Sky Diving Deluxe – die Saison des VfL Bochum
geschrieben von Nadine Hampel in Bochum BlogWer schon einmal einen Tandemsprung oder neudeutsch Skydive gemacht hat, der kennt das Gefühl: man fliegt zuerst in die Höhe, weiß nicht ganz was einen erwartet, dann, kurz oben angekommen, wird man, abhängig von jemand anderem, an den man gebunden ist, in die Tiefe gestürzt. Man macht ein paar Salti, schaut sich die Umgebung an, verzieht das Gesicht im Luftstrom, sieht, dass der gefährliche Boden näher kommt, immer näher und näher und...Ratsch zieht endlich jemand an der Reißleine, der Fallschirm geht auf und man gleitet sanfter gen Boden, als man für möglich gehalten hätte. Selbst wenn das Aufkommen an selbigem nicht ganz weich ist, man ist so voller Glücksgefühl und Adrenalin, dass man dies nicht mehr wahrnimmt.
Was bemerkt? Genau. Das ist die perfekte Saisonbeschreibung des VfL Bochum.
Motiviert und gespannt wie das Gummiband zur Fixierung der Schuhschnürung stürzten sich die Jungs um Trainer Andreas Bergmann („ach jaaaa, da war ja was bzw. wer...“) anne Castroper in die neue Saison. Ein paar Spieler wie Inui und Vogt hatten das Ruhrstadion zwar Richtung Liga 1 verlassen, durch Neuzugänge wie Lumb oder Tasaka und Ausleihen wie Ortega und Scheidhauer sollte dies aber aufgefangen werden. Danach sah es zuerst auch aus. Die Saison startete tatsächlich mit einem Höhenflug, nach dem ersten Spiel stand man sogar kurz auf Platz 1 der Tabelle, nach dem ersten Spieltag auf Platz zwei. Da dies so unglaublich ist, habe ich es mal festgehalten.

Innerhalb der gesamten restlichen Hinrunde wurden nur noch zwei Siege erzielt, auch fünf Unentschieden können die Bilanz nicht retten. Andreas Bergmann, der Nachwuchsformer von Hannover 96, hatte sich zwar mit den Bochumern aus dem Flugzeug gestürzt, dann aber scheinbar die Orientierung während des freien Falls verloren. Carsten Neitzel übernahm die Steuerleinen, erreichte in der Bundesliga außer einem kurzen Auftrieb zum Beginn der Rückrunde nicht wirklich mehr als sein vorheriger Chef. Zwar sah es im DFB-Pokal eine Zeit lang wirklich gut aus, doch das half nichts. Die Bochumer Jungs gerieten nicht nur gefährlich nah an den Boden der Liga, die stets unterstützenden Fans wandten sich langsam ab und machten es nahezu gefährlich, sich mit einem Bochum-Wappen de Ost-Tribüne zu nähern. Verständlicherweise!
Die Schritte, die kurz vorm Aufprall, nein, eigentlich kurz vom Durchbruch in die dritte Liga, getätigt wurden, gingen in die neuste Geschichte ein.
Sarkastisch gemeinte Kommentare der zuvor vergangenen Wochen wurden wahr, die Uhr wurde (wahrscheinlich vom Pink Panther persönlich) zurückgedreht auf die frühen 2000er und Udo Jürgens hätte vermutlich mit Freude „Der Mann mit dem Schnäuzer kommt nach Haus“ gesungen, wenn ihn einer gefragt hätte.
Plötzlich war das Ruhrstadion elektrisiert, hoffnungsvoll und vor allem ausverkauft. Gut, die Spieler wollte zwar immernoch keiner sehen, aber immerhin Papa Schlumpf Peter. Plötzlich lief es. Plötzlich konnten Chancen verwertet werden, es fielen Tore, Spieler wie Zlatko Dedic zwirbelten die Kirsche wieder ins Netz. Wer war jetzt plötzlich Energie Cottbus, St. Pauli oder sogar der 1. FC Köln? Sie waren Peddarisiert! So!
Aktionen rund um den Slogan „Wir bleiben drin“ mobilisierten Massen von Fans, die dicke kleine Schwester VfL Bochum wurde wieder gemocht und mit Solidarität überschüttet.
Mit Pedda im tatsächlichen Schlumpf-Style glitt der VfL Bochum am Ende weich in Richtung Tabellenplatz 14 mit sogar einem Punkt mehr als im Vorjahr (Platz 11). Die unsanfte Landung an den letzten beiden Spieltagen störte niemanden, denn der Klassenerhalt war geschafft. Es gab nur noch Freude, Adrenalin und niemanden interessierten schmerzende Füße vom harten Boden, dem man so nah gekommen war.
Es war groß!
Diese Euphorie, diese Leidenschaft und Bereitschaft Alles zu geben, die muss mit in die neue Saison. Zusammen mit Peter. Entgegen aller Erwartungen hat Papa einen Vertrag bis 2015 bekommen und geht das Ziel oben angreifen an. Helfen werden ihm dabei bekannte, aber auch neue Spieler, von denen immerhin schon ein paar feststehen.
Verlängert haben Patrick Fabian (bis 2014), und Slawo Freier (bis 2014), als neue Spieler stehen schon Heiko Butscher, Christian Tiffert und Smail Morabit fest, außerdem werden Joel Reinholz und Jan Gyamerah aus der U19 heraufgeholt. Das ist vermutlich noch nicht alles, denn das Transferfenster ist noch eine Weile offen.
Glücklicherweise dauert die Sommerpause auch nur bis zum 19.7. und überbrückt wird sie mit Spielen gegen Preußen Münster (30.6.), der offiziellen Saisoneröffnung (6./7.7.) und dem Knaller-Testspiel gegen Aston Villa (14.7.).
Es ist also nur etwa ein Monat, Leute! Sammelt Kraft, Euphorie und Endorphine, wir sehen uns in der neuen Saison und zwar ohne Fallschirm!
Bochum kann Meister werden!
Wenn auch nicht sofort...
Eure Nadine

Boris Becker wusste es schon 1999 und seit vorgestern wissen es auch die Bochumer Jungs und Mädels mit Sicherheit: WIR SIND DRIN!
Wochenlange Arbeit und ausgebrannte Nerven haben sich gelohnt, der gemeine VfL-Fan ist innerhalb der letzten Spieltage nicht umsonst um mindestens fünf Jahre gealtert und das wichtigste von allem: die Haare werden blau!
Mit dem Spiel gegen den FSV Frankfurt, welches zwar, nach einer zuletzt aufgestellten Serie von vier Siegen in Folge, verloren wurde, steht der Klassenerhalt trotzdem fest. Mit jetzt 38 Punkten und damit genug Vorsprung vor den Abstiegskandidaten, hat sich der VfL in der zweiten Liga behauptet.
Ja, es war eng. Und ja, man hätte sicherlich früher eingreifen müssen in gewisse Vereinsstrukturen und Vorgehensweisen. Aber mal ehrlich: Interessiert das jetzt noch wen?
Die mitgereisten Fans von Sonntag Nachmittag jedenfalls mit Sicherheit nicht, denn die machten schon den Schlusspfiff in Frankfurt zu einem absoluten Ausbruch von Begeisterung, Erleichterung und purer Freude.
Wie wird das also erst am Sonntag, wenn das Ruhrstadion vielleicht sogar wieder ausverkauft ist und die Bochumer Jungs von all ihren Fans begrüßt werden? Es wird sicherlich großartig. Wie Peter Neururer nach dem Spiel schon sagte, muss natürlich alles gegeben werden und auch das letzte Spiel will man wieder gewinnen aber naja....auf den Rängen wird 90 Minuten gefeiert, da kann auf dem Feld fast schon der letzte Prütt geschehen.
Die erste Station dieser „Wir bleiben drin“-Party findet übrigens heute Abend statt, wenn sich Peter um 22.15 Uhr bei Sport1 die Haare blau-weiß färben lässt. Eher noch lassen muss, denn dies war ein Wetteinsatz, an den er selbst nicht glaubte, den er nun aber sicher mit Freuden einlöst.
So wird am Sonntag beim Spiel gegen Union Berlin nicht nur der Himmel blau-weiß sein.
Ich bin einfach froh, dass zwar zu einem fast schon unrealitischen Zeitpunkt,aber wie wir sehen doch noch früh genug, die Reißleine gezogen wurde und Überfeuerwehrmann Peter am vorletzten Spieltag mit den Bochumer Jungs die Klasse halten konnte.
Hier muss sich niemand in der Besenkammer verstecken, denn
Wir sind drin!!!
Eure Nadine
Dieses eine Wort drang durchs ganze Stadion, Dieses eine Wort beschrieb die unglaubliche Euphorie, die tatsächlich noch eine Schippe draufgelegt hatte seit dem Pauli Spiel. Dieses Wort, diese drei Silben waren der Ausdruck des 12. Mannes, der alles gab an diesem Nachmittag in Bochum, es war die 15000 Fähnchen, die vorher verteilt wurden, war die blaue Wand. Es war
AUSVERKAUFT.

Seit dem Pokalspiel gegen Bayern 2011 drang dieser Begriff nicht mehr durchs Ruhrrstadion und wenn man ehrlich ist, beschreibt es trotz allem nicht das, was man erlebte, wenn man in der Menge stand. Oder als bei „das ganze Stadion hüpft“ auch das ganze Stadion hüpfte. Achso, außer die Kölner. Die rote Wand, die im Übrigen ebenfalls ziemlich imposant war, hatte zu diesem Zeitpunkt nämlich schon das Nachsehen. In der Ostkurve gab es daher zahlreiche Überläufer,die sich von der Stimmung einfach mitreißen ließen, obwohl sie für Köln waren. Warum auch nicht!
Irgendwie hatte man am Anfang das Gefühl gehabt, die Euphorie des letzten Spiels hätte einen kleinen Dämpfer, jetzt war es schon nicht mehr ganz so überraschend, dass es so voll war und naja, gegen Köln, da hatte man auch wenig Hoffnung. Dann das 0:1 und das war okay, denn es ist Köln und so...aber dann das 1:1 und plötzlich...brach es einfach los.
Es war eine riesige Welle der Begeisterung und Köln ging einfach unter. Es war gleichzeitig die Erleichterung, die Ungläubigkeit und die pure Freude, die sich im Stadion breit und die Kölner Fans still machte.
Natürlich, das klingt jetzt als wäre Köln spielerisch unterlegen gewesen. Nein, das kann man nicht so sagen und bis zur letzten Minute war noch alles drin. Ein Ausgleich wäre für den VfL auch großes Kino gewesen. Aber der Sieg, der war unbeschreiblich.
Nur Schalke-Fans können nachvollziehen, wie panisch man sein kann, wenn ganze fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt werden, wenn es im Spiel gerade um alles geht. Nachgespielt wurden dann übrigens 7,5 Minuten, dieses Mal aber mit einem Happy End in Blau-Weiß. Als gegen Ende sogar eine „Wir bleiben drin“-Version des Ur-Pott-Lieds, dem Steigerlied gesungen wurde, war das aber alles vergessen.
So soll es bleiben! Noch sind wir nicht 100% drin geblieben, aber viel fehlt nicht! Machen wir aus dem letzten Spiel eine große Klassenerhalts-Party und toppen wir Samstag nochmal! Danach gibt’s blaue Haare: Peter liebt den 12.Mann, der 12. Mann liebt Peter!
Bochum Schal: ab 8 Euro
Karte fürs Stadion: ab 11 Euro
Den 1. FC Köln schlagen, obwohl niemand so recht dran geglaubt hat: UNBEZAHLBAR
Wir bleiben drin!
Eure Nadine
Peter Peter Peter Peter Peter
geschrieben von Nadine Hampel in Bochum BlogLange habe ich überlegt, wie ich diesen Blog nennen soll. An Einfällen mangelte es dabei keineswegs. „Euphoria“, „In alter Manier“, „Auferstanden“, „The one and only“, „Ein Schnäuzer für ein Hallelujah“, und und und....die Frage war also nur, welcher Titel wirklich diesen absoluten Ausnahmezustand am Freitag Abend in Bochum beschreiben würde.
Mit Ausnahmezustand meine ich gar nicht unbedingt den Heimsieg des VfL, der ja nun auch lange auf sich hat warten lassen oder die Tatsache, dass Chancen tatsächlich verwertet wurden. Ich meine diese außergewöhnliche Stimmung, die mir beim Gedanken daran noch immer Gänsehaut verleiht. Sie war nicht nur gut, sondern auch ausgelassen, befreiend und erleichtert.
Nachdem der VfL nach langer Durststrecke und mit Motivations-Urgestein und Bundesliga-Rettungsboje Peter Neururer am gestrigen Sonntag tatsächlich drei Punkte in Cottbus einfahren konnte, hat sich der Verein seinerseits ein paar nette Ideen einfallen lassen, um mehr Leute zu motivieren und für die nächsten drei Punkte ins Stadion zu holen.
Am kommenden Freitag sollen gegen St. Pauli die ersten drei Heimpunkte seit dem 16.12.12 (4:0 gegen Paderborn) an der Castroper Straße bleiben. Dafür braucht die Mannschaft nicht nur Kampf(schwein)geist und den nötigen Effet um die Kirsche auch ins Netz zu hauen, sondern auch ordentliche Unterstützung.
Die Aktion „Wir bleiben Drin – aber nur mit Dir“ hat daher viele Facetten, um möglichst viele Fans und Fußballbegeisterte ins Schmuckkästchen der Stadt zu holen. Zur Aktion gehören online versendbare Postkarten, die den Empfänger bei Erscheinen gegen St. Pauli auf ein Fiege einladen und die bei Abgabe auch noch an einer Verlosung für drei Dauerkarten teilnehmen. Außerdem gibt es Plakate und Postkarten, die den großen „Wir bleiben drin“ Stempel tragen. Mit genau diesen Plakaten und Postkarten machten sich motivierte Fans und Anhänger des VfL heute ins umliegende Gebiet um das Stadion, in die Innenstadt und in die Stadtteile auf, um selbige etwas blau-weiß zu gestalten und so möglichst viele für einen Stadionbesuch zu motivieren. Darüber freuten sich nicht nur viele Ladenbesitzer, auch Autofahrer und Fans waren begeistert.
Da man in letzter Zeit jeglichen Ideenreichtum beim Tabellen-15ten vermisste, sowohl auf dem Feld als auch drumherum, ist dies nun eine willkommene und hoffentlich auch fruchtbare Abwechslung, die endlich mal wieder die Nähe zu den Fans und zur Stadt zeigt. Die 20.000 sind das Ziel!!
Herzlich willkommen sind auch Fans aus der Umgebung, die den VfL gern als kleine dicke Schwester sehen (sie tut niemandem was und jeder hat etwas Mitleid ;) )
Ich hoffe wirklich, dass am Freitag nicht nur Peter die Jungs zum Sieg schreit! Also alle ab anne Castroper!

Wir bleiben drin!
Bis Freitag,
Eure Nadine
Der Mann mit dem Schnäuzer kommt nach Haus'
geschrieben von Nadine Hampel in Bochum BlogIn den letzten Monaten hatte man viel darüber gewitzelt, dass der VfL am Ende den einzig wahren Bochumer Jung Peter Neururer holen würde, um den Mannschaftskarren aus dem Abstiegsdreck zu fahren.
Die vergangene Zeit sah alles andere als rosig an der Castroper aus und nach dem Spiel am Freitag gegen den direkten Gegner im Abstiegskampf und einer Leistung, die deren Verweigerung gleichkam, zieht man nun die überfällige Konsequenz: Jens Todt und Carsten Neitzel wurden mit sofortiger Wirkung ihrer Ämter enthoben. Während Jens Todt schon lange ein Dorn im Auge vieler Fans und Beobachter war und er zuletzt nicht einmal mehr bei den Pressekonferenzen nach dem Spiel erschien, wird Hoffnungsträger Neitzel, der zuvor als Co-Trainer mit Andreas Bergmann an der Linie stand, auch ein paar Leuten fehlen. Immerhin hat man aber nun erkannt, was vielen schon klar war: der Trainer allein ist nicht unbedingt der einzige Haken an der Sache VfL.

Doch auch wenn dieser Schritt schon längst nötig war und vielleicht sogar zu spät kommt, so ist die Überraschung über den Einsatz Neururers doch sehr groß. Die Legende hatte letztes Jahr ein öffentliches Ultimatum gestellt, nachdem er nur bis Ende 2012 noch als Trainer zur Verfügung stände – für Bochum, Schalke und Dortmund würde er aber eine Ausnahme machen. Da kann der VfL also nun froh sein, dass die absolut aller letzte noch mögliche Lösung überhaupt noch verfügbar ist.
Auffällig ist übrigens auch, dass diese Konsequenzen stets nach dem Spiel gegen den FC Erzgebirge Aue gezogen werden. Schon Andreas Bergmann hatte nach dem Hinspiel und einem klaren und peinlichen 6:1 in Aue (wobei das Tor für Bochum sogar ein Eigentor war) seinen Stuhl räumen müssen. Nun folgt ihm Neitzel. Co-Trainer Thomas Reis währenddessen bleibt und steht auch Peter Neururer zur Seite im Kampf gegen den Abstieg, der noch nie so ernst war wie momentan. Auf den VfL Bochum warten an den sechs Spieltagen bis zum Ende der Saison noch eher schwierige Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte, einzig Sandhausen, ebenfalls ein Abstiegskandidat, scheint auf Augenhöhe und wird entscheidend sein. Die Meinungen, die man direkt nach Bekanntgabe der Entlassung und des Ersatzes lesen konnte, sind geteilt. Als echter Bochumer kann Neururer nun die Kohlen aus dem Feuer holen und den Tod dritte Liga abwenden.
Bitte, Peter, mach wieder die alten Arbeiter und Kämpfer aus Ihnen, für die wir gerne jubeln. Die, bei denen es nicht schlimm ist, wenn sie zurückliegen, weil sie mit allen Mitteln dagegen ankämpfen. Die, die ihre Fans auch in der schwersten Zeit an Ihrer Seite haben.
Die den Klassenerhalt packen.
Hä? Tsäline Diong oder wat? Is das hier nich über Fußball? Ja, aber nur die hätte gestern im Rewirpowerstadion noch gefehlt, um die Gemeinsamkeiten zwischen dem VfL Bochum und der Titanic zu komplettieren.
Liest man sich den Text des Liedes mal genau durch und vergisst dabei, dass es der Soundtrack eines wirklich schnulzigen Films war, von einer schnulzigen Sängerin und...naja also liest man einfach den Text, so könnte das Ganze auch ein gutes Fußball-Lied ála You'll never walk alone (ja, DAS ist natürlich ungeschlagen!) sein. Das Spiel am gestrigen Abend zwischen dem VfL Bochum und Erzgebirge Aue hatte jedoch eher was mit dem Untergang denn mit dem Soundtrack zu tun. Hatte man sich gegenüber dem Spiel gegen Hertha BSC schon einmal dahingehend verbessert, dass das erste Gegentor erst nach acht statt nach vier Minuten fiel, so war das Spiel der Bochumer an sich ebenso schlecht. Trotz ein paar Chancen vorm Tor der Gäste sah man absolut träge 40 Minuten zu Beginn.
Dann eine Riesenchance, als dem Auer Torhüter der sicher geglaubte Ball wieder entglitt und der Bochumer Aydin da war und...es trotzdem nicht klingelte. Laut dem Publikum hätten mehrere Großmütter mit und ohne Krückstock diese 59867%-Chance gemacht. Vermutlich stimmt das sogar.
Inzwischen war das 0:2 gefallen und anstatt vor der Pause noch den Anschluss zu setzen holten sich die VfLer nach Aydins Minustalent-Schuss das 0:3 ab. Immerhin, in der 2. Hälfte gab es keinen Gegentreffer mehr. Natürlich auch kein Tor der Bochumer, wer das dachte geht jetzt mal fix und schämt sich.
Für die einzige wirkliche Überraschung sorgten die Fans der Blau-Weißen. Vor Anpfiff hatten sie ein großes Plakat ausgerollt, auf dem ein Medizinmann den VfLern einflößte, dass sie dasTor träfen. Nachdem klar war, dass dies eher nicht passieren würde, sondern man stattdessen wieder ordentlich kassierte, änderte sich die Stimmung.

Verständlicherweise gab es daher nicht nur “Vorstand raus!” Rufe, sondern auch einen “Wir haben die Schnauze voll”-Singsang und einen Bierbecher-Regen, der jeden Eisberg zerstört hätte. Obwohl sich ein paar oder auch ein paar mehr Zuschauer beim 0:2 schon auf den Heimweg machten: keiner jubelte mit den Gegnern wie beim Spiel gegen Paderborn letzte Saison, keiner drehte sich um wie bei den Spielen, als man zuletzt plötzlich in den Abstiegskampf rutschte. Stattdessen flammte die Leidenschaft zur 70. Minute wieder auf, es wurden wieder Bochumlieder gesungen. Das hatte zumindest ich nun wirklich nicht erwartet und angesichts der Leistung der Jungs ist es umso bemerkenswerter. Gut gemeint aber leider zwecklos, sie sahen weiterhin und bis zum Abpfiff ein schwaches Spiel ihrer Jungs. Wer will da noch wiederkommen?
Gut beschreibt es auch ein Kommentar, den ich unter Kollegen vernahm: “Da musse den Kopf zwischenhalten!” - “Wie denn, so kopflos wie die spielen??” - und das war einer der harmloseren Kommentare...
Wenn das Spiel schon nicht besser ist als in Berlin, warum sollte es das Verhalten nach Abpfiff sein? Wieder fiel die Verabschiedung Richtung Fans traurig aus und sogar die Journalisten wurden links liegen und kommentarlos stehen gelassen. Aber gut, die beliebteste Filmszene ist ja auch der freiwillige Sprung in die Schiffsschraube.
Nun heißt es Abwarten. Nach dem Sieg der Dresdner ist der VfL auf dem Relegationsplatz, Sandhausen kann morgen vorbeiziehen.
Der Untergang ist damit also zwar noch nicht so endgültig wie bei der Titanic, aber die Kicker vom VfL erhalten sicher nicht einen Oscar für ihre derzeitige Leistung. Near, far, wherever you are....
Eure Nadine
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