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Mittwoch, 17 Oktober 2012 17:47

Elch ein Spiel!

geschrieben von

elchHeute morgen ist die Sonne tatsächlich wieder aufgegangen. Das war nicht unbedingt zu erwarten, nach dem gestrigen Abend. Vielmehr musste man ja schon Angst haben, dass sie sagt: „Wofür das alles noch, wenn Deutschland nach einem 4:0 Vorsprung gegen Schweden nicht gewinnt“. Noch mehr war zu befürchten, dass sich einer etwas antut. Gut, beim Kollegen Beckmann wäre das wahrscheinlich Gewalt von Außen geworden, wenn er noch einziges mal mehr „Körperlos“ gesagt hätte, bei seinem unsäglich bedeutungsschwangeren herumschwadroniere um den Seelenzustand der Fußball- Nationalspieler.

Donnerstag, 27 September 2012 13:15

Doppelt hält nicht besser

geschrieben von

Man stelle sich vor, ein Fußball- Bundesligist geht her und kauft seinen Fans 500 Karten in der gegnerischen Kurve. Angesichts der aktuellen, bisweilen paranoiden Sicherheitsdebat­te wäre wahrscheinlich der Teufel los. Medial, wie politisch. Also: unvorstellbar.

Sonntag, 16 September 2012 16:49

Chance verpasst

geschrieben von

gelb rotWie passend: Ausgerechnet am Integrationstag der Fußball- Bundesliga steht ein Schiedsrichter mit Migrati­onshintergrund im Mittelpunkt – weil er eine Regel konsequent umgesetzt hat. Dafür ist er ja auch da. Das tragische für Deniz Aytekin: Er hat etwas richtig gemacht – aber eigentlich doch grundfalsch. Denn er hat eine große Chance verpasst

Am Tag danach schimpfen alle – auch die gesamte Schiedsrichterei - über die Regel, die dazu führte, dass Szabolcs Huszti wegen übertriebenem Jubel über seinen Siegtreffer im Nordderby Hannover gegen Bremen, Gelb/ Rot gezeigt werden musste. Ja, es steht so im Text: Trikot ausziehen = Gelb, am Zaun hochklettern = auch Gelb. So schreibt es die FIFA vor. Huszti hat erst das eine getan, dann das andere. Macht in der Regel Arithmetik Gelb/ Rot.

Jetzt kann man natürlich sagen: Hätte er doch eines von beiden bleiben lassen. Ich bin auch kein Fan dieser Trikotauszieherei und finde diese relativ albern. Aber eines ist doch klar: Huszti MUSS nach DIESEM Tor die Sau raus lassen. Alles andere wäre unecht – und es ist genau die Art Emotion die wir beim Fußball alle von einem Spieler erwarten, der in der 90. in einem Derby das Siegtor erzielt. Wann denn bitte sonst???

Hier hätte Aytekin viel eher an einer anderen Schraube drehen und die Jubelzeit nachspielen lassen sollen. Denn genau das wird ohnehin viel zu selten getan.

Was mich zutiefst aufregt sind aber Sätze die heute fallen, wie: „Er hatte gar keine andere Möglichkeit, als die Regeln konsequent umzusetzen.“ Hatte er doch. Jede Wette, niemandem wäre es auf Anhieb aufgefal­len, geschweige denn hätte es reklamiert, wenn Huszti nur Gelb bekommen hätte. Vielleicht außer dem Schiedsrichterbeobachter, der Aytekin ein Minus dafür in die Bewertung eingetragen hätte. Da ist man in der Schiedsrichterei ja sehr korrekt. Dann sollte man aber auch den Regeltext zu ende lesen: Da steht nämlich noch:

„Von den Schiedsrichtern wird erwartet, dass sie in solchen Situationen präventiv auf die Spieler einwirken und bei der Beurteilung des Torjubels gesunden Menschenverstand walten lassen.“

Man muss die Schiedsrichter also nicht einmal zu zivilem Ungehorsam aufrufen, um gegen diese seltsame Doppelbestrafung zu kämpfen – was jetzt angeblich mit Eingaben an das FIFA- Regelboard wohl auf büro­kratischem Weg geschieht – also in hundert Jahren kaum geändert wird.

Schiedsrichter brauchen nur eines um eine so dämliche Regel nicht durchzusetzen. Ein wenig Mut und das berühmte Fingerspitzengefühl – denn nichts anderes bedeutet „Gesunder Menschenverstand“.

Es gibt ohnehin nur einen Gewinner der Aktion von gestern: 1899 Hoffenheim. Gegen die ist Huszti kommenden Sonntag gesperrt.

Freitag, 31 August 2012 21:00

Geile Gruppen, geile Gegner und geile Reisen

geschrieben von

champions leagueDie beste Reaktion, die zur Champions League- Auslosung zu hören war, war die von Mats Hummels. „Geile Gruppe“, hat er gejubelt. Klar, dass der Boulevard gleich von „Hammer-“, „To­des-“, und „Killergruppe“ schreibt, in der Borussia Dortmund spielt. Klingt dramatischer. Brauchen wir aber nicht. Erstens dürfte auch diesmal niemand sterben, zweitens erinnert mich das Ganze an die Auslosung der Fußball- Europameisterschaft, als die Stimmung ähnlich war. Mich freut die Re­aktion vieler BVB Fans, die dasselbe sagen wie Mats Hummels. Es ist ja definitiv eine geile Gruppe mit Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam. Sechs absolute Highlights in drei Monaten. Und natürlich: Wer in der Champions League weit kommen will, muss eh mal einen Großen schla­gen. Also warum nicht gleich in der Vorrunde damit anfangen. Hat die Nationalmannschaft bei der EM schließlich auch gemacht.

Die Bild- Zeitung schreibt von 15% Chancen aufs Weiterkommen für den BVB. Warum eigentlich? Ist der deutsche Meister so viel schlechter als der spanische oder der englische? In Gruppenspielen kann man zudem einen der beiden oder beide ohnehin eher hinter sich lassen, als in nur zwei direk­ten Duellen, weil mehr Faktoren dazu kommen.

Real und Man City wird die Auslosung nicht unbedingt erfreuen. City hat letztes Jahr genauso Lehr­geld bezahlt, wie der BVB, Real spielt bekanntlich ungern gegen deutsche Mannschaften. Ich erhebe schon jetzt Anspruch auf den Begriff „Bestia amarilla-negra“ für den BVB. Amsterdam ist eine weitere schöne Städtereise. Sportlich mit besserer Vergangenheit als Gegenwart, aber dennoch ernst zu nehmen. Aber zum Auftakt zuhause ist das der Gegner für einen optimalen Start. Klar ist: Zwei der ersten drei Spiele zu Hause – da muss was passieren. Also BVB: Optimistisch bleiben und in Eu­ropa das zeigen, was Euch in Deutschland stark gemacht hat.

Von dieser internationalen Stärke haben die Bayern einmal mehr profitiert. „Losglück“ sagen die einen. „Selbst erarbeitet“, die anderen. Sehen wir es so: Wer sich in Topf 1 befindet, hat sich das erarbeitet und meistens (jetzt mal Real ausgenommen...) eine bequemere Auslosung oder geilere, weil machbarere Gegner. Wobei Valencia und Lille auch keine Laufkundschaft sind. Aber Außenseiter sind die Bayern nicht gerade. Erst recht nicht gegen Borissow. Ohnehin ein interessanter Vergleich: Da ist ein Land mit seltsamer Sprache, einem eigenartigen Demokratieverständnis und einem selbstverliebten Staatschef in der Champions League vertreten. Ja nun, Borissow aus Weißrussland ist ja auch dabei.

Schalke wird ebenfalls weiterkommen. Arsenal ist eine große Nummer. Dank der Mitwirkung von Lukas Podolski, den die Schalker ja ebenfalls holen wollten, noch reizvoller. Olympiakos Piräus ist international Erfahren und gefährlich, aber schlagbar. Das gilt auch für Montpellier: Überraschungsmeister in Frankreich vor PSG, das war ein Geniestreich. Aber jetzt spielt der HSC ohne seinen Toptorjäger Giroud – der ausgerechnet zu Arsenal gegangen ist -, hat seinen Saisonstart verpatzt und muss mit der Doppelbelastung Liga-, Europacup zurechtkommen. Das könnte zu viel sein für die Franzosen.

Den Schalker Fans kann man nur gratulieren und sagen: Fahrt auf jeden Fall zum Aus­wärtsspiel nach Montpellier. Eine der schönsten, sehenswertesten und entspanntesten Städte in Frankreich. Auch wenn das Spiel Anfang Dezember ist. Das milde Klima gibt es her, einen Café au Lait auf dem historischen Place de la Comédie zu trinken (oder dort was zu essen), bevor es ins Sta­dion geht. Rundgang durch die Altstadt nicht vergessen. Das Stadion ist dann eher der rustikale Ge­genentwurf. Aber ein Groundhopper Punkt, der sich lohnt. Geile Reise.

Das könnte man auch über die Trips von Borussia Mönchengladbach nach Marseille, Istanbul und Limassol auf Zypern sagen. Sportlich ist das nicht unbedingt leicht – aber die Borussia war in Kiew so stark, dass sie vor keinem Angst haben muss.

Stuttgart auch nicht. Der FC Kopenhagen ist sportlich der schwierigste Gegner in der Gruppe. Mit Bukarest hat Schalke letztes Jahr gute Erfahrungen gemacht. Die Norweger aus Molde muss man einfach schlagen um weiterzukommen.

Mixed Grill dagegen für Hannover 96. Enschede, Levante und Helsingborgs sind alle ungefähr auf dem Level der 96er. Da wird viel von Tagesform, Euphorie und Leidenschaft abhängen. Aber gerade von den beiden letzten Punkten haben die Niedersachsen ja reichlich.

Bayer Leverkusen hat mit Charkov und Trondheim nicht wirklich attraktive Gegner gezogen, die zudem auch unangenehm zu spielen sind. Da ist das deutsch-österreichische Duell mit Rapid Wien ein schwacher Trost. Für Bayer gilt – mit der Ausnahme Wien - leider weder geile Gruppe, noch geile Gegner, noch geile Reisen. Vielleicht im weiteren Verlauf der Europa League.

Mittwoch, 22 August 2012 22:47

Marcs Power Rankings

geschrieben von

Vergesst mal einen Augenblick lang die Zahlen. Es geht doch bei jedem Spieltag nicht nur um Punkte und Tore – es geht auch um das Erlebte, das Gefühlte und sicher auch manchmal um das Befürchtete.

Alles zusammen fließt hier ein: In die Power Rakings – die etwas andere Tabelle. Wer sie zu ernst nimmt, ist selber schuld....

Bundesliga Power Rankings nach dem Pokal- Wochenende