Mi26Apr2017

Back Aktuelle Seite: Blog Bochum Blog
Mittwoch, 18 Mai 2016 22:51

Es ist noch Suppe da

geschrieben von

Nehmen wir mal an, wir sitzen vor einer richtig leckeren Suppe. Sagen wir mmmh Käse-Hack-Lauch-Suppe. Das ist ne super Suppe. Mit viel Hack. So. Wir haben noch relativ viel auf dem Teller als jemand zum großen Topf geht und sagt „n bisschen is noch da“. Kurze Überlegung. Wenn ich jetzt ganz schnell die Suppe aufesse, kann ich nochwas haben. Ich brauch es vielleicht nicht und vielleicht wäre es auch zuviel (wahrscheinlich sogar) aber wenn nochwas da ist hätte ich es schon gern.....also beeilen wir uns, essen den Teller leer und just bevor wir aufstehen macht jemand den Topf leer. Keine Suppe mehr da. Mmmh, na gut. Wir sind auch eigentlich satt, es ist also schon ok. Aber irgendwie hätten wir trotzdem einfach gern noch Suppe gehabt.

Donnerstag, 24 März 2016 11:04

Der Steiger kommt….ach nee doch nicht

geschrieben von

Da ist der Drops wohl gelutscht, die Messe gelesen, die Lore abgefahren, die Laterne aus. Aufstieg ade. Aber mal ehrlich: hätten wir das gewollt? Also ja, sicher, natürlich hätten wir das gewollt. Aufstiegsparty whoop whoop. Aber für den Verein selbst, für die Mannschaft, wäre das das Richtige gewesen? Vermutlich eher nicht. Denn wenn der Verein eins gut kann, dann ist es, sich zu übernehmen. Mit einem recht plötzlichen Aufstieg in die erste Liga nach Dümpeljahren im Mittelfeld der zweiten plus stetiger Tendenz Richtung „Hey, lass nochma den Thrill im Abstiegskampf mitnehmen“ hätte man sich vermutlich richtig grazil übernommen.

Mittwoch, 02 September 2015 21:41

Männer die auf Siege starren

geschrieben von

Wer die Filmparallele zieht: Nein, die Bochumer Spieler haben keine Psychotricks drauf. Sie können den Gegner nicht mit bloßem Anstarren ausschalten. Aber fast. Aber darum geht es auch nicht. Es geht um Willenskraft. Und um das Unglaubliche. Aber fangen wir vorne an.

DSC 0076 1

Der Pottler an sich ist ein Gewohnheitstier in freier Wildbahn. Freitags gibt’s Mett, Samstag 15.30 Uhr ist Fuppes, Montag geht’s wieder auf Maloche. Und am Anfang jeder Saison spielt der VfL gut. Ist oben. Gaaanz was anderes als letzte Saispon,jaja, ganz sicher. Der VfL kann Meister werden – wenn auch nicht sofort.

In den letzten Jahren war die Euphorie zu Beginn der Saison daher kaum zu halten. Dieses Mal steigen wir auf! Nach der Hälfte bzw. der Winterpause dann Na guuut...aber einstelliger Tabellenplatz, das klappt! Am Ende wähnte sich die blau-weiße Achterbahn nochmal kurz mit dem Abstiegskampf konfrontiert und pendelte sich dann so um den 12. Platz ein. Der Zonk lief winkend weiter und alles war eben wie immer. Wir sind beim Fuppes um uns aufzuregen und der VfL gibt uns, was wir brauchen.

Jetzt fängt es wieder ganz genauso an. Allerdings sieht man sich nach fünf Spieltagen mit voller Punkteausbeute noch immer an der Tabellenspitze. Es ist der erfolgreichste Saisonauftakt in der Vereinsgeschichte. Nicht nur das: es sind auch gute Spiele. Es ist schöner „schaut her, wie sind der VfL“- Fußball. Der Kader funktioniert, der Knipser knipst und trotz aller Befürchtungen gab es doch kein offizielles Abwerbe-Angebot für Simon T(o)erodde in Richtung Bundesliga.

Trotzdem ist etwas entscheidend anders. Also, außer dass alles funktioniert. Man ist...gelassen. Ein bisschen vosichtig sogar. Man starrt die Tabelle an....kippt sie um? Ist sie ein Psychotrick? Keiner druckt schonmal Aufstiegs-Shirts wie viele es in den letzten Jahren gefühlt getan haben.

Das klingt verhalten und im ersten Momrnt nicht gut – aber es ist pur. Es ist das ganz einfache und grundständige Genießen der momentanen Situation. So fühlt es sich jedenfalls an. Natürlich kann niemand zumindest den Gedanken abstellen, dass es die Saison sein könnte....DIE Saison....aber fürs erste genießen alle und überstürzen nicht. Vielleicht ist es genau das. Vielleicht ist die Person Hochstätter doch der mit der richtigen Methode. Verbeek als Trainer strahlt ebenfalls diese Ruhe aus.

Ich mochte Pedda. Denn Pedda war Pedda. Und all die Leute, die, als er am Montag im Stadion auftauchte, meinten sie würden ihn gleich persönlich wieder vor die Tür setzen, sollten mal überlegen was er doch alles irgendwann mal für den Verein getan hat. Aber Pedda sprach als Experte eines Sportsenders natürlich direkt vom Aufstieg. Von Hype. Es hat mir einen Stich versetzt als ich es sah. Und ich war nicht die einzige.

Die Atmosphäre am Montag im Ruhrstadion war pure Freude. Nicht, als sich die Leute fast um die letzten Tickets für die Ost gekloppt haben und Fans, die schon seit anno Tobak zum VfL kommen plötzlich das Nachsehen hatten, weil der VfL grad wieder in ist. Aber die proppevolle Ost und die, die dann auf die West ausweichen mussten, auf der sonst nur jemand sitzt, wenn man den Preis selbst bestimmen kann, das war wieder ein Anblick zum Korkenknallen. Macht aber keiner. Denn alle sind – und ich habe lange fürs richtige Wort überlegt – romantisiert.

Nicht falsch verstehen; das am Montag war kein gutes Spiel. Aber man hatte mehr Vertrauen. Das 2:0 fiel einfach nicht. Aber es sah auch nicht ständig nach dem 1:1 aus. Der Schiri hat das über ne ganze Weile ohne Farbkarton weggepfiffen. Aber man fühlte sich gar nicht so ungerecht behandelt wie sonst. Denn die Jungs waren trotzdem einfach besser. Pur besser.

Vielleicht kann der VfL am Ende die Zweite Liga anstarren und sie fällt einfach um. Fürs erste bleiben wir aber vorsichtig und genießen.

 

Eure Nadine

 

 

Dienstag, 17 Februar 2015 14:43

Dünn die Hose runter

geschrieben von

IMG 2122486827003

Neues Jahr, neues Glück , was viel zu oft gesagt wird stimmt doch immer wieder beim VfL, seinen Fans und sicherlich vor allem beim neuen Trainer Gertjan Verbeek. Dessen Einstandssatz "Dem Gegner muss es dünn die Hose runterlaufen" ziert nicht nur das Parkhaus des Bochumer Hauptbahnhofs als überdimensionales Plakat, sondern auch die Spieltagszeitung und die Hoffnungen der Fans.

Gegen Braunschweig ist natürlich kein Spaziergang als erstes Heimspiel. Im Rücken ne echte Graupenvorstellung in Berlin, vor der Nase den KSC und schon wieder zweite Tabellenhälfte....nicht die besten Voraussetzungen. Da ist es nicht überraschend dass, seien wir mal ehrlich, beim 0:1 für Braunschweig nach 2:38 Minuten man rund 78% seiner Siegeshoffnungen schon summend Richtung Grabe trug.

Wo auch immer es plötzlich herkam, aber Kombinationen, Tricks, schnelle Antritte; Dinge die man allzu oft im Ruhrstadion vermisst brachten erst den Ausgleich und dann das 2:1. Die ausbrechende Euphorie auch nach dem schlussendlichen 3:2 war nicht die nach einem Sieg. Es war die nach einem gedrehten Spiel. Ja, das ist was anderes. Etwas völlig anderes. Es vermittelt Kampfeswille, Stärke , Überlegenheit. Es bewegt das Fanherz mehr als ein "normaler" Sieg (natürlich kein Abwertung, wir sind über jeden Sieg froh). Überraschenderweise überzeugt die Mannschaft meistens gegen die Gegner, die in der Tabelle weiter oben stehen und vermeintlich überlegen scheinen. Und auch mit einem neuen Trainer oder nach einer längeren Pause steckt neue Energie in den Spielerbeinen. Natürlich kann ein Gertjan Verbeek keine Euphorie àla Peter Neururer auslösen. Aber ein gedrehtes Spiel-das schon.

Ich hoffe wirklich wir können diese Euphorie mit nach Karlsruhe nehmen. Nachdem Timo Perthel in einem Interview sagte, er freue sich schon auf die Sommerpause, hatte ich schon befürchtet, die Mitivation schafft es nicht mal bis in die Kabine ;).

Mit noch ein paar solcher Auftritte könnte es dann vielleicht doch noch dem ein oder anderen Gegner "dünn ...." na, ihr wisst schon.

Eure Nadine 

Dienstag, 09 Dezember 2014 12:19

Schlussmachen 2.0

geschrieben von

 

sit-139683 1280„Ey, kacke, wir steigen ab!!“ „Ja, dann ruf doch mal den Pedda an. Der macht das schon.“

 

Und das hat er. Mal wieder kam der Mann mit dem Schnäuzer und hat die Dinge gerichtet. Er hat nicht nur den Abstieg abgewendet, er brachte die Menschen zurück ins Schmuckkästchen. Er brachte die Europhie zurück, den Kampfwillen und eine Menge Aufbruchstimmung.

Ja, die beiden letzten Saisons hatten den gleichen Verlauf. Man fing gut an, war dieses Jahr sogar eine ganze Weile stark und sinkt dann langsam. Aber an Spieltag 16 steht man auf Platz 10 (letztes Jahr Platz 15 zu dieser Zeit) und schlägt sich durch. Das Spiel gegen Ingolstadt, ja, schön ist anders. Und gegen Pauli hätte man auch mehr als ein Unentschieden erwartet.

 

Fans riefen „Neururer raus“ und wurden von anderen Fans ausgebuht. Nun ist er raus. Aber macht sich bei euch nicht auch eher ein mulmiges Gefühl breit?

Am Freitag verschwand Pedda sehr schnell von der PK nach dem Spiel. Vorher hatte Herr Hochstätter ihm ein paar Sätze ins Ohr geflüstert. War es da womöglich schon klar?

Neururer habe sich „vereinsschädigend verhalten“ und „Spieler bestärkt“ die sich negativ zur Vereinsführung geäußert hätten. Ist auch richtig. Über den Chef lästert man ja nie. Keiner.

 

Ich kann das vermutlich nicht beurteilen. Ich steck nicht in der Vereinsspitze (puuh, zum Glück), ich entscheide nicht über Trainer und ich schicke die Spieler nicht ins Trainingslager nach Spanien obwohl mein Verein fette Schulden hat.

Ich stehe (sitze) nur hier, lese, dass Peter Neururer „freigestellt“ ist und frage mich, ob man das jetzt erstmal als Beziehungspause bezeichnet. Lag es am Verein und nicht an Pedda? Hat man sich auseinandergelebt? Will sich jemand auf die Karriere konzentrieren? Ging es einfach zu schnell?

Oder will man sich vielleicht mal mit wem anders treffem?

Pedda geht erneut und ja, dieses Mal wohl endgültig. Es wird keine große Verabschiedung geben. Keine Reden, keine Festlichkeiten.

Selbst die, die gerade Groll gegen Pedda hegen, weil er ihnen nicht den so ersehnten und natürlich absolut realistischen Aufstieg gebracht hat, müssen einsehen, dass er ein guter Mann ist. Ein fähiger Mann. Einer, der dem Vfl gern die fünf Buchstaben im Abstiegskampf gerettet hat.

Einer, der es nicht verdient hat, mit ein paar geflüsterten Sätzen und wenig Dank „freigestellt“ zu werden obwohl er nicht in den unteren Plätzen der Liga tingelt.

 

Immerhin eins dürfte ihn freuen: das sind fast schon Zustände wie bei Schalke.

 

Der Mann mit dem Schnäuzer geht nach Haus

Und uns're Achtung nimmt er mit

und unseren Applaus!

 

Danke, Pedda

 

Eure Nadine

 

Dienstag, 21 Oktober 2014 22:26

Der Vernunft (k)eine Chance

geschrieben von

Gestern gab es die Jahreshauptversammlung des VfL Bochum. Nach den letzten Wochen, in denen es sportlich erst bergauf ging dann stagnierte aber doch um einiges besser aussah als sonst, Von Ruhe im Verein ist jedoch ganz und gar nichts zu spüren. Die Geschäftsstelle verkleinert sich, der Rotstift wird angesetzt.

Zurecht,ja, aber an fragwürdigen Stellen. Der Höhepunkt des Sparkurses war die Bekanntgabe, die Frauenabteilung ohne Vorwarnung abzustoßen. Doch es gab Gegenwind. Gestern dann ging Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Villis auch kurz auf das Thema der Frauen- und Mädchenabteilung ein. "Wir haben nochmal mit dem Vorstand und Aufsichtsrat zusammengesessen. Wir haben die öffentliche Resonanz vielleicht unterschätzt. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und haben die Entscheidung, die Frauen- und Mädchenabteilung aufzulösen, überdacht und revidiert." Beim VfL sei alles auf Kante genäht, Sonderwürste kann man sich da nicht mehr leisten.

Mein Lieblingszitat des gestrigen Abends stammt jedoch vom Finanzvorstand Wolken Engelbracht. Unter der Motorhaube VfL gäbe es dreckige Dinge zu tun.

"Der Verein hat noch nicht wirklich an seinen Kosten gearbeitet. Das ist meine Meinung." Ergebnis: Das Jugendinternat in Wattenscheid wird im nächsten Jahr geschlossen. Ob das die richtige Richtung ist? Beim Kader auf Nachwuchs und Potential zu setzen hat nämlich vor allem gebracht, dass da mal Leute rennen und nicht nach einer Halbzeit aussehen wie Gandalf der Graue. "Macht das Christian Hochstätter und mir Spaß? Nein, ganz sicher nicht. Da hängen Arbeitsplätze dran.", ergänzt Engelbracht noch. Natürlich regt sich da jeder auf. Wie kann eine Nachprüfung so verheerend sein? Was ist denn da vorher im Vorstand gelaufen? Die Ausgliederung der Frauen und Mädchen ist auch mit Sicherheit nicht gegessen. Zuerst hieß es, sie hätten fürs erste noch 1 Jahr unter den Fittichen des Vereins, während Verein und Politik eine Lösung finden wollen. Zudem sind die Gründe für die Krise natürlich fehlende TV Gelder, basierend auf Platz 15 aus der letzten Saison oder auch eine nachträglich Steuerprüfung (1Mio. Nachzahlung). Der Wechsel von Leon Goretzka sei daher "existentiell" gewesen. 

Am Ende, zwischen tumultartigen Diskussionen, der Weigerung, das Mikro zu verlassen bis hin zum Abstellen des selbigen und dem beherzten Eingreifen des Pressesprechers gab es dann plötzlich eine neue Abstimmung.

Fazit: Die Frauen bleiben. Das ist großartig, denn eine Abteilung abzuspalten, während das Motto “Lizenzspieler werden nicht angetastet, aber demnächst soll es weniger Spieler mit mehr Qualität geben” ist. Wenn man aber ehrlich ist: es tut weh das alles gekürzt wird, aber endlich zückt einer mal den T30XII S und macht Tabula rasa. Viel zu lange ist der Vorstand Risiko gegangen, hat vielleicht nicht weit genug gedacht, wer weiß. Klar, eine 3 1/2 Mann Presseabteilung in der 2. Liga ist keine Hüpfburg, der Rasen ist langsam auch an seinen Grenzen, aber trotzdem.

Endlich hat beim VfL einer raus, dass wenn man nur wartet bis sich ne neue Tür öffnet, man ewig auf dem Flur steht. Nur die Gefahr, zu viel auf einmal zu wollen, kann am Ende genauso das Genick brechen und das Verhältnis im und um den Verein zerstören, wie eine tiefrote Bilanz. Und die wird es sowieso noch längerfristig geben.

Mittwoch, 06 August 2014 13:43

Turbo, Tauben, Plastikstühle - Welcome back in Bochum

geschrieben von

IMAG0380 Was haben wir gelitten und versucht, uns daran festzuhalten, dass wir ja alle Weltmeister sind. Die Sommerpause konnte man zwar soweit ziemlich gut mit der WM überbrücken, doch dann waren da noch fast 4 Wochen übrig, in denen es einfach keinen Fußball gab. Wie schön, das zumindest schon einmal die zweite Liga uns gibt, wonach wir verlangen : Wilkommen zurück im Ligaalltag.

Auch in Bochum startete an diesem Wochenende die Saison. Mit einem netten Freundschaftsspiel gegen Wolfsburg hatte der VfL schon anklingen lassen, dass sich einiges geändert hat. Und damit meine ich nicht, dass die Geschäftsstelle auf gefühlte 10 Mitarbeiter zusammengestrichen wurde. Da stehen richtig junge Spunde auf dem Platz anne Castroper, da steht ein frisch gebackener U19 Europameister, ein Mann aus dem eigenen Nachwuchs, der nach den nächsten Talent aussieht und vor allem: Jungs, die laufen können und es tun! Und die auch noch sichtbar - und im besten Pottisch – ausgedrückt richtig Bock haben.

Bodenständig , aus der eigenen Jugend, nicht übertreiben, sparen...der VfL besinnt sich zu Beginn der neuen Saison mal wieder auf die Arbeitermentalität, auf das, was der Verein wirklich hat. Zuletzt schien es oft, als würde der Verein weit über seinen eigenen Kopf handeln, war zu fein nach Hilfe zu rufen und rettete sich mit der Schützenhilfe anderer in die neue Saison. Ganz nach der Weisheit "wer immer wartet, bis sich die beste Tür öffnet bleibt ewig auf dem Flur", hatte man die Sitzkissen zusammengefaltet und den neu erreichten Amateurstatus beim DFB-Pokal hingenommen. Bleibt ja nix übrig. Immerhin, Heimvorteil bis ins Halbfinale.

Ich kann mich gar nicht entscheiden, welches der vielen kleinen Zeichen fur eben dieses Besinnen auf die wichtigen Dinge ich am Samstag am liebsten mochte. Vielleicht waren es die jungen Kerle auf dem Feld, die sich voller Leidenschaft die Seele aus dem Leib rannten. Sie schafften am Ende nur ein 1:1 durch je ein Schnullitor auf beiden Seiten. Wie uns' Pedda in der Pressekonferenz richtig bemerkte: die Tore haben sicherlich nicht die Qualität des Spiels widergespiegelt. Vielleicht waren es aber auch die drei dunklen Plastikstühle, die an der Seite jeder Coachingzone standen. Mit der Rückenlehne an der Bande zum Spielertunnel saß dort das Bochumer Trainerteam. In einer Mischung aus Grillabend, Bodenständigkeit und Hingabe coachte man vom billigsten Sitzmöbel, das zu finden war. Es blieb offen, ob dies ein neuer Service des Stadions und Vereins ist, um eine Alternative zur schnöden Trainerbank zu schaffen oder einfach von der letzten Rasengrillparty stehen geblieben. Egal, es war sympathisch. In etwas so sympathisch wie der heimliche Star des Spiels – die kränkliche Taube, die sich weder vom Ball und schon gar nicht von Andi Luthe vertreiben lassen wollte. Am Ende fasste sich jemand ein Herz und brachte sie nach draußen. Ihren großen Auftritt hatte sie ja gehabt.

Das Spiel unterdessen war munter und spannend, aber das wichtigste: es war Arbeit! Ich weiß nicht wie oft ich schon geschrieben habe, dass einer der wichtigsten Aspekte im Pott und vor allem in Bochum ist, dass man sieht, dass die Spieler arbeiten und sich Mühe geben, auch mal den Turbo anschmeißen. Dann kannste auch mal verlieren. Oder eben ein Unentschieden gegen Fürth holen. Generell war aller Ärger auch konzentriert auf den Schiri, es wäre also gar kein Groll für das Spiel an sich übrig gewesen. Elfmeter oder nicht? Hand oder nicht? Das Prinzip “ziehe ich einmal Gelb und pfeife ich dieses Foul, dann muss ich auch bei dieser Linie bleiben” brach dem Referee ein wenig das Genick und vor allem die Sympathiepunktesäule bei den fans beider Seiten. Der gemeine Falschparkeraufschreiber-Opa hatte seinen Spaß am wilden über-den-Schiri-Meckern.

Sie hat uns eben gefehlt, die Liga. Das Stadion. Das Bier, die Wurst, das Schimpfen auf den Schiri und der Gesang. Die großartige Stimmung, die sich im kleinen Ruhrstadion über jeden Platz legt.

Welcome back.

Eure Nadine

Seite 1 von 6