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Dienstag, 04 Dezember 2012 07:32

Wie die Mannschaft, so die Fans…

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db OFC-VfB II 2012-13 0071

Die Mannschaft der Offenbacher Kickers präsentierte sich in der letzten Zeit oft leidenschaftslos. Die Einstellung, so wird zu Recht kritisiert, ist zu defensiv. Die Mannschaft hat scheinbar die Hosen voll. Und stimmen die Ergebnisse nicht, dann werden Ausreden gesucht (der Gegner stand zu tief, der Platz war schlecht, die Fans haben überzogene Erwartungen). All dies wird durch die Fans völlig zu Recht kritisiert. Aber wie präsentieren sich die Fans des OFC?

db OFC-Hallescher FC 2012-13 0011
Not gegen Elend - nichts beschreibt die Drittligapartie des OFC gegen den Halleschen FC besser. Einziger Höhepunkt der ersten Halbzeit waren die ersten 12 Minuten, in denen die Stimmung dem Spiel angepasst war. Es gab nämlich keine, da sich auf OFC- und HFC-Fans an der Aktion „12:12 - Ohne Stimme keine Stimmung" beteiligten. Beide Mannschaften gaben sich alle Mühe, durch ihr Spiel erst gar nicht so etwas wie Stimmung aufkommen zu lassen. Leider hatte ihnen offensichtlich keiner gesagt, dass die Aktion nach 12 Minuten und 12 Sekunden endet…

Donnerstag, 22 November 2012 15:45

Auch Osnabrück steht vor dem Abgrund

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Das machten die 5 Stunden deutlich: Der Patient VfL liegt weiterhin auf der Intensivstation, doch das Betreuungspersonal geht immerhin freundlicher miteinander um. So galt es von vornherein nicht als ausgemacht, dass dem Präsidium Entlastung zuteil würde. Denn die Zahlen aus der Saison 2011/2012 waren desillusionierend. Wirtschaftsprüfer Dirk Schütter stellte sie im Rahmen der Gewinn-und-Verlust-Rechnung vor. Schon zuvor hatte Präsident Gert Lehker in seinem Rechenschaftsbericht von einer „wirtschaftlich existenzgefährdenden Situation“ gesprochen.

In der Kalkulation war für die letzte Saison ein leichter Gewinn hochgerechnet worden, am Ende stand ein Verlust von 926000 Euro. „Wir wussten, dass der Plan optimistisch war, aber es gab auch eine defensivere Variante, die von einem Minus von 600000 Euro ausgegangen war und dem Wirtschaftsrat bekannt war“, sagte Lehker. Der Clubchef gab überdies zu, dass der VfL im Vorgriff Sponsorengelder ausgegeben habe: „Das war keine Fahrlässigkeit, sondern pure Not.“ Deswegen sei es unerlässlich, Geld von Eigenkapitalgebern zu bekommen, wie es bei einer Ausgliederung der Profiabteilung der Fall sein könne.

Buchprüfer Schütter erläuterte gut vorbereitet die einzelnen Posten, wo es in der vergangenen Saison gehakt habe; die größten Umsatzverluste rekrutierten sich aus den Bereichen Zuschauereinnahmen (– 280000 Euro), Catering (– 226000) und Sponsorengelder (– 160000). Zusätzlich sorgte das Steuerverfahren mit einer Nachzahlung von 250000 Euro für eine weitere klaffende Lücke.

Schlechte Zahlen allerorten, und dennoch wurde der Jahresbericht ebenso genehmigt wie das Präsidium mit dem im Februar zurückgetretenen Dirk Rasch, seinem Nachfolger Lehker und Vizepräsident Günter Niemeyer entlastet. Kurz vor den Abstimmungen beantragte der von der Opposition für das Amt des hauptamtlichen Präsidenten in einer Vereinslösung ins Spiel gebrachte Ludger Rolfsen eine Pause; er wollte den Kritikern Gelegenheit zu einer Abstimmung geben. Offenbar verständigte sich die Opposition auf die harmlose Variante des Protests: Zum Jahresbericht gab es 370 Ja-Stimmen, einmal Nein und 110 Enthaltungen. Und die Entlastung ging mit 343 Ja-, 11 Nein-Stimmen und 116 Enthaltungen über die Bühne. In beiden Fällen wurde per „Hammelsprung“-Verfahren entschieden, die Mitglieder mussten den Saal verlassen, um ihr Votum abzugeben.

Das war nicht nötig, als es darum ging, Ex-Präsident Rasch und den ehemaligen Schatzmeister im Notvorstand und jetzigen Vorsitzenden des Ehrenrates, Reinhard Coppenrath, zu Ehrenmitgliedern zu machen. Rasch wurde gar – obwohl so etwas laut Satzung gar nicht vorgesehen ist – bei nur wenigen Enthaltungen in den Stand eines Ehrenpräsidenten versetzt. Für die Geehrten gab es stehende Ovationen, beide appellierten in kurzen Reden daran, im Verein zusammenzustehen und Gräben zu überwinden.

Einer, der polarisiert, ist Dieter Prütz als Geschäftsführer der Lila-Weiß Marketing. Der Kaufmann, der in schwerer Zeit (1997) beim VfL als Vizepräsident Verantwortung übernahm und seinerzeit eigenen Angaben nach 100000 DM zur Verfügung stellte, ohne zu wissen, ob er sie jemals wiederbekomme, legte seine Provisionen offen: „Ich bekomme im Schnitt acht Prozent. Dass ich ordentlich verdiene, liegt auch daran, den Umsatz im Vergleich zu 2006 um mehr als 1,5 Millionen Euro gesteigert zu haben“, sagte Prütz, der laut Jahresbericht und eigener Aussage 2011/2012 etwa 300000 Euro an Provision erhalten hat. Prütz erklärte außerdem, er habe dem Vorstand Anfang 2012 angeboten, auf 50000 Euro zu verzichten.

Der von Geschäftsführer Ralf Heskamp präsentierte Acht-Millionen-Etat für die laufende Saison geht von einem Überschuss von 477000 Euro aus; allerdings ist dabei der Erlös aus dem Verkauf des Stadions an die Stadt einkalkuliert. Eine Diskussion gab es nicht; bei 11 Nein-Stimmen und 26 Enthaltungen wurde die Planung durchgewinkt.

Schon zuvor hatte sich Oberbürgermeister Boris Pistorius in einer leidenschaftlichen Rede an die VfL-Familie gewandt. Als Beispiel für Teamgeist hob er das aktuelle Team von Claus-Dieter Wollitz (der Coach erntete mehrfach lautstarken Applaus für seine Arbeit) hervor und sagte: „Von diesem Sportsgeist lebt auch ein Verein. Es gilt jetzt, Fehler auszubügeln und die Zukunft des Vereins zu sichern.“ Mit Blick auf den 9. Dezember sagte der OB: „In den Tagen zuvor wird ein Konzept öffentlich vorgestellt. Andere Partner als die Stadt gibt es nicht. Danach wird jeder wissen, über was am 9. Dezember abgestimmt wird.“ Dieser Tag sei entscheidend für den Fortbestand des Profifußballstandortes Osnabrück. Pistorius unter lautstarkem Applaus: „Ich will hier keinen fünftklassigen Fußball sehen.“


NeueOsnabrückerZeitung


Mittwoch, 21 November 2012 07:30

Käfighaltung für Fußballfans?

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attachment 002Gerade wurde durch die ZIS die neuste Statistik über Verletzte in den Fußballligen veröffentlicht. In der Statistik für die nächste Saison finden sich auch mindestens fünf Fans des OFC wieder, bei denen sich ein genauerer Blick auf den Grund für die Verletzungen lohnt.

Nach angaben der Interessengemeinschaft Stadionbau e.V. (IGS) zogen sich während der Drittligapartie des OFC beim SV Wehen Wiesbaden am vergangenen Samstag zum wiederholten Mal Fußballfans im Gästeblock der „Brita-Arena“ Verletzungen zu – ganz abgesehen von beschädigten Kleidungsstücken. Die IGS fragt sich: „Muss es erst zu noch schlimmeren Verletzungen kommen, bis die Verantwortlichen handeln?“

Dienstag, 06 November 2012 14:24

Die Stimmungsfrage - oder: Alle Jahre wieder...

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OFC-RWE5Alle Jahre wieder kommt in Offenbach das Thema „Stimmung" auf. Grundtenor dabei ist: Die Stimmung ist stark verbesserungswürdig, früher war alles besser,… Und alle Jahre wieder geht es dabei auch um den Konflikt „jung" gegen „alt", oder besser „Oldschool" gegen „ultrá". Denn ist man sich in der Beurteilung der Lage noch einigermaßen einig, so sieht das bei den Lösungswegen schon ganz anders aus.

db OFC-VfB II 2012-13 0071Vergangene Woche trafen sich auf Einladung des OFC-Fanbeauftragten und des Offenbacher Fanprojektes über zwanzig Vertreter/innen unterschiedlichster Fanclubs wie Fangruppen und unorganisierte Einzelpersonen aus der Offenbacher Fanszene.

Bei dieser Zusammenkunft stand die Diskussion über das DFL-Papier "Sicheres Stadionerlebnis" im Mittelpunkt. Die Vorschläge aus diesem Papier einer "Kommission Sicherheit" des Ligaverbandes sollen am 12. Dezember auf der Tagung aller Vereine der ersten und zweiten Liga besprochen bzw. beschlossen werden. Aber auch die Vereine der dritten Liga beraten darüber Anfang November.

Nach intensiver Diskussion waren sich alle Anwesenden in der Ablehnung des Papiers einig, sowie seiner Intention und der daraus erwachsenen Vorschläge. Gemeinsam wurde nachfolgender Tex formuliert:

ofc union berlinVor dem gestrigen Pokalspiel der Offenbacher Kickers gegen Union Berlin bestimmten zwei Themen die Diskussionen in der Fanszene. Zunächst war da das Zaunfahnenverbot des DFB für die Gegengerade. Eine Regelung, die auf Grund der zentralen Vermarktung des DFB für alle Pokalspiele gilt. Zaunfahnen sind nur hinter den Toren erlaubt. Für die meisten Vereine ist dies ein geringes Problem, da sich die Fanblöcke in den meisten Stadien hinter den Toren befinden. In Offenbach befindet sich der Fanblock jedoch auf der Gegengeraden. Hinzu kommt, dass ich, wie die meisten anderen Fans auch, durchaus Verständnis dafür habe, wenn sich Veranstalter von Spielen dagegen wehren, dass durch die Zaunfahnen Werbebanden zugehängt werden. Dies ist aber hier nicht der Fall, da die Werbebanden bei DFB-Pokalspielen bekanntlich durch die schöne grüne Folie abgedeckt sind. Es geht also viel mehr um eine Art „corporate identity".

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