und für immer beim TSV bleiben werden. Und wenn dann irgendwelche angestellten Geschäftsführer wie in dem Fall Robert Schäfer, für den Sechzig nur eine Zeile im Lebenslauf ist gleich so daher reden krieg ich einen riesen Hass. Soll er Sie als Idioten, Kriminelle oder sonst was betiteln, damit hab ich kein Problem aber der Satz „es sind keine Fans“ oder „Sie missbrauchen den Verein“ etc. das ist unerhört.

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