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Donnerstag, 02 Oktober 2014 11:06

Zum Staatsbesuch nach Belgien

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IMG 8064Auswärts in Belgien - konnte einem im Vorfeld des Duells aufgrund der dilettantischen Planung des RSC Anderlecht und der restriktiven Vorgaben der belgischen Polizei die Vorfreude auf das Spiel vergehen, so entpuppte sich die Reise vor Ort doch als überraschend angenehm.

Da waren zunächst einmal die wundersam verloren gegangenen Karten auf dem Postweg von Anderlecht nach Dortmund, die eine Verteilung der wenigen, dafür aber umso heißer begehrten Tickets verzögerte. Erst deutlich weniger als eine Woche vor dem Anstoß im Constant-Vanden-Stock-Stadion waren die eilig ausgestellten - und als „Duplicata“ gekennzeichneten - Ersatzkarten endlich in Dortmund angekommen und konnten verteilt werden. Ob man aber mit Duplikaten wohl ins Stadion kommen würde?

Eine professionelle Planung - die UEFA reglementiert doch sonst jeden Quatsch, wie beispielsweise den zentimetergenauen Abstand eines Banners auf dem Rasen vor Spielbeginn von der Seitenauslinie - sieht anders aus und war seitens des RSC Anderlecht eines Champions-League-Teilnehmers unwürdig. Selbst der SSC Neapel(!) bekam die Planung im Vorjahr bei einem wesentlich geringeren Vorlauf besser über die Bühne.

IMG 8065Doch ein Verdacht lässt sich hier nicht leugnen, nämlich der, dass die belgische Hinhalte-Taktik mit Absicht geschah. Diese These drängt sich auf, wenn man Anderlechts Karten-Planung mit der restriktiven Vorbereitung der belgischen Polizei in Kombination betrachtet. Gästefans schienen demnach nicht besonders willkommen zu sein. Gerade die internationalen Auswärtsfahrten leben aber doch davon, dass man sich - gerade auch am Spieltag - in der Innenstadt aufhalten sowie Land und Leute kennenlernen kann. Dies war in Anderlecht unmöglich, denn die Vorgabe hieß, dass man nach dem Treff aller anreisenden Busse am Grenzübergang Lichtenbusch um 17 Uhr mit Polizeieskorte bis vor den Gästeblock transportiert wird. Stadtbesuch? Non!

Sind wir in diesen Wochen nach dem „Konzept“ unseres NRW-Innenministers Ralle Jäger eine verringerte Polizei-Präsenz gewohnt, so konnte man nun in Belgien das komplette Gegenteil davon erleben. Die unzähligen Cops auf ihren Motorrädern sperrten mal eben die komplette A3/E40 hinter der Grenze, um den Buskonvoi Richtung Anderlecht zu geleiten. Die Szenerie erinnerte ein wenig an einen präsidialen Staatsbesuch im Königreich Belgien, nur dass man nicht den Bundeskanzler oder wenigstens den Fußball-Kaiser, sondern „nur“ rund tausend Dortmunder Fußballfans durch das Land eskortierte.

IMG 8055Noch skurriler wurde die Szenerie auf dem vollen Autobahnring kurz vor Brüssel im Feierabendverkehr. Nachdem die Autobahn mittlerweile dreispurig geworden war und die Polizei sodann die linke Spur für den normalen belgischen Feierabendverkehr freigab, lotste sie nun vor der europäischen Hauptstadt plötzlich alle Busse auf die linke Spur. Mit recht drastischer Gestik vertrieben die Moped-Cops die einheimische Bevölkerung regelrecht von dieser schnellsten aller Autobahnspuren. Leider entpuppte sich dies als nicht konsequent durchdacht, denn nachdem ein Cop alle Autos von links in die Mitte lotste, schoss er mit seinem Moped die hunderte Meter nach vorne bis zum vorausfahrenden Bus. Die Belgier wiederum dankten für diese Lücke und stießen sofort wieder auf die linke Spur, sodass der Cop wieder für Ordnung sorgen musste.

Dieses Spiel wiederholte sich einige Male, bis wir schließlich die vor uns fahrenden Busse komplett verloren hatten, weil die Belgier die Anweisungen zunehmend ignorierten, was insbesondere angesichts eines vor uns fahrenden roten Golf 1 als sehr interessant anmutete. Dasselbe Bild bot sich schließlich auch nach hinten und die Polizei war urplötzlich auch noch komplett verschwunden. 100 Kilometer wird man über plattes Land von den Cops begleitet, doch wenn es darauf ankommt, den Weg zum Stadion zu leiten, waren sie plötzlich wie vom Erdboden verschluckt.

IMG 8054Nun griff also hier in Belgien urplötzlich und überraschend doch noch das Konzept der verminderten Polizeipräsenz von Ralle Jäger. Mit einem einzigen verbliebenen anderen Dortmunder Bus versuchten wir uns nun auf eigene Faust zum Stadion durchzuschlagen, was jedoch von keinem durchschlagenden Erfolg gekrönt sein sollte. Nach einigem Umherirren auf der belgischen Autobahn und einem Wendemanöver in die Gegenrichtung tauchte plötzlich auf einem Abfahrtsschild das erlösende Wort „Anderlecht“ auf, doch leider war diese Abfahrt völlig überlastet und unter dem Verkehr zusammengebrochen. IMG 8059Und plötzlich, als keiner mehr damit rechnete, schossen völlig unerwartet aus der Finsternis die Blaulicht-Mopeds hervor wie Gandalfs Reiter im Kampf gegen Mordor. Die Cops lotsten uns von der Anderlecht-Ausfahrt weg und - das hätte wohl keiner mehr gedacht - binnen weniger Minuten fanden wir uns auf dem hermetisch vom Heimbereich abgeriegelten Gästeparkplatz wieder.

Nach dem ganzen Vorlauf war nun am Blockeingang eigentlich eine intensive Ganzkörperkontrolle gereizter belgischer Cops zu erwarten. Doch die Ordner an den Drehkreuzen sowie die dahinter postierte Polizei war völlig tiefenentspannt und - anders als es die Planungen vermuten ließen - durchaus gastfreundlich gestimmt. Die Eingangskontrolle ist so auch eher als oberflächlich einzustufen, was den Belgiern weitere Pluspunkte einbringt.

Die Rückreise aus Anderlecht war ebenfalls sehr fanfreundlich gestaltet. Mit weniger als 15 Minuten fiel die obligatorische Blocksperre erfreulich kurz aus, wenngleich auf der „Tribune 2“ hinter dem Tor nicht alle Blöcke gleichzeitig öffneten, sondern einer nach dem anderen freigelassen wurde. Um kurz nach halb 12 setzte sich schließlich der Dortmunder Bus-Konvoi unter Blaulicht in Bewegung in Richtung Heimat.

IMG 8062Ein Punkt sei noch abschließend erwähnt. Das Entgegenkommen der belgischen Polizei zeigte sich auch darin, dass sie uns sowohl auf dem Hinweg als auch auf dem Rückweg jeweils eine staatlich verordnete und bewachte Pause genehmigte. Etwas irritierend war hierbei auf dem Heimweg die Pause lediglich etwa 40 Kilometer vor Aachen, auch wenn böse Zungen hier behaupten, dass die Polizisten selbst nur mal tanken und aufs Klo mussten. Es erscheint jedoch fraglich, ob die deutschen Kollegen gerade auf dem Heimweg etwas Ähnliches vollbringen würden.

Unterm Strich bleibt so jedoch eine rundum gelungene Auswärtsfahrt, die mit einem guten Spiel der Borussia und hochverdienten drei Punkten im Gepäck tief in der Nacht - oder eher früh am Morgen - ihr Ende fand.

 

 

hondo0209An jenem verschissenen Sonntag erwachte ich um 8h00 morgens und strebte nicht schon stundenlang im Schweiße meines Angesichtes nach Kudos, wie so manch toller Privat-Blogger aus der HSV Blogsphäre. Ein Blick auf das Etikett auf der Weinflasche bestätigte mir, dass sich manch Dinge auszahlen. Beispielsweise keinen Wein aus Tetrapacks zu trinken. Den einen oder anderen €uro in die Hand zunehmen hilft dabei, Schädelreissen zu vermeiden.

Alles sollte anders sein, zumindest war das der Ansatz, mit dem wir an diesem Heimspielsamstag in diese neue Saison starten wollten. Unser Vornachbar begrüßte uns wie gewohnt mit „Frohes Neues“ und mein Rechtsnachbar hatte seinen dreijährigen Enkel auf dem Schoß, was er mit „rechtzeitiger Erziehung“ begründete, der Vater sei schließlich Schalker und da müsse man entschlossen handeln, ehe es zu spät sei. Nachvollziehbar für mich, zusätzlicher Benefit war, dass der Großvater einen nicht kettenrauchenderweise zunebelte.

Auch zehn Reihen über uns war es ein wenig anders. Die gehässigen Menschen sagen, dass es eine Wohltat ist, dass die Ultras der Chosen Few den Schweigefuchs darstellen. Es war schon ein wenig eigenartig, dass der „gewohnte“ Soundteppich fehlte, nur kam mir der während des Spiels dann der seltsame Gedanke, dass das Fehlen dieser Kulisse nichts anderes bedeutet, dass diese extrovertierte Form der Fankultur eben halt nur Kulisse ist. Der Rest der Leute machte das, was sie eigentlich immer machen: rumsitzen/stehen, biertrinken, bierwegbringen, wieder biertrinken und zwischendurch ein Fußballspiel verkonsumieren. Nun hatte uns aller Jojo über die „sozialen Medien“ und das „böse Internet“ fast alle wissen lassen, dass er in Neuseeland weilt, also wirklich bis zum anderen Ende der Welt gereist war, um wirklich echt allen zu vermitteln, dass er nicht da ist. Diese Neuigkeit schaffte es sogar in die Zeitung. Ich glaube aber nicht wirklich, dass das an diesem Samstag kriegsentscheidend gewesen ist. Herrjeh, gegen Paderborn kann man schon einmal verlieren, betrachten wir es als Wiedergutmachung anlässlich der 10. Jahresfeier der Hoyzer-Festspiele.

An jenem nun schon eingegroovten Sonntag, sollten zwei wegweisende Dinge geschehen: die Bundesverteidigungsursula sollte Milan (Raketen) in den Irak schicken und Dukaten-Didi sollte Milan (Badelj) zum AC Florenz schicken. Der AC Florenz, der uns wohl gefühlt immer noch ein Abschiedsspiel für Tomáš Ujfaluši schuldet. Nach 10 Jahren ein weiteres Deja vu und meine Erinnerung an meine einzige Weltexklusivmeldung als Blogger. Nur war im Jahre 2004 das Internet gerade mal so knapp und bei erfunden, Twitter war noch Quark im Schaufenster und Herr Zuckerberg war noch hart am überlegen, wie er seine Mitstudenten um die Idee Facebook beschuppst. Damals war das Rumlungern mit HSV Cappies an Trainingsplätzen noch nicht ehrenrührig, ok, ist es heute natürlich auch nicht, aber, wenn ein Fahrradhelm dazu kommt, muss man Fragen stellen dürfen!

Mein Vater lungerte in einem Südtiroler Dorf am Sportplatz rum, wo der italienische Proficlub Brecia Calcio sein Stahlbad von Trainingslager durchlebte. Ein Spieler dort war der ehemalige HSV Akteur Markus Schopp, mit dem mein Vater ins Gespräch kam. Er lobte nicht nur seine Zeit beim HSV als die bis dato schönste in seiner Profikarriere, man sprach auch über den damals aktuellen Kader und folglich auch über den wechselambitionierten Tomáš Ujfaluši. Und dort erfuhr man, dass der Wechsel zum AC Florenz doch schon eingetütet und fix ist. Ein aufgeregtes Telefonat nach Hamburg und eine SMS ins Zentrum der Macht brachten keine Erkenntnisse, bzw. nur Erstaunen. Einige Tage später dann, kam es wie es kommen sollte und Tomáš Ujfaluši wechselte zum AC Florenz. Und ich war um eine Exklusivmeldung ärmer, es war die Chance meines Lebens, der Elfmeter vor einem leeren Tor. Ich hätte so richtig bedeutend werden können.

Und wenn man bedenkt, dass Tomáš Ujfaluši heutzutage Sportdirektor bei Galatasaray ist, wäre es ja ein putziger 10 jähriger Kreisschluss gewesen, bei dem man van der Vaart mit Snejder hätte wiedervereinigen können, ebenso wie Paderborn und Hoyzer, Toppmöller und Mpenza, und , und, und…

Geschichten, die das Leben schrieb und für deren Drucklegung man gerne Unsummen auf den Tisch gelegt hätte. Aber, was bleibt und eint uns HSV Fans nun an diesem verdammten, zweiten Spieltag? Die Freude über die Länderspielpause.

Nun gut, wir weiden uns nur allzu gerne im Selbstmitleid, man muss aber auch anerkennen, dass wir uns HSV in einem Transferprozess befinden. Nicht nur der Verein restrukturiert seinen Lizenzspielerbetrieb, auch die Fans, bzw. die Mitglieder organisieren sich neu.

Wie bereits oben erwähnt, sind uns ein Teil der angestammten Ultras (zwischenzeitlich) abhandengekommen. Wie eigentlich immer bei Veränderungen im Leben, wird sich auch da etwas zurechtwachsen. Irgendwann wird irgendjemand irgendeine Initiative ergreifen, um irgendetwas proaktiv zu gestalten. Dauerhaft wird es eben auch für „ehemalige Fans und Mitglieder“ keine befriedigende Lösung sein, ihre Verstimmung beleidigt wie Kindergartenkinder zur Schau zu stellen.

Progressive Ansätze gibt es bereits bei den interessierten Fans und Mitgliedern, die eben nicht den Supportersclub pofallan wollen und bei den Leuten, die die Kommunikation zwischen den Fans und Mitgliedern wieder anschieben wollen.

So hat sich eine ehrenamtliche Gruppe gefunden, die die häufig inhaltlich unsägliche und finanziell waghalsige Abteilungsgazette „SC News“ erlösen wollte. Die alte Abteilungsleitung wollte aus Gründen keine weitere Ausgabe gestalten (hätten die Bewahrer und Traditionalisten im Mai bei der Abstimmung gewonnen und HSV+ wäre nicht auf den Weg gebracht worden, die Aktivisten hätten sich bestimmt, neben der WM und umzu, den Allerwertesten abgewerkelt, dass wir Mitglieder wieder tüchtig Nachschub an unlesenswertem Altpapier bekommen hätten…).

So musste eine alternative Publikation her:

HSVSchnack-Das alternative Supporters Magazin

Download: http://www.hsv-schnack.de/

Und sie heißt nicht “In diesem Sinne”….

 

Donnerstag, 14 August 2014 00:41

Interessantes Kabinengeflüster mit Horst Heldt

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Kabine 1a Das Tausend-Freunde-Forum lud zum exklusiven Kabinengespräch mit unserem Sportvorstand Horst Heldt ein – und er stand zehn Usern rund drei Stunden und mehrere Portionen Currywurst lang Rede und Antwort über Taktik, Selbstvertrauen, die Bedeutung der Fans, das grünere Gras des Nachbarn, die Knappenschmiede, Keller, Tuchel, Polizei, Ausbau des Berger Felds, e. V., Vorbereitungsspiele, Papadopoulos, Verletztenmisere, Tönnies, Spielerberater und vieles mehr.

Gegen 17.45 h fand sich eine bunte Truppe vor dem umgestalteten Haupteingang der Arena ein und betrachtete interessiert das neue Design als Stollen, versehen mit großen Postern u. a. von „Übersteiger“ Max Meyer und Sead Kolasinac. Via verwaistes La Ola und Presseraum ging es dann unter Führung von Forenchef Klaus Horstmann und unserem Fanbeauftragten Kirsche an der Kabine von Cheftrainer Jens Keller vorbei in unsere Mannschaftskabine, die im Vergleich zum sonstigen Arena-Komfort sehr funktional und ohne auch nur den geringsten Hauch von überflüssigem Schickimicki auskommt: Spinde, Bänke, Spiegel, feddich. In unserem Fall netterweise ergänzt durch Getränke und Currywurst.

Der Hauptakteur ging direkt bei seiner launigen Begrüßung in die Vollen; er wolle gerne einmal auch die Leute kennenlernen, die im Forum „absoluten Scheiss“ über ihn schreiben würden. Ein bekannt kritischer User eröffnete dann auch den Fragenreigen, was Schalke eigentlich erreichen wolle, er hätte in der letzten Saison nur zwei oder drei gute Heimspiele gesehen, der Rest sei „so naja“ gewesen; ob es nur darum ginge, um jeden Preis die CL zu erreichen, egal wie? Heldt antwortete, natürlich wäre im Idealfall jedes Spiel erfolgreich und begeisternd; dies klappe aber nicht immer und daher müssten auch Arbeitssiege und Einzelaktionen anerkannt werden. Nur schöner Fußball reiche nicht, dann werde der Trainer nach drei Niederlagen aus dem Stadion gepfiffen. Der nächste Teilnehmer hakte ein, die Gesamtpunktausbeute sei sehr zufriedenstellend gewesen, in „großen“ Spielen aber herrsche übergroße Nervosität, wie man die Jungs da „packen“ könne? Heldt meinte, es liege nicht nur an den Jungs alleine, auch wenn diese natürlich die Hauptakteure seien; er sei jetzt fünf Jahre auf Schalke („manche meinen zu kurz, andere viel zu lang…“) und vermisse insgesamt, im Verein und im ganzen Umfeld, den Glauben an die eigene Stärke. Auf Schalke werde zu oft das Negative gesucht; der Schalker neige zur Selbstzerfleischung – und wenn keiner so richtig dran glaube, sei es schwierig zu transportieren. So habe die Mannschaft gegen Madrid eigentlich gut angefangen, nach dem frühen Gegentor aber den Mut verloren.

Auf die Frage, dass sich erfolgreicher und attraktiver Fußball kaum ausschlössen und sich Schalke oft zu pragmatisch nach den Gegnern richte - warum man keine einheitliche Spielidee runter bis zur U 9 implementiere oder z. B. Roger Schmidt verpflichtet habe, zeigte Heldt erstmals die Krallen – was Schmidt denn bis jetzt erreicht habe? Mit dem für österreichische Verhältnisse gigantischen Etat von RB Salzburg sei schon ein Unentschieden eine Niederlage; international habe er bis auf ein gutes Match gegen Amsterdam ebenfalls nicht viel gerissen; daher fände er es ungerecht, ihn noch vor dem ersten Ligaspiel mit Leverkusen zu glorifizieren und als besser als Keller einzustufen. Außerdem gebe es sehr wohl ein „fettes Handbuch“ und Trainingspläne für die Jugendtrainer; dabei stünden aber die Förderung der Kreativität und Flexibilität der Spieler und nicht „ein stocksteifes System“, das außer Barca auch kaum ein anderer Verein durchziehen könne, im Vordergrund. Wenn er sehe, dass Schalke die meisten Bundesligaspieler aller Vereine hervorbringe, könne man im Nachwuchsbereich nicht allzu viel falsch gemacht haben.

Kabine 2

Die nächste Teilnehmerin lobte dann auch explizit Kellers hervorragende Integration der Nachwuchssspieler und wollte wissen, inwiefern er „Coaching im game“ betreibe; ob er beispielsweise eingreife, wenn Schalke schon 0:3 zurückläge? - Ja, das mache er, funktioniere aber leider nicht immer; er wisse noch aus seiner eigenen Erfahrung als Spieler, dass es manchmal Phasen gebe, wo man das Spiel „einfach laufen lasse“. Das Hauptcoaching finde vorher statt.

Ob es auf Schalke einen verlängerten Arm des Trainers auf dem Feld gebe und wie er beispielsweise Boatengs eigenmächtigen Positionswechsel beurteile? – Heldt grinste und meinte, zu diesem Thema hätte „dieser User, Xutos“ ihm und Keller schon einmal mit einer sehr kreativen Begründung den Kopf abhacken wollen. Die geplante Taktik habe aber nicht funktioniert und dann habe Boateng Keller signalisiert, dass er eine andere Variante für die Mannschaft und sich besser fände – die habe dann leider genauso wenig funktioniert, weil es einfach ein sehr schlechtes Spiel von uns gewesen sei, aber er fände diese Überlegungen gut und richtig. Ob nicht Keller der Mannschaft mehr Mut vermitteln müsse, statt in Pressekonferenzen den Gegner stark zu reden? – Keller bekomme eh alles „aufs Brot geschmiert“, was er in der Pressekonferenz sage, und alle könnten sicher sein, dass dies NICHT die „interne Message sei. Dort finde natürlich positive Motivation statt.

Das nächste Thema war dann wieder ein „heißes Eisen“: Wie verkrafte es z. B. Matip, dass er so stark polarisiere und oft überkritisch beäugt werde? Heldt entgegnete sehr ernst, dass die Tendenz, sich einen rauszupicken, bei uns leider sehr ausgeprägt sei, obwohl Joel eigentlich alles verkörpere, wofür wir stehen: Aus der Region, lange im Verein, steht immer zur Verfügung, bescheiden… Als Spieler könne man sich bei solcher Anmache nur ein Schutzschild zulegen; er erinnere sich noch, wie er mal sein Gesicht unter einem Galgen gezeichnet gesehen habe. Es sei definitiv nicht lustig, wenn 60.000 pfeifen und raunen – auch wenn „wir alle zu viel verdienen“, sei das Geld nicht der Antrieb, man wolle was erreichen. Man könne nur versuchen, sowas zu ignorieren, um nicht daran zu zerbrechen, aber leider könne man sich dem nicht völlig entziehen, wenn z. B. im bewusst öffentlichen und fannahen Training plötzlich einer schreie „hey, beweg mal Deinen Arsch!“ Der Support sei immens wichtig und gebe den Spielern Vertrauen; wir seien da auf Schalke im Vergleich zu anderen Vereinen auch sehr gut dabei, trotzdem sei diese Beziehung von beiden Seiten noch ausbaufähig. In Madrid z. B. sei die Mannschaft der Meinung gewesen, in der Kurve gewesen zu sein, den Fans habe es aber nicht gereicht, zumal auch die Zeitvorgaben bei CL-Spielen mit Presseterminen und Dopingkontrollen extrem eng seien.

Kabine 5

Polizei – was halte er vom Vorschlag von IM Jäger, die Polizeipräsenz im Stadion zu reduzieren? – Das Saloniki-Spiel sei der Anlass gewesen, das groß zu thematisieren, er halte diesen Vorschlag aber für mehrheitsfähig, auch wenn natürlich der Arena-Wachdienst „keine Ampeln takten und Züge begleiten könne“. Seiner Meinung nach sei dies eine gute Idee; auch die WM sei ohne sichtbare Polizei nahezu gewaltfrei verlaufen.

Die nächste Frage richtete sich nach dem Ausbau des Berger Felds, insbesondere des Amateurstadions; dazu erklärte Heldt, dass es leider ohne Millionen auf der Bank schwierig sei, da man ja gleichzeitig auch eine konkurrenzfähige erste Mannschaft brauche und den Schuldenabbau vorantreiben wolle. Die Dachreparatur habe z. B. 18 nicht eingeplante Millionen gekostet. Das Berger Feld könne daher erst bei entsprechenden „Extra-Einnahmen“ ausgebaut werden, die z. B. aus lukrativen Transfers oder dauerhaftem sportlichen Erfolg resultieren könnten. Er glaube aber, dass sich in den nächsten ein bis zwei Jahren erkennbar was tun werde. Der prämierte Siegerentwurf verändere sich durch intensive Planungen noch etwas.

Auch bei der nächsten Frage – sind wir als eingetragener Verein national und international auf Dauer konkurrenzfähig? – gab’s klare Kante: Ja, er sei überzeugt, dass dies eine Chance sei, auch wenn Schalke „ein kleines gallisches Dorf“ sei; Anteilsverkäufe seien kein unbegrenztes Wundermittel, auch Chelsea habe z. B. trotz der Abramovic-Millionen sehr lange gebraucht, um die CL zu gewinnen. Welche Voraussetzungen denn auf Schalke noch geschaffen werden müssten, um einen Titel zu holen? – Man könne vieles schaffen, aber nicht alles planen; so sei z. B. nicht die beste Mannschaft, sondern das beste Team Weltmeister geworden; eine solche richtige Einheit seien wir noch nicht. Man müsse aber erkennen, dass etwas wachse; dazu müssten die Verantwortlichen im vornhinein die richtigen Entscheidungen treffen und auch den „worst case“ bedenken, daraus resultiere z. B. die kurzfristige Verpflichtung von Wetklo. Er bleibe dabei, dass Bayern Favorit auf die deutsche Meisterschaft und Real für den CL-Titel seien, aber man müsse den Glauben entwickeln, dass alles möglich sei, wenn es gut laufe. Er habe dies 2007 mit Stuttgart erlebt (…top Beispiel, Hotte ^^).

Als ein User meinte, er mache sich Sorgen, weil er von den Vorbereitungsspielen wesentlich mehr erwartet habe, ging Heldt zum Angriff über: Mit 60.000 Pessimisten sei es verdammt schwer; er könne zudem gar nicht beurteilen, welche Erkenntnisse der sportlichen Führung wichtig waren (z. B. dass Boateng nicht auf der 10 funktioniere). Leute, denen das grundlegende Vertrauen fehle, könne man nicht überzeugen oder mitnehmen, sie würden immer was zu nölen finden. Besagter User setzte dann nach, in der ersten Rangnick-Zeit seien die Spiele viel schöner und interessanter gewesen, solche Spektakel sehe man leider nicht mehr – Heldts Antwort: Dein Pessimismus resultiert aus der Vergangenheit und raubt Dir den Glauben an Gegenwart und Zukunft, daher bist Du nicht bereit, das Gute zu sehen. Es folgten dann noch ein etwas kleinteiliges Wortgefecht um angeblich unterschiedliche Bedeutungen, wenn Klopp die Wichtigkeit aller Spieler betone, da er verschiedene System spielen würde, während Heldt dieselbe Aussage auf vier Wettbewerbe gründe – und die Aussage, man habe beim Spiel in Tottenham auch kein System erkennen können. Heldt fragte leicht süffisant zurück, was denn die taktische Vorgabe gewesen sei? – „weiß‘ nicht“ – „siehste!“ Es sei u. a. um schnelle Ballrückeroberung und nicht um einen bedeutungslosen Sieg um jeden Preis gegangen, zudem hätten alle Konkurrenten ebenfalls in Testspielen gegen britische Teams schlecht ausgesehen, dass diese bereits näher am Ligastart seien. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen, dass Keller deutlich gemacht hat, dass mitnichten in anderen Vereinen alles besser, schöner und erfolgreicher sei und er sich nicht alles auf Schalke schlechtreden lässt!

Als es gerade um Kyriakos Papadopoulos‘ mediale Kritik ging, wurde es plötzlich zappenduster; anscheinend setzt um 20.00 Uhr die Notbeleuchtung ein. Auch davon ließ sich Heldt nicht beeindrucken und erklärte ruhig, die öffentlich geäußerte Kritik sei nicht optimal und zeuge von wenig Vertrauen; im Gegensatz zu der geäußerten Vermutung richteten sich die Entscheidungen der sportlichen Führung nicht nach Sympathie oder Emotionen, auch wenn dies für die Spieler nicht immer erkennbar sei. Das Geschäft sei für Schalke vorteilhaft, da zur vollen Gehaltsübernahme eine siebenstellige Leihgebühr komme; er hoffe, dass Papadopoulos viele Einsätze erhalte. Und nein, es bestehe KEINE Kaufoption.

Nach weiteren Transfers befragt, meinte Heldt, es seien noch drei, vier Entscheidungen zu treffen, z. B. über den Verbleib von Friedrich und Sobottka, die sich beide „verdammt gut“ präsentiert hätten und eigentlich in der vierten Liga unterfordert seien; deren Durchbruch in der ersten Mannschaft aber auch noch nicht prognostiziert werden könne. Ayhan z. B. habe es auch auf diesem Wege geschafft. Zudem wolle Schalke noch einige Spieler abgeben, aber keinen (!) mehr kaufen, wenn „nichts Schreckliches mehr passiere“. Auch müssten wir keine guten Spieler gegen unseren Willen abgeben, egal, wer an Draxler, Meyer oder Höwedes rumbaggere.

Kabine 3

Das nächste große Thema war die Verletztenmisere, wo Heldt unumwunden zugab, dass man „vielleicht was hätte besser machen können und zukünftig werde“. Uchida z. B. hätte bei der WM aufgrund muskulärer Dysbalancen eigentlich nicht spielen dürfen, wollte aber unbedingt für Japan auflaufen. Zudem sei es aufgrund höheren Konkurrenzdrucks „richtig zur Sache gegangen“, außer Farfan gebe es aber glücklicherweise keine echten Langzeitverletzten. Farfan hätte sich natürlich eher operieren lassen können, aber „wir können keinen gegen seinen Willen aufs Schneidbrett legen“, zumal in diesem Fall eine reelle Chance auf einen Erfolg mit konservativer Behandlung bestanden hätte.

Der nächste Heldt‘sche Temperamentausbruch kam bei der Frage, wie es sich so mit Clemens Tönnies im Nacken arbeite und ob es nicht unglücklich sei, wenn sich dieser lautstark mit Moskaureisen oder Transferankündigungen zu Wort melde. Heldt sagte klipp und klar, Fehler in diesem Bereich gingen allein zu seinen Lasten – Tönnies wolle zwar alles wissen, rede ihm aber nicht rein und stehe immer „wie eine Eins“ zum Verein oder den Mitarbeitern, auch bei privaten Problemen. Auch wenn Tönnies Multimillionär sei, halte er (Heldt) es nicht für selbstverständlich, dass er 18 Mio. Euro aus der eigenen Tasche zur Ablösung der Schechter-Anleihe einsetze, ohne zu wissen, ob er sie wiederbekäme. Auch habe er sich manchmal gefragt, warum Tönnies sich das antue und sich anfeinden und anspucken lasse? Ganz einfach, er sei mit Leib und Seele dabei, auch wenn er keine Ahnung von Fußball habe (allgemeine Heiterkeit). Tönnies wisse alles, treffe aber keine einsamen Entscheidungen, sondern immer gemeinsam. Hinsichtlich des Grundtenors seien sie sich zudem immer einig – „Tönnies ist nicht so schlimm, wie Ihr denkt!“, auch wenn es nach Niederlagen wie dem Pokalaus gegen Hoffenheim nicht angenehm sei, mit ihm zu telefonieren. Die unselige Moskaureise sei bereits vor zwei oder drei Jahren bei der letzten Vertragsverlängerung mit gazprom thematisiert worden, habe aber bis zur Ukraine-Krise nie jemanden gestört.

Tuchel – warum sei das Gerücht nicht energischer dementiert worden? „Wenn wir alles dementieren, hätten wir nix anderes mehr zu tun!“  Es sei nicht seine Aufgabe, alle Gespinste richtigzustellen; zudem habe er schon die Frage „kommt Tuchel?“ als erste Frage nach einer erfolgreichen Rückrunde mit Keller absolut unverschämt gefunden. Aber Medien neigten leider dazu, immer nur auf Sensationen und Negatives aus zu sein und nur das zu hören, was sie hören wollten; auch die Moskaureise sei bereits früh eindeutig verneint worden, trotzdem habe es noch Wochen später Fragen gegeben, wann Schalke nun nach Russland fahre.

Schließlich wurde noch bemängelt, dass Schalke fast nur ablösefreie Spieler hole, die dann nicht spielten, während andere „Kracher mit Wertsteigerung“ finden. Trockene Antwort: Müssen sie auch, weil sie scheisse ausbilden, wir machen unsere Kracher selber; Draxler, Meyer, Ayhan, Matip, Höwedes – alle stehen mit Null Euro in der Bilanz, haben aber einen tollen Marktwert. Er bestreite nicht, bei dem einen oder anderen Transfer falsch gelegen zu haben, aber man brauche einen Mix aus jungen und erfahrenen Spielern und es gäbe immer Chancen und Risiken. Dass es für Barnetta oder Pukki nicht ganz gereicht habe, könne man nicht ändern; auch habe er ja „nicht immer unbegrenzt Kohle zur Verfügung“. Transferentscheidungen träfe er immer mit dem Trainer und den Vorstandskollegen gemeinsam. Bei vielen großen vereinen hätte der Trainer zu Transfers gar nichts zu sagen; auch er sei der Meinung, dass sich ein Verein nicht abhängig machen dürfe.

Scouting finde grundsätzlich überall statt; er bekäme „tagtäglich“ Spieler angeboten und schicke dann die Scouts los. Viele wären nach einer kurzen Beobachtung wieder aus dem Rennen, um die anderen zöge sich dann auf der Suche „nach der Nadel im Heuhaufen“ das Netz enger; Leon Goretzka beispielsweise hätten sie sich beispielsweise mindestens zwanzig Mal angeschaut. Manchmal dauere es länger (bei Sidney Sam beispielsweise 8 Monate), manchmal gehe es ganz schnell. Bereits jetzt werde an den strategischen Entscheidungen für 2015/16 gefeilt, wo u. a. der Vertrag des Hunters auslaufe, der im Falle der Nichtverlängerung „nicht durch einen 17jährigen ersetzbar sei“; ein Ersatz in vergleichbarer Qualität koste einen zweistelligen Millionenbetrag. Leider ließ sich Hotte nicht erweichen, uns zu verraten, welche Entscheidungen schon gefallen sind.

Wie steht er zu Spielerberatern, z. B. zur Häufung der Rogon-Spieler bei uns? – Das sieht Heldt ziemlich unaufgeregt; es gebe halt einige „Global Player“, zu denen auch Rogon zähle. Die Spieler könnten zudem frei wählen, zu welchem Berater sie gingen und tauschten sich da auch untereinander aus, daher sei es normal, dass sich in einer Mannschaft schwerpunktmäßig drei oder vier Agenturen wiederfinden würden. Die Ablösesumme von Sam habe er von dessen Berater und nicht von Leverkusen erfahren, das helfe. Wenn die Beraterhonorare nicht mehr als Betriebsausgaben abziehbar seien (es ist ein entsprechender finanzgerichtlicher Prozess anhängig), bekämen alle Vereine Probleme. Mit der Rafinha-Kohle rechne er nicht mehr, auch wenn Genua bei Nichtzahlung bis 31.8. Punktabzüge befürchten muss. Die Verletzten entlasten zwar die Gehaltskosten, da nach der sechswöchigen Lohnfortzahlung Berufsgenossenschaft und Krankenkasse am Zuge seien; dies sei aber schon einkalkuliert.

Kabine 4

Nach satten drei Stunden gab es noch Autogramme, Fotos und allseits zufriedene Gesichter – selbst wenn man nicht jeder Aussage uneingeschränkt zustimmt, gebührt Heldt und dem Team von Schalke 04 ein dickes Dankeschön für einen hochspannenden und sehr offenen Abend. Heldt hat souverän gezeigt, dass man sich vor platten Ferndiagnosen und Pauschalverurteilungen hüten sollte.

In diesem Sinne einen lieben Gruß an meine „Mitstreiter“ - in der Hoffnung auf einen wunderbaren Saisonstart verbleibe ich

Mit blau-weißen Grüßen

Susanne Blondundblau

 Weitere Fotos hier

hondo spielen verbotenWas ist nicht schon wieder alles gelabert worden, viel zu viel und umso mehr substanzloses Zeugs, widerwärtige Denunziation und zelebriertes Versagen, inklusive eigenwilligster Opferlammumdeutung und unfreiwilliger Komik.

Eine Fußballweltmeisterschaft kann man als gewissenhafter Fußballfan nicht sonderlich ernstnehmen. So tat ich es auch nicht wirklich und schaute einen Großteil der WM entweder in den portugiesischen Abendhimmel, oder in mein korrespondierendes Weißweinglas.

Es wurde endlich wieder Zeit, dass man seine Nerven mit anständigem Fußballmüll aus heimischer Produktion malträtiert.

Support your local Versagerteam war an jenem Wochenende mal wieder die routinierte Devise. Stoisch schieben sich die 69PS, des friedfertig vor sich hin werkelnden Selbstzünderaggregates aus schwäbischer Produktion, über die Elbbrücken gen Süden. Die Bezugsgruppe schwitzt leise vor sich hin und die nicht vorhandene Klimaanlage vertikutiert die Brauchluft ohne weitere Überraschungen. Der Kapitän entscheidet sich dazu, den Kurs durch die Veddel zu legen und uns noch einige Höhepunkte der dortigen Sehenswürdigkeiten vorzuführen. Die Mission Pokalaus von Altona 93 begann an diesem Wochenende beim Landesligisten Türkiye in Wilhelmsburg. Wir parkten unser Kraftfahrzeug hinter einer freundlich schattenspendenden Baumreihe, ein glücklicher Umstand, der aber der einzige dieser Art an diesem Nachmittag bleiben sollte. Am Ausschank an der Vereinsgaststätte orderte ich zwei Holsten Edel bekam aber von einem Fragezeichengesicht zwei Astra Urtyp kredenzt. Wer sich ein wenig mit der Arithmetik der Hamburger Fußballvereine auskennt, weiß, wie sich das anfühlt. Und wenn man dann noch für den Kapitän ein alkoholfreies Bier bestellt und dann eine grüne Flasche mit einem Schlüssel in der Hand hält, ja, da möchte man am liebsten zum Stadionsprecher gehen und sich „Hells Bells“ von ACDC wünschen…

Die Ordner vertrieben die Schattensteher, auf Anweisung Schiedsrichters, in die Sonne, damit man ja nicht den Mannschaften in den Nacken fallen würde. Klebriges Bier und Bordershop Cola taten ihr übriges, das Unheil nahm seinen vorbestimmten Verlauf und nach langwieriger 1-0 Führung von Türkiye, glich der AFC unvermittelt aus und schleppte sich in die Verlängerung. Dank der taktischen Meisterleistung des AFC Trainers, der einen gelb-rot-gefährdeten Abwehrspieler so lange auf den Platz beließ, bis dieser in der Tat die gelb-rote Karte zu sehen bekam, ging das Spiel wie gerufen und gemalt in die Hose. Bezugsgruppe grummelte sich in den Mercedes hinein, schaute nicht zurück und fuhr nach Hause.

Dort angekommen schmierte ich mir einige Stullen und wurde von der fröhlichen Realität eingeholt. Das Sponsoren-Kurzturnier im heimischen Stadion. Das Stadion, das ich eigentlich immer nur „Stadion“ genannt habe, genauso, wie das damalige Freibad dort, das man auch nur „Stadion“ nannte. Wieder einmal muss ich anmerken, dass ich ein emotionsloser Traditionalist bin. Und da ich selten Spaß und sonstige emotionale Erfüllung beim Fußball erwarte und erleben möchte, sind mir solche Veranstaltungen zuwider. Auch die sportlichen Erkenntnisse sind zumeist nicht höherwertiger, als der IQ eines singenden Pornostarlets, in der Regel sind diese auch deutlich darunter angesiedelt.

Womit dankte es einem der lokale Oberligist in den Folgetagen? Mit einem Kantersieg gegen einen unbedeutenden Aufsteiger und einer historischen Niederlage gegen den Irgendwie-Rivalen HSV Barmbek-Uhlenhorst. Wieder eine imposante Geschichte, bei deren Staubwerdung man mittelbarer Zeuge sein durfte: die erste Niederlage von Altona 93 gegen BU seit fast 50 Jahren…

Bleibt Zeit, über diese wunderbar sinnlose Zeit nach der Ausgliederungs-Mitgliederversammlung zu sinnieren.

Ein Ehrenmitglied des HSV und ansonsten auch ehrenhaftes und wertvolles Mitglied der Gesellschaft, schickte sich an, sich komplett seiner letzten Restwürde und –achtung der ihn umgebenden Gesellschaft zu berauben und reichte eine obskure Klage oder sonst etwas ein, um die Wirksamwerdung der ausgegliederten Kapitalgesellschaft des Lizenzfußball-Abteilung des HSV zu verhindern. Ein schwachbrüstiger Befangenheitsantrag gegen den Richter, der die Eintragung der Kapitalgesellschaft in das Handelsregister vornimmt. Er scheiterte mit seinem Ansinnen fulminant.

Ein wunderbarer Repräsentant der notorischen Blender, Dummschwätzer, C-Promis und sonstigen Clownfische, die jahrzehntelang in der faden Bilge des HSV umhergeschippert sind und dort honoriger Hanseat gespielt haben. Und wenn es nur zur Ehrenkarte und Würstchen-VIP gelangt hat.

Scheißegal, ich möchte mich nicht mehr wirklich mit solch einem Müll beschäftigen müssen, ich wollte eigentlich für mich ein versöhnlicheres Verhältnis zum Club aufbauen, gerade auch nach dem gefühlt unverdienten Klassenerhalt und der Ausgliederung bzw. der damit verbundenen Diskussion. Ich wollte auch diese kleine und in der Tat unbedeutende Kolumne einstellen und mich einem selbstgefälligen und selbstbestimmten White Noise jenseits dieses regelmäßigen Seelenstriptease hingeben. Mal ein Buch lesen, oder, über belgisches Kontrovers-Kino bloggen. Nein, zum einen zwang mich notwendige Loyalität zurück auf den Ho-Chi-Minh-Pfad der Altonaer Hasspredigt und zum anderen ist die Zeit noch nicht reif, dass ich mir ein anderes Betätigungsfeld suchen mag.

Das geht anderen Leuten ganz anders. Diejenigen, die bei der Abstimmung um die Ausgliederung des HSV unterlegen sind, fühlen sich nicht nur als Verlierer, nein, sie inszenieren sich mittlerweile auch als Opfer. Der Supportersclub bzw. die Abteilung „Fördernde Mitglieder“ habe nun keine Aufgabe mehr und müsse sich auflösen, ruft die amtierende Abteilungsleitung mit definierter Restlaufzeit aus dem Abklingbecken der Mitgliedschaft zu. Weit vor Beendigung der Saison hat eben diese Abteilungsleitung das Internetforum des SC abgestellt, welches ja mal zu Beginn der Nuller mit dem guten Motto „Von Fans, für Fans“ an den Start gegangen ist. Nur wehte den Verantwortlichen nach den Ereignissen des Polizeieinsatzes beim Heimspiel gegen die Bayern, ein etwas garstiger (Meinungs-)Wind entgegen und unkontrollierter Meinungspluralismus war noch nie die Sache der Granden beim SC. Gerade so kurz, vor der alles entscheidenden Mitgliederversammlung, meinte man, mit der „Nord Korea Methode“ das Thema für sich in den Griff zu bekommen. Leider schwamm der SC und seine maßgeblichen Vertreter in den letzten Jahren sediert in der eigenen Kumpelsauce, ohne wirklich mitzubekommen, was um ihn herum geschah, bzw. nicht geschah. Und so kam es, dass nicht unbedingt jeder aufgrund nachvollziehbarer Sachargumente für das Konzept HSV+ gestimmt hat, sondern es rein subjektiv darstellte und unverhohlen sagte, dass „er diese Fresse schon lange nicht mehr sehen kann“…

Diese Menschen fühlen sich nun „aus Gründen“ nicht mehr willkommen und gründen sich einen alternativen Fußballverein, in dem sie sich nun zu betätigen versuchen. Ja, das kann und mag ich nicht weiter kommentieren, weil ich weder inhaltliche, noch sonstige Anknüpfungspunkte zu dieser Veranstaltung besitze.

Ich bin nun mal HSV-Fan in zweiter Generation und mir war ehrlich gesagt 1979 die Rechtsform des Clubs „piepegal“ und für Luft und Liebe hatte auch damals keiner der Spieler die Stiefel geschnürt, von daher, entbinde ich mich der treudoofen Pflicht zur Sozialromantik, denn die ist im Profisport noch nie vorhanden gewesen, also, muss man da auch nicht auf etwas rumonanieren, was man sich herbeiphantasiert hat.

Mit den verschrobenen Phantasien haben wir es ja sowieso in Hamburg. Alles ist irgendwie groß und wenn es nur der Haufen am Morgen ist. Unserm weltstädtischen Charme kann keiner was und den Längsten haben wir erst recht.

Das Geblöke der Arschmaden setzte schon frühzeitig wieder ein, wann es denn nun losgehe mit den Kühne Milliarden, wann denn Bar-Centrale-Didi endlich wieder Dukaten-Didi wird und wann denn endlich die Weltstars kommen und die Wichsgriffel der Pressepfeifen mit Zeilengeld befriedigen.

Und immer wieder deuchte im Hintergrund der Pleitegeier und alles war schrecklich. Überall klafften die Milliardenlöcher, der gestern noch tolle Ausrüstervertrag, war nun auf einmal schrecklich, weil die böse Hexe aus Gehässigkeit einen Passus der Leistungsbezogenheit in den Vertrag hat einarbeiten lassen und -Oh, Graus!- Milliardenlöcher taten sich auf, weil der HSV keine Business-Seats und Logen im gewohnten Maße verkaufen würde. Was ja nun nach der letzten Saison keine ausladende Überraschung sein dürfte, aber, den schlussendlich verantwortlichen Vermarkter offenkundig nicht übermäßig anspannt, lädt man doch potentielle Kunden erst gerade in dieser Augustwoche zum Verkaufstermin ins Nobelhotel. Aber, vielleicht war das ja auch das letzte Presse-Leckerli des alten Elferrates.

Die AG des HSV ist Stand heute gerade mal etwas mehr als einen Monat aktiv und jeder, der mal im entferntesten etwas von REFA gehört hat, weiß dass die Umstrukturierung eines mittelständischen Unternehmens im laufenden Betrieb (sic!), ein bis zwei Jahre dauert. Jeweils, ob man es gut, oder ein wenig besser machen möchte.

                            

Glücklicherweise gibt es auch robuste Initiativen, die nach vorne schauen wollen und der Fan-  und Supporters-Landschaft einen progressiven Charakter geben wollen. So trafen sich in der vergangenen Woche informell ca. 40 Mitglieder, die ein Interesse an traditioneller und beständiger Arbeit des HSV Supportersclub haben. Eine Arbeit am, mit und vom Fan (Supporter) am Wohlergehen des Universalsportvereines und der Unterstützung des „Fan-Seins“ vom Lizenzspielbetrieb des HSV e.V., der ab diesem Sommer irgendwie geartet als Kapitalgesellschaft funktioniert.

Jenseits jeglicher Emotionalität nach dem Verlust des Lizenzspielbetriebes im e.V.-Format, sollte sich auch nun der abwartend geneigte „Konsument“ ein, zwei, drei Realitäten hinwenden:
Der verbliebene Universalsportverein wäre bei einer Schließung und Auflösung des Supportersclub/Abteilung Fördernde Mitglieder schlichtweg finanziell nicht überlebensfähig, insbesondere dann, wenn man sich einen bezahlten Präsidenten gönnen würde (Hey! Ehrenamt!), da eine doch beachtliche Durchsubventionierung des Amateursports durch die Fußballfans erfolgt.

Des Weiteren ist eine Vertretung von Fanbelangen durchaus möglich und angezeigt, ohne, dass Klientel und Postenpolitk betrieben wird. Das erwartet auch die schweigende Mehrheit der Supporters, die sich über die letzten Jahre mehr und mehr aus der Beteiligung zurückgezogen hat, weil eben nur eine Vertretung bestimmter Interessen stattgefunden hat.

Die Mehrheit fand sich abgekoppelt von vielem, und eine echte Repräsentanz gemäß der realen Fanstruktur war kaum wiedergespiegelt.

Darum werde ich persönlich auch den Neustart des Supportersclub unterstützen, weil zwar extrem viel Porzellan zerschlagen worden ist, es aber genug Leute gibt, die positiv und proaktiv zu den traditionellen Werten und Ideen des Supportersclub stehen. Aus dem kleinen Protokoll der informellen Zusammenkunft habe ich folgende Aspekte übernommen:

  • Arbeit von Fans für Fans – Hilfe zur Selbsthilfe gebenVertreten von Fan- und Mitgliederrechten, nicht nur nach außen, sondern auch im e.V. und durch Vereinbarungen mit der AG
  • Unterstützen des e.V. und Erhalt eines Vereinslebens
  • Sicherung der Vorteile der Mitgliedschaft und umfangreicher Angebote für alle HSV-Fans
  • Unterstützung der Profiabteilung (ohne finanzielle Aspekte) und der Fanbetreuung
  • Offen für alle Fans und Mitglieder unabhängig von Alter, Geschlecht, Wohnort etc.
  • Förderung des Ansehens des HSV durch Vertreten von Werten wie Fair Play, Anti-Diskriminierungs-Arbeit etc.
  • Teilnahme in Arbeitsgruppen der AG zu Fanthemen
  • Wahrung und Entwicklung der Mitbestimmung im Verein
  • Eine klare Abgrenzung in Sachen Vereinspolitik, d.h. keine organisierte Einflussnahme, die nicht Abteilungsbelange betrifft..

Eine Auflistung, der man sich ausnahmslos anschließen kann.

1Kirsche

Anfang des Jahres hat der FC Schalke 04 den Bereich Fans vollkommen neu strukturiert und die Bereiche Fans, Mitglieder und Sicherheit unter der Leitung des bisherigen Sicherheitsbeauftragten Volker Fürderer zur der neuen „Abteilung Fanbelange“ zusammengefasst. Die Aufgabe des Fanbeauftragten ging dabei nach dem überraschenden Rücktritt von Patrick Arnold auf Thomas „Kirsche“ Kirschner und Daniel Koslowski über. Während der WM-Ball noch rollte, stand Kirsche fankultur.com für ein offenes königsblaues Interview Rede und Antwort.

fk: Kannst Du Dich den Lesern kurz vorstellen? Wie sieht Deine bisherige Schalker Vita aus?

Kirsche: Ich bin 34 Jahre alt, gebürtiger Gelsenkirchener und von klein auf Schalker, ganz klassisch vom Papa ins Parkstadion mitgenommen. Oft fand ich die Kurve, die Menschenmassen, die Dimensionen interessanter als das Spiel. Von der Gegengeraden wechselte ich dann irgendwann mit den Kumpels in die Nordkurve, ebenfalls klassisch mit Kutte und vielen Schals am Arm. Dann begannen wir auch auswärts zu fahren, zunächst in der näheren Umgebung, später auch weiter entfernte Spiele und kamen mit den Anfängen der Ultra-Kultur in Berührung. Ich befasste mich aktiv mit der Fankultur und dem Ultragedanken in Italien und wurde für rund 10 Jahre Mitglied der UGE, davon 8 Jahre als erster Vorsitzender. 2012 bin ich dann ausgetreten, da sich unterschiedliche Ansichten entwickelt hatten.

Fk: Vom Ultrachef zum Fanbeauftragten, ein nicht gerade alltäglicher Rollenwechsel. Bist Du in Deiner neuen Rolle schon einmal mit Vorbehalten hinsichtlich Deiner Ultra-Vergangenheit konfrontiert worden?

Kirsche: Nee, bislang nicht, auch wenn einige Leute der UGE wohl mit Unverständnis reagiert haben. Ich war ja schon länger Angestellter des Vereins und habe im Vereinsmuseum die Katalogisierung ausgebaut und eine Ausbildung als Bürokaufmann absolviert, daher haben die meisten meine Wahl zum neuen Fanbeauftragten recht unaufgeregt begrüßt. Mir ist wichtig, bei Konflikten den Überblick zu bewahren. Es wird immer Punkte geben, wo die Vereinsmeinung von den Interessen der Fans abweicht; auch die Faninteressen können sehr heterogen sein.

Kirsche3Fk: Laut den recht bürokratisch formulierten „Richtlinien zur Fanbetreuung in den Vereinen“ des DFB, die Ausfluss des nationalen Konzepts für Sicherheit und Sport (NKSS) sind,  hat ein Fanbeauftragter eine Doppelstellung: Einerseits soll er die Anliegen der Fans vertreten, andererseits aber auch ein Auge auf die Interessen der Vereine und insb. der Sicherheit haben. Googelt man, findet man sehr unterschiedliche Zuständigkeitsbereiche der Fanbeauftragten der deutschen Profivereine. Wie sieht Dein Job auf Schalke aus, hast Du in den ersten Monaten bereits Schwerpunkte feststellen können?

Kirsche: Der Bereich Fans überwiegt ganz deutlich, ihre Interessenvertretung, die Kommunikation, Ansprechpartner für einzelne Fans und Fanorganisationen zu sein. Der Bereich Sicherheit spielt natürlich mit hinein, ist aber dank der Organisation unserer Abteilung jederzeit auf dem kurzen Dienstweg erreichbar. Ich werde diesbezüglich die Vereinsmeinung vertreten, kann sie aber auch aktiv mitgestalten, wobei es - wie überall -  natürlich einmal vorkommen kann, dass diese trotzdem von meiner persönlichen Sicht der Dinge abweicht. Im sicherheitsrelevanten Bereich ist der Sicherheitsbeauftragte vorne, selbst wenn ich aus der Perspektive der Fans auch andere Wünsche nachvollziehen kann. (grinst)

FK: Die Kommunikation mit den Fanorgas war zuletzt ein häufiger Streitpunkt, das TFO (Treffen der Fanorganisationen) ist quasi sanft entschlafen, im SFCV rumorte es, es gab Austritte und Legitimationsprobleme, weil sich viele Fans nicht mehr vertreten fühlten. Wie willst Du auf dieser „Baustelle“ weitermachen?

Kirsche:  Ich werde Ich werde den Dialog fördern und Themen gemeinsam mit den Fanorganisationen angehen. Der SFCV wird dabei ein großes Thema sein; die Umstrukturierung der Fanabteilung und des SFCVs wurde ja Anfang des Jahres wieder rückgängig gemacht. Zukünftig werden wir z. B. die Vorbereitung der Auswärtsspiele übernehmen; die Fanclubbetreuung verbleibt beim SFCV. Auch das Infomobil wird weiter vom SFCV betreut, das wäre für uns personell nicht zu stemmen. Neben dem SFCV steht meine Tür natürlich auch allen anderen Fanorganisationen offen.

FK: Wo haltet Ihr Euch eigentlich während der Spiele auf?

Kirsche:  Bei Auswärtsspielen sind wir regelmäßig im Gästeblock dabei; bei Heimspielen meistens eher mit den Gästefanbetreuern in der Nähe des Gästeblocks. Es hat sich bewährt, in der „heißen Einlassphase“ vor Ort zu sein und die Leute zu kennen, so kann man manche kleineren Wogen bereits glätten. Und dann geht eben auch der Fahnenstock mit 1,25m rein, statt akribisch die zulässigen 1,20 m abzumessen…

FK: Kommst Du selber noch dazu, das Spiel zu schauen?

Kirsche:  Geht so. Die Pflege von Kontakten und das frühzeitige Reagieren auf Sondersituationen stehen im Vordergrund, aber wenn nichts Außergewöhnliches passiert, kann ich schon einige Minuten gucken.

Kirsche2

FK: Apropos Kontaktpflege: Arbeitet Ihr mit der Polizei und insbesondere den szenekundigen Beamten zusammen?

Kirsche:  Ja, vor allem am Spieltag; ansonsten gibt es keine festen Termine, sondern kurzfristige Absprachen bei besonderen Anlässen, wenn z. B. die Stadionverbotler gemeinsam in der Kneipe ein Spiel verfolgen wollen.

FK: Stadionverbote, ein heißes Thema - Du dürftest einer der wenigen Fanbeauftragten sein, die dabei auch „die andere Seite“ kennengelernt haben. Was nimmst Du aus Deinen eigenen beiden Stadionverboten für Deine Arbeit mit?

Kirsche: Dass ich aus eigener Anschauung  weiß, wie schlecht sich das für die Betroffenen anfühlt und dass Stadionverbote nicht immer einen Lerneffekt haben.  Ich sitze ja gemeinsam mit dem Stadionverbotsbeauftragten Robert Laudinski, einem Vertreter des Fanprojekts, einem Vertreter des SFCV in der „Stadionverbotskommission“, die die Betroffenen anhört. Die finale Entscheidung trifft der Stadionverbotsbeauftragte, aber wir haben die Möglichkeit, ihn vorher zu beraten, z. B. weil uns der Betroffene bereits bekannt ist oder wir eine bessere Einschätzung der Gesamtsituationen und des Verhaltens der Sicherheitskräfte haben. Das Verfahren soll möglichst transparent sein; auch wenn es natürlich immer noch keinen Spaß macht, glaube ich, dass wir diesbezüglich weiter sind als vor fünf  Jahren, als oft jegliche Gelegenheit zur Stellungnahme fehlte.

Ich finde Stadionverbote generell nicht gut, muss aber akzeptieren, dass es sie nun einmal gibt. Ich kann sie nicht abschaffen, aber meinen Teil dazu beitragen, das Prozedere so fair wie möglich zu gestalten.

FK: Habt Ihr die Möglichkeit, diesbezügliche Änderungen anzuregen? Die Abschaffung des unsäglichen „Verdachtsstadionverbotes“ bei bloßer Einleitung eines Ermittlungsverfahrens, dessen Fortgang oder Einleitung dann gerne möglichst lange verschleppt wird, wäre ein echter Fortschritt.

Kirsche: Das ist bereits bei uns in der Stadionverbotskommission thematisiert worden und es soll auch noch eine themenspezifische Tagung der Fanbeauftragten dazu geben. Bei uns ist es heute schon so, dass wir im Regelfall abwarten, was das Ermittlungsverfahren ergibt und versuchen, dies in die Bewertung der Situation einfließen zu lassen. Außerdem ziehen wir in Erwägung, ein „Bewährungssystem“ zu schaffen, auch wenn ein Stadionverbot juristisch keine Strafe, sondern eine Präventionsmaßnahme ist.

FK: Wie werden Stadionverbote eigentlich überwacht? Ich stelle es mir schwierig vor, z. B. unter Auswärtsfans jemanden rauszufiltern, der sich nicht auffällig benimmt. Man kann schließlich nicht 60.000 Leute scannen, ob da vielleicht ein Stadionverbotler mit Perücke und Sonnenbrille bei ist.

Kirsche: Stimmt, de facto werden die Stadionverbote nicht überwacht. Deren Einhaltung zu überprüfen gehört indes nicht zu den Aufgaben des Fanbeauftragten.

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FK: Mit der „königsblauen Hilfe“ und dem „Repressionsfonds Nordkurve“ haben sich nach jahrzehntelangem diesbezüglichen Dämmerschlaf der Schalker Fanszene nunmehr nahezu zeitgleich direkt zwei Initiativen gegründet, die Schalkefans bei juristischen Problemen mit Strafverfolgungsbehörden mit Rat und finanzieller Unterstützung zur Seite stehen. Hattest Du schon Kontakt zu ihnen?

Kirsche:  Ja, die königsblaue Hilfe hat sich in zwei Gesprächen bei uns vorgestellt, woraufhin wir ihnen u. a. die Counterkasse West als Infopoint zur Verfügung gestellt haben.  Mit der UGE sind wir ohnehin ständig in Gesprächen, wenn auch noch nicht speziell über den Repressionsfonds.

Ob es wirklich zwei parallele Fanhilfen geben muss, müssen diese untereinander klären; ich finde es sehr gut, dass man sich überhaupt mit diesem Thema beschäftigt. Wir begrüßen das und hoffen, dass sich durch juristische Aufklärung und den Kontakt mittelfristig vielleicht das Verhältnis zur Polizei dadurch entspannt.

FK: Polizei, spätestens seit dem August letzten Jahres ebenfalls ein brandheißes Thema für Schalkefans. Wie hast Du den „SuperGAU“ beim Qualifikationsspiel gegen Saloniki erlebt?

Kirsche:  Aus Fanbeauftragtensicht kann das nur Patrick Arnold beantworten; ich weiß aber, dass sich Patrick und Volker (Fürderer) vehement gegen den Polizeieinsatz in der vollbesetzten Nordkurve ausgesprochen haben. Aus Fansicht – ich war in Block I  dabei – kann ich den Einsatz nicht nachvollziehen und hoffe, dass uns dieser Konflikt nicht noch länger beschäftigen wird.

FK: Was ist mit anderen unpopulären Maßnahmen wie Sonderanreisewegen oder „Nacktzelte“, denen sich z. B. französische Fans auf Schalke auch bereits unterziehen mussten?

Kirsche: Auch da werde ich beratend zur Seite gezogen, die Entscheidung trifft Volker (Fürderer). Er hat bereits gesagt, dass er diese Maßnahmen heute nicht mehr so treffen würde und ich hoffe ebenfalls sehr, dass das nicht mehr vorkommt.

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FK: Tauschen sich die Fanbeauftragten eigentlich untereinander aus?

Ja, es gehört zum fairen Umgang, beispielsweise auf die zulässigen Tifo-Materialien oder Anreisewege hinzuweisen, dito auf Sondermaßnahmen wie z. B. die Untersuchungscontainer in Bremen oder Frankfurt, es sei denn, es handelt sich um geheime Aktionen der Polizei.

FK: Wie hast Du den ersten internationalen Trip nach Madrid als Fanbeauftragter erlebt? Es gab da einige Irritationen, dass sich der SFCV nach der VIP-Einladung für 30 handverlesene Fans so ausgiebig bei Dir für die Betreuung bedankte. Sollte der Schwerpunkt nicht eher beim „normalen“ Fan als beim VIP liegen?

Kirsche: Ich begleite schon seit anderthalb Jahren den Tagesflieger, aber die Sicherheitsbesprechungen etc. waren auch für mich neu. Leider konnte ich so nicht beim Fanmarsch dabei sein, diesen hat Daniel begleitet.

Die Einladung ins Real-Café sah anfangs nach einer Werbebroschüre aus.  Nach dem Hinspiel hat Bodo Menze, unser Koordinator für internationale Beziehungen, dann aber den Fanclubvorsitzenden kennengelernt und mich gebeten, den Termin mit ein paar Anhängern wahrzunehmen. Dass die Spanier dass dann so groß aufgezogen haben, war mir vorher nicht bekannt und hatte nichts mit handverlesenen Fans zu tun. Mein Schwerpunkt ist jedenfalls die Betreuung aller Schalker Fans bei Fragen oder Problemen, ich sehe mich nicht als VIP-Hostess. (grinst)

FK: Wie sieht es mit den „ganz normalen unorganisierten Fans“ aus?

Kirsche: Auch diese können sich jederzeit per Mail oder persönlich mit Anfragen an uns wenden; wir werden zudem den Bereich Fanbelange auf der Homepage deutlich ausbauen und dort und bei Facebook Infos einstellen. Wir werden auch versuchen, „Sprechstunden“ und eventuell eine feste Anlaufstelle bei Heimspielen einzurichten, da gibt es keinerlei Berührungsängste. Auch bei Amateurspielen werden wir versuchen, zumindest einen Mann vor Ort zu haben.

FK: Hattest Du auch schon Berührungen mit der Profimannschaft?

Kirsche: Bislang hielt sich das sehr in Grenzen, im Trainingslager gab es aber schon vermehrt Kontakte.

FK: Vielen Dank für Deine Offenheit und die interessanten Einblicke! Abschließend: Was war persönlich Deine schönste Tour mit Schalke?

Kirsche: Das ist schwer, es gab so viele tolle Fahrten: mit dem Zug in die Ukraine oder eine Woche in Israel rund um das Gastspiel bei Hapoel Tel Aviv. Oder der UI-Cup in Skopje. Eigentlich war jede Reise ein besonderes Erlebnis und großes Glück so etwas mit dem eigenen Verein erleben zu dürfen.

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

 

draußenVorweg: Ich bin eine dem Teenageralter schon etwas länger entwachsene Akademikerin, habe einen verantwortungsvollen Job, spreche in ganzen Sätzen, kann mit Messer und Gabel essen und schubse weder Rentner noch kleine Kinder. Anders ausgedrückt: Ich sehe durchaus aus wie ein anerkanntes Mitglied unserer Gesellschaft und werde normalerweise auch so behandelt.

Leider bekommt das „normalerweise“ ziemlich regelmäßig eine Delle, meistens samstags. Denn ich bin nebenbei auch noch bekennender Fußballfan, der gerne die königsblauen Farben spazieren trägt. Und ein Fußballtrikot abseits des Platzes erzielt leider bei nicht wenigen geBILDeten Leuten ungefähr den Effekt der Beißmaske von Hannibal Lecter.

Zwei Beispiele vom Wochenende gefällig? Als Krefelderin habe ich natürlich die günstige Gelegenheit genutzt, die U 23 des FC Schalke 04 beim Gastspiel zum Auftakt der Regionalliga beim KFC Uerdingen in der Grotenburg zu unterstützen. Das Spiel mutierte aufgrund eines sintflutartigen Wolkenbruchs in der zweiten Halbzeit zu einer Wasserballschlacht, bei der alle Beteiligten mit dem 1:1 prima leben konnten; es gab weder Stress noch irgendwelche Anzeichen für Gewalttätigkeiten. Dies hielt die Polizei aber nicht davon ab, nach Spielschluss die Violstraße hermetisch abzuriegeln und allen Trikot- und Schalträgern den Durchgang zu verweigern, während neutral gekleidete Anwohner passieren durften. Und es stauten sich auf beiden Seiten stinknormale Leute  und Familien und nicht gerade die Schlägerelite… Besonders unrühmlich tat sich dabei mit martialischer „Ich Chef Du nix“-Miene eine blonde Polizeibeamtin hervor, die uns anpampte, sie sei Beamtin des Landes Nordrhein-Westfalen und wenn sie etwas sage, „habt Ihr das gefälligst zu befolgen!“ Bin ich als Fußballfan ein Mensch zweiter Klasse, der potentiell gefährlicher, krimineller und mit weniger Bürgerrechten (ich lasse mich ungern von unsouveränen und machtgeilen Menschen duzen, auch wenn sie Uniform tragen) ausgestattet ist als Max Mustermann….?!

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Nachdem die schrecklichen wilden Horden aus Gelsenkirchen in die Busse zum Uerdinger Bahnhof verfrachtet worden waren, wurde der Durchgang wieder freigegeben und ich wollte die Gelegenheit nutzen, in einem nahegelegenen Lebensmittelmarkt noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Einem Lebensmittelmarkt übrigens, in dem ich seit Jahren immer wieder Kundin bin. Doch anders als sonst trafen mich dieses Mal schon beim Reingehen misstrauische Blicke und ein Lakai, der gerade noch das Gemüse gerade gerückt hatte, heftete sich auffällig-unauffällig an meine Fersen. Der Hinweis, dass ich durchaus alleine zurechtkäme, führte nur zu einem tumben Blick. Als die Groschen endlich gefallen waren, stand ich schon mit meiner höchst kriminellen Ausbeute Vanilleeis, Vollkornbrot und Deoroller an der Kasse. Zum letzten Mal übrigens, denn in so einem vorurteilsbeladenen Schuppen wird man mich nicht wieder sehen.

Man könnte die Aufzählung beliebig fortsetzen und von Tankwarten berichten, die fieberhaft unter dem Tresen nach etwas zur Selbstverteidigung zu kramen beginnen, wenn ein müder Auswärtsfahrer im Trikot in den Verkaufsraum schlufft. Oder den kleinen Schikanen wie die Frage „können Sie das denn auch bezahlen?“ und dem Verlangen des Personalausweises bei EC-Cash, wenn man im Trikot eine „gutbürgerliche“ Gaststätte entert. Plötzlichen „Personenkontrollen“ in öffentlichen Verkehrsmitteln. Und Fußballfans, die auch noch in das Raster „männlich, jung, Testosteron“ passen, könnten den Geschichten noch ein paar unrühmliche Bände hinzufügen.

Alle diese Vorfälle sind Ausfluss einer bereits seit Jahren laufenden Imagekampagne mieser Boulevardmedien und des „Taliban in grün“ Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft gegen Fußballfans, bei denen durch gezieltes Aufbauschen negativer Vorfälle der Eindruck erweckt werden soll, alle Fußballfans seien zündel- und gewaltbereite Problembären, die nur mit immer schärferen Sicherheitssanktionen und Einschränkungen daran gehindert werden können, Deutschland in Schutt und Asche zu legen. Die Verhältnisse werden dabei so verzerrt dargestellt, dass kein „Unbeteiligter“ realisiert, dass deutsche Stadien sicherer sind als je zuvor (und sicherer als beispielsweise ein Besuch beim  Münchner Oktoberfest oder eine nächtliche Fahrt mit der Berliner U-Bahn). Ja, es gibt schwarze Schafe unter den Fußballfans – aber eben nicht mehr als unter Festival- oder Kirmesbesuchern oder Polizisten! Gemessen an den Millionen Besuchern der boomenden Bundesliga sind die tatsächlich Gewalttätigen eine verschwindend kleine Minderheit – und deshalb sollen ALLE unter generalverdacht gestellt werden?!

no colorsIch wünsche mir, dass die Millionen friedlicher und verrückter Fußballfans, die ihr Team unterstützen wollen, ohne dabei scheel angeguckt zu werden, noch deutlicher als bisher Flagge zeigen gegen die zunehmende Kriminalisierung unserer gesamten Gruppe. Fußballfans sind keine Verbrecher!!! Wenn Millionen enthemmt feiernde Deutschlandfans ein traumhaftes Sommermärchen sind, gibt es keinen Grund, dass dieselbe Anzahl Schalker, Dortmunder, Bayern, Lauterer, Fortunen etc. ein gesellschaftliches Problem darstellen sollen. Fußballfans sind verdammtnochmal besser als Ihr Ruf, auch wenn Wendt & Co das Gegenteil suggerieren wollen. Vielleicht schaffen wir es ja, das verzerrte Bild wieder etwas gerader zu rücken, um nicht irgendwann in totaler Überwachung und englischen „No colors!“-Verhältnissen zu landen.

Blau-weiße Grüße

Susanne Blondundblau

Samstag, 07 Juni 2014 21:01

Derby mit (Kampf)sparschweinen!!!

geschrieben von

 

schweineduellEine große Tageszeitung sammelt gerade die Geschichten ihrer Leser, wo sie die bisherigen deutschen WM-Triumphe 1954, 1974 und 1990 erlebt haben und auch bei anderen historischen Ereignissen wird zur Beweis der Wichtigkeit gerne einmal hervorgehoben, dass jeder noch wisse, unter welchen Umständen er die Nachricht davon erfahren hat. Klassisches Beispiel ist die Mondlandung. Nun waren zwar noch keine Schalker auf dem Mond, obwohl sich so eine schöne blauweiße Traditionsfahne dort oben bestimmt gut machen würde, aber „einen kleinen Schritt für Marc Wilmots, ein großer Schritt für den königsblauen Teil der Menschheit“  hatten wir auch: Jeder volljährige Schalker kann mit leuchtenden Augen berichten, wo, wie und mit wem er den größten Erfolg unserer Vereinsgeschichte erlebt und gefeiert hat. Nicht nur die Glücklichen, die in San Siro live dabei sein konnten; nein, auch die zigtausenden Schalker im Parkstadion, den heimischen Wohnzimmern und an vielen anderen teilweise kuriosen Orten können berichten, wie sie, wie wir sensationell UEFA-Cup-Sieger wurden.

Diese vielen Geschichten filmisch für die Nachwelt festhalten und dem Transparent „DAT ERZÄHL ICH MEINE ENKEL“ Geltung verschaffen möchten Jörg Seveneick, allen Schalkern bestens bekannt, und Frank Bürgin, nicht minder schalkeaffin und -erfahren. „San Siro – der Film für die Enkel“ soll das Werk heißen und den historischen Abend aus der Sicht der „geilsten Fans der Welt“ schildern.

 Enkel

Professionelles Filmemachen kostet aber bekanntlich Geld, auch wenn der künftige Blockbuster keine teuren Special Effects wie eine einstürzende Wellblechhütte benötigt. Die beiden Macher haben deshalb über Startnext eine Crowdfunding-Aktion zur Finanzierung gestartet, die ich jedem Schalker dringend ans Herz legen möchte: http://www.startnext.de/san-siro/

EnkeljörgBenötigt wird die für einen 90minütigen Film vergleichsweise bescheidene Summe von 170.000 €, gleichwohl sind drei Wochen vor Abpfiff erst ein Drittel der Gelder aufgebracht – kann es wirklich sein, dass über 120.000 Schalker Vereinsmitglieder und eine satt siebenstellige Zahl Schalker Fans und Sympathisanten nur ömmelige 57.173 € für ein solches Herzblut-Projekt über unseren Verein, über unseren Triumph übrig haben?! Wenn allein jeder, der schon einmal  „wir schlugen Roda, wir schlugen Trabzon, wir schlugen Brüüüüüüügge sowieso…“ mitgesungen hat, nur einen Euro spenden würde, müsste das Projekt locker die Millionengrenze knacken!

Die Summe ist frei wählbar, auch kleine Beträge helfen. Außerdem kann man „Dankeschönpakete“ wählen, wo man nach Abschluss des Projekts honoriert wird. „Roda“ z. B. kostet nur 10 € und man wird im Abspann erwähnt; für nur 19,04 € gibt es „Brügge“:  Ebenfalls Name im Abspann und eine DVD. Ein Risiko besteht nicht, wenn das Finanzierungsziel nicht erreicht wird, bekommen alle Unterstützer ihr Geld zurück.

SpendeAlso, liebe Schalker: Tut ein gutes Werk und tragt Euer Scherflein dazu bei, dass dieses Filmprojekt realisiert werden kann! Wartet nicht darauf, dass schon genug andere spenden oder gefälligst ein paar Großkopferte die großen Pakete buchen sollen! Und wem die Eurofighter alleine noch nicht genug Motivation sind: Unsere fiesen Nachbarn aus der verbotenen Stadt haben bei einer ähnlichen Aktion für den Film „Am Borsigplatz geboren“ über die Gründerzeit ihres schwatzgelben Haufens fast 220.000 € zusammenkratzen können – das sollten wir verdammtnochmal nicht auf uns sitzen lassen, dass wir nicht mindestens ebenso viel für unseren Verein und seine Geschichte übrig haben!!! Das Derby in der Sommerpause wird als Sparschweinrennen entschieden, also gebt Euch einen Ruck und schickt als gute Tat zu Pfingsten ein paar Euro nach Gelsenkirchen.

Blau-weiße Grüße und ein sonniges langes Wochenende,

Susanne Blondundblau