So23Jul2017

Back Aktuelle Seite: Blog Dortmund Blog Zwischen Multiplatte und Wurst im Kühlschrank - Borussia zu Gast in Braunschweig
Montag, 03 Februar 2014 19:02

Zwischen Multiplatte und Wurst im Kühlschrank - Borussia zu Gast in Braunschweig

geschrieben von 

 

BTSV 4Borussia zu Gast beim Aufsteiger, dem Traditionsverein und Deutschen Meister von 1967, Eintracht Braunschweig. Dies bedeutete zugleich einen neuen Stadionpunkt für mich, hatte ich doch das denkwürdige 1:2-Erstrundenaus im DFB-Pokal der Saison 2005/06 an gleicher Stelle - inklusive des Stromausfalls - verpasst. Nun wartete es also, das gegenwärtig wohl nostalgischste Stadion der Ersten Bundesliga, das Eintracht-Stadion. Eröffnet wurde es schon im Jahr 1923, wurde seither aber einige Male umgebaut und renoviert. 23.325 Zuschauer passen offiziell in das Oval und selbstverständlich war das Stadion bis auf den letzten Platz ausverkauft, als das Flutlicht zum Anpfiff des 19. Spieltages eingeschaltet wurde.

BTSV IIDer erste Eindruck vor Ort am Stadion transportierte angesichts der Plattenbauten rund um das Eintracht-Stadion direkt das Bewusstsein, dass die Grenze zur ehemaligen DDR von hier nicht mehr allzu weit entfernt ist. Auf dem Gästeparkplatz ließ die Eintracht zunächst eine Vorkontrolle für die Gästefans einrichten, durch welche wir Schlachtenbummler in kleineren Gruppen zur eigentlichen Eingangskontrolle geschleust wurden. Mit dieser Doppelkontrolle sollte einerseits ein zu starker Andrang an den Eingangstoren als auch ein möglicher Blocksturm verhindert werden. Rund 30 Ordner waren hier für den reibungslosen Ablauf zuständig.

Etwas gewöhnungsbedürftig war dann jedoch das kulinarische Angebot im Gästebereich. Das Engagement eines lokal ansässigen Automobilkonzerns schlug sich sodann auch in der offiziellen Bezeichnung der Braunschweiger Currywurst nieder. Damit kam diese schon einmal nicht als Mittel gegen den leeren Magen in Betracht. Zur Wahl stand nun noch eine „Spezialwurst“, dessen Besonderheit sich in einer Extraschärfe entfaltete. BTSV 1Schnell sollte sich auch herausstellen, dass es einen Unterschied zwischen der Bestellung „Currywurst mit Pommes“ und „Multiplatte“ geben sollte. Bei der ersten Bestellvariante gab es zwei kleine Schälchen, was sich beim Essen für manchen als nicht hundertprozentig vorteilhaft erweisen sollte. Bei der „Multiplatte“ wiederum gab es - wie es der Name schon suggeriert - eine multiple Platte mit Currywurst und Pommes in einer Schale. Nach den Irrungen und Wirrungen der Nahrungsaufnahme sollte fortan jedoch das Spiel im Mittelpunkt stehen.

Das Eintracht-Stadion, noch mit dem Charme einer Laufbahn um das Spielfeld und guten alten Flutlichtmasten in den Ecken ausgestattet, versprühte eine ganz besondere Atmosphäre, wie sie sich in den heutigen zwar komfortablen, aber doch meist sterilen Arenen der Bundesliga kaum noch entwickeln kann. Die Heim-Fans auf der Südkurve begrüßten beide Mannschaften beim Einlauf mit einer kleinen Choreo bestehend aus einem Konterfei von Konrad Koch, einem der Initiatoren des Fußballspiels in Deutschland im 19. Jahrhundert. Dazu mahnten die Braunschweiger Supporter darunter mit zwei Bannern: BTSV 3„Konrad Koch hat es als erster erkannt, Fußball ist weltoffen und tolerant!“ Ein weiteres Transparent forderte die Blau-Gelben dazu auf: „Dortmund vernaschen“. Apropos vernaschen: Ein Lied des BTSV blieb mir als Freund saftigen Fleisches und einer norddeutschen Automarke kurz vor dem Anstoß doch sehr nachhaltig in Erinnerung, heißt es dort doch in sehr bemerkenswerter Weise: „Die Wurst in meinem Kühlschrank, die hält nur ein paar Tage. Mein guter alter Golf fährt höchstens noch zwei Jahre. [...]Zum Glück gibt‘s noch immer Eintracht Braunschweig“.

Der schwarzgelbe Support im Gästeblock musste wiederum zunächst noch ohne die Ultra-Gruppierung „The Unity“ auskommen, deren Mitglieder erst verspätet nach rund 20 Minuten im Gästeblock eintrafen, aber dann alsbald das optische und akustische Bild auf der Nordkurve (und das Wort nehme ich als Dortmunder nur äußerst ungerne in den Mund) abrundeten. Vor den Stadiontoren verbrachten einige Stadionverbotler, an die auch im Block mittels der einschlägigen Parolen gedacht wurde, die 90 Minuten.

Unterm Strich war der Ausflug nach Braunschweig unter fankulturellen Aspekten ein voller Erfolg. Ein Stadion wie dieses sucht heutzutage sicherlich seinesgleichen.

 

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Schelm Montag, 03 Februar 2014 20:53 gepostet von Schelm

    Die Wurst heißt nicht wegen des Sponsors so, sondern weil es eine eigene VW-Wurst gibt, die so heißt. Der Konzern VW hat eine eigene Schlachterei in der eine eigene Wurst produziert wird. Genau wie der hauseigene Ketchup ;)

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.