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Mittwoch, 10 April 2013 11:32

Dortmunder Championsleague Triumph: Alles nur geklaut?

geschrieben von

Was für ein Wahnsinn gestern Abend im Westfalenstadion. Dortmund liegt zweimal gegen den FC Malaga zurück, schien in der 90+1 Minute schon ausgeschieden und dann kamen Reus und Santana und stürzten 60.000 Fans im Stadion in einen kollektiven Freudenrausch. Der BVB zieht damit vollkommen verdient in das Halbfinale der Championsleague ein und befindet sich somit unter den besten vier Clubs in Europa. Den Krimi hätte sich Till Schweiger nicht besser ausdenken können und daher sei der Verdacht erlaubt: Ist das alles nur geklaut?

Mittwoch, 27 Februar 2013 23:27

Himmelhoch jauzend, zum Tode betrübt

geschrieben von

vfb-bochum dfbpokal

Jawohl! Der VfB im DFB-Pokal Halbfinale. Vor wenigen Wochen noch undenkbar, jetzt wahrlich Realität. Der Verein mit dem roten Brustring ist neben den Bayern aus München als letzter Club in allen drei Wettbewerben vertreten. Ok, an die Meisterschaft glaubt man nicht wirklich, aber wenn die Medien schon so genüsslich auf jeder torlosen Minuten eines Stürmer rumreiten, dann darf man das ruhig auch mal so sagen. Geschenkt, das es nun zum dritten Mal gegen einen Zweitligisten ging, sogar auch noch jeweils ein Heimspiel. Man steht nun mal im Halbfinale, und da darf man ja wohl mal jubeln. Den Preis für Schönspielerei und Zauberei werden wir in dieser Saison eh nicht mehr gewinnen, dann lieber effektiv zum Titel. Wir geh'n und hol'n den Cup. Apropos... da ist ja auch noch der Europapokal. Auch dort gab's in der Zwischenrunde wohl nur einen Verein der sich vom VfB hat schlagen lassen. Man sollte fast mal googeln wer diese Glücksfee war. Zum Gesamtbild würde passen, wenn's am Ende Platini oder Sepp Blatter höchstpersönlich war. Egal, Jubelstimmung!

Wäre da nicht die Nachricht, die vor Spielbeginn sich in der Fanszene verbreitete und während dem Spiel dann Gewissheit wurde. Beim hart erkämpften Achtelfinale im Europapokal sollen auswärts keine VfB Fans zugelassen sein. Genauer gesagt, Lazio Rom wurde von der UEFA zu zwei Geisterspielen auf europäischer Ebene verdonnert. Der Lazio-Anhang ist in der Vergangenheit mehrfach wegen verschiedener Vergehen auffällig geworden und Lazio spielte daher auf "Bewährung" Nach den erneuten rassistischen Vorfällen beim Spiel gegen Gladbach, hat die UEFA nun gehandelt. Umso bitter das es nun den eigenen Verein, die eigenen Fans trifft. Nicht wenige haben schon Flüge und Hotels gebucht, jetzt ist das Ganze hinfällig. Und sowieso war Rom eine Art Traumlos, nicht nur weil man die ewige Stadt der Kölner Vorprärie rund um Mönchengladbach deutlich vorgezogen hatte.

Auch wenn es dazu gehört als Schwabe, und als VfB erst recht, positive Ereignisse immer mit einem Bruddeln zu begleiten, wollen wir trotzdem den Abend nicht mit hängenden Köpfen beenden und uns über eine freudige Nachricht freuen. Der VfB Vorstand (richtig gelesen!) hat entschieden, die Wappenfrage auf der diesjährigen Mitgliederversammlung zu thematisieren. Damit könnte ein großes Anliegen vieler VfB Fans Realität werden. Seit 2010 setzt sich die Initiative "Pro altes VfB Wappen" dafür ein, das alte Wappen wieder auf der Brust zu sehen. 2012 war man damit noch gescheitert, jetzt hat der Vorstand mit einer Entscheidung Bewegung in die Sache gebracht. Laut Ankündigung soll die im Laufe des Jahres in eine Mitgliederbefragung zu den zur Wahl stehenden Wappen durchgeführt und rechtzeitig vor der Mitgliederversammlung veröffentlicht werden. Der letztliche Entschluss erfolgt dann durch Abstimmung auf der MV, wobei diesmal laut Plan die einfache Mehrheit ausreichen soll um eine Wappenentscheidung treffen zu können. Na das ist doch mal was!

Gehen wir also höchst zufrieden ins Bett, freuen uns auf das DFB-Pokal Halbfinale, träumen weiter von Amsterdam und sparen jetzt schon mal das Geld für ein Trikot mit alten Wappen auf der Brust und dem Stern im Brustring.

Bildquelle: cannstatter-kurve.de

Donnerstag, 21 Februar 2013 10:53

Hauptsache das Lachen vergeht nicht - Eine Büttenrede

geschrieben von

narrenkappeKarneval, Fasnet, Fasching... die Zeit der organisierten Fröhlichkeit ist vorbei. Alltag, Fastenzeit und für manchen die harte Rückkehr in die Realität. Das Lachen der Fans des Verein für Bewegungsspiele ist schon länger eher gequält. Zur aktuellen sportlichen Krise kommt noch Kopfschütteln über die eigene Vereinsführung. VfB Fan Hoschi hat es in einer "Büttenrede" treffend auf den Punkt gebracht. Dialog, Viagogo und der Umgang mit Fans, vieles davon sind wohl nicht nur für Stuttgarter Anhänger bekannte Probleme.

Mit Narrenkappe auf'm Kopf lässt sich manches Thema leichter verarbeiten. So wie VfB Fan Hoschi in seiner "Büttenrede"

Es gab einst einen Sportverein,
der für Bewegungsspiele stand.
Er stiftete für Groß und Klein,
Identität im ganzen Land.

Erfolg, Legenden, starke Spiele,
gab es im Neckarstadion viele.
Doch denk ich heut an mein‘ Verein,
fällt mir nur noch Ärger ein.

Zweitausendelf: Ein neuer Präsident,
aus dem Porsche-Management.
Mit Marketing bestens vertraut,
tönt er von „Neuer Ära“, laut.

Kein Bisschen Fußballkompetenz,
doch Themen wie „mehr Transparenz“,
„Stuttgarter Weg“ und „Junge Wilde“,
fertig ist das Traumgebilde.

Was übrig bleibt aus diesen Phrasen,
sieht man heute auf dem Rasen:
Lustlos-müder Grottenkick,
wie immer „fehlt“ wohl nur „das Glück“.

Junge Wilde, Gott sei Dank,
sitzen auf der Wechselbank.
Sie halten sich im Training fit
und senken unsren Altersschnitt,

Politiker und die Verbände,
reiben sich erfreut die Hände,
als der Mäuser ungeniert,
DFL-Papiere akzeptiert.

Er sorgt sich halt um seine Fans,
auch in Sachen Transparenz:
VfB Direkt – genial,
copy, paste, wer will nochmal?

Bis fünf Minuten vor dem Spiel,
Stadionshow im großen Stil.
Endlich darf der Fan einmal!
Ach nein! Moment! Das war einmal!

Die Fans, die haben ausgesungen,
denn sofort kommt Gerd gesprungen,
wenn die Kundschaft kritisiert,
dass zu wenig Show passiert.

Bei Porsche lehrte man ihn schon:
die Kundschaft generiert den Lohn!
Die Kurve, die ist doch egal,
vergisst es bis zur nächsten Wahl!

Beim Ticketing, der Mäuser denkt,
wird Potenzial doch glatt verschenkt.
Gerds viagogo-Partnerschaft -
Schwarzmarktbekämpfung: mangelhaft!

Wer nun will ins Stadion gehen,
darf für fünfzig Euro stehen.
Wer wöchentlich in Logen sitzt,
von Preisen keinen Plan besitzt!

Das Thema „Wappen“, nach Belieben,
lässt sich auf später gut verschieben.
„Viel schöner ist“, hört man ihn planen,
„das Neue auf Sponsorenfahnen!“

Im TV hat sich’s bewährt,
Castings sind niemals verkehrt.
Almklausi und Karneval,
haben sicher Potenzial

Doch was das Marketing verkennt:
Ein Großteil schämt sich dafür fremd!
Im Stadion will ich Fußball seh’n,
für Schlagerhits zum Wasen geh‘n!

Stolz, Identifikation,
Leidenschaft und Tradition?
Hohle Phrasen und Zensur,
Scheindialog, Verarsche pur!

Und die Moral von der Geschicht‘?
Die Kurve täuscht man besser nicht!
Der Pöbel lebt, die Kurve bebt,
wenn Sie stolz ihr Wort erhebt:

„VfB Stuttgart, das sind WIR!“

Text by Hoschi

Claus Zewe  / pixelio.de

Donnerstag, 13 Dezember 2012 00:12

Wer ist der Verlierer?

geschrieben von

Nun ist es also durch, das Sicherheitskonzept der DFL. 36 Profi-Vereine haben bei der DFL Mitgliederversammlung in Frankfurt den 16 Anträgen zugestimmt. Was die DFL als geschlossene Entscheidung feiert, wird noch einen langen Schatten auf den weiteren Verlauf der Debatte zwischen Fans und Vereinen werfen. Unabhängig von den Inhalten der Anträge geht aus Frankfurt das Signal aus: Wenn die Politik nur laut genug Schreit wird gehandelt, protestiert der Fan nimmt man es zur Kenntnis.

Fußball ist so ein einfaches Spiel. Zwei Teams treten gegen einen Lederball und am Ende gibt es ein Gewinner, ein Verlierer und wenn’s sein muss ab und an auch ein Unentschieden.

„Ich glaube, dass unterm Strich der professionelle Fußball als Gewinner hervorgegangen ist“ sagte Rauball auf der Pressekonferenz. Und er sagte, es sei „kein Beschluss gegen die Fans, sondern für die Zukunft des Fußballs.“ Es gibt also einen Gewinner, aber wer ist dann der Verlierer?  Ich hab bei dem Spiel nicht mitspielen dürfen, daher sagen sie es mir, Herr Rauball.

Sonntag, 02 Dezember 2012 14:33

Eine Bitte

geschrieben von

fuerth

Liebe SpVgg Greuther Fürth,

der VfB Stuttgart war am Samstag zum ersten Mal in der Bundesliga bei euch zu Gast und damit auch mein erster Besuch bei euch im Ronhof. Und vorne weg: Es hat mir Spaß gemacht.

Nun könnte man natürlich sagen, dass es generell sehr höflich ist, wenn ihr die Gästemannschaften mit Punkten beschenkt, aber es gibt auch andere Dinge die einfach sympathisch anders sind als bei anderen Auswärtsspielen.

Das liegt vor allem an eurem Stadion – dem Rrrronhof. Man vergisst nach 10 Minuten, dass es offiziell die „Trolli-Arena“ sein soll.  Eure traditionelle Heimspielstätte hat einen gewissen Charme, auch wenn Stahlrohrtribünen und Container-VIP-Logen man nicht unbedingt mit Tradition in Verbindung bringt. Allein die Flutlichtmasten und die Haupttribüne sind Alleinstellungsmerkmal was euch von Konstrukten wie der „Britta-Arena“ in Wiesbaden oder Einheits-Neubauten in Hoffenheim, Wolfsburg & Co unterscheidet. Bis 2040 wollt ihr die Heimspiele im Sportpark Ronhof austragen. Glückwunsch dazu. Ein Stadion, das fünf Tribünen besitzt, muss einfach erhalten bleiben.  Und auch der Gästeparkplatz mit IKEA Catering ist einfach top! Aber nicht nur das Stadion selbst, sondern auch der Standort gefällt. Bökelberg-Feeling kommt auf, wenn man auf dem Weg Richtung Stadion durch das Wohngebiet schlappt. Kein Vergleich zu Wald- und Wiesen-Spielstätten wie in München oder Gladbach. Nach dem Spiel schaut man einfach gern zurück auf die lichtflutenden Masten in Mitten der Häuser.

Aber eine Bitte habe ich dann doch. So sehr „witzig“ die Folklore-Show durch euern authentisch-fränkischen Stadionsprecher sein mag, überlegt euch doch bitte ob die Vollgas-Beschallung auch im Gästeblock sein muss… Das ist einmal ok, aber solltet ihr die Klasse halten, wird’s penetrant. Und ich denke auch schon an die Vereine in der zweiten Liga im Falle eines Abstiegs. Das eine Jahr Pause war sicher nicht genug für die Regeneration.

Euer schwäbischer Besucher aus Köln
Christoph

Montag, 13 August 2012 16:16

Warum die Cannstatter Kurve zurecht gewonnen hat

geschrieben von

ck choreo

Die schönste Choreo der vergangenen Saison präsentierten die Fans des VfB Stuttgart. Das sag nicht ich, sondern vollkommen objektiv und unvoreingenommen die Besucher von Stadionwelt.de in der Abstimmung zur Atmo-Wahl Saison 2011/2012

Da der Vorwurf der Schwaben-Brille damit entkräftet ist, kann ich also komplett subjektiv meine Meinung dazu kund tun. Die Wahl zur Choreo des Jahres für die Cannstatter Kurve erfolgte mit was? Mit recht! Nicht nur weil ich mittendrin war, sondern weil damit eine lange Leidenszeit ein Ende fand. Eineinhalb Spielzeiten Baustelle, Abriss der alten Cannstatter Kurve, Umzug der Heimfans in die Untertürkheimer Kurve, sportliche Talfahrt mit gerade so abgewendeten Abstieg.

Jetzt steht sie seit letzter Saison wieder, die legendäre Cannstatter Kurve - von den Medien irrtümlich auch als Cannstatter Wand bezeichnet. Möglicherweise wollte man in Journalistenkreisen die Brücke zur Gelben Wand in Dortmund schlagen. Klar, in Stuttgart misst man sich in gern mit den ganz Großen. Wahrscheinlich hat sich manch einer noch daran zu knappern, dass die olympischen Spiele 2012 nicht in Stuttgart sondern Londonausgetragen wurden. Nun steht sie wieder, die Cannstatter Kurve als alte neue Heimat der Brustring-Anhänger. Ohne Laufbahn zwischen Tribüne und Spielfeld, mit hochmodernen Klappsitz Konstruktion für die Stehplätze und man kann vom der Männertoilette sogar auf's Spielfeld schauen!! Weit wichtiger, und das wird in Fankreisen nicht oft genug betont: Es gab einen sehr guten Dialog zwischen Verein, Fanszene und Planern zur neuen Kurve. So wurden gegenüber den ersten Entwürfen sogar die Einlass-Öffnungen in der Tribüne umgeplant nachdem Fanclubs intervenierten, hinter dem Tor dürfe kein Loch sein! Entstanden ist so eine Tribüne für Fans. Ultras-/Supporterblöcke, Stehplätze für den "normalen" Fan, Sitzplätze mit hohem Stehplatzanteil, Oberrang für die Gemütlichen und jede Gruppe hat seinen Platz gefunden. Allein deshalb hat es die Kurve verdient zu gewinnen. Was fehlte war nur noch die erste Choreo in der neuen Heimat mit der man dann auch gewinnen kann. Mehr oder weniger unfreiwillig fiel diese auf den letzten Spieltag. Nachdem im DFB Pokal gegen den Hamburger SV zum Ende der Halbzeitpause einige dutzend Bengalos kontrolliert, aber natürlich unerlaubt, gezündet wurden. Möglicherweise hätte das in diversen Kreisen auch schon zu Auszeichnungen gelangt, Verein und Ordnungsamt waren jedoch weniger begeistert und hatten den Fangruppen bis Saisonende diverse Auflagen erteilt. An eine Choreo-Organisation nicht zu denken, so gesehen aber genug Zeit sich über die Aktion selbst Gedanken zu machen. Und das ist gelungen. Die aufwendige Choreo in zwei Teilen unter dem Motto "Tradition bewahren und an die Helden seiner Zeit erinnern" sorgte einmal mehr für Gänsehaut in Neckarstadion.

Damit, und mit der Rückkehr in den europäischen Wettbewerb, hat sich der Kreis geschlossen. Vorbei hoffentlich die Zeiten von Abstiegskampf und Baustelle. Wobei... ein Stein fehlt noch. Die Rückkehr zum alten VfB-Wappen. So, und bevor ich nun mit hunderten Choreos aus den diversen Kurven Deutschlands erschlagen werde... Ich hab es nicht entschieden, ich hab nicht mal eine Stimme abgegeben. Und trotzdem haben alle Recht die es getan haben, letztlich ist es nur eine Internet-Abstimmung.

Bild- und Videomaterial von www.cannstatter-kurve.de