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Montag, 13 März 2017 00:42

MINIRÖCKE - vielleicht frivol, aber erlaubt!

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Die heimstärkste Mannschaft der Bundesliga in dieser Saison - meine Hertha - konnte diese Bilanz auch gegen den Champions League-Teilnehmer Borussia Dortmund mit einem 2:1 Sieg fortsetzen!

So langsam verdienen wir uns das Rennen um die internationalen Plätze und haben endlich 2 Spiele Vorsprung auf den nächsten Verfolger. Der Sieg gegen den BVB war ohne wenn und aber verdient. Aber von dem Topspiel und unserer Leistung redet inzwischen niemand mehr und deshalb rede auch ich nicht davon - jetzt!

Die Medien stürzen sich mit aufwiegelnden Arschbomben auf unseren Spieler Mitchell Weiser. Was war passiert? Am Ende der 2. Halbzeit, der spätere Endstand war da schon längst eingestellt, kam es zu einem kleinen Scharmützel zwischen Dembélé und Weiser. Weiser schlägt den Ball weg und wird kurz darauf von hinten in die Innenseite der Wade getreten. Weiser fällt und rollt. Die Bewertung dieser Situation fällt folgendermaßen aus: Der Tritt vom Dortmunder Spieler ist ganz eindeutig eine Tätlichkeit und hätte gut und gerne mit glatt Rot geahndet werden können. Unser Spieler behält sein Bein und macht auch für meinen Geschmack eine Rolle zuviel. Aber halten wir fest: Er ist der Gefoulte. Letztlich bekommen beide Spieler Gelb.

Was mich, ehrlich gesagt, schockiert hat heute beim SPORT1-Doppelpass-Gucken, ist, daß dort im Fernsehen ganz öffentlich und schamlos zum Fegefeuer gegen Weiser aufgerufen wurde von den anwesenden Herren. Besonders hervorgetan haben sich da Carlo Wild vom Kicker, Ralf Rangnick von RB Leipzig, Marcel Reif von dieser Welt. Einspruch gab's von keinem. Was ich da gesehen habe, ist einfach nur obszön.

Sicherlich ist da seitens Weisers Theatralik drin, die gerne hätte ausbleiben können, aber wurscht bezüglich der Tätlichkeit Dembélés. Es spielt letztlich gar keine Rolle, wie heftig die Folgen sind, eine Tätlichkeit ist eben eine, wie auch ein Foul eins ist. Es wird nicht die Güte einer Verletzung geahndet.

Warum passieren solche Dinge? Es gibt viele Möglichkeiten: Wenn viel Adrenalin im Spiel ist, macht man schon mal Dummheiten, da streckt sich einem der Mittelfinger, da pöbelt man unbewußt mal in ein Außenmikro, der erste Schreck, Durchtriebenheit, Mißgunst, Unbedarftheit, Sorglosigkeit... Unser Weiser war lange verletzt, wir Herthaner sind alle froh, daß da weiter nichts passiert ist. Vielleicht auch eine Erklärung?!

Inzwischen werden die Spieler neben und auf dem Platz in jeder Sekunde eingefangen und kontrolliert. Das wissen alle Spieler und verhalten sich häufig entsprechend, gerne wird im Fallen nach einem Foul schon die Kamera gesucht, um zu prüfen, ob auch ja jeder alles gesehen hat. Auch diese lausigen Torjubel sind ein Produkt des Wissens um die Replikation des Moments "Batman und Robin" (Aubameyang, Reus/ BVB), "Die Boy Band" (Holtby, Schürrle, Szalai/ M05), "Eckfahnenpinkler" (Mertens, SSC Napoli), "Babybauch" (Lewandowski/ FCB) usw. Die Liste kann beliebig fortgeführt werden, es betrifft nahezu alle Vereine überall auf der Welt. Oft ein Moment zum Fremdschämen. Das ist auch schon früh im Repertoire, neulich bei unserer U16 gesehen und da zeichnet niemand auf. Es reicht, daß die Fersehanstalten diese Bilder Wiederkäuen. Sei's drum. Theatralik kommt zunächst einmal auch ganz einfach technisch zustande: Um im Beispiel zu bleiben, sieht die Rolle von Weiser in Zeitlupe auch viel schlimmer aus, als das in Echtzeit und im Stadion der Fall war. Die Zeitlupe implantiert im Zuschauer aber den Eindruck bewußter Handlungen. Das trifft aber meist nicht zu, sondern ist in der Regel ein normaler Bewegungsablauf. Das schließt grundsätzlich nicht den Schurken auf dem Rasen aus. Die vermeintliche Theatralik sind die beiden Seiten einer Medaille: Mit Vorsatz den Gegenspieler anschwärzen zum eigenen Vorteil OHNE gefoult worden zu sein oder ein Foul überbetonen aus der Befürchtung heraus, es könne übersehen worden sein. Das mag fragwürdig und nicht so wirklich gelungen sein, ist aber auch Produkt und Erfahrungswert in einem Metier in dem TV-Bilder alles bestimmen. Sie bringen das Geld, sie sind das, was gewollt ist. Und je spektakulärer und dramatischer umso besser. Diese Welt ist bigott: Pyrobilder einfangen, aber Licht verteufeln; Schwalbenzeitlupen noch und nöcher, aber wer und daß verdammt wird, unterliegt unbekannten Gesetzen. Insgesamt wäre mir auch weniger Gestik und Mimik lieber, das ist bloß letztlich gar nicht erwünscht. Es wird ja geradezu auf die große Geste, einen Fehler gelauert, um sich darauf zu stürzen. Großkreutz und Kruse haben da sicher auch Erlebnisberichte. Ja, das passiert alles und ist menschlich. Seid einfach mal gnädig, wenn es andere nicht sein wollen. Vor allem, wenn jemand sonst nie dahingehend auffällig wurde.

Ralf Rangnick griff die zigfachen Zeitlupen der Weiserrolle mit Kußhand auf, um den Schandkübel seines Spielers nun erleichtert über unseren Spieler auszuschütten. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, diese Bilder wurden flehentlich herbeigesehnt, um den gescholtenen Timo Werner aus der Schußlinie zu bekommen und durch einen neuen Stein des Anstoßes zu ersetzen. Halt, Stopp! Wir erinnern uns: Timo Werner wurde NICHT gefoult, es war eine Schwalbe. Auch selbst da ist es nicht akzeptabel, wenn er dafür durch den Kakao gezogen wird und Schwalbenpäpste wie insbesondere Robben, aber auch Lewandowski, Suarez, Draxler noch bei WOB und wen jeder noch spontan parat hat, mit einem allgemeinen Achselzucken davonkommen. Es ist quasi allgemein geduldet und indirekt legitimiert. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, daß Rangnick auch noch gerne andere Bröckchen aufnahm und Konkurrenten denunzierte zum Thema, die 50+1-Regel sei doch schon längst ausgehebelt durch laut genannte Bundesligisten. Herrlich.

Ich finde es komplett verantwortungslos, daß im Doppelpass vom 12.03.2017 indirekt, aber öffentlich, zu einem Shitstorm gegen einen Spieler animiert wird. Und nach meinem Verständnis spielt es überhaupt keine Rolle, ob es einen Spieler meiner Mannschaft betrifft oder irgendeinen anderen. Es gibt inzwischen diverse Statements dazu in den sozialen Netzwerken, die dann viral gehen: stark gekürzte gifs, die das Foul ausblenden und also manipulativ sind, Shitstorm in den Kommentarspalten diverser Fußballseiten, negative Tweets und Posts, die alle komplett die vorangegangene Tätlichkeit unterschlagen, im Berliner Fenster (quasi Nachrichten-/ Werbe-Ticker in der U-Bahn) wird das Thema erwähnt. Meine Frage an die Leute, die sich am Shitstorm beteiligen, ist eigentlich, welches Rechtsempfinden da herrscht? Das mein Verein nicht sonderlich beliebt ist außerhalb seines Dunstkreises und im englischsprachigen Raum stört mich nicht weiter, geht mir umgekehrt nicht anders. ABER: Weil ein Spieler bei einem Drecksverein spielt, so wurde kommentiert, ist es in Ordnung, einen wesentlichen Teil dieser Situation zu unterschlagen und den kompletten Zorn auf den Gefoulten zu übertragen?

Also jetzt mal im Ernst: Ich kann dich nicht leiden, du bist häßlich, deshalb ist es okay oder nicht so schlimm, wenn du z.B. Opfer eines Justizirrtums wirst oder ungerecht behandelt??! Leute, die Denke bewegt sich auf dem Niveau, mit dem man Frauen in Minirock begegnet, die sexuell belästigt oder gar vergewaltigt wurden: Naja, der Rock war aber schon sehr kurz und sehr aufreizend! HALT! STOPP!

NEIN! Weiser wurde mit einer Tätlichkeit gefoult - Punkt. Ja, die Rolle mußte nicht sein. Das ändert aber nach wie vor nichts an Dembélés Einlage.

Ich ergreife hier deutlich Partei für einen Spieler meiner Mannschaft, weil es momentan kaum einer tut, und gleichzeitig soll dies ein Plädoyer an alle sein: Beteiligt Euch nicht an einem Shitstorm gegen einzelne Fußballer, Menschen generell! Erst recht nicht, wenn Ihr nur Ausschnitte kennt und Euch gar nicht sicher sein könnt, ob die Einschätzung so überhaupt zutreffend ist. Es geht mir um einen generellen Umgang. Ein Bild, das einmal in die Welt gesetzt wurde, bleibt im Gedächtnis. Wir sind visuelle Wesen. Mir persönlich wären insgesamt auch weniger Gestik und Mimik lieber. Die TV-Vermarkter haben daran nur kein Interesse, im Gegenteil, man lauert auf die große Geste, den Fehltritt, die Schwäche. Großkreutz und Kruse können sicher auch Erlebnisberichte zu dieser Thematik beisteuern. Manchmal erfährt jemand ein Stigma, das er für den Rest seiner Laufbahn nicht ablegen kann. Schon innerhalb von 2 Tagen ist in der Presse aus einer Tätlichkeit, und dafür müssen keineswegs Gliedmaßen abgetrennt werden, ein Kontakt geworden und eine Schwalbe fliegt in Gänsefüßchen nebenher. Nochmal, nein, das ist eine Verunglimpfung! Bedenkt einfach nur, daß es ein anderes Mal einen Fußballer Eures Lieblingsvereins treffen könnte. Haßtiraden lassen sich ohne Nachzudenken zu leicht in die Tasten hauen und verbreiten. Macht das nicht! Zeitlupen sind Verstärker! Wie anders könnte sonst im Nachhinein eine Schiedsrichterentscheidung bestätigt oder widerlegt werden, die man mit bloßem Auge kaum erkennen kann.

Und der Doppelpassrunde im Besonderen und anderen Medien möchte ich sagen: Schämt Euch, Ihr tragt Verantwortung und habt eine Sorgfaltspflicht!

 

Donnerstag, 09 März 2017 15:22

Gemeinsam stark – Arminia feiert 150 Jahre Bethel

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Der Frust saß tief nach dem 2:2 von Arminia Bielefeld gegen den FC Erzgebirge Aue. So tief, dass ein wirklich positiver Aspekt des Spiels in den Nachbetrachtungen kaum Erwähnung fand: Der DSC feierte das 150. Jubiläum der von Bodelschwinghschen Stiftungen. Bevor das völlig untergeht, hier ein paar Zeilen dazu.

 

489186 web R by Benjamin Klack pixelio.deDer BVB an der Börse, ein Thema das mit viel Leid verbunden war und böse Erinnerungen weckt. Aber heute im Jahre 2017 stellen sich viele Fans immer noch so einige Fragen. Um diese Fragen beantworten zu können, habe ich mit Oliver Schoch einen Experten herangezogen, der verständlich und ohne fachsimpeln mal erklärt, wie das mit dem BVB und der Börse nun genau aussieht. Oliver Schoch teilt sein Expertenwissen auch mit renommierten Zeitungen. Für diesen Artikel hat er sich aber auch für uns einmal Zeit genommen und für die ein oder andere Erleuchtung gesorgt.

1/ Borussia Dortmund ist als börsennotierter Club seinen Anlegern verpflichtet?!? Wie sehr hat das Einfluss auf die Transferpolitik des Vereins?

oliverschochTatsächlich ist Dortmund als börsennotierter Club nicht nur seinen Fans verpflichtet, denn die Anleger sind definitiv ebenfalls von nicht geringer Bedeutung. In welchem Umfang dies allerdings Einfluss auf die Transferpolitik des Vereins hat, kann man ohne eine konkrete Aussage der Vereinsführung natürlich nur vermuten. Meiner Auffassung nach dürfte bei der Transferpolitik ein besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, dass die getätigten Spielereinkäufe natürlich einerseits sportlich, aber auch wirtschaftlich möglichst effizient sind. Hier konnte der BVB in der Vergangenheit schon sehr positive Ergebnisse erzielen. Nimmt man zum Beispiel den aktuellen Superstar Aubameyang, so wurde dieser vor einigen Jahren für relativ kleines Geld gekauft, hat seinen Marktwert seitdem allerdings enorm gesteigert. Außerdem dürfte ein börsennotierter Club wie Borussia Dortmund bei der Transferpolitik im Hinterkopf haben, dass du solide Spielerkäufe echte wirtschaftliche Werte geschaffen werden. Damit ist vor allem der Wert der gesamten Mannschaft gemeint, der natürlich durch kluge Transfer nach und nach gesteigert werden kann. Dennoch denke ich, dass die Entscheidungen für oder gegen Transfers auch beim BVB in erster Linie nach sportlichen Gesichtspunkten getroffen werden.

 

361165 web R by Ulrich Kroes pixelio.de 1Es war Donnerstag der 23.02.2017. Nach einem sehr langen Arbeitstag entschied ich mich noch zu 2-3 Partien FIFA17 auf der Playstation 4. Ein guter Kumpel von mir lud mich in eine Party ein mit Leuten die ich nicht kannte oder deren Namen ich vielleicht mal bei Facebook gelesen habe. Plötzlich war ich mittendrin in einer virtuellen Vereinsgründung für eine Pro-Mannschaft. Pro-Mannschaften bestehen aus 11 einzelnen Spielern bei denen jeder eine Position besetzt.

Ich dachte mir, warum eigentlich nicht. Der Altersdurchschnitt lag hier bei circa 15 bis 18 Jahren. Ich fühlte mich mit meinen 30 Jahren auf jeden Fall direkt mal alt, da es aber um das Spielerlebnis geht, habe ich weiter mitgemacht.

Alles fing harmlos an

Ein HSV Fan in dieser Party mit dem Namen Marc war sehr auffällig. Für Ihn lustige Parolen „Petry for Präsident“ und sinnloses „Heil“ schreiben waren der Beginn.

In den Spielen selbst war es zunächst ruhig bis die Hemmungen langsam fielen. Der besagte HSV Fan fing dann plötzlich mit eindeutigen Parolen an „Alle Schwarzen sind Affen“ oder „Der schwarze Affe“ waren die gängigen Kommentare, die mit unterstützendem Gelächter der anderen Teilnehmer begleitet wurden. Natürlich dauerte es nicht lange bis auch andere Teilnehmer der Party mitmachten und gleiche Kommentare vortrugen oder eigene Ideen beigetragen haben.Natürlich verließ ich die Party und mein Kumpel folgte mir prompt. Wir waren uns sofort einig darüber, dass hier definitive Grenzen überschritten wurden, die mit Spaß nix mehr zu tun hatten.

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