Do29Jun2017

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Freud und Leid liegen nah beieinander. Beim Ruhmreichen gab es in den letzten 114 Jahren viele Höhen und Tiefen – heute, am 114ten Geburtstag der Liebe meines Lebens stehen wir wieder mal an einem Punkt, der definitiv nicht zu den glorreichen Momenten seines Daseins zählt… Der 8. Abstieg steht unmittelbar bevor und einem Großteil der aktuellen Mannschaft scheint das scheißegal zu sein. Sogenannte Führungsspieler bringen mit öffentlichen Aussagen wie „die Mannschaft ist nicht bundesligatauglich“ noch mehr Unruhe in das sowieso schon angespannte Verhältnis untereinander. Der Druck steigt und ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Teamspirit mehr und mehr verloren geht. Das spiegelt sich auch auf dem Platz wider. Wo bleiben Kampf und Siegeswille? In Mainz hatte ich den Eindruck, dass sich die Jungs am liebsten auf den Rasen gelegt und sich ausgeruht hätten und die Mainzer einfach mal machen lassen wollten… Hingelegt haben sie sich zwar nicht aber „gearbeitet“ auch nicht wirklich. Dabei hat man doch extra Gertjan Verbeek entlassen, um mit Roger Prinzen doch noch den Klassenerhalt zu schaffen… Der Trainerwechsel hat sich auf jeden Fall total gelohnt…NICHT!!! Normalerweise bin ich bei Abstiegen des FCN todtraurig, doch dieses Mal bin ich einfach nur enttäuscht und wütend. Ja, ja, rein rechnerisch blablabla… Ganz bestimmt holen wir am kommenden Samstag 3 Punkte auf Schalke… Ach, da fällt mir grad noch eine grandiose Aussage eines sogenannten Führungsspielers ein: „Die Bayern müssen am Samstag Charakter zeigen“ oder so etwas Ähnliches ließ ein gewisser Torwart vergangene Woche verlauten. Hm, Bayern hat gegen den HSV 4:1 gewonnen… auch Augsburg hat „Charakter gezeigt“ und gegen Braunschweig gewonnen. Nun frage ich mich, warum denn andere Mannschaften „Charakter beweisen“ sollen, während unsere Mannen sich einscheißen? Muss ich als Führungsspieler nicht mein Team einschwören, alles zu geben und bis zum bitteren Ende zu kämpfen??? Darf ich als Führungsspieler so schlecht über meine Kameraden sprechen und mich darauf verlassen, dass andere Vereine uns Schützenhilfe leisten? Eben diese Schützenhilfe wurde sogar geleistet und das nicht nur einmal in der laufenden Saison… und was macht der Glubb? Nichts – einfach gar nichts. Wieder einmal mutieren wir zum Gespött der Liga. Ich hab die Schnauze echt gestrichen voll! Von Mobbing und zu harten Trainingseinheiten war die Rede – daher die letzte Trainerentlassung. Da frage ich mich ernsthaft, warum man denn nicht früher reagiert hat? Ein Martin Bader betont, dass er ganz nah an der Mannschaft dran ist – warum merkt er denn dann nicht, dass es seinen Jungs schlecht geht und warum ändert er denn nicht früher etwas an der Situation, wenn es denn stimmen sollte??? Warum stehen die ach so erfahrenen Führungsspieler nicht auf und reißen ihr Maul auf? Könnte es vielleicht daran liegen, dass eben diese Spieler den ganzen Ärger fabrizieren und Unmut ins Team bringen? Unter Michael Wiesinger schien es ja ähnlich gelaufen zu sein… Warum hat denn am Valznerweiher keiner den Arsch in der Hose und schmeißt die Unruhestifter raus??? Privat mögen die Herren ja durchaus feine Kerle sein aber für den Verein sind sie scheinbar Gift. Und falls es irgendjemand vergessen haben sollte – DER FCN DAS SIND NUR WIR!!! Wir Idioten sind diejenigen, die dann eben nächste Saison zu diesem scheiß Brausekonstrukt, welches gestern aufgestiegen ist, fahren werden. Wir sind es, die zu den unmöglichsten Anstoßzeiten dennoch unsere große Liebe unterstützen und live dabei sein werden. Womit wird uns unsere Liebe gedankt? Mal wieder mit einem riesengroßen Tritt in den Arsch. Recht herzlichen Dank auch…
Während ich diese Zeilen hier schreibe, führt die Westvorstadt mit 2:0 in Cottbus… das Unaussprechliche könnte also tatsächlich zur Realität werden… ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.
Wo sind die Spieler, die sich noch wirklich mit ihrem Verein identifizieren? Wo sind die Spieler, die den Glubb im Herzen tragen und dies auch an ihre Kameraden transportieren? Weiß eigentlich irgendjemand der aktuellen Mannschaft, was sie uns da antun? Es kann durchaus sein, dass ich wieder Anschiss vom Verein wegen meiner kritischen Haltung bekomme – aber ganz ehrlich; das ist mir sowas von scheißegal! Wer mir etwas zu sagen hat, kann dies gerne persönlich tun, statt einen „Adjutanten“ vorzuschicken…
Mir ist auch durchaus bewusst, dass diese Zeilen mal wieder extrem polemisch und womöglich auch leicht verwirrend sind aber ich bin einfach stinksauer und lass Dampf ab. Dafür ist mein Blog ja auch gedacht. Ich habe nicht vor, einen Preis oder sonstiges zu gewinnen und Journalistin bin ich ebenfalls nicht.
Es tut mir in der Seele weh, was da momentan am Valznerweiher vor sich geht und es ist verdammt traurig, dass dem wohl kein Einhalt geboten wird. Sang- und klanglos verabschieden wir uns in die 2. Liga… Woche für Woche konnte man die peinlichen Durchhalteparolen der Spieler auf Facebook etc. lesen - Taten ließen sie allerdings keine folgen. Im Gegenteil – man hatte das Gefühl, dass die Jungs auf dem Platz einfach keinen Bock mehr hatten bzw. haben.

  Mike Frantz gibt sogar uns Fans die Schuld an der Misere...ich fall echt vom Glauben ab...

Lassen wir uns auf Schalke auch nochmal so richtig abschießen – ist ja eh schon wurscht…
Vielleicht sollten wir einfach mal von Beginn an mit den hungrigen Amateuren spielen und vor allem – bitte lasst die sogenannten Führungsspieler draußen!

114 Jahre 1. Fußballclub Nürnberg – lieber Glubb, zu deinem Geburtstag hätte ich dir und uns gewünscht, dass wir das Image des Chaosglubbs endlich mal hinter uns gelassen hätten aber ich befürchte, das ganz große Chaos beginnt jetzt erst richtig…
Weil ich ja Masochistin aus Leidenschaft bin, werde ich selbstverständlich auch am Samstag nach Gelsenkirchen fahren und mir ansehen, was unsere Jungs fabrizieren. Im Kopf habe ich bereits mit der 1. Liga abgeschlossen und an Wunder glaube ich nicht wirklich. Sollte ich dennoch eines Besseren belehrt werden, wäre das natürlich traumhaft aber der Glubb ist nun mal der Glubb…
In diesem Sinne, alles Gute zum Geburtstag, 9maliger Deutscher Meister und ultimativer Chaosglubb. Du bist und bleibst die Liebe meines Lebens aber ich hab langsam keine Lust mehr auf diesen Scheiß! Werd erwachsen und tu, was getan werden muss!

An dieser Stelle gratuliere ich auch noch den Franken Adlern, die eine großartige Feier zu ihrem 35 jährigen Bestehen auf die Beine gestellt haben. Es war trotz des beschissenen Spiels und Wetters ein toller Abend mit guten Freunden aus Nah und Fern. Die Jungs aus Liverpool sind schon Teil unserer „Familie“ geworden und ich freue mich immer wieder aufs Neue, wenn wir uns treffen. In diesem Sinne: EFC and FCN!

Sonntag, 04 Mai 2014 15:40

Ganz ehrlich...

geschrieben von

Freiburg Verfassung

...mich machen gekünstelte Konstrukte à la Red Bull Leipzig, Hoppenheim, oder Paderborn und Co krank. Nicht weil Innovation und Fortschritt die Prämissen des alltäglichen neoliberalen Paradigmas sind, nicht weil ich etwas gegen den Fortschrittsgedanken habe, sondern weil Tradition mit Füssen getreten wird.

Wo sich dazumal Typen im Hinterzimmer der lokal verruchten Eckkneipe, meist studentisch geprägt, getroffen haben um bei einem gepflegten Bierchen einen Klub voller Leidenschaft zu gründen, sind es heutzutage glatt geputzte Konglomerate des puren Kommerz, deren einzige Absicht die Gewinnmaximierung ist. Kaum noch eine Spur von ehrlicher, selbstbestimmter und selbstgefundener Grundliebe.

Ganz ehrlich: Wenn 40.000 in Leipzig in eine der von oberster Stelle geplante Volksbelustigungsschüssel strömen ist das kein Zufall, sondern gesteuert. Dabei ist es mir auch völlig egal ob Tradition "aufgefrischt" werden, oder eine neue künstlich begründet werden soll.

Mein Verein hat sich im Mai 1904 gegründet, ich war ehrlich nicht dabei, habe aber genug Geschichte studiert um mir ganz ehrlich sicher zu sein für welchen Fußballverein ich mich entschieden habe. Dazu kommt ein Erbe, eine weitergegebene Tradition, die so nachvollzieh-, wie weiterlebbar ist. Diese möchte ich gern pflegen. Kein Lust, dass meine Nachkömmlinge einmal sagen zu müssen: Meine Leidenschaft ist zentral mit dem Engagement von marktorientierten Einzelpersonen-, und Unternehmen gewachsen. Keine Lust mit blutleeren Gründungsstories aufzuwarten um Punkte zu sammeln. Keine Lust auf Ignoranten, die da meinen den Fußball gäbe es erst seit 120 Jahren, Tradition wäre hinfällig und kein Grund auf Geburtstage wert zu legen.

Den kollektiven Ballsport gibt es seit mindestens 5000 Jahren und er vereint seit jeher Teamgeist und lokale Traditionen. In Freiburg gibt es eine Fußballgeschichte, in Leipzig und andernorts in ganz Deutschland auch. Diese zumindest zu respektieren wäre ein Ansatz. Die Gründungsväter unserer mittlerweile modernen Vereine haben sich das sicherlich auf die Fahne geschrieben. Den heutigen Gründern ist der Flaggengeist abhanden gekommen, zumindest mit Blick auf die eigene Chronik. Siehe u.a. 1899 Hoffenheim.
Der Zeitgeist gibt es her, dass sich viele Menschen Dingen hergeben, von denen sie kaum bis wenig Ahnung haben. Mir macht es im konkreten Fall Sorgen, dass Leute blind in etwas einsteigen, um auf einen Trendzug aufzuspringen, von dem sie nicht wissen wohin er fährt, schon mal gar nicht woher er eigentlich kommt. Ob das jetzt wirklich wünschenswert ist, weil es nun mal so ist, sei mal dahingestellt. Legitim ja, aber sicher kein Grund dies zu unterstützen.

Liebe lebt durch Leidenschaft. Die muss wachsen, gekauft ist sie nichts wert. Ein Kind muss wachsen bevor es laufen lernt.

In dem Sinne: Neugründungen von mir aus, aber bitte nicht auf Bulle komm raus!

Freitag, 02 Mai 2014 09:36

Das Wort zum Sonntag: Alle Schalker zur JHV!

geschrieben von

 

JHV 14Die Luft ist raus“ oder „Ohne Clemens ist da doch sowieso nichts los“ konnte man gestern in Freiburg in Gesprächen von Schalkern über die Jahreshauptversammlung am Sonntag hören. Ich halte dies für einen großen und fatalen Irrtum und bitte alle Schalker, sich einen Ruck zu geben und sich auch ohne unseren AR-Vorsitzenden, dem ich an dieser Stelle herzlich eine baldige und vollständige (!) Genesung wünsche, an den verbliebenen Weichenstellungen zur Zukunft unseres Vereins zu beteiligen.

Richtig ist, dass aufgrund der konstruktiven Verhandlungen der Initiative Schalke.V.ereint mit dem erfreulich gesprächsbereiten Verein die JHV um die Satzungsänderungsanträge bzgl. des Wahlausschusses und des Ehrenrats bzw. der Kooptation für den Aufsichtsrat entfrachtet werden konnte. Angesichts der inhaltlich extrem unterschiedlichen Zielrichtungen dieser Anträge wären dies höchstwahrscheinlich sehr langwierige Debatten geworden, an deren Ende keiner der Anträge die erforderliche Zweidrittelmehrheit erreicht hätte. Aus diesem Grunde begrüße ich die konsensorientierte Lösung sehr, in Arbeitskreisen gemeinsame Vorschläge zu erörtern – wenn denn, lieber FC Schalke 04, diese Arbeitskreise nicht das Schicksal des bewusst totgerittenen Kartenpreisausschusses erleiden.

Doch auch ohne diese Anträge bleiben noch Satzungsänderungsanträge u. a. gegen Homophobie und für eine bessere Achtung des Leitbildes übrig. Zudem möchte der Antragsteller der nicht zugelassenen  Anträge zur Senkung des Quorums für eine außerordentliche Mitgliederversammlung und der Unterschriftensammlung dazu diese über die Zweidrittelmehrheit zur Abstimmung bringen lassen. Ich würde mich freuen, wenn die Behandlung dieser Anträge unabhängig von der inhaltlichen Meinung von vielen Schalkern unterstützt würde, da es keine sachlichen Gründe für die Nichtzulassung gab und die flapsigen Bemerkungen im Kreisel („jetzt versucht er es halt auf diese Weise“) so gar nichts von dem vom Leitbild geforderten respektvollen Umgang miteinander hatten – dies waren grobe verbale Fouls gegen einen engagierten Schalker.

Grobe Fairnessverstöße waren auch die mittlerweile zurückgezogenen extrem einseitigen Wahlempfehlungen des Vereins über seinen Ableger „starkes Schalke“. Es kann und darf nicht sein, dass der Verein ausschließlich die aus dem SFCV stammenden Kandidaten für den Wahlausschuss bewirbt, ohne die anderen auch nur kontaktiert oder zu ihren Vorstellungen eines „starken Schalke“ befragt zu haben! Dies gilt umso mehr, als die so brüskierten Kandidaten, die mehrheitlich die Initiative Schalke.V.ereint angehören, sich als weitaus konstruktiver, kommunikativer und fairer präsentiert haben – beim Infotag durften sich ALLE Kandidaten vorstellen, statt nur einige mit Videos zu bewerben und rausposaunen zu lassen, wer nicht mitgehen wolle, könne sich einen anderen Verein suchen.

Kandidaten

Ich hoffe auch hier, dass die Mitglieder auf der JHV ihr schon oft gezeigtes Gespür für sportliche Fairness unter Beweis stellen und eine vernünftige Wahlentscheidung treffen. Ich möchte selbstverständlich niemandem vorschreiben, wem er seine Stimme geben soll, aber für mich ganz persönlich (!!!  das Folgende ist die ureigenste Meinung von Susanne Blondundblau, ich spreche wie bereits in meinem Bericht vom Infotag ausschließlich für mich selber) sind Leute in wirtschaftlicher Abhängigkeit zum Verein, Leute mit Angehörigen im zu kontrollierenden Vorstand und Leute mit Profilierungsversuchen auf Kosten anderer Schalker nicht wählbar. Von daher gilt: Frank, Arthur, Eva-Maria und Kornelia: Ich habe leider kein Foto, pardon, Stimme für Euch. – Den anderen Kandidaten und Kandidatinnen werde ich am Sonntag unabhängig von der Gruppierung gut zuhören und danach meine Entscheidung fällen. Ich glaube aber nach dem bislang Gezeigten, dass ein Wahlausschuss, in dem die Schalke.V.ereint nahestehenden und unabhängigen Kandidaten die Mehrheit haben, gute und sachorientierte Arbeit  bei der Auswahl kompetenter und unabhängiger Kandidaten für den AR leisten kann.

Daneben stehen die nicht minder wichtigen Wahlen zum Aufsichtsrat an. Dank des Schachzugs des Vereins, Hans-Joachim Burdenski ins Ehrenpräsidium zu hieven und Jens Buchta als seinem Nachfolger als Entsandten des Sportbeirats einen sicheren Platz im AR zu garantieren und ihn so vor einer eventuellen Abwahl durch die JHV zu schützen, wird es mindestens ein neues AR-Mitglied geben. Auch hier gilt: Augen auf, liebe Schalker, versucht bitte hinter das allseitige Geschmuse von „ich bin seit hundert Jahren Schalker durch und durch“ zu schauen und überlegt, wer am ehesten der Aufgabe, auch mal kritische Fragen zu stellen, gerecht werden könnte. Kandidaten, die sich über die WAZ als unabhängig und tough präsentieren lassen, während sie Arm in Arm mit Clemens Tönnies kuscheln und mehrere Fanvertretungen ablehnen, sind für mich nicht glaubwürdig. Von daher wird meine Entscheidung zwischen den Herren Dr. Langhorst, Hefer und Dr. Voß fallen.

Die Ehrungen – Rudi Assauer zum Ehrenmitglied, Norbert Elgert und Willi Koslowski in die Ehrenkabine – werden vermutlich unstreitig sein, wobei mich eine hohe Zustimmung insb. für Norbert Elgert und seine herausragende Arbeit freuen würde.

Deutlich höher hergehen wird es bestimmt bei der allgemeinen Aussprache, wo mutmaßlich einige Aktionen des Vereins wie die Rohrkrepiererkampagne „Starkes Schalke“ und das Verhalten des Vereins nach dem Polizeieinsatz in der Nordkurve beim Salonikispiel kritisch aufgegriffen werden. Auch die Rolle des SFCV wirft zunehmend Fragen auf, da eine „Fanvertretung für alle“ dort weniger denn je zu erkennen ist. Auf der „Habenseite“ darf man ruhig die rasche Trennung von viagogo nach dem Mitgliedervotum auf der letzten JHV und die tolle Arbeit der Knappenschmiede verbuchen.

SV1Es wird mit Sicherheit wieder einmal alles andere als langweilig, deshalb, liebe Schalker, nehmt Euch ein Herz und kommt am Sonntag zur JHV, um zu zeigen: Schalke ist eine lebendige Demokratie und kein monarchistischer Erbhof!

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

 

Dienstag, 29 April 2014 10:55

Schlaflos in München

geschrieben von

Ich geb mein Herz für dich

Extra spät ins Bett gegangen, um aus Müdigkeit wenigstens etwas schlafen zu können.
Fünf Stunden im Bett gelegen - kein Schlaf.
Den ganzen Tag in der Arbeit sitzen, aber mit den Gedanken nur bei diesem Moment:
20.45 Uhr, Anpfiff, Ekstase.
Es gibt sie nur selten, diese Tage, wo es wirklich um alles geht. Auf die man hin fiebert, auch wenn man eigentlich ruhig bleiben möchte. Tage, an denen man keinen Hunger hat und viel zu viel Kaffee trinkt.

Montag, 14 April 2014 17:26

Extrem normal

geschrieben von

20140413 162159

Als Fan(atiker) hat man es schwer zur Zeit. Auf Schalke wurde am vergangenen Freitag ein Zeichen gesetzt, das völlig normal sein sollte, aber scheinbar als so besonders wahrgenommen wird, dass man darüber berichten muss. Trotz oder gerade weil haufenweise Unterstellungen kolportiert werden, ist der gemeine Fan unter medialer Beobachtung meist der Depp der Nation. Dabei wird gerne, ob absichtlich oder nicht sei mal dahingestellt, übersehen, dass Fantum mitten aus unser aller Gesellschaft kommt. Eigentlich ein Umstand den man so stehen lassen könnte, dennoch gab und gibt es vermeintlich soziologisch angehauchte sogenannte Experten wie Adorno, Jaspers  und Horkheimer, die dem Fußballfan eine Unart attestieren:   "Nichts aber ist unmoderner als die Archaik: die sportlichen Veranstaltungen waren die Modelle der totalitären Massenversammlungen. Als tolerierte Exzesse verbinden sie das Moment der Grausamkeit und Aggression mit dem autoritären, dem disziplinierten Innehalten von Spielregeln: legal wie die neu-deutschen und volksdemokratische Pogrome." (Adorno 1977)

Entschuldigung, aber diejenigen die so argumentieren haben nichts, aber auch gar nichts von Fantum verstanden, schon mal gar nicht mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen. Der Gedankenfehler kommt schon in der Definition zu Tage. Fanatiker sind per se keine durchgeknallten Idioten, die deterrioalisiert marodierend durch die Straßen ziehen und alles abgreifen was ihnen der Capo vorschreibt. Sie sind weder unfrei noch unmündig, im Gegenteil. Vielmehr muss man davon ausgehen, dass Fantum eine Sache des selbstbestimmten Herzens ist, das gerne in alle Richtungen pocht, hier am liebsten rot-weiß.  Jeder einzelne Fan hat seine Gründe seinem Verein die lebenslange Treue zu schwören. Das Gros ist dabei weder blind, noch treudoof, geschweige denn asozial. Wenn es ab und an beim Revier verteidigen wie ein "Terroranschlag" aussieht, ist das den Umständen der Zeit geschuldet, allerdings noch kein Grund ein boulevardeskes Bild über die Fans zu zeichnen. Wird aber im Globalisierungszeitalter gerne benutzt um pointiert auf Dinge hinzuweisen, die in einer archaisch provozierten Gesellschaft völlig normal sind. Keine Frage, hier und da wird noch mit Steinen geschmissen, traurig, dennoch bittere Wahrheit. Ein Fakt der definitiv veraltet von Fans interpretiert und von der Öffentlichkeit modern aufgearbeitet wird. Muss man vor allem mit Blick auf die Wahrnehmung ändern.

 Fans sind in aller erster Linie Menschen wie du und ich, können zwar über das Ziel hinaus schießen, bleiben aber meist auf dem heimlichen Teppich.  Wenn ein ganzes Stadion intuitiv auf eine übers Spiel hinaus prekäre Situation reagiert ist das das normalste der Welt, sollte man meinen. Leider wird es medial so verkauft, als wäre es was Besonderes einem Beinahsterbenden zu supporten in dem man Solidarität vermittelt. Totaler Alltag, der eigentlich keines weiteren Kommentars bedürfte, würden wir nicht über Fußball und dessen Fans sprechen.  

Größere Geschmacksgemeinschaften sind  so omnipräsent wie Fans sein können. So wie das Fanherz tickt, schlägt die Welt. Das größte Glück dabei ist eines zu haben. Dass unterscheidet insbesondere  Fußballfans von der Allgemeingültigkeit. Normal bis extrem  an der Basis halt. Ein Forza an meinen SCF und an alle die ihren Verein, ihre Stadt, ihre Nation, die Welt mit Herz lieben!   

 

Sanis

In der ersten Halbzeit des Spiels FC Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt spielten sich vor Südkurve und Gästeblock dramatische Szenen ab, als einer der Schalker Großfahnenträger zusammenbrach und von den offenbar von einer Fotografin alarmierten Notärztin, Mannschaftsarzt Rarreck und zahlreichen Sanitätern behandelt und reanimiert werden musste. Die Frankfurter Fans stellten daraufhin auf Anraten ihres Capos als Erstes jeglichen Support ein und setzen somit ein ganz klares Signal, dass es Wichtigeres gibt als Fußball und Rivalität. Nach einer Weile zog auch das übrige Stadion nach.

Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen aller Schalker herzlich für diese Menschlichkeit und Anteilnahme bedanken! Ausgerechnet Ihr, die als Randalemeister verschrien seid, habt gezeigt, dass „getrennt in den Farben, vereint in der Sache“ keine Floskel ist.

Großer Sport, dass Ihr dann gemeinsam mit den Schalkern applaudiert habt, als der Fahnenträger nach erfolgreicher Behandlung stabil ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Leider fand diese wunderbare Reaktion bei sky erst Beachtung, als der Reporter nach dem Spiel die extrem verhaltene Stimmung auf das schwache Spiel der ersten Halbzeit zurückführen wollte und von Jens Keller aufgeklärt werden musste.

Auch heute in der Presse findet diese Aktion bedauerlicherweise mit Ausnahme eines Artikels bei der.westen keine Erwähnung. Ist Menschlichkeit uninteressanter als Gewalt oder Feuerwerk? Auch die Medien wie ein gewisses Boulevardblatt, die nur zu gerne jeden kleinen Bengalo als Fußballschande gewalttätiger Idioten hochschreiben, berichten ausschließlich von der späten Zurücknahme des zweiten Tors, kein Wort über das Gespür der Fans für einen der ihren in Lebensgefahr. Passt es nicht in das Bild, das Ihr von Fußballfans zeichnen wollt….?! Mit Verachtung und Forderungen nach Repressalien seid Ihr immer schnell dabei, warum zollt Ihr den Frankfurtern und Schalkern jetzt nicht auch den verdienten Respekt…?

Bei dem Fahnenschwenker wurde wohl mittlerweile eine Verengung der Halsschlagader festgestellt, die operiert werden muss, auch dazu an dieser Stelle alles Gute und gute Besserung, auf dass wir bald wieder alle zusammen der schönsten Nebensache der Welt frönen können. Und ein Dank an die Rettungskräfte, die einen wunderbaren Job gemacht haben.

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

 

 

Wer nicht mitzieht…wo kämen wir denn schließlich hin, wenn es auf Schalke Demokratie, Unabhängigkeit und Meinungsfreiheit gäbe?! Wahlkampfzeit auf Schalke, die Masken fallen.

Nicht genug, dass der Schalker Fanclubverband sich rühmt, die „Vertretung aller Fans“ zu sein, obwohl viagogo und die Austritte der UGE, des Supporters Club und der Fan-Ini gezeigt haben, dass dem schon lange nicht mehr so ist.

Nein, die „Fanvertretung für alle“ bestreitet zudem in einem an Polemik kaum noch zu überbietenden Rundumschlag („Schluss mit lustig!“ ) gegen die neue Initiative Schalke.V.ereint, dass Kandidaten des SFCV im Wahlausschuss säßen. Alles totaaal unabhängige Personen und ohne Ansehen des beruflichen Hintergrundes gewählt. Keine 24 Stunden später geht eine in der an bekloppten Jahreshauptversammlungen und eigenartigen Personalien wahrlich reichen Geschichte von Schalke 04 einzigartige Werbeoffensive an den Start, die ausschließlich die SFCV-Kandidaten für den Wahlausschuss promotet. Es gibt keine SFCV-Kandidaten, lang leben die SFCV-Kandidaten?!

Der SFCV stellt Kandidaten für den Wahlausschuss vor, die für ein starkes Schalke und für den Erhalt der Fan-Club Kultur stehen“ ist dazu zu lesen. Von Peter Peters ist dazu zu lesen: „Es ist gut, dass der SFCV sich seiner Verantwortung stellt und eigene Wahlausschusskandidaten für den FC Schalke 04 zur Wahl stellt. Zu einem starken S04 gehört ein starker SFCV. Das ist der Weg, den Schalke gehen will – gemeinsam können wir viel erreichen.“ Parallel dazu werden die SFCV-Mitglieder täglich mit semiprofessionellen Videos der Kandidaten bombardiert; zudem werden die Regionaltreffen wieder auferlegt, um auch Kandidat(inn)en, die bislang kein Mensch jemals auf Schalke wahrgenommen hat, ans Wahlvolk zu bringen.

Wäre es nicht eigentlich Aufgabe einer Fanvertretung für alle, auch ALLEN Kandidaten/innen für den Wahlausschuss die Gelegenheit zu geben, sich vorzustellen?

Warum wird der Eindruck erweckt, irgendjemand wolle die Fan-Club-Kultur auf Schalke abschaffen und man müsse just diese Kandidaten wählen, damit dies nicht passiert?

Ist es fair, wenn der Finanzvorstand des Hauptvereins (der auch Mitglied im Aufsichtsrat des SFCV ist), dessen Kontrolleure der Wahlausschuss auswählen soll, unverhohlen für die Kandidaten des vom Verein finanziell und organisatorisch abhängigen SFCV trommelt?

Man könnte noch viele Fragen zu Finanzen, Bustransporten und dem Umgang mit Kritikern nicht nur auf der facebook-Seite stellen, alle diese verblassen aber hinter der heutigen Ungeheuerlichkeit: „Wer nicht mitgehen will, darf sich gerne einen anderen Verein suchen“, darf SFCV-Vorstand und Wahlausschussmitglied und -bewerber Arthur Saager heute im zweiten Teil seines Propagandavideos in die Welt posaunen. Gemeint ist das „starke Schalke“,  das die Mitbestimmung der Fans am liebsten vollends auf den abhängigen Fanclubverband verlagern möchte.

Wer nicht mitzieht, kann gehen?! Das hättet Ihr wohl gerne. Man kann nicht ständig betonen, was für ein kritischer Partner man doch ist und gleichzeitig im ständigen Schulterschluss und x-facher Verquickung mit dem Hauptverein alle dessen Entscheidungen nicht nur abnicken und verteidigen, sondern auch noch Kritikern nur sehr unzureichend kaschiert absprechen, Schalker zu sein.

Wer nicht mitzieht2Zum Glück ist es dank der Initiative einiger Mitglieder von Schalke.V.ereint gelungen, eine Schlammschlacht über die Satzungsänderungsanträge zum Wahlausschuss zu verhindern. (Auch diesen Erfolg wollte sich der SFCV übrigens noch an die Brust heften, als sei die Dreistigkeit, einen festen Sitz zu beantragen UND gleichzeitig massiv weitere eigene Kandidaten zu bewerben, nicht schon genug…) Dies ändert aber nichts daran, dass der SFCV weiter versucht, den Eindruck zu erwecken, der einzig zuverlässige Partner des Hauptvereins in puncto Fanvertretung zu sein.

Ich hoffe, dass die Vereinsmitglieder nicht auf diese Masche hereinfallen und sich über alle Kandidaten und ihre Inhalte informieren, bevor sie ihre Entscheidung treffen. Es gibt nicht nur die vom SFCV beworbenen Kandidaten! Auf der Plattform schalkermarkt.de erhalten in Kürze alle Bewerber wie auch die späteren Aufsichtsratskandidaten die Gelegenheit, sich mittels eines Fragebogens vorzustellen.

Der SFCV und auch Arthur Saager leisten gute Arbeit in der Betreuung der Fanclubs, als kritische Instanz gegenüber dem Hauptverein aber hat er sich mit den neuerlichen Aussagen endgültig disqualifiziert. Nicht derjenige, der nicht mit dem SFCV mitziehen will und eine eigene Meinung hat, muss gehen. Jeder, der glaubt, unabhängige Schalker mundtot machen und in die Ecke von Vereinsfeinden rücken zu können, hat auf Schalke nichts verloren!!!

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau