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Donnerstag, 09 August 2012 23:35

Jetzt wird's heiß...

geschrieben von

Fast ein wenig makaber, meinen Kommentar aufgrund der letzten brisanten Ereignisse so zu titulieren. Eigentlich wollte ich das Thema Pyro, Gewalt und Polizei mal ruhen lassen. Ich weiß es nervt immer über dasselbe zu reden, aber nicht die vermeintliche ständige veränderte Aktualität und ach so tolle Abwechslung prägen meine Meinung, sondern die Nachhaltigkeit und Wichtigkeit. Während ich in vielen Fanberichten, Kolumnen, Interviews oder Diskusionen mich für „Pro-Pyro“, eingesetzt habe, ist nun Schluss mit Lustig, na ja fast.
Freunde der Nacht, aufgrund der dummen und primitiven Geilheit auf Gewalt, den unmenschlichen Beleidigungen Polizisten gegenüber und dem rücksichtlosen Werfen von bengalischen Feuern auf MENSCHEN, sehe ich unsere Fankultur in Gefahr.

Montag, 06 August 2012 00:38

Fortuna und die Superstars

geschrieben von

fortuna duesseldorfWie ein Teil der Fortuna-Fans in Sachen Andrey Voronin skeptisch ist.

Das Schöne an einer Veranstaltung wie diesem Fan-Blog ist, dass jeder Anhänger eines Vereins erfahren kann, was die Anhänger anderer Vereine bewegt. Und dass das oft genau dieselben Probleme und Situationen sind. So zeigt der Beitrag des Kollegen Robert Pohl aus Dresden, dass auch dort eine Diskussion zwischen den Immerschonfans und den Neulingen entbrannt ist – bei der Fortuna kennen wir das bereits seit dem Zweitligaaufstieg 2009. Die klügeren Menschen unter den Altanhängern freuen sich erst einmal über diesen wahnwitzigen Zulauf zur Fortuna: Bei 31.000 abgesetzten Dauerkarten für die Saison 2012/13 wurde der Vorverkauf abgeriegelt, es sollen bei jedem Spiel auch noch ein paar Karten in den freien Verkauf gehen; kürzlich meldete der Verein die irrwitzige Zahl von 17.200 Mitgliedern – vor zehn Jahren waren es nicht einmal 1.500, allein seit April kamen über 7.000 Neulinge dazu. Rot und Weiß sind plötzlich wieder präsent in der Stadt, und die Buben traben nicht mehr im FCB- oder BVB-Trikot über den Bolzplatz, sondern tragen stolz die Farben dieser schönsten Stadt am Rhein.

Aber – es gibt ja meistens ein Aber – was den Damen und Herren, die auch zu Auswärtsspielen in der Oberliga unterwegs waren, stinkt: Viele der neugeborenen oder wiedererweckten Fans haben null Ahnung davon, was sich seit 1997 beim Verein wirklich abgespielt hat. Und sind trotzdem sicher, zu Allem und Jedem eine Meinung haben zu können und äußern zu müssen. Das nervt. Genau wie die allgemeine Geschichtsvergessenheit dieser Republik. Vermutlich ist es woanders nicht anders, aber die neuen (von manchen bösartig als „Eventies“ bezeichnet) gehen oft so vor, als habe die Historie der Fortuna mit dem Tag ihres Vereinseintritts begonnen. Und treten die Geschichte, die Erfahrungen der anderen, die Vorlieben und Abneigungen, die liebgewonnenen Rituale, die Tausenden Anekdoten und Witze mit Füßen.

Man kann das sehr schön an den Reaktionen auf die Verpflichtung von Andrey Voronin vor ein paar Tagen ablesen. Da sind einerseits die Euphoriker. Die freuen sich wie Bolle, dass der Underdog der Bundesligasaison 2012/13 einen ukrainischen Nationalspieler verpflichten konnte, der wenige Woche zuvor noch bestens bei der EM gekickt hat. Da sind andererseits die Kenner der Fortuna-Geschichte der vergangenen zwanzig Jahre. Die begründen ihre Skepsis mit Namen: Igor Dobrovolski (97 bis 99), Sergej Juran (96 bis 97) und vor allem Darko Pančev (95 bis 96) - allesamt zu ihrer jeweiligen Zeit Weltstars, die extrem teuer gekauft und verköstigt wurden, dem Verein aber kaum Nutzen brachten. Letztlich waren es diese Verpflichtungen (hinzu kommen noch die Söldner Mill und Marin), die den Verein in die finanzielle Klemme brachten, aus der ihn das Geld vom Sportwelt-Kölmel rausholen sollte – eine Erblast, an der F95 heute noch knabbert, weil 30 Prozent aller Einnahmen aus TV-Geldern an diesen Geschäftsmann abgeführt werden müssen.

Mit großen Namen haben wir schlechte Erfahrungen. Deshalb begegneten gerade die Altfans dem lieben Andrey mit einiger Skepsis. Hinzu kommt seine Vergangenheit beim verhassten VfL BMG und dieser Hertha, die ihn manchem F95-Fan wenig sympathisch erscheinen lassen. Die vergessen gern, dass der junge Mann von 33 Jahren quasi Rheinländer ist, weil er schon mit 15 zum damaligen A-Jugend-Trainer der Borussia, einem gewissen Norbert Meier, kam, der ihn förderte und zum Profi beförderte. Und genau dieser Meier, den Voronin als väterlichen Freund bezeichnet, wird nun nach fast 15 Jahren wieder sein Coach sein. Das kann doch gar nicht schiefgehen.

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