Sa29Apr2017

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Ein knappes Jahr des kompletten Wahnsinns liegt hinter uns Anhängern des HSV. Egal, ob man nun Fan, Mitglied oder nur ein wohlmeinender Fußballfreund ist, wir sind froh, dass wir dieses Jahr in dieser Form überstanden haben. Wenn man ehrlich ist und in der Nachbetrachtung, blickt man auf ein Jahr zurück, dass man nicht ein zweites Mal erleben möchte und ich als solch wohlmeinender Fußballfreund gegenüber anderen Clubs, wünsche so einen Irrsinn auch keinem anderen Verein und seinen Fans an den Hals. Anderseits war man auch irgendwie Teil dieser unglaublichen Geschichte, was meinem persönlichen Verhältnis zum HSV und den Anhängern zuträglich gewesen ist. Es hat mich und viele HSV-Freunde in unserem Selbstverständnis gefestigt. Man durfte im Verlauf auch gerade des vergangenen Sommers erkennen, wo Schleimer, Heuchler und Hyänen sitzen. Das ist eine sehr befreiende Erkenntnis.

Sonntag, 27 September 2015 11:20

Der Wiederbeginn einer wunderbaren Freundschaft

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Nach dem Schlusspfiff des 1:0-Auswärtssiegs in Hamburg tollt die junge Schalker Mannschaft überglücklich über den Rasen des Volksparkstadions. Die Kurve skandiert „der S 04 ist wieder da!“ und „Schalke, nur Du alleine, bist meine Liebe, mein ganzes Leben“.

Keine zehn Pflichtspiele vorher, am 34. Spieltag der vergangenen Saison, befand sich der FC Schalke 04 nach einem desaströsen 0:2-Auftritt beim HSV am Boden. Der direkte Euroleague-Qualifikationsplatz 5 war an den FC Augsburg verschenkt worden, Trainer Roberto di Matteo wirkte vollkommen hilflos und das Tischtuch zwischen Mannschaft und Fans schien jedenfalls mittelfristig gründlich zerschnitten. „Verpisst Euch“, „außer Fährmann könnt Ihr alle gehen“ und „wir haben die Schnauze voll“, nicht selten untermalt mit hochgereckten Mittelfingern, drohenden Fäusten und Kopf-ab-Kehle-durch-Gesten prasselten auf die „Scheißmillionäre“ ein. Die Spieler standen der geballten Fanwut sichtlich unglücklich gegenüber und wollten nur noch weg.

Wunderbar 3Momentaufnahmen? Nein, diesmal ist es sehr viel mehr als die typische königsblaue Sprunghaftigkeit zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt, hosianna und kreuzigt sie! So umstritten Trainer André Breitenreiter bei seiner Verpflichtung war, weil ihm vermeintlich Charisma und Strahlkraft abgingen, so schnell hat er es in Rekordzeit geschafft, einige auf Schalke langvermisste Tugenden wiederzubeleben.

Keiner der nunmehr fünf Siege in Folge beruhte auf Zauberfußball, alle waren ehrlich und hart erkämpft. Es gibt keinen alleinunterhaltenden Superstar mehr im Team, vielmehr läuft jeder für jeden und Youngster und frühere Sündenböcke fangen Verletzungsausfälle und Formschwäche der Leitwölfe ab. Kapitän Höwedes und Nastasic fehlen? Dafür spielt Joel Matip wie ein junger Gott und sogar Roman Neustädter, dessen körperloses Spiel den Schalker Anhang manches Mal auf die Palme brachte, kämpft als Innenverteidiger. Tor-Garant Huntelaar läuft seiner Form hinterher, Choupo-Moting trifft keinen Möbelwagen und Flanken sind Fremdwörter? Was soll’s, dann springen halt Rohdiamant Leroy Sané oder Matip per Köpfchen in die Bresche, dahinter glänzen Leon Goretzka, Johannes Geis und Keeper Ralf Fährmann mit bestechender Form.

Aber auch abseits der Auffälligkeiten auf dem Platz sind zahlreiche kleine Veränderungen zu bemerken. Großspurige anlassunabhängige Interviews sind weniger geworden; statt mit vollmundigen Träumen glänzen Sané, Geis, Goretzka und Breitenreiter selber mit selbstkritischen Analysen. Keine Ausflüchte, keine Ausreden, der Sieg in Stuttgart war verdammt glücklich und nicht ü-ber-ra-gend. Kompetenter, unaufgeregter Tacheles. Endlich.

Goalgetter Huntelaar saß in Hamburg, obwohl unverletzt, neunzig Minuten auf der Bank. Und klatschte nach dem Schlusspfiff lachend mit dem Coach ab. Nur ein Mosaiksteinchen, aber Schalker wissen, dass in der Vergangenheit die Scheu vor großen Namen und deren Unzufriedenheit bei Nichtberücksichtigung zu oft in die Aufstellungsüberlegungen reingespielt hat.

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Es gab bei allen Spielen Durststrecken zu überwinden, die Chancenverwertung ist trotz sichtbar verbessertem Passspiel noch stark ausbaufähig. Auch in den Heimspielen gegen Mainz und Frankfurt musste das Publikum zittern, bis der Knoten platzte. Und es brachte tatsächlich Geduld auf! Anders als noch vor wenigen Wochen gab es kein unzufriedenes Geraune, wenn es ohne Führung in die Pause geht. Keine Pfiffe bei den (durchaus zahlreichen) Rückpässen, kein Murren bei misslungenen Aktionen. Es ist endlich das eingetroffen, was oft beschworen wurde: Es steht eine Mannschaft auf dem Platz, bei der die Fans das Gefühl haben, dass sie alles gibt und deshalb werden auch Fehler verziehen. Aufmunternde Unterstützung statt Supportboykott, der Wiederbeginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Team und Fans. Die noch im Mai klaftertiefen Gräben schließen sich ganz ohne Riesenbagger. Und man hat als Beobachter den Eindruck, dass die Jungs Spaß miteinander haben und nicht nur kickende Ich-AGs sind.

Wunderbar 2Selbstverständlich ist es für ein Saisonfazit noch zu früh. Es wäre vermessen, bereits den in den sozialen Netzwerken euphorisch beschworenen „Schalker Kreisel 2.0“ oder „Breitenreiter ist der Jahrhundertcoach des 21. Jahrhunderts“ auszurufen. Auch dieses junge Team wird Rückschläge und Niederlagen erleiden. Aber es besteht eine echte Hoffnung, dass es daran unter Anleitung von Breitenreiter und mit Unterstützung der Fans, lernen und wachsen wird.

Wenn jetzt alle Beteiligten auf dem Teppich bleiben, werden wir sehen, wohin der beste Saisonstart seit 44 Jahren führt. Aber unabhängig von der Platzierung am Ende waren die Aussichten, dass die ausgerufenen Saisonziele „besserer Fußball und die Fans mitnehmen“ (Horst Heldt) und „eine Mannschaft formen, in der sich jeder auf jeden verlassen kann“ (André Breitenreiter) erreicht werden, selten besser.

 Blau-weiße Grüße und einen sonnigen Sonntag,

Susanne Blondundblau

Sonntag, 24 Mai 2015 19:03

Licht aus, Licht an

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Mein vierter Abstieg tut weh, verdammt weh. Nie war einer vermeidbarer und perspektivisch unglücklicher. Ganz langsam nur weicht Schockstarre einkehrendem Realitätssinn, dem Frust die Hoffnung,  grenzenlose Enttäuschung neuem Mut. Die Liebe bleibt unangetastet.  Nun, nachdem die Tränen ein wenig versiegen, der Versuch wirre Gefühle zu ordnen.  Irgendwie muss man sich ja abreagieren.

Oja, es war eine merdige Saison, ich  fasse noch so einiges nicht, von verstehen kaum eine Spur. Hat es so sein sollen? Ein Tor mehr und wir würden jetzt anders reden, oder nicht!? „Zweitklassig“. Das hört sich schon bescheiden an. Überall wo es gestern noch strahlte nur noch fahles Licht, vergessen die paar schönen Momente, im Herzen tiefe Leere. Wochenenden werden nicht mehr die gleichen sein, die Gespräche andere, das Leben nimmt einen neuen Verlauf. Hört sich dramatisch an, ist es auf den ersten Blick auch. Nur ist die Geschichte hier ja nicht zu Ende.

Jetzt mal Tacheles unter uns: Nach sechs Jahren am Stück runter zu müssen, ist ein steinhartes Stück Brot, an dem wir, wenn es richtig blöd läuft aachenlike noch eine ganze Weile zu kauen haben werden. Überall ist von notgedrungenem Umbruch die Rede, von Ratten, die das sinkende Schiff verlassen, Katastrophe, usw., blabliblubb. Man kann es auch übertreiben, eine Katastrophe wäre existenzbedrohend, tot sind wir noch lange nicht, allerdings sollte man fragen dürfen welche denn die Gründe sind, dass es saisonübergreifend nicht gereicht hat und was man besser machen muss.  

Mag die Mannschaft ja in ihren Einzelteilen einer der besten der jüngeren SC-Historie gewesen sein, mit Spielern die heulend den Platz verlassen um am nächsten Tag wechselfreudig in die Kameras grinen will ich nix zu tun haben. Ligenunabhängig. Ich möchte einfach nicht verstehen warum man gerade in Freiburg nicht mal zu seinem Verein stehen kann, egal in welcher Liga. Was bedeutet: „Alle Spieler haben Verträge für die zweite Liga“? Streich hat darauf ja schon die passende Antwort gegeben, indem er Treue und Leidenschaft öffentlich vorlebt und nicht nur davon laberdivat.

Dass hat nichts mit romantischer Verklärung zu tun, das ist eine Sache des Charakters und der Einstellung verdammt nochmal. Wenn einige Spieler hier schon so abgehoben ticken und lieber Hoffenheims Groß-Spielerwilderer G.Stipic folgen, der im Übrigen des Öfteren für Unruhe im Freiburger Umfeld sorgt, statt hier erstmal mindestens zwei Spielzeiten am Stück konstant auf hohem Niveau durchzuhalten, bekomm ich Plaque. Und wenn dann noch Hoffenheims Trainer Mitleid mit dem SC heuchelt bekomm ich das ganz, ganz große Kotzen. Da  wundert mich die Entwicklung des Fußballs im Allgemeinen nicht. Mir ist es völlig Latte ob wir nächste Saison in Asien übertragen werden, dafür nerven Montagsspiele auch ohne Freiburger Beteiligung. Gepushter Neuschrott, der im Verdrängungswettbewerb die Haltwertzeit eines Convenience-Burgers hat, und genauso unbefriedigend satt macht, braucht kein Mensch auf Dauer, schon gar nicht täglich.  Ist ungesund.

Fraglich auch, ob man mit diesem Fast-Kick-Schmierentheater überhaupt noch was zu tun haben will. Ja, ich will, und weil ich nicht anders kann, aber auf ehrliche SC-Manier. Um den Granden und Möchtegerns Einhalt zu gebieten und zu zeigen wie es auch geht.

Es stimmt, dass der Zeitpunkt des Abstiegs unglücklicher nicht sein konnte, jetzt, da beim SC viele Weichen für die Zukunft gestellt wurden. Wenn an den Gleisen aber Pfusch betrieben wird, bringt die beste Stellwerkleistung nichts. Will sagen, dass der SCF viel guten Willen zeigt so aufgestellt zu sein, dass er trotz nachrückenden Pseudovereinen immer eine Chance hat erste Liga zu spielen. Dann sollte man im gleichen Atemzug endlich damit aufhören sich kleiner zu reden als man ist. Ich kann es nicht mehr hören. Sechs Jahre erste Liga sind eben auch sechs Jahre Zeit sich erstklassig zu etablieren. Zu oft ist es zu knapp gewesen. Ja, wir haben ein großes Wesen, vollkommen richtig, das darf man gerne auch zu Schau stellen, nur nicht zur Show verkommen lassen. Wenn gedeckeltes Kleinhaltetum zu einem Wesensmerkmal des Charakters wird, ist es gerade im Sport schwierig mit der Motivation. Genau die ist einigen Spielern abgegangen. Und jetzt erkläre mir mal einer wie du so eine – teils durch mangelnde Perspektive und Gier nach schnellem Geld geprägte Truppe – handeln willst? Christian Streich hat seine Lieblinge hört man. Sicher, dass auch, nur man könnte auch meinen, dass er aus Mangel an wollenden Alternativen (plus Verletzte) viel zu oft gezwungen war unglücklich und vor allem im permanenten Wechsel aufstellen zu müssen. Will hier aber nicht weiter spekulieren, man hat jedoch auf dem Platz gesehen wer sich über die ganze Saison zerrissen hat und wer nicht. Einige konnten einfach nicht. Die Mischung im Team hat offensichtlich nicht gepasst und der bevorstehende Aderlass fällt jetzt sicher nicht groß anders aus, wären wir drin geblieben.

Insofern ist der Um- für mich kein Beinbruch. Schlecht wird mir mit Blick auf die zukünftigen sportlichen Aufgaben. Wenn man sich so umguckt wer da oben (noch) weiterspielen darf und wer da von unten hoch will wird die Tendenz zur Gewissheit, was es uns naturgemäß nicht gerade einfacher machen wird weiter bei den hire and fire-games eine Rolle zu spielen. Es scheint sich in der Spitze alles so zu entwickeln wie wir Kritiker das vorhergesehen haben. Der Profi-Fußball mutiert mit gönnerischer Unterstützung seiner Wertehüter aus Frankfurt endgültig zu einer reinen Gelddruckmaschine digitaler Emotionen und da bin ich doch herzensfroh einem Verein die Treue zu halten, der mir persönlich zwar zu klein denkt, dennoch die Größe hat mit normalen EIGEN-Mittel im Haifischpool gegen den Strom zu schwimmen. Nur sollten er und wir Fans auch mal entscheiden was wir in letzte Konsequenz wollen? Profifußball ok. Was noch? Erste Liga nur wenn es passt oder auf Dauer anstreben? Verdammt vermaledeit schmaler Grat. Tue mich da selber oft schwer, erste Liga ist halt immer erstrebenswert, wenn man schon bei der ganzen Buli-Schoße mitmischen will. Wenn nicht: Alternativen gibt es ja.

Wie immer birgt so ein Abstieg auch Chancen. Die Kurve entschlackt sich, Routinen werden aufgebrochen, man kommt an Orte, die man ohne Grund so nicht zu Gesicht bekommen hätte, oder mit denen man noch offene Rechnungen zu begleichen hat. Das Amt und die Polizei kommen zur Abwechslung vielleicht mal wieder von ihrem hohen Ross runter und der Verein wischt mal ordentlich durch. Denn eins ist klar, umso länger wir zweite Liga spielen, desto schwieriger wird es an allen Fronten. Von Stadion bis Fußballschule. 

Im Team finden sich hoffentlich wieder Jungs zusammen, die nach Höhenflügen auf dem Boden bleiben und mit Leib und Seele für den SCF spielen. Am besten weil sie Bock auf geilen Fußball haben, den CS ab sofort  spielen lässt. Mit einem bissigen, frischen und exklusivem Konzept, einem ganz eigenen Wesen eben. Viel Zeit bleibt nicht um das Profil wieder zu schärfen. Also packen wir es an. In vier Wochen startet der Dauerkartenverkauf und ich freu mich drauf.  

Alles wird nun wieder neuer. Nur die Liebe besteht ewig. Wir kommen wieder und dann richtig!

Forza SCF!

 

Donnerstag, 21 Mai 2015 14:55

Schalke – bin ich BLÖD oder was?!

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Beim HSV gibt es vor Heimspielen regelmäßig das HSV-Volksparkett als „offene Bühne“, wo neben HSV-Fanthemen und -Promis regelmäßig auch Vertreter des Gastvereins eingeladen sind. Ziel dieser vom Fanprojekt des HSV und den HSV-Supporters geförderten Veranstaltung ist ein offener Dialog zu allen Themen rund um die Fankultur im Verein und im Stadion.

Zahlreiche Hamburger Größen waren dort seit 2007 bereits zu Gast, auch beispielsweise  Uli Hoeness und Toni Schumacher gaben als Gästevertreter ihre Visitenkarte ab und nutzten die Gelegenheit, ihre Vereine fannah zu präsentieren.

Nun möchte man meinen, für den FC Schalke 04 e. V. gäbe es keine leichtere Aufgabe, als in diesem Rahmen zu glänzen und einen interessanten Repräsentanten für hunderttausende Schalke-Fans und Mitglieder zu entsenden und die Bedeutung des geilsten Clubs der Welt zu unterstreichen. Schließlich leisten wir uns nicht nur eine mehrköpfige hauptamtliche Fanabteilung, nein, es gibt diverse bestens gepamperte Gremien von Aufsichtsrat bis Ehrenrat, dazu den SFCV und zigtausend Schalke-Fans, die wie zuletzt in Augsburg, gerne bereit sind, die königsblauen Flagge in der Fremde hochzuhalten.

…leider hatte unser Verein nach Aussage des Veranstalters trotz rechtzeitiger Anfrage KEIN Interesse an diesem Auftritt und nun werden wir von – bitte setzt Euch – BILD-Schreiberling Peter Wenzel vertreten.

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Ich finde es ein unfassbares Armutszeugnis, dass der FC Schalke 04 weder einen Vertreter geschickt noch die Anfrage an interessierte Fans weitergegeben hat. Ich möchte mich NICHT von jemandem vertreten lassen, der seine Stellung als Schalker Hausreporter bei Deutschlands größtem Boulevardblatt regelmäßig missbraucht, um Öl ins Feuer zu gießen und tendenziösen Unsinn über Schalke zu verbreiten!!!

Wütende blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

 

Amateurederby

Das Amateurederby ist vorbei. Die Roten haben mit 1:0 gewonnen, bis zum nächsten Aufeinandertreffen sind die Verhältnisse geklärt. Zumindest sportlich. Was noch nicht geklärt ist sind die Folgen für die Zukunft was den Spielort und das Drumherum angeht.

BuB A Calling 1Vom Geschehen auf dem Rasen der SGL-Arena, dem 0:0 zwischen dem FC Augsburg und Schalke 04 kann man halten, was man will; abseits des Platzes wurde von beiden Fanlagern ganz großer Sport geboten. Die große blau-weiße Choreo im Gästeblock war dabei für alle sichtbar,  zahlreiche Gesten der Gastfreundschaft waren nicht so spektakulär, sorgten aber nachhaltig dafür, dass es unter den mitgereisten Schalke-Fans eine einhellige Meinung gab: Augsburg war eine Reise wert!

Egal, wo der königsblaue Tross in Augsburg Halt machte, er wurde durchweg freundlich begrüßt. Im Informationsbüro am Rathausplatz grüßten Flaggen beider Vereine, in sämtlichen Restaurants wurden farbentragende Gäste herzlich willkommen geheißen, auf dem „Plärrer“-Volksfest gab es eine Gratis-Maß und im Stadion liefen Augsburger Kinder gemeinsam mit Knappenkids vor dem Spiel strahlend  eine „Ehrenrunde“.

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Die treibende Kraft hinter diesen und zahlreichen anderen Aktionen „von Fans für Fans“ war „Augsburg Calling“, ein Fanprojekt, das es sich auf die rot-grün-weiße Fahne geschrieben hat, bei gemeinsamen Events und Unternehmungen Kontakte zwischen FCA- und Gästefans aufzubauen, die abseits der sportlichen Rivalität für einen freundlichen Austausch sorgen.

BuB A Calling 13Das Rezept ging an diesem langen Osterwochenende hervorragend auf; bereits am Freitagabend stürmten zahlreiche Schalker „Bob’s Punkrock Pizzeria und Beerbar“, das ebenso schräge wie liebenswerte Epizentrum von Augsburg Calling. An jedem Tisch fanden sich bald gemischte Gruppen, die schwäbisch-ruhrpöttisch miteinander frotzelten und das eine oder andere Kaltgetränk vernichteten.

Sehr großen Anklang und Andrang fanden auch die von Gitti exzellent organisierten Stadt- und Fanführungen für Schalker: Statt einer geplanten Führung plus Kindertour gab es derer fünf, die trotz des ungemütlichen Wetters alle Teilnehmer begeisterten. Die Komplimente für den kostenlosen Service gab Gitti beim „Fanfrühschoppen“ am Montag gerne zurück: Die Schalker seien nicht nur die größte, sondern auch beste und netteste Gruppe gewesen, sie freue sich bereits aufs nächste Jahr.

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Am Samstagabend gab es auf der „AC Schalke Vernissage“ Streetart von Robbie W. Hoyer und Daniel Andersch zu bewundern, sonntags nach dem Spiel platzte die Punkrock-Pizzeria bei musikalischen Live-Acts fast aus den Nähten. Nicht mehr ganz so voll – einige lagen wohl noch in Essig, andere hatten bereits die staugeplagte Heimreise Richtung Ruhrpott angetreten – war es beim Fanfrühschoppen am Montag, dafür gab AC-Initiator Gerhard „General“ Seckler einen Einblick in die Geschichte von Augsburg Calling: Nach dem Zweitligaaufstieg des FC Augsburg war er bei einem Auswärtsspiel in Unterhaching Zeuge, wie zahlreiche FCA-Fans an einem Bahnhof zwei Mädchen mit ihrem Onkel in Unterhaching-Kluft verbal so attackierten, dass die Kinder zu weinen begannen.  Um solche Situationen künftig so weit wie möglich zu verhindern, rief er Augsburg Calling als Gewaltpräventions- und Integrationsprojekt ins Leben – mittlerweile so erfolgreich, dass neben der Stadt Augsburg und dem FCA auch die DFB-Kulturstiftung und PFiFF, der DFL-Pool zur Förderung innovativer Fußball- und Fankultur, die kosten- und barrierefreien Angebote unterstützen.

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Da leider der Augsburger Fanbeauftragte und Autor der „111 Gründe, den FCA zu lieben“ krankheitsbedingt ausfiel, sprangen mein geschätzter Kollege Walter Schauer und ich als gemeinsame Vertreter der „1904 Geschichten“ gerne in die Bresche und brachten auf der berühmten rotgrünweißen „Augsburg-Calling-Couch“ sechs königsblaue Geschichten an den Mann. Bei den zwischenzeitlichen Talk-Runden geizte man nicht mit gegenseitigen Komplimenten;  manchmal tut es verdammt gut zu hören, dass die Außenwahrnehmung von Schalke – „Ihr seid so ein geiler, riesengroßer Verein!“ – erheblich freundlicher ist als die bisweilen etwas CL-fixierte Stimmung im eigenen Lager… Auch wenn unsere Gastgeber ein wenig tiefstapelten („Europa muss gar nicht unbedingt sein, wir brauchen noch einen Punkt für den Nichtabstieg“): Wir danken für das wunderbare gemeinsame Wochenende und wünschen Euch, dass Ihr in der nächsten Saison auch internationale Gäste empfangen und verwöhnen dürft!  Und ich ganz persönlich wünsche mir, dass das Beispiel von „Augsburg Calling“ in Gelsenkirchen und anderen Städten Schule macht.

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

…und ein fettes Danke geht auch an Jörg und Marisa vom „Bayerischen Haus am Dom“, bei denen sich alle Schalker glatt wie zu Hause fühlen durften! :-)

 

Mittwoch, 25 März 2015 01:11

Ich geb' mein Herz für dich...

geschrieben von

Herz-für-FCB

Wenn man nach 19 Jahren Kurve plötzlich auf die Sitzplätze muss ist das hart. Und kaum zu ertragen.