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Donnerstag, 06 März 2014 18:31

Ein etwas anderer Erfahrungsbericht – ein Dank an Freiburg

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Nach einer badischen Sage, heiratet derjenige eine gebürtige Freiburgerin, der aus Versehen in das von der Dreisam gespeiste Bächle tritt. Ausgeschmückt wurde mir diese Geschichte mit der Erweiterung, dass man sich irgendwann in Freiburg niederlassen würde. Dies war an einem warmen sonnigen Frühlingsvormittag 1995.

Der sie ausgeschmückt hatte war mein Vater. Der Münsterplatz um den Freiburger Münster herum war gefüllt mit schwarz gelben Farben. BVB Fans genossen vor den umliegenden Kneipen die Sonne, das Bier und die Stadt. Die BVB Fans waren in Sanges- und Feierlaune, die mit Sicherheit noch einmal gesteigert wurde, weil der BVB sich inmitten des Meisterschaftsrennens befand. Die Einwohner Freiburgs, die auf den Strassen unterwegs oder in den Kneipen anzutreffen waren, empfangen die Dortmunder Fans herzlich. So gab es viele Sympathiebekunden und sie hatten offensichtliche Freude an den feiernden BVB Fans. Wie übrigens bis dato viele andere Fans. Das Spiel in Freiburg endete leider nach einem späten Eigentor von Sammer mit 1:1 und Werder Bremen konnte seine Tabellenführung auf 2 Punkte Vorsprung ausbauen, aber der Begeisterung für die schöne Stadt Freiburg konnte dies kein Abbruch tun.

Es ist schwer sich nach so langer Zeit zurückzuerinnern, aber schon damals brannte sich die schöne Lage des Stadions ein. Direkt in einem Anwohnergebiet gelegen taucht es plötzlich hinter den Einfamilienhäusern auf. Von der damals noch kleinen Gästetribüne aus betrachtet, blieb die wunderschöne Kulisse des Schwarzwalds im Hintergrund der Nordtribüne in bester Erinnerung. Die für die Bundesliga einmalige Lage macht das Stadion auch zu etwas besondern, trotz aller Kritik, die von manch einem Gästefan kommen mag, der sich in einem Teil des Stehblocks aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse beschwert und von einem unzeitgemäßen Stadion spricht. Ich möchte dieses Stadion mit seinem ganzen Charme nicht missen. Es bleibt zu hoffen, dass der SC Freiburg für den Neubau des Stadions einen neuen Charme findet und nicht auf die Idee kommt, Vereinen wie Mainz 05 oder der TSG Hoppenheim 1899 die Trostlosigkeit ihrer Stadien, wo man einfach keine Lust mehr hat hinzureisen, nachzueifern. Ein Stadion mitten in der öde, so ganz ohne Charme. Schrecklich, man würde damit viel verlieren.

Trotz des bereits erwähnten verlorenen Punktes (damals gab es noch die Zwei-Punkte-Regel für einen Sieg), konnte sich der BVB am Ende der Saison nach sehr langer Durststrecke im Spiel gegen den HSV die Meisterschale sichern. Das war damals ein unbeschreibliches Gefühl in einem Fotofinish, wie man es mit dem BVB immer wieder erleben darf. Die Stadt explodierte und mitten drin: Freiburger Fans, die am besagten letzten Spieltag der Saison in der verbotenen Stadt spielten und zum Feiern der Meisterschaft nach Dortmund kamen. Man empfing sie herzlich, wie auch sie die Dortmunder Fans zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal herzlich empfingen und so feierte man gemeinsam. Die erste Meisterschaft nach langer Zeit war etwas ganz besonderes für die BVB-Fans, besonders nachdem man 3 Jahre zuvor sehr knapp gescheitert war.

BVB

Es sollten aber noch weitere besondere Momente kommen, bei denen ausgerechnet der SC Freiburg der Gegner war. So feierten die Freiburger mit uns unseren 100ten Geburtstag und die erste Meisterschaft nach der Fastpleite des BVB´s. Besonders diese Meisterschaftsfeier sollte in Erinnerung bleiben. Nachdem der BVB nach einer grandiosen Saison schon vorzeitig Meister wurde und auch der SC Freiburg, der die Hinrunde noch mit dem letzten Platz abschloss, bereits sicher in der Liga verblieben war, war das ganze Stadion in Feierlaune. Und so feierten 81.000 Fans gemeinsam und lautstark beide Vereine. „Deutscher Meister ist nur der BVB“ hallte es von der Nordtribüne und dann durchs ganze Stadion und „Nie mehr zweite Liga“ wurde es von der Südtribüne erwidert. Wieder waren es die Freiburger, die mit uns feierten. Die Stimmung war einfach nur unglaublich und es bescherte einem eine Gänsehaut. Die Freiburger starteten sogar die Welle im schwarz gelben Tempel.

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Natürlich mag dies auch den außergewöhnlichen Verläufen der jeweiligen Saison zu verdanken sein, dass der Tag so besonders war und doch stecken dort eine Menge Sympathien mit drin, die Fans beider Seiten füreinander hegen und die man auch an diesem Tag vor und im Stadion verspürt hat. Sympathien, die bereits über Jahre hinweg gewachsen sind. Freiburg ist immer wieder eine besondere Auswärtsfahrt, die nicht nur aufgrund dort schon sehr früh geschlossener Freundschaften immer wieder angetreten wird.

Es ist die ganze Stadt, der bereits erwähnte Charme des Stadions und es sind die Fans, sowie die Einwohner der Stadt, die einem immer wieder einen schönen Abend bescheren. Man wird Jahr für Jahr herzlich empfangen und es macht immer wieder Freude abends in Freiburg mit schwarz gelbem Trikot feiern zu gehen. In den Farben lassen sich dort leicht Kontakte knüpfen. Wer einmal in Freiburg eintauchen durfte, der wird es auch immer wieder gerne tun. So bedurfte es gar nicht während einer Feierlaune ins Bächlein zu stolpern, wie eingangs erwähnt, um in diese Stadt zurückzukehren, es reichte diese Stadt zu betreten, sie zu genießen wie sie ist und man kehrte immer wieder gerne zurück. Viele BVB Fans, die einmal dort waren, wissen die Stadt zu schätzen. Daher verstehe ich auch manch einen Kritiker nicht, die eigentlich nur bis vors Stadion fahren, hineingehen und nach Abpfiff wieder abreisen. Ein Fußballspiel dauert eben nicht nur 90 min, sondern geht für den Fußballfan weit drüber hinaus und Freiburg bietet eine Menge dafür, auf seine Art.

Freiburg mag ein kleiner Verein sein, aber dafür ein sehr sympathischer, der es sich über viele Jahre hinweg hart und ehrlich erarbeitet hat ein Teil der Bundesliga zu sein. Manch anderer kleiner Kultverein, der für das Alternative stehen möchte und dies Marketingtechnisch voll ausreizt wäre wahrscheinlich gerne so. Ohne das es sich schickt einen großartigen Vergleich zu fahren, denn es sind grundlegend verschiedene Vereine. Die einen still und leise, die anderen laut und nach Sympathien schreiend. Die kontinuierliche Arbeit der Freiburger seit ihrem ersten Bundesligaaufstieg hat sie immer wieder nach oben geführt. Dreimal sogar nach Europa. Ein Verein, der anderen Vereinen als Vorbild dienen könnte, die viele Möglichkeiten haben, aber nichts draus machen. Freiburg jedenfalls macht aus wenig viel und bringt dabei auch immer wieder neue und begehrte Bundesligaspieler hervor. Ein Verein, der jedem Gegner des „modernen Fußballs“ Freude bereiten sollte. Ich zolle dem SCF jedenfalls Respekt. Die wirklich kleinen Vereine, das sind Retortenvereine wie Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim, die für mich allesamt nur einen Platz für einen weiteren interessanten Verein blocken. Freiburg bietet jedenfalls ein Rundum-Paket für mich als BVB Fan und es bleibt ihnen zu wünschen, dass sie der Bundesliga noch sehr lange erhalten bleiben werden. In ihrem ersten Bundesligajahr soll Achim Stocker, der damalige Präsident und ein ehemaliger Spieler des SC Freiburg, die BVB Fans bereits am Bahnhof empfangen und begrüßt haben. Leider war ich in dem Jahr noch nicht in Freiburg, um dies bestätigen zu können. Aber so blieb mir wenigstens eine 4:1 Niederlage erspart und es war der passende Einstand für die darauf folgenden 21 Jahre. Einer Zeit gegenseitiger Sympathien. Ich freue mich bereits auf das kommende Wochenende.

-Ein Gastbeitrag-

(Fotos: Privat, Bundesliga Ballerei, Der Westen)

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