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Dienstag, 18 Februar 2014 08:25

Der Ich-hab-nix-gesehen-Blog

geschrieben von

gws leerIch habe dieses Wochenende nix gesehen. Wirklich absolut gar nichts. Denn ich habe mir zum ersten Mal seit wasweißich-wievielen Jahren ein komplett fußballfreies Wochenende gegönnt und bin stattdessen zur A State of Trance 650 "New Horizons" ins niederländische Utrecht gefahren (ja, auf solche Musik stehe ich total). Nachdem ich die Grenze überquert hatte hat mir mein Mobilnetzbetreiber jeden Zugang zum Internet verwehrt, aber selbst wenn ich Facebook, Twitter & Co zur Verfügung gehabt hätte, hätte ich wohl nicht draufgeschaut. Ich wollte mal für kurze Zeit abschalten vom Werder-Stress. Als ich wieder nach Bremen zurückgekehrt war erfuhr ich nur das nötigste: das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach endete 1:1-Unentschieden, der Sportsfreund Lukimya hatte wohl nicht gerade seinen besten Tag erwischt und Neuzugang Obraniak hatte seinen ersten Treffer im grün-weißen Trikot erzielt, was mich natürlich sehr für ihn gefreut hat. Ein Unentschieden gegen Mönchengladbach war ebenfalls mehr als ich erwartet hatte, ich hoffe natürlich dass das die Vorzeichen eines positiven Trends sind.

Tja, wie gesagt, ich selber kann zum Spiel nur sehr wenig sagen, deshalb dachte ich mir dass ich mal andere an dieser Stelle zu Wort kommen lasse. Dies hier wird also quasi ein Ich-erzähle-Euch-was-andere-Leute-gebloggt-haben-Blog. Nach einem entsprechenden Aufruf erreichten mich einige Zusendungen über meine Facebook-Seite (zu finden hier), unter anderem auch vom User "Alex Werder". Der hat mir einen tollen Beitrag geschickt, der aber leider zu lang ist um ihn hier vollständig widergeben zu können. Der gute Alex hat sich jedenfalls gefragt, wie es sein kann dass man von Werder zwei so völlig verschiedene Halbzeiten gesehen hat. Ob Trainer Dutt den Spielern in der Halbzeitpause endlich mal die richtigen Worte gefunden und ihnen "in den Hintern getreten" hätte, so fragt sich Alex. Jedenfalls machte es für ihn den Anschein, als ob nach dem Seitenwechsel eine komplett andere Mannschaft auf dem Platz gestanden hätte. Besonders positiv sind ihm Kroos, Caldirola und Ignjovski aufgefallen, Zweiteren sieht er als die vielleicht beste Besetzung für die Position des linken Außenverteidigers: "Er ist ruhiger und schneller in der Rückwärtsbewegung, was unserer Defensive nur zu Gute kommt. Somit kommt mir die Überlegung, dass den eher offensiven als defensiven García bei Bedarf im Mittelfeld einzusetzen." Eine taktische Variante, die mindestens einer Überlegung wert sein dürfte. Alex hebt aber nicht ab, denn zu seinem Fazit gehört auch folgende Passage: "Den Gladbachern kann man beinahe dafür danken, dass sie ihre Großchancen nicht genutzt haben, sonst wäre das Spiel wahrscheinlich wieder in einem Desaster geendet" und weiter: "Aber mit dem Punkt kann man zufrieden sein. Ich persönlich hoffe, dass wir die Leistung aus der zweiten Hälfte in die nächsten Begegnungen gegen Frankfurt und Hamburg weiter tragen können. Dazu benötigt es einfach nur Konstanz. Dann bin ich halbwegs zuversichtlich, dass wir uns in den nächsten Wochen etwas weiter von den Abstiegsrängen entfernen können."

Eine besonders schöne Formulierung über den gravierenden Unterschied zwischen den beiden Halbzeiten habe ich von Josa Valentín zugeschickt bekommen. Er schreibt mir: "Den Inhalt der Kanülen, die Dutt seinen Schützlingen in der Halbzeit in die Pobacken injiziert hat, sollte der gebeutelte Trainer wohl besser für sich behalten." Josa sieht das 1:1 gegen Mönchengladbach sogar als "kleines Wunder von der Weser": "Dass am Ende trotzdem nur ein Punkt gegen den Abstiegskampf notiert werden darf, werden die einen als schade empfinden. Der genau Beobachter – in dem Fall, der Fan – sollte dafür in ekstatisches Jubelgeschrei ausbrechen und darf auch guten Gewissens den 'Andree Wiedener' anstimmen. Nach Niederlagen gegen Augsburg und Frankfurt kann das 1:1 gegen Favres Team schon mal Eingang ins Kapitel 'Wunder von der Weser' der grün-weißen Geschichtsbücher finden." Sein Ausblick in die nahe Zukunft: "Zu hoffen bleibt, dass der berühmte Aha-Effekt diesmal nicht ausbleibt – und das gute Gefühl nicht ausgerechnet in der umso wichtigeren Partie gegen die Eintracht flöten geht. Dieses Spiel, um Leben und Tod, um Klassenerhalt und Abstieg, um Sein oder Nichtsein, wäre jetzt einfach der falsche Moment, schlapp zu machen."

Ein toller Beitrag kam auch von meinem hochgeschätzten Kollegen "Burning Bush", der in seinem Blog "werder2013" dem SVW sogar Schizophrenie attestierte: "Da hat uns eine Mannschaft aber wieder ganz tief in ihre Seele blicken lassen. Die zwei Gesichter des SVW. Derartig schizophrene Züge geben mir ein Rätsel nach dem anderen auf. WERDER bot uns gestern in voller Gänze dar, zu was man im Stande ist – und zu was nicht." Recht harte Worte findet er zur Leistung von Verteidiger Lukimya: "Der, mit guten Worten kaum korrekt zu beschreibene, Fehlpass von Lukimya ist für mich Sinnbild des Selbstvertrauens dieser Mannschaft. Wie man es dreht und wendet – das ist vom alleruntersten dieser Spielklasse." Der für mich interessanteste Teil beschreibt die Stimmung während der Halbzeitpause: "Mit dem Halbzeitpfiff ist das unmittelbar aufkommende Pfeifkonzert der Zuschauer nicht zu ignorieren. Für mich einer der Schlüsselmomente des Spiels. Nachdem die Unterstützung im letzten Spiel gegen den BVB selbst beim 5. Gegentor kein Ende fand, würde man die Mannschaft heute nicht so davon kommen lassen. Sehr präsent und fast greifbar im Weserstadion." Seinen vollständigen Beitrag findet Ihr hier.

Zum Schluß muss ich noch folgendes loswerden: mir ist aufgefallen, wie krass seit neuesten in den diversen (a)sozialen Medien mal wieder auf Aaron Hunt eingedroschen wird. Es ist völlig legitim Kritik an einem Spieler zu üben, wenn man mit seiner Leistung nicht zufrieden ist, aber wie so oft im Leben macht der Ton auch hier die Musik. Hunt als (Zitat:) "Schwuchtel" zu bezeichnen ist nicht nur aufgrund der ekelhaft homophoben Art der Beleidigung völlig daneben und eines Werder-Anhängers krass unwürdig. Und wenn man schon Kritik übt, dann sollte die auch begründet sein. Ich musste beispielsweise lesen, dass Hunt "lauffaul" sein, obwohl Hunt von allen in dieser Saison bei Werder eingesetzten Spieler die zweitgrößte Laufdistanz zurückgelegt hat (nur Caldirola hat mehr Kilometer für Werder hinter sich gebracht) und sich seine durchschnittliche Laufgeschwindigkeit ebenfalls deutlich über dem Mannschaftsdurchschnitt befindet. Ferner musste ich lesen, Hunt wäre der "Fehlpass-König der Bundesliga", obwohl Hunts Passquote zu den Besten des gesamten Werder-Kaders gehört (nur die Quoten von Aycicek, Ekici, Prödl, Gebre Selassie und des mittlerweile zum FC St. Pauli gewechselten Trybull sind besser). Also Leute, bevor ihr meckert, informiert Euch doch bitte erstmal ordentlich. Auf meiner Facebookseite gibt's beispielsweise fast täglich frische Daten und Statistiken.

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Wie es dem HSV mal wieder gelingen konnte, die Panzersperre der Lächerlichkeit mühelos zu überwinden und uns Reich der Scripted Reality zu entführen.

Das erwartete ich vergangenen Sonntagabend zunächst nicht, als ich nach einer Portion Bildungsfernsehen bei Hamburg1 hängenblieb, einem lokalen Fernsehsender, der in der Regel nicht durch interessantes Regional-TV auffällt, sondern viel mehr das geneigte Publikum tagsüber mit bizarrem Homeshopping nervt und in unheiliger Allianz mit dem Hamburger Abendblatt, mitunter groteske Diskussionsrunden zu knalllangweiligen Hamburger Komödienstadl-Themen durch den Äther jagt.

Die Sportsendung „Rasant“ wird in der Regel von Ulrich Pingel aufgeführt, eigentlich eine sympathische und kompetente Gestalt im Hamburg Sportjournalismus.

An diesem Sonntag nun bot Hamburg1 eine absolut irrwitzige Liveübertragung rund um diese ominöse Krisensitzung des Aufsichtsrates. Mit dem Mob der notorischen Feierbiester des Hamburger Sportjournalismus, hatte man sein Heerlager im Hamburger Grand Elyssee aufgeschlagen, einem sehr gehobenen Hotel an der Rothenbaumchaussee gelegen, also durchaus mit einer echten Portion HSV-Heritage behaftet. Und der Besitzer Eugen Block besitzt nicht nur eine landesweitbekannt bekannte Steakhouse-Kette, er ist auch noch einer der Gönner und Freunde des HSV.

Und nun lümmelten die ganzen Sportjournos da rum, wie bei der zweiten Türkenbelagerung von Wien, keiner kam raus, keiner kam rein. Bewehrt mit spitzen Federn, mit Laptops, die parat und aufgeladen waren und geölten Kameras, wollte man der bebenden Nation zeitnah die kommenden Entscheidungen, warm wie frisches Brot aus der Backstube heraus präsentieren.

Das Unterfangen erwies sich leider als ähnlich erfolglos, wie die oben angeführte zweite Türkenbelagerung von Wien. Es kam nicht einmal ein Entsatzheer, es gab nicht einmal eine Entscheidungsschlacht. Der Vorstand verpisste sich irgendwann durch den Lieferanteneingang und der Aufsichtsrat kegelte unterdings auf der Bundeskegelbahn im Keller des Grand Elyssee.

Ulli Pingel zeigt uns mehrfach die Treppe, auf der man „in Kürze“ wen-auch-immer mit was-auch-immer begrüßen wollte, man interviewte sich gegenseitig und manch gesprochenes Wort stellte sich als gruseliger heraus, als das zu erwartende geschriebene Wort. Irgendwann hatte Ulli Pingel einen trockenen Mund, der durchaus delikate Kartoffelsalat aus der Küche des Elyssee (mit frischer Gurke!), warf schon langsam Blasen, der Papagei neben der Rezeption wollte nun auch nur noch Interviews gegen Geld führen, kam man bei Hamburg1 auf die tolle Idee für etwas Zerstreuung zu sorgen: man öffnete die Konserve der Pandora und griff ins Regal von „Carport“, einem lustigen Business-TV-Format, bei dem Autohäuser von sich behaupten dürfen, dass  sie es sind, die die zahlungskräftige Kundschaft in Hamburg mit ihren essentiellen Grundbedürfnissen versorgen. Der lokale Autoverkäufer einer chinesischen Automarke aus Schweden durfte ungestraft behaupten, dass seine Blankeneser Traktoren einzigartig sind, weil sie von schwedischen Meerjungfrauen und Elfen ausgeschwitzt werden und nach diesem Akt, mittels putzigen Elchschlitten nach Bahrenfeld gebracht werden. Ich war kurz versucht, zum Autohaus ums Eck zu eilen, um willenlos eines dieser Fahrzeuge zu zeichnen, schon in Hut und Mantel musste ich mich aber besinnen, hatte ich doch gerade vor Jahresfrist im Schwesterautohaus ein bedeutungsloses Kraftfahrzeug aus Kölner Produktion erworben.

Nun war auch Ulli Pingel zurück, ein Shitstorm sei losgebrochen bei Hamburg1, weil man, so quasi zur Auflockerung, mal kurz eine Dauerwerbesendung eingeflochten hatte. Kam offenkundig nicht gut an beim Mob…Das Redaktionstelefon hat wohl 2, 3 mal geklingelt.

Dieter Matz vom „Hamburger Abendblatt“ verkündete nun, was ihm sein Adept Marcus „Scholle“ Scholz aus vertraulicher Quelle einblasen konnte: Jürgen Hunke hatte mehrere Pudel geworfen, die Stimmung war nun somit im Arsch und Eugen Block wollte keinen neuen Kartoffelsalat nachlegen. Den obligatorischen Eierlikör wollte man eh‘ nicht mehr raustun, folglich beschlossen die Journalisten, ihre Belagerung abzubrechen und sich bis zu nach dem Braunschweigspiel zum Wäschewechseln hinter die Harburger Berge zurückzuziehen.

In Hamburg einigt man sich momentan, in Verkennung von Brehms Tierleben, auf eine sehr eigene Definition von „Maulwurf“. So soll es der Isegrim sein, und ja, man kann den Spaß noch bis ins Unendliche treiben. Bastian Reinhardt ist nicht nur das Amt HSV des Vorstandes im Ressort „Sport“ vor die Füße gefallen, er war vorher auch medialer Lehrling im Presseressort von Jörn Wolf, ehemals „Hamburger Morgenpost“. Und im Jahre 2014 ist Bastian Reinhardt Trainer beim Hamburger Oberligisten Niendorfer TSV, bei dem -die Fabel erreicht nun endgültig ihren Höhepunkt!- Marcus Scholz ehrenamtlicher Herrscher aller Reusen ist.

Die Spieler hatten tags zuvor weniger Spaß. OK, wir Zuschauer im Stadion auch nicht wirklich, aber, als HSVer ist man per se mit einer gesunden Portion Leidensfähigkeit ausgestattet. Was haben wir nicht alles versucht: es wurde ein stümperhafter Brief an die Mannschaft geschrieben und von einigen Leuten virtuell unterschrieben. Entweder, wurde dieser Brief nicht zugestellt, oder, die Annahme wurde schlichtweg verweigert. Der geneigte Leser mag sich nun fragen, woher meine relativ geringe Wertschätzung des aktuellen Spielermateriales herkommen mag. Eigentlich halte ich grundsätzlich wenig von Fußballern, ich respektiere sie dennoch, wenn sie sich dafür entschieden haben, sich in den Dienst der Raute zu stellen und dabei das abzuliefern, was man als realistischer und reifer HSVer von ihnen erwartet: nämlich nicht viel und eine lockere Portion „geht so“.

Ansonsten sind mir diese Herrschaft in Form, Farbe und Herkunft schlichtweg egal. Warum denke ich so? Ich hatte mal eine kurze, aber interessante Unterhaltung mit einem Spieler, bei Wodka und Zigaretten, in einem eigentlich geschützten Refugium der Fußballprofis, dem „VIP-Bereich“ eines damals angesagten Clubs.

„Was wollt Ihr Asis eigentlich?!?“ war die etwas erregte Replik. Es war ein Samstagabend, irgendwann in den Nullern. Wir beschäftigten u.a. Spieler, die „eigentlich den Stadtteileverein viel geiler finden“, aber wegen dem Geld und der Karriere ihr trauriges Dasein beim HSV fristen müssen. Es war eigentlich alles wie immer, die Leistungen der Mannschaft entwickelten sich mal wieder völlig diametral zu den Ansprüchen „der Fans“, wir dümpelten mal wieder vor uns im Tabellennirgendwo umher und das Spiel am Nachmittag war ein notorisches Kackergebnis gegen eine Nichtgesichtertruppe aus der Wallachei. Mit den Altonaer Sandkastenbuddys ging es in da Club, wir schummelten uns an den Bouncern vorbei in die VIP Bar und in einer großen Sofaecke direkt vor der Bar, da hockte sie nun, die dereinst aktuelle Zierde unter der Sonne der heiligen Raute. Auf dem Weg zum Getränk, kam ich nicht umhin, die muntere Runde zu fragen, was es denn zu feiern gäbe, die sportliche Leistung der letzten Wochen und auch am heutigen Tage kann es wohl nicht gewesen sein. Es entwickelte sich ein kleines Gespräch, in dessen Verlauf der damalige Leitwolf mir die weiter oben angeführte Frage stellte, worauf ich ihm die gängige Erwartungshaltung eines durchschnittlichen HSV Fans darlegte („ 7 mal Deutscher Meister….“). Daraufhin belehrte mich der Spieler: „Weißt du was, uns Spielern ist es echt scheißegal, was ihr wollt…“. Nicht, dass ich von Hause aus sonderlich verträumt und fan-romantisch veranlagt bin, diese persönlich vermittelte Erkenntnis prägte mich bis heute. Gerade über die Winterpause musste ich an diese Begegnung denken, als man den besagten Spieler mit einer veritablen Plauze bei einem Fußballrentner-Hallenturnier im Sportfernsehen umherirren sah.

Heute las ich eine interessante Passage, in der wie gewohnt sehr gut zu lesenden Kolumne von Jovanov bei goal.com. Sie drehte sich um den Druck, den Spieler aushalten müssen und um die Tatsache, dass weder Spieler etwas mit dem Alltagsdruck der arbeitnehmenden Fans anfangen können, noch die Fans wirklich etwas von dem Druck verstehen, dem Profifußballer ausgesetzt sind.

Grundsätzlich stimmt dieser Gedanke natürlich und all zu ungerechtfertigt emotionale Abweichung im normalen Sozialverhalten gegenüber den Fußballprofis ist natürlich unzulässig. Dies gilt natürlich ebenso für Funktionäre.

Es muss aber immer in die Betrachtung einbezogen werden, dass gerade die Fußballprofis, wenn sie dicke im Geschäft sind, komplett narzisstisch und extrovertiert Leben. Die Autos, die Frisuren, die Tätowierungen, die WAGs.

Fußballprofis halten sich für Bankhäuser, die nach dem bekannten Prinzip den Erfolg komplett individualisieren, sollte aber am Ende Misserfolg bei den Bemühungen herauskommen, wird dieser nach dem ebenso bekannten Muster vergesellschaftet.

Ebenso schwindet den Fußballprofis der Sinn für die realistische Einschätzung der eigenen Leistung im Gesamtkontext, ähnlich so, wie man es bei den Nieten in Nadelstreifen kennt. Seltsamerweise finden sich aber auch hier willige Claqueure, die nicht nur willenlosen Applaus spenden. Oder, wie ist es zu erklären, dass *hsvklatsch* es total niedlich findet, dass sich Denis Aogo einen Ast über eine Café del Mar CD freut, die er im Wurstpaket ans Krankenbett geliefert bekommen hat, wohingegen man partout nicht verstehen will, dass der HSV unwirsch auf die Mallorcatour von DA reagiert hat. Demut und Loyalität gehen nun mal anders, sind aber auch im Geschäft „Profifußball“ nicht zu erwarten.

Ach ja, Geschäft „Profifußball“: das Pokalspiel gegen die Bayern ist das erste Pflichtheimspiel seit 30 Jahren, dass ich nicht aus mehr oder minder guten Gründen aus dem echten Leben sausen lasse. Ich war sogar einen Tag nach der Beerdigung meiner Mutter zum Heimspiel, weil es mir etwas bedeutet hat und mir somit auch Trost gespendet hat.

Stand heute, fühle ich mich aber im Volkspark nicht so zwingend gut aufgehoben, wie vor 9 Jahren. Und es liegt bestimmt nicht an den Bekloppten, die da im Stadion rumlaufen. Wohl eher an dem Kartenpreis von 48,00€.

hondo adac hsv

Montag, 10 Februar 2014 16:06

Bis zum kotzen!

geschrieben von

gws leerEs ist Montag Nachmittag, ich sitze in meiner Wohnung im Bremer Stadtteil Neustadt und im Fernsehen läuft gerade eine sehr faszinierende Dokumentation über den ägyptischen Baumeister Imhotep. Der Mann lebte vor ungefähr 4.700 Jahren und war ein wahres Genie, seiner Zeit weit vorraus. Er gilt als der erste Pyramidenbauer und manche vermuten dass er auch die ägyptische Schrift und Medizin (inklusive der Mumifizierung) erfunden hat. Durch sein großes Können erwarb er sich die Gunst des Pharaos Djoser und veränderte das Gesicht des ägyptischen Reiches für immer. Das ging soweit, dass in späteren Zeiten nicht der Pharao, sondern Imhotep als "Heilgott" vom Volk verehrt wurde.

Eine solche Runderneuerung hat Werder Bremen auch dringend nötig. Thomas Eichin mag ein fähiger und qualifizierter Mann sein, ein Imhotep ist er aber bei weitem nicht. Und das gilt auch für Robin Dutt. Vor allem der Kredit des Trainers schwindet unter den Fans mit zunehmender Geschwindigkeit. Vor 48 Stunden, während der SV Werder mit 1:5 gegen Borussia Dortmund (auch in der Höhe) verdient unterlag, häuften sich die Worte "Dutt raus!" in meiner recht umfangreichen Twitter-Timeline zusehens. Die Fans stehen immer noch eng zur Mannschaft; trotz miserabler Tabellensituation, trotz einer unansehlichen Spielweise, trotz immer der selben Phrasen mit denen die Fans jede Woche aufs Neue abgespeist werden und trotz eines mehr als beschämenden Sponsors, trotz alledem war das Weserstadion ausverkauft. Doch Wut und Frustration steigen unaufhörlich, mit jedem verlorenen Spiel und mit jeder Gegentor mehr. Spätestens wenn ich die kleine Werder-Raute aus Pappe in der kicker-Stecktabelle auf einen der drei hintersten Plätze stecken muss, spätestens wenn das Absteigsgespenst sich dauerhaft in der Nähe des Weserstadions niederlässt, ja spätestens dann wird der entscheidene Tropfen gefallen sein, der das berühmte Fass zum Überlaufen bringt.

Ich frage mich allerdings, ob es überhaupt sinnvoll wäre, den Trainer abermals auszutauschen. Mal völlig abgesehen vom finanziellen Aspekt (kann es sich Werder Bremen leisten, drei Cheftrainer gleichzeitig zu bezahlen?) könnte ein neuer Trainer auch nur mit dem Spielermaterial arbeiten, dass nun mal gerade da ist, und am Umfeld könnte ein neuer Übungsleiter auch nicht viel ändern. Keiner unter uns Fans hat auch nur den kleinsten Einblick in das Tagesgeschäft. Wir sehen nur das, was auf dem Platz und im öffentlichen Training geschieht sowie was uns durch die Medien erreicht. Und Letzteres ist ausnahmslos immer von PR- und Marketing-Aufsehern gefiltert, eine ungeschminkte und unzensierte Wahrheit werden wir nie zu sehen bekommen. Ich weiß daher nicht, ob Robin Dutt die Mannschaft tatsächlich nicht erreicht. Ich habe keine Ahnung, warum sich das Team derartig schwach präsentiert, und das sogar gegen vermeintlich noch schwächere Gegner. Rein von den sportlichen Fähigkeiten der Spieler her sollte Werder Bremen eigentlich in der Lage sein, an den Europapokalplätzen zumindest dezent zu kratzen. Davon ist das Team aber weit entfernt, es steckt tief im Absteigskampf. Wie zuletzt unter Schaaf, so nun auch unter Dutt. Ich neige daher dazu den Faktor Trainer als Grund für die Misere auszuschließen, aber wie wir alle kann auch ich nur spekulieren. Wirklich wissen tue ich's auch nicht, keiner von uns Fans tut das.

Natürlich sehe ich, wie immer wieder einzelne Spieler als die Schwachpunkte ausgemacht werden, die es auszumerzen, also schnellstmöglich zu verkaufen, gillt. Eine zeitlang war das Sebastian Mielitz, dann Aaron Hunt, irgendwann auch mal Sebastian Prödl, Assani Lukimya oder Nils Petersen. Jede Woche wird eine andere Sau durch die (a)sozialen Netzwerke getrieben, einer Lösung oder neuen Erkenntnissen ist man so aber auch kein Stück näher gekommen. Zudem es schlicht dämlich ist, einem einzelnen Spieler die Schuld an Tabellenplatz 13 aufhalsen zu wollen. Sorry, aber wer auf der Schiene fährt, hat keine Ahnung vom Fußballsport.

Der Trainer sieht und arbeitet jeden Tag mit den Spielern. Er spricht mit ihnen, er kennst sie persönlich besser als wir Fans alle zusammen. Das muss er auch, das ist schließlich sein Job. Wir Fans (und da schließe ich mich selbst nicht aus) sitzen zu Hause und können uns nur Gedanken machen, spekulieren und Mutmaßungen anstellen. Wir wissen garantiert nicht besser als der Trainer, was mit der Mannschaft los ist. Wir wüßten es aber sehr gerne, weshalb viele Fans zunehment genervt oder verärgert reagieren, wenn sie Woche für Woche mit den selben nichtssagenden Phrasen abgespeist werden.

Der Schulterschluß zwischen Fans und Team ist, wie bereits erwähnt, noch sehr eng, Bremen kehrt seiner Mannschaft nicht den Rücken. Doch haben sich Teile des Publikums auch einige Dinger geleistet, die ich nicht im geringsten nachvollziehen oder gutheißen kann. Wenn die Mannschaft zurückliegt, moralisch am Krückstock geht und auf die Hilfe und die Unterstützung der Fans angewiesen ist, dann halte ich es für dumm und kreuzunnötiog stattdessen minutenlang "Scheiss HSV!" zu skandieren. Jetzt mal ehrlich, was soll der Blödsinn? Das hilft der Mannschaft keinen Millimeter weiter, im Gegenteil, als Spieler könnte man da glatt den Eindruck bekommen, den Fans sei das Beleidigen des Erzrivalen (den das nicht die Bohne juckt und der zu dem Zeitpunkt nicht mal gespielt hat) wichtiger und die Lage der Mannschaft inzwischen völlig egal.

Wem es wichtiger ist den Hamburger SV zu beleidigen als die Mannschaft anzufeuern wenn sie es dringend nötig hat, der soll doch in Zukunft lieber nach Hamburg fahren und sich mit einem der neuerdings so beliebten "Scheiss HSV"-Schals vor den Volkspark stellen anstatt im Weserstadion den Fans einen Platz wegzunehmen, die die Mannschaft unterstützen möchten. Überhaupt, diese dämlichen Schals: ich halte es schon für etwas übertrieben dass diese vom Ordnungsdienst reihenweise beschlagnahmt wurden, aber andererseits finde ich es auch über alle Maßen traurig wie beliebt diese kindischen Dinger plötzlich sind. Eines fairen Publikums (für das Bremen mal berühmt war) ist sowas unwürdig und außerdem hat Werder Bremen zur Zeit wirklich andere Probleme als so viel Zeit, Energie, Geld und Aufmerksamkeit an den Rivalen aus Hamburg zu verschwenden.

Ich möchte nochmal auf das Dortmund-Spiel zurück kommen. Um mal eine uralte Phrase zu dreschen: es war nicht alles schlecht. Ja, man muss ziemlich lange suchen, aber ich habe zwei Dinge gefunden, die man auch positiv erwähnen kann. Zum einen erreichte Werder Bremen in diesem Spiel eine Passquote von 73,30% (302 erfolgreiche Pässe, 110 Fehlpässe). Das ist der viertbeste Wert aller bisher in dieser Saison absolvierten Bundesligaspiele und um satte 15,48 Prozentpunkte besser als bei der 1:3-Niederlage in Augsburg eine Woche zuvor. Hier läßt sich als eine positive Tendenz erkennen. Zum zweiten hatten die Bremer Spieler ja angekündigt, "bis zum Kotzen" laufen zu wollen. Wenigstens einer der Werderaner hat das auch in die Tat umgesetzt: Eljero Elia war am Samstag mit durchschnittlich 8,44 km/h unterwegs, das ist bei Werder neuer Saisonrekord (mehr Statistiken rund zu Werders Laufleistungen findet Ihr hier). Das sind vielelleicht nur kleine Lichtblicke, aber immerhin etwas. Und es ist mir tausendmal wichtiger als ständig zum Ausdruck bringen zu müssen, wie doof ich den HSV finde.

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Freitag, 07 Februar 2014 10:51

Zwei weitere Jahre der Scham

geschrieben von

gws leerDas Leben als Werder Bremen-Fan ist zur Zeit nicht einfach und kaum vergnügungssteuerpflichtig. Die sportliche Situation ist alles andere als rosig, der SV Werder steckt mitten im Absteigskampf. Tief graben sich die Sorgenfalten ins Gesicht des Bremer Publikums, der Gedanke an zukünftige Auswärtsfahrten nach Sandhausen, Paderborn oder Ingolstadt raubt den grün-weißen Anhängern an der Weser den Schlaf. Lange vorbei ist die Zeit, als der SVW noch mit begeisternden Offensivfußball die Zuschauer begeisterte, als man Stammgast in den edelsten Arenen Europas war und als man sich mit der roten Konkurrenz aus München noch auf Augenhöhe duellierte. Werder Bremen wurde damals selbst von Nicht-Fans im höchsten Maße respektiert und bewundert, kein anderer deutscher Fußballklub konnte unter jenen Fußballinteressierten, die sich nicht direkt als Werder-Fans bezechneten, so viele Sympathien auf sich vereinen.

Dieses hochsympathische Image hatte der SV Werder Bremen jedoch nicht nur aus sportlichen Gründen. Werder Bremen stand auch mal für Integrität, Nachhaltigkeit, Engagement und Seriosität. Spätestens seit heute ist dieses Image aber auch zum Teufel, denn heute wurde bekannt dass der hochgradig umstrittene und zu Recht äußerst scharf kritisierte Sponsoring-Vertrag mit der PHW-Gruppe, der eigentlich am Ende der aktuellen Saison ausgelaufen wäre, um zwei weitere Jahre verlängert wurde. Das bedeutet dass die Werder-Profis bis zum 30. Juni 2016 weiterhin mit dem unbeliebtem "Wiesenhof"-Logo auf der Brust herumlaufen werden.

Über Wiesenhof habe ich hier an dieser Stelle schon jede Menge geschrieben. Man braucht nur den entsprechenden Wikipedia-Artikel aufrufen um eine grobe Zusammenfassung präsentiert zu bekommen, warum diese Firma zu einem Klub wie Werder Bremen ungefähr so gut passt wie ein Hello Kitty-Kostüm zu Lord Vader. Neben den recht umfangreichen Absätzen, die sich um massive Verstöße gegen Umwelt- und Tierschutzvorschriften drehen, tauchen dabei auch Themen auf wie Arbeiterausbeutung, Lohndumping, katastrophale Arbeitsbedingungen, durch Betrug erschlichene EU-Subventionen in Millionenhöhe sowie Einschüchterungen und Bedrohungen von kritischen Mitarbeitern und Pressevertretern. Die Personalpraktiken bei Wiesenhof, die wirklich nur noch als unmenschlich bezeichnet werden können, werden in diesem kurzen Absatz aus oben erwähnten Wikipedia-Artikel recht deutlich:

Im Juli 2007 berichtete das ZDF-Magazin "Frontal21" über sehr schlechte Arbeitsbedingungen und Löhne bei Wiesenhof von polnischen Gastarbeitern, die nur 3,50 € pro Stunde verdient haben sollen. Die PHW-Gruppe verwies in einer Stellungnahme darauf, dass alle Beschäftigungsverhältnisse ordnungsgemäß und regelmäßig von den verantwortlichen Behörden ohne Beanstandung geprüft werden und dass entgegen den Aussagen des Berichts die Bruttolöhne für die angesprochenen Arbeiter zwischen fünf und sechs Euro lägen; hinzu käme noch freie Logis, was im Beitrag vorenthalten worden war. Diese Vorwürfe wurden ebenfalls in der im August 2011 ausgestrahlten ARD-exclusiv Reportage "Das System Wiesenhof" erhoben. Hier wurde anhand eines Betriebes jedoch deutlich gezeigt, dass Kost und Logis nicht frei waren − für einen einfachen Schlafplatz in einem Vierbettzimmer einer alten Kaserne musste ein Arbeiter 4 Euro pro Tag bezahlen. Andere Mitarbeiter bestätigten dies und sprachen von einer Monatsmiete von 120 bis sogar 150 € bei einer Vergütung von 5,50 € pro Stunde.

Im Juni 2013 flog ein komplexes Geflecht an schnell wechselnden Werkvertragsnehmern und Zeitarbeitsfirmen im Umfeld des PHW-Unternehmens Geestland in Wildeshausen auf, das Spätaussiedler sowie ausländische Arbeitskräfte aus Rumänien, Bulgarien und Vietnam zu sehr ungünstigen Konditionen (Dreimonatsverträge, € 0,23 Lohn pro zerlegter Pute) beschäftigte. Auswärtige Arbeiter wurden in Massenunterkünften (bis zu 15 Betten pro Zimmer) einquartiert. Unerwünschte Mitwisser wurden offenbar massiv eingeschüchtert.

 

Für dieses Unternehmen macht Werder Bremen nun also Reklame. Und nicht nur Werder Bremen, sondern auch alle Fans, die mit dem Wiesenhof-Logo auf der Brust durch die Welt laufen. Habe ich ein übertriebenes Gerechtigkeitsempfinden, weil ich diese Tatsache schlicht zum kotzen finde? Ich denke nicht, denn mittlerweile habe ich mitbekommen dass zahlreiche weitere Werder-Fans ebenso denken. Ein Anhänger hat sich in einem bewegenden und äußerst lesenswerten offenen Brief (zu lesen hier) an Vereinspräsident Klaus-Dieter Fischer gewandt und seinen Austritt aus dem Verein erklärt. Es würde mich nicht überraschen, wenn das nicht der letzte Wiesenhof-bezogene Vereinsaustritt wäre.

Werder Bremen hat die Proteste gegen Wiesenhof in den letzten zwei Saisons durchaus mitbekommen und weiß, wie stark umstritten und höchst unbeliebt dieser Sponsor unter den Fans ist. Es stellt sich die Frage, warum es nun trotzdem zu einer Verlängerung dieses beschämenden Vertrages gekommen ist. Wie mittlerweile allgemein bekannt sein dürfte, sucht sich der SV Werder Bremen seine Sponsoren nicht selbst aus, das macht das internationale Sportmarketingunternehmen "Infront Sports & Media". Hat Infront nun also den Vertrag mit Wiesenhof auf Drängen der Werder-Geschäftsleitung hin verlängert oder ist die Verlängerung Werder Bremen durch Infront erneut aufs Auge gedrückt worden? Werder Bremen ist vertraglich dazu verpflichtet alle Sponsoren zu akzeptieren, die Infront für den SVW aussucht. Tut Werder Bremen das nicht, stehen sie nicht nur ohne Sponsor da, sondern haben auch noch eine Klage wegen Vertragbruches am Hals. Auch diese Art der "Vertragspartnerschaft", die nach aktuellem Stand noch bis zum 30. Juni 2019 Bestand haben wird, ist zumindest stark fragwürdig.

Ich sehe die Integrität des SV Werder Bremen durch diese Sponsoring-Partnerschaft massiv erschüttert. Als im Spätsommer 2012 Proteste gegen Wiesenhof aufflammten leistete die Geschäftsführung des Vereins das öffentliche Versprechen, Wiesenhof genau im Auge behalten und bei eventuellem Fehlverhalten die Partnerschaft "neu überdenken" zu wollen. Dieses Versprechen wurde bisher nicht eingelöst, denn seit dem sind zahlreiche neue Skandale rund um Wiesenhof ans Licht gekommen. So hart und traurig es klingen mag, aber an dieser Stelle hat Werder Bremen schlicht gelogen. Einen sehr faden Beigeschmack hatte auch Wiesenhofs Versprechen, jeder Fan könne sich gerne vor Ort von den Wiesenhof-Betrieben selbst ein Bild machen. Kurze Zeit später gab es auch eine Besichtigung eines Produktionshofes, was aber eher in die Kategorie "medienwirksame Propaganda" fällt. Es liegen zahlreiche Berichte vor von Fans, die eben dieses Angebot in Anspruch nehmen wollten, die aber entweder gar keine Antwort bekamen (unter anderem ich selber) oder harsch abgewiesen worden. Auch an diesem Punkt wurde die Öffentlichkeit also dreist belogen.

Die Partnerschaft mit der PHW-Gruppe und das Werben für Wiesenhof ist eine Schande für Werder Bremen, kein Millimeter weniger! Es ist leider nicht bekannt ob Werder Bremen aus eigenen Antrieb so handelte oder aufgrund des vertraglichen Zwanges gegenüber Infront. Ich kann nur jedem Fan dringend dazu auffordern: kauft keine Wiesenhof-Produkte und lasst die Finger vom Werder-Trikot, solange es durch diesen Schandfleck namens Wiesenhof korrumpiert wird!

 

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Dienstag, 04 Februar 2014 10:41

41.975

geschrieben von

gws leerAm heutigen Dienstag, den 4. Februar 2014, ist es exakt 41.975 Tage her, seit eine Gruppe 16-jähriger Bremer beim Tauziehen einen Fußball gewann und beschlossen, den "Fußball-Verein Werder von 1899" zu gründen. In diesen 115 Jahren ist am Osterdeich eine Menge passiert. In den ersten 20 Jahren durften nur Männer mit hohem Schulabschluss dem Verein beitreten. Im Dritten Reich war Werder Bremen ein Vorzeigeklub des Regimes, der von Vereinsführer Willy Stöver voll und ganz in den Dienst des Nationalsozialismus und des Wehrsportgedankens gestellt wurde. Das mögen die Antifa-Fahnenträger in der Ostkurve sicher nicht gerne hören, entspricht aber leider den Tatsachen. Nach dem Krieg wurde der Verein wie alle anderen Vereine in Deutschland verboten und musste den Spielbetrieb für kurze Zeit einstellen. Später wurde Werder Bremen Gründungsmitlgied der Bundesliga, seit dem gehörte der Klub nur in der Saison 1980/1981 nicht der höchsten deutschen Spielklasse an. Doch dieser Ausflug in die 2. Liga bescherte Werder auch einen Rekord, denn der SVW schaffte es als erster deutscher Klub sich als Neuaufsteiger für den Europapokal zu qualifizieren. Dort gab es dann die unvergesslichen "Wunder von der Weser", beispielsweise die packenden Rückspiel-Aufholjagden gegen Spartak Moskau, dem Berliner FC Dynamo oder Olympique Lyon. Den jüngeren Lesern dürfte vor allem die Ära mit Trainer Thomas Schaaf in Erinnerung sein: Werder Bremen wurde Deutscher Meister, Pokalsieger und Stammgast in den Stadien Europas.

Von diesen ruhmreichen Tagen, als man noch auf Augenhöhe mit dem FC Bayern München (a.k.a. der Lord Vader der Bundesliga) spielte, ist heute nicht mehr viel übrig. Die nüchternen Zahlen: nur drei Punkte Vorsprung auf die Absteigszone, bei ungünstiger Konstellation sind auch die nächste Woche schon futsch. Auf dem Konto die drittschlechteste Tordifferenz aller deutschen Erst-, Zweit- und Drittligisten, die schlechteste seit 39 Jahren. In Augsburg konnte eine vom Gegner geschenkte Führung nicht in Punkte umgemünzt werden, zudem verlor man Santiago García per Ampelkarte. Überhaupt, García: wer bereits verwarnt worden ist darf sich eine solche Aktion nicht erlauben. Unabhängig von der peinlichen Schauspieleinlage des Gegenspielers darf García erstens einen solchen Einstieg nicht bringen, denn um wegen gefährlichem Spiel verwant zu werden ist es laut Regelwerk völlig unerheblich ob García den Gegner dabei berührt hat oder nicht. Er nahm eine Verletzung des Gegenspielers billigend in Kauf, daher gab es völlig zu Recht die gelbe Karte, blöderweise bereits seine Zweite in diesem Spiel. Und dass er zweitens für sein Verhalten unmittelbar danach nur ein zusätzliches Spiel gesperrt wird (also insgesamt zwei Spiele zuschauen muss) und 5.000 Euro Geldstrafe bekam, damit ist García als Wiederholungstäter noch sehr glimpflich davongekommen. Das sahen sowohl Spieler als auch Verein vermutlich ganz ähnlich, weshalb sie das Urteil des DFB-Sportgerichtes (nachzulesen hier) auch widerstandslos akzeptierten.

Diese García-Geschichte schlug unter den Fans recht hohe Wellen und der größte Teil dessen, was ich in den diversen Foren, Blogs und (a)sozialen Medien zu lesen bekam, löste in mir eher großes Unverständnis aus. Es ist für mich sehr erstaunlich dass die Fans sehr viel mehr Energie darin investieren auf den Schiedsrichter heumzuhaken als auf die katastrophale Leistung der eigenen Mannschaft. Dafür platze Robin Dutt nun anscheinend der Kragen. In diversen Interviews (zum Spielspiel hier in der Kreiszeitung Syke) gab der Trainer an, er hätte in Augsburg die "Wettbewerbsmentalität" vermisst, die er jedoch als eine "Grundtugend" erachte, deren Fehlen er der Mannschaft keine Minute lang durchgehen lassen würde. Es würde ihn auch nicht interessieren warum ein Spieler seine Vorgaben nicht umsetzen würde. Er habe 21 Möglcihkeiten um durchzuwechseln, in dieser Woche gäbe es keine Reservisten und keine Stammspieler mehr, die gäbe es erst wieder am Samstag. Mentalität gehe ihm vor Qualität, ließ er wissen.

Grundsätzlich halte ich es für richtig und wichtig, die Mentalitätsfrage zu stellen, jedoch kommt mir bei Robin Dutt hier die Selbstkritik deutlich zu kurz. Es ist das eine, der Mannschaft öffentlich die zweifellos mangelhafte Wettbewerbsmentalität vorzuwerfen und eine deutliche Steigerung zu verlangen, aber ebenso öffentlich zu reflektieren ob es vielleicht nicht gelungen ist, die eigenen taktischen und spielerischen Vorgaben deutlich und verständlich genug vermittelt zu haben und ob diese Vorgaben überhaupt die Richtigen waren, dass ist wieder etwas ganz anderes. Damit will ich keineswegs eine Trainerdiskussion anregen, denn nachdem es in dem erfolgreichen Jahrzehnt unter Thomas Schaaf anscheinend völlig versäumt worden ist diesen Erfolg sowohl sportlich als auch finanziell auf nachhaltig solide Beine zu stellen, würde ein erneuter Trainerwechsel an der aktuellen Misere wohl nur wenig bis gar nichts ausrichten.

Werder Bremen existiert heute seit exakt 41.975 Tagen, das ist fast genau auch die Zahl an Fans, die bei jedem Heimspiel das Weserstadion füllen. Robin Dutt sagte, er würde jeden Tag kämpfen und er verlange von allen anderen auich, dass sie jeden Tag kämpfen würden, sonst würden die Fans wegbleiben. Im Training scheint wohl wieder ordentlich Dampf drin zu sein, zumindest laut einem Bericht der Kreiszeitung Syke (nachzulesen hier). Wenn dieses Feuer am lodern gehalten wird und sich nicht nur ein weiteres Mal als Streichholz im Orkan erweist, dann besteht durchaus Grund zur Hoffnung dass die Mission "Klassenerhalt" erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Lieber SV Werder Bremen, alles Gute zum 41.975-tägigem beziehungsweise 115-jährigen Jubiläum. Mach Dir das Wiedererlangen der richtigen Mentalität selbst zum Geschenk. Europa mag zur Zeit in weiter Ferne sein, die Herzen Deiner Fans sind dafür umso näher.

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BTSV 4Borussia zu Gast beim Aufsteiger, dem Traditionsverein und Deutschen Meister von 1967, Eintracht Braunschweig. Dies bedeutete zugleich einen neuen Stadionpunkt für mich, hatte ich doch das denkwürdige 1:2-Erstrundenaus im DFB-Pokal der Saison 2005/06 an gleicher Stelle - inklusive des Stromausfalls - verpasst. Nun wartete es also, das gegenwärtig wohl nostalgischste Stadion der Ersten Bundesliga, das Eintracht-Stadion. Eröffnet wurde es schon im Jahr 1923, wurde seither aber einige Male umgebaut und renoviert. 23.325 Zuschauer passen offiziell in das Oval und selbstverständlich war das Stadion bis auf den letzten Platz ausverkauft, als das Flutlicht zum Anpfiff des 19. Spieltages eingeschaltet wurde.

BTSV IIDer erste Eindruck vor Ort am Stadion transportierte angesichts der Plattenbauten rund um das Eintracht-Stadion direkt das Bewusstsein, dass die Grenze zur ehemaligen DDR von hier nicht mehr allzu weit entfernt ist. Auf dem Gästeparkplatz ließ die Eintracht zunächst eine Vorkontrolle für die Gästefans einrichten, durch welche wir Schlachtenbummler in kleineren Gruppen zur eigentlichen Eingangskontrolle geschleust wurden. Mit dieser Doppelkontrolle sollte einerseits ein zu starker Andrang an den Eingangstoren als auch ein möglicher Blocksturm verhindert werden. Rund 30 Ordner waren hier für den reibungslosen Ablauf zuständig.

Etwas gewöhnungsbedürftig war dann jedoch das kulinarische Angebot im Gästebereich. Das Engagement eines lokal ansässigen Automobilkonzerns schlug sich sodann auch in der offiziellen Bezeichnung der Braunschweiger Currywurst nieder. Damit kam diese schon einmal nicht als Mittel gegen den leeren Magen in Betracht. Zur Wahl stand nun noch eine „Spezialwurst“, dessen Besonderheit sich in einer Extraschärfe entfaltete. BTSV 1Schnell sollte sich auch herausstellen, dass es einen Unterschied zwischen der Bestellung „Currywurst mit Pommes“ und „Multiplatte“ geben sollte. Bei der ersten Bestellvariante gab es zwei kleine Schälchen, was sich beim Essen für manchen als nicht hundertprozentig vorteilhaft erweisen sollte. Bei der „Multiplatte“ wiederum gab es - wie es der Name schon suggeriert - eine multiple Platte mit Currywurst und Pommes in einer Schale. Nach den Irrungen und Wirrungen der Nahrungsaufnahme sollte fortan jedoch das Spiel im Mittelpunkt stehen.

Das Eintracht-Stadion, noch mit dem Charme einer Laufbahn um das Spielfeld und guten alten Flutlichtmasten in den Ecken ausgestattet, versprühte eine ganz besondere Atmosphäre, wie sie sich in den heutigen zwar komfortablen, aber doch meist sterilen Arenen der Bundesliga kaum noch entwickeln kann. Die Heim-Fans auf der Südkurve begrüßten beide Mannschaften beim Einlauf mit einer kleinen Choreo bestehend aus einem Konterfei von Konrad Koch, einem der Initiatoren des Fußballspiels in Deutschland im 19. Jahrhundert. Dazu mahnten die Braunschweiger Supporter darunter mit zwei Bannern: BTSV 3„Konrad Koch hat es als erster erkannt, Fußball ist weltoffen und tolerant!“ Ein weiteres Transparent forderte die Blau-Gelben dazu auf: „Dortmund vernaschen“. Apropos vernaschen: Ein Lied des BTSV blieb mir als Freund saftigen Fleisches und einer norddeutschen Automarke kurz vor dem Anstoß doch sehr nachhaltig in Erinnerung, heißt es dort doch in sehr bemerkenswerter Weise: „Die Wurst in meinem Kühlschrank, die hält nur ein paar Tage. Mein guter alter Golf fährt höchstens noch zwei Jahre. [...]Zum Glück gibt‘s noch immer Eintracht Braunschweig“.

Der schwarzgelbe Support im Gästeblock musste wiederum zunächst noch ohne die Ultra-Gruppierung „The Unity“ auskommen, deren Mitglieder erst verspätet nach rund 20 Minuten im Gästeblock eintrafen, aber dann alsbald das optische und akustische Bild auf der Nordkurve (und das Wort nehme ich als Dortmunder nur äußerst ungerne in den Mund) abrundeten. Vor den Stadiontoren verbrachten einige Stadionverbotler, an die auch im Block mittels der einschlägigen Parolen gedacht wurde, die 90 Minuten.

Unterm Strich war der Ausflug nach Braunschweig unter fankulturellen Aspekten ein voller Erfolg. Ein Stadion wie dieses sucht heutzutage sicherlich seinesgleichen.

 

Montag, 27 Januar 2014 10:43

Weniger Micoud und mehr Borowka

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gws leerOkay, ein 0:0-Unentschieden gegen den Tabellenletzten zum Rückrundenauftakt ist jetzt eher so... Meh. Man hätte sich mehr erhofft. Lese ich zumindest überall. Und überhaupt, eigentlich hat Werder ja auch mit 1:0 gewonnen, wäre Elias Treffer nicht durch Schiri Brych die Anerkennung verweigert worden. Daraus folgt, moralischer Sieger SVW? Für moralische Siege kann man sich nichts kaufen, wer's nicht glaubt kann ja mal in Gelsenkirchen nachfragen. Aber war denn tatsächlich mehr zu erwarten? War es wirklich verhältnismäßig, von einem SVW in seiner aktuellen Verfassung einen Sieg zu "fordern", nur weil der Gegner derzeit am Tabellenende steht? Im Trainingslager unter der Sonne Andalusiens wurde in zwei Spielen nur ein Punkt geholt und kein einziges Tor geschossen, und das gegen zwei Gegner die Werder zu seinen goldenen Zeiten auf der linken Arschbacke sitzend vom Platz gejagt hätte. (Mist, ich hatte mir eigentlich vorgenommen nicht mehr in der glorreichen Vergangenheit zu schwelgen. Das müssen wir uns echt abgewöhnen Leute, denn das verzerrt den Blick auf die Realität.) In der Realität ist Werder nur vier Punkte von der Abstiegszone entfernt. Dieser Vorsprung kann weg sein, noch ehe der an diesem Wochenende in Bremen gefallene Schnee weggeschmolzen ist. Abstiegskampf, das ist die Realität. Und es gehört zur Natur der Sache dass man gegen eine Mannschaft, die ebenfalls im Abstiegskampf steckt, eben nur mal ein Unentschieden einfährt.

Die verehrten Kollegen von hamburg-ist-gruen-weiss.de, deren Arbeit ich sehr schätze, schreiben in ihren aktuellen Blog (zu lesen hier) dass sie bei Werders Auftritt gegen Braunschweig die Leichtigkeit vermisst haben. Die habe ich auch vermisst, aber nicht erst seit Sonntag. Die ehemals Werder-typische Leichtigkeit sah ich zum letzten Mal, als der SVW noch in Kappa-Trikots über den Rasen des Weserstadions lief. Und wenn wir mal ehrlich sind, so hat Abstiegskampf ja auch nicht wirklich viel mit Leichtigkeit zu tun. Abstiegskampf ist dreckig, ekelhaft und in etwa so schön anzuschauen wie unsympathische Schlagersänger in gefakten Dschungeln. Im Kampf gegen die Rückstufung in Liga 2 wird gemauert und um jeden einzelnen Punkt gefightet, hier sind Defensivspezialisten gefordert (im Werder-Jargon: weniger Micoud, mehr Borowka). Aus dieser Sicht kann man das Braunschweig-Spiel sogar als Erfolg verbuchen, denn eigentlich sollte man als Werder-Fan über jedes Spiel heilfroh sein, in dem die Bremer kein Gegentor kassieren. Ich weiß, Defensivfußball ist ungefähr so beliebt wie als Linke-Politikerin zu Markus Lanz in die Talkshow zu gehen, vor allem hier in Bremen, aber ich sehe darin den meisten Chancen für den Klassenerhalt. "Die Null muss stehen" sagte schon Huub Stevens und damit hat er recht: solange der eigene Kasten sauber bleibt, ist ein Punkt schon mal sicher. Und im Abstiegskampf ist jeder einzelne Punkt verdammt wertvoll. Ist nicht schön anzuschauen, stimmt, aber Werder gegen Sandhausen oder Paderborn spielen zu sehen ist sicherlich noch weniger wünschenswert.

Aus diesem Grund ist mir ein 0:0 gegen Braunschweig mit einer stabilen Abwehr tausendmal lieber als Möchtegern-Hurra-Offensivfußball, der Werder in der Vergangenheit sicherlich nicht nur Unmengen an Punkten, sondern vermutlich auch den einen oder anderen Titel gekostet hat. Viel zu viele dumme und unnötige Gegentore fing man sich mit dieser Ausrichtung ein, je früher man sich davon verabschiedet desto besser. Dass das Braunschweig-Spiel häßlich anzusehen war meint auch der hochgeschätzte Kollege Burning Bush aus Berlin, der in der aktuellen Ausgabe seines Blogs #werder2013 (zu lesen hier) "Ich bin ein Werder-Fan, holt mich hier raus" beispielsweise schreibt, er hätte einen Kopfball von Gebre Selassie gerne als animiertes gif-File "für schlechte Tage". Sicher auch eine Art und Weise, wie die Mannschaft für Unterhaltung sorgen kann, wenn auch keine sehr Wünschenswerte. Ferner schlägt er vor, dass wir den gefühlten Rückrundenstart dann einfach auf nächste Woche und nach Augsburg verschieben, den Punkt gegen Braunschweig aber dennoch behalten. Der Aussage schließe ich mich einfach mal an.

Sowohl die Kollegen aus Hamburg als auch aus Berlin bemängeln zusammen mit der absoluten Mehrheit der Werder-Fans die Leistung von Schiedsrichter Brych. Da ich selber vor einigen Jahren als Schiedsrichter aktiv war (an dieser Stelle schöne Grüße an die SR-Abteilung der SpVgg Unterhaching, deren Mitglied ich damals war) ist mir das öffentliche bzw. mediale Anprangern der Unparteiischen jedes Mal aufs neue ein völliges Greuel. Sicher, Sportsfreund Brych bzw. seine Assistenten sahen beim vermeintlichen Abseitstor von Elia nicht wirklich gut aus, aber im völligen Gegensatz zu uns verwöhnten Social Media-Klugscheissern, die bereits einen Screenshot der strittigen Szene in Umlauf bringen und dabei jeden Pixel einzeln analysieren noch bevor das Spiel abgepfiffen ist, stehen Brych und seinen Kollegen keinerlei technische Hilfsmittel zur Verfügung. Brych ist ein Mensch und Menschen machen Fehler. Jetzt kann man natürlich wieder die endlose Profischiedsrichter-/Chip im Ball-/sonstige-technische-Hilfmittel-Debatte aufwärmen, von mir aus auch eine Diskussion wo die Grenze zwischen sachlicher Kritik, Mobbing und Shitstorm liegt. Ich persönlich halte es da etwas einfacher: wer um's Verrecken nicht damit leben kann dass während eines Spiels menschliche Fehler passieren, der hat sich mit Fußball schlicht die falsche Sportart ausgesucht. Nebenbei: Brych ist garantiert nicht schuld daran dass Werder Bremen gegen Eintracht Braunschweig "nur" einen Punkt geholt hat. Das haben die grün-weißen Jungs ganz alleine selbst zu verantworten (inklusive Elia, der sich "betrogen" fühlt).

Nächstes Wochenende fahren die Bremer nach Augsburg. Ich wäre völlig zufrieden, wenn dann hinten wieder eine Null steht.

 

P.S.: Während der Korrekturlesung dieses Textes habe ich erschrocken festgestellt, dass ich das Wort "Abstiegskampf" ausnahmslos jedes Mal falsch geschrieben habe. Da kann man mal sehen wie extrem sich mein Hirn dagegen sträubt, Werder Bremen in Liga zwo zu sehen.