1. FC Kaiserslautern verhängt 52 Stadionverbote
geschrieben von Redaktion in Deutschland
Der 1. FC Kaiserslautern hat gegen insgesamt 52 Anhänger Stadionverbote ausgesprochen. Die Sanktionen beziehen sich auf Ausschreitungen und Vorfälle bei mehreren Spielen des Vereins, hauptsächlich aber rund um das Zweitliga-Spiel gegen Dynamo Dresden sowie der Reservemannschaft gegen Waldhof Mannheim.
Die Maßnahmen wurden nach Angaben des Vereins mit der Polizei abgestimmt und individuell gehandhabt. Erstmals auffällige Personen sollen demnach die Möglichkeit erhalten, das bis 30. Juni 2014 laufende Stadionverbot zum Jahresende prüfen zu lassen und können so auf eine vorzeitige Aufhebung hoffen. Minderjährige Betroffene erhalten zunächst kein Stadionverbot sondern wurden am 5. April zu einer Anhörung geladen. Für alle Wiederholungstäter wurde das Stadionverbot bis zum 30. Juni 2015 ausgesprochen.
Sollten sich durch die Sichtung von Videomaterial weitere Täter ermitteln lassen, sollen auch diese mit entsprechenden Sanktionen belegt werden.
Für das Spiel am 5. April gegen den 1. FC Köln sind unterdessen von der Stadt Kaiserslautern und dem Polizeipräsidium Westpfalz 78 Bereichs- und Betretungsverbote verhängt worden. Aus Köln wurden ebenfalls 40 Betretungsverbote gegen Kölner Anhänger verhängt.
Quelle: Webseite FCK
Hans Meyer und „11 Freunde“ auf der Kölner Literaturmesse: „50 Jahre Bundesliga“ zwischen Rotweingläsern und Anekdoten
geschrieben von Elmar Vieregge in Deutschland
Der einstige Sport der Unterschicht ist schon lange im Bildungsbürgertum angekommen und so beschäftigen sich mittlerweile nicht nur Sporttrinker und Kurvenchaoten mit ihm, sondern auch Autoren und Literaturfreunde. Dem lesenden Fußballfan bietet der Buchmarkt anlässlich des 2013 begangenen runden Geburtstages der höchsten deutschen Spielklasse eine Reihe neuer Veröffentlichungen. Darunter befindet sich „Fast alles über 50 Jahre Bundesliga“ des für das Magazin „11 Freunde“ schreibenden Christoph Biermann und seines Chefredakteurs Philipp Köster. Diese nutzten das Kölner Literaturfest lit.Cologne, um ihr Werk am Abend des 14. März auf einem vor der Kölner Altstadt zunächst angelegten Ausflugsschiff vorzustellen. Unterstützt wurden sie dabei von Hans Meyer, der im Magazin mit einer eigenen Kolumne vertreten ist. Der Vorstandsangehörige von Borussia Mönchengladbach und ehemalige Trainer diverser Bundesligavereine sollte die Veranstaltung mit dem für ihn typischen Humor prägen.
Den zur Abendveranstaltung eintreffenden Fußballfans zeigte sich rasch, dass sie sich auf einer Buchvorstellung im Rahmen einer Literaturmesse befanden, denn der ein oder andere Zuhörer lauschte den Ausführungen sittsam bei einem Glas Rotwein oder ließ tagesmüde die Worte an sich vorbeiziehen. Eine Flucht war nach Veranstaltungsbeginn nicht mehr möglich, da das Ausflugsschiff ablegte und den Rhein befuhr. Zu hektischen Absetzbewegungen ergab sich für die Besucher allerdings auch kein Grund, denn es entwickelte sich ein äußerst interessanter Abend. Er bestand aus einer Mischung aus vorgetragenen Textpassagen des Jubiläumsbuches, eingespielten Filmausschnitten und munteren Plaudereien. Optischer Höhepunkt war die Präsentation einer Auswahl von vornehmlich aus den 1970er und 1980er Jahren stammenden Spielerbildern, die die eigenwillige Haar- und Bartmode jener Zeit dokumentierten. Ästhetisch reizvoll war auch die Inszenierung der Gesprächsrunde, erschien doch als Hintergrundbild über dem im Zentrum des Podiums sitzenden Meyer ein Foto, das den ehemaligen Bayer Leverkusen-Manager Reiner Calmund mit voller körperlicher Präsenz im Bürostuhl sitzend zeigte.
Thematisch ging es um ungewöhnliche Spielertypen wie Ansgar Brinkmann, mit Managern verhandelnde Spielerfrauen wie Gaby Schuster oder skurrile Werbespots wie Franz Beckenbauers Anpreisung der Eintöpfe eines bekannten Suppenherstellers. Insgesamt wurde eine Aneinanderreihung von Anekdoten aus fünf Jahrzehnten Ligafußball dargeboten. Bei dieser war keine Struktur erkennbar. Sie wäre andererseits bei einem so breit gefächerten Thema auch nur schwer herstellbar gewesen und war offenbar auch nicht gewollt, denn die Vortragsweise entsprach dem Aufbau des Buches. Dieses ist ein unterhaltsamer, kurzweiliger „Kessel Buntes“, angereichert mit Statistiken, Grafiken und alten Fotos. Damit ist das Buch zwar kein ausgewogener Rückblick auf ein halbes Jahrhundert deutscher Fußballsportgeschichte, jedoch eine lockere Lektüre für die Bahnfahrt zum nächsten Spiel.
Hans Meyer erwies sich im Verlauf der Veranstaltung nicht nur als humorvolle, sondern auch als inhaltliche Bereicherung. Das betraf etwa seine Schilderung der Sicht der DDR-Fußballer auf die Bundesliga oder seine korrigierenden Aussagen zu der gegenwärtig verbreiteten Verklärung des Fußballs der 1980er Jahre. Gegen diese „früher war alles besser“-Haltung verwies Meyer zutreffend auf die doch erheblich gesteigerte Qualität des heutigen Spiels mit seiner größeren Laufbereitschaft, seinen beengten Räumen und den sich dadurch ergebenden höheren technischen Anforderungen. Tiefe ergab sich aus Meyers Hinweis auf die bestehenden Belastungen für die in der Öffentlichkeit häufig lediglich als privilegierte Spitzenverdiener wahrgenommenen Profis. Er verwies auf Schattenseiten ihres Berufs und erinnerte an Spielerschicksale, die vom Leistungsdruck während der aktiven Laufbahn oder Sinnkrisen nach deren Ende negativ geprägt wurden.
Als das Schiff nach etwas weniger als zwei Stunden wieder am Anleger festmachte, hatte sich den Gästen der doppelte Genuss einer abwechslungsreichen Lesung und einer nächtlichen Panoramaflussfahrt geboten. Dabei deutete sich an, über welch außerordentlich großen Wissensfundus Hans Meyer verfügt. Diese Erkenntnis wurde aber durch seine Aussage getrübt, dass er nicht beabsichtigt, ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Das wiederum ist sehr bedauerlich, denn gerade er hätte mit seinen Erfahrungen im DDR-Fußball und seiner Trainerkarriere nach der Wiedervereinigung im Vergleich zu vielen anderen Akteuren des Profifußballs einiges zu sagen. In diesem Sinn bleibt zu hoffen, dass er seine Haltung eines Tages ändert.
Radio-Konferenz bleibt bei den ARD Sendern - 90elf vor dem Aus
geschrieben von Redaktion in Deutschland
Die Deutsche Fußball Liga hat die Audio-Verwertungsrechte für die kommenden vier Spielzeiten vergeben. Fans der beliebten Radio-Konferenz in den ARD Radioprogrammen können aufatmen: Die ARD hat sich die entsprechenden Rechte bis 2017 gesichert. Das Netzprogramm 90elf steht dagegen mit leeren Händen da. Ab der kommenden Saison wird Sport1 die Spiele im Netz übertragen.
Abstiegskampf zwischen Rechtsextremismusvorwürfen und Antifaschismus
geschrieben von Elmar Vieregge in DeutschlandAm 9. März 2013 hatte die in ihrer wirtschaftlichen Existenz und vom Abstieg aus der 3. Liga bedrohte Alemannia Aachen die Chance gehabt, sich mit einem Sieg über Babelsberg 03 zumindest sportlich etwas Luft zu verschaffen. Das Spiel endete unter den Augen von 8.711 Zuschauern jedoch mit einer 1:2-Heimniederlage. Für die 120 Gästefans hingegen wurde der Abpfiff zum Anpfiff für eine Jubelorgie, nachdem sie ihre Mannschaft zuvor über die gesamte Spielzeit engagiert unterstützt hatten. Soviel zu den Rahmendaten der spätwinterlichen Begegnung.
Was diese darüber hinaus bemerkenswert machte, war das Auftreten der Babelsberger Fans, das auf einen über den eigentlichen Bereich des Sports hinausgreifenden Rechts-Links-Konflikt im Fußball hinwies. Den Hintergrund bilden Auseinandersetzungen innerhalb der Aachener Ultraszene, in der die „Aachen Ultras´99“ (ACU) den dominierenden „Karlsbande Ultras“ (KBU) unter anderem die Duldung von Rechtsextremisten vorgeworfen hatten. Die von den Medien beachteten ACU beklagten dabei auch Schwulenfeindlichkeit und Sexismus. Das geschah jedoch in einer Art, dass viele rein sportlich interessierte Aachener darin eine Dramatisierung sowie ein den Verein schädigendes Verhalten sahen. Als die dadurch isolierten ACU sich nach wiederholten körperlichen Angriffen ihrer Gegner im Frühjahr auflösten, berichteten darüber auch linksextremistische Medien, die einen „Antifaschismus“ vertreten, der sich nicht nur gegen Rechtsextremisten wendet, sondern darüber hinaus eine radikale Umgestaltung der Gesellschaft beabsichtigt.
Der im Potsdamer „Karl-Liebknecht-Stadion“ spielende SV Babelsberg 03 hingegen verfügt über eine Fanszene, in der sich auch Linksradikale und sogar Linksextremisten befinden, die den 1919 ermordeten kommunistischen Umstürzler Karl Liebknecht im Herzen tragen. Dies zeigte sich, als die Babelsberger Ultras eine im Internet verbreitete Ankündigung ihrer Auswärtsfahrt mit einem Bild Liebknechts und dem Zitat ausstatteten: „Die Geschlagenen von heute werden die Sieger von morgen sein!“ Spätestens danach musste mit einem besonderen Auftritt in der Grenzstadt gerechnet werden.
Die Gästefans entsprachen dieser Erwartung, indem sie unter anderem ein Transparent mit der Aufschrift „Destroy Naziscum“ und Fahnen der linksextremistischen „Antifaschistischen Aktion“ zeigten. Darüber hinaus präsentierten sie auf nebeneinander gehaltenen, jeweils mit einem einzelnen Buchstaben versehenen T-Shirts den Schriftzug „KBU Nazibauern“ und riefen wiederholt „Nazischweine“. Der Kern der Aachener Fans zeigte sich auf den Auftritt der Babelsberger vorbereitet, indem er deren tonangebender Ultra-Gruppe „Filmstadtinferno ´99“ auf zwei Spruchbändern vorwarf, sich nicht für Fußball zu interessieren.
Die Gästefans präsentierten einen deutlich vernehmbaren politischen Auftritt. Ob sie damit jedoch eine gegen Rechtsextremismus zielende Wirkung bei den heimischen Zuschauern entfalten konnten, erscheint unwahrscheinlich. Sprechchöre wie „Nazischweine“ dürften viele nicht als gegen eine extremistische Minderheit gerichtete Beleidigung, sondern als pauschale Diffamierung aller Aachener aufgefasst haben. Auch die gegen die KBU gerichtete Beleidigung „Nazibauern“ dürfte bei der durch das ländliche Umland mitgeprägten Alemannia weniger zu einem nüchternen Nachdenken über Rechtsextremisten, als zu einer Ablehnung der „Antifaschisten“ aus dem Umland der Weltstadt Berlin geführt haben. Letztendlich wirkte der Auftritt der Gästefans weniger wie ein zum Nachdenken anregender Protest, sondern eher wie eine propagandistische Selbstinszenierung. Er zeigte, wie im Fußball bei Rechts-Links-Konflikten Fanblöcke zu Bühnen werden können.
Internationales Fußballfilmfestival - Bester Dokumentarfilm aller Zeiten
geschrieben von Redaktion in Deutschland
Heute startet in Berlin das 10. Internationale Fußballfilmfestival in Berlin. Unter der Moderation von Herbiert Faßbender und Bernhard Dreiner von der ARD Sportschau dreht sich zum Auftakt alles um Geschichten aus 50 Jahre Bundesliga. Zum Jubiläum wird dieses Jahr die beste Fußballdokumentation gekürt.
Anhörung im Landtag NRW: Gegen Randalierer im Zusammenhang mit Fußballspielen konsequent vorgehen
geschrieben von Redaktion in Deutschland
Im Landtag von Nordrhein-Westfalen, fand am 7. März 2013 eine öffentliche Anhörung zum Thema “Gegen Randalierer im Zusammenhang mit Fußballspielen konsequent vorgehen” statt. Grundlage dieser Anhörung war der Antrag der Fraktion der FDP vom 30. Oktober 2012.
Interessant ist, dass diese Anhörung durch drei Ausschüsse durchgeführt wurde. Es waren der Innenausschuss, der Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend sowie der Sportausschuss. Somit waren seitens der Landesregierung Nordrhein-Westfalen alle wesentlichen Ausschüsse für dieses Thema anwesend.
Fußballunwort des Jahres 2012 – Die Hitparade
geschrieben von Jan-H. Grotevent in Deutschland
274 Postkarteneinsendungen in der Facebook-Umfrage, in Kommentaren, auf Twitter! Ihr habt gewählt! Hier ist das Internet! FANKULTUR.com präsentiert Ihnen die
Hitparade zum „Fußballunwort des Jahres 2012“
Auf Platz 10 mit 2 Stimmen: Beckmann und die Todesfürchtigen feat. King Rehakles mit „Platzsturm“
Es waren beklemmende Szenen, die der neutrale Fernsehgucker da aus Düsseldorf präsentiert bekam. Beklemmende Szenen sind für Populisten wie das Aas für Geier, und an diesem Relegationsabend stürzten die Geier vom Himmel. Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl (nochmal: Mehmet. Scholl.) lieferten die Initialzündung für die grotesk übersteigerte Medienrhetorik der folgenden Wochen, in der „Live aus dem Stadion“ und „Live aus Kabul“ inhaltlich gleichgesetzt wurden. Hier begann die unsachliche Auseinandersetzung von großen Teilen der Medien mit einem ernsten und komplexen Thema.
Auf Platz 9 mit 3 Stimmen: The Police mit „V-Männer“
Heute in der „Gewalttäter Fußball“- Version. Weil es sonst auch immer so gut klappt.
Auf Platz 8 mit 4 Stimmen: Ministry mit „Stehplatzverbot“
Innenminister Hans-Peter Friedrich war auch mal Fußballfan. Er stand auf den Stehplätzen. Er sagt über eventuelle Stehplatzverbote: "Wenn wir keine Ruhe in die Stadien bekommen sollten, (...) dann wird man auch über diese strikteren Maßnahmen nachdenken müssen." (Zitat in der Rheinischen Post). - „Ich war auch mal Kind und hatte mein Lieblingsspielzeug auch lieb. Aber wenn Du jetzt nicht endlich leiser damit spielst, nehme ich’s Dir weg.“. Für eine wirkungsvolle Erziehung, aber mit Fingerspitzengefühl!
Auch auf Platz 8 mit 4 Stimmen: Jupp und die Enttäuschten mit „Finale dahoam“
Das „Finale dahoam“ (bairisch für „Endspiel im eigenen Stadion“) war toll! Arminia Bielefeld hat auf der heimischen Alm den Westfalenpokal gewonnen. Falls das nicht gemeint war: Über den Rest wurde genug gesagt. Von Fans. Von Medien. Von einer ganzen Stadt („Mia san rot-weiß, oba mia san ned Oberhausen“). Bis es uns zu den Ohren wieder rauskam. Mit bekanntem Ergebnis. Solskjaer und so. Oder so.
Auf Platz 7 mit 5 Stimmen: The Security Club Band mit „Nacktzelte“
Schon mal Kuttenträger gesehen? Mal auf deren Fettmähnen geguckt? Mal deren Zahnbelag gesehen? Mit denen zusammen in die Ganzkörperkontrolle stehen? Allein das Kopfkino macht „Nacktzelte“ zum Unwort.
Auf Platz 6 mit 13 Stimmen: The Talking Heads mit „Dialog auf Augenhöhe“
„Das böse A...-Wort“ sagt Kollegin BlondundBlau. Wann der „Dialog auf Augenhöhe“ kein böses A...-Unwort mehr ist? Sobald alle (!) Seiten sich so verhalten, daß sie sich gegenseitig ernst nehmen können. Also kurz nachdem Stuttgart einen Bahnhof und Berlin einen Flughafen hat.
Auf Platz 5 mit 18 Stimmen: The Derbygegners mit „Konspirative Anreise“
Die Konfliktstrategie war perfekt und praktisch nicht zu unterwandern. Die Verabredung war verschwörerisch. Die Anreise war verschwörerisch. Die Ausführung war verschwörerisch. Ist die Bielefeld-Verschwörung am Ende das Ergebnis einer konspirativen Völkerwanderung? Häh? Versteht einer noch was?
Auf Platz 4 mit 19 Stimmen: Bruno von Berlichingen mit „Am Arsch geleckt“
Eigentlich steckt eine Menge fortschrittliche Symbolik in Bruno Labbadias Wutrede nach dem 2:2 gegen Leverkusen: Ein Balltreter zitiert Goethe – Ist nicht unbedingt mit zu rechnen. Der Trainer des schwäbischen Vorzeigeclubs bringt den „schwäbischen Gruß“ – als Hesse. Ein Trainer begründet, warum Medien aufhetzen und ihm seine Arbeit zerreden – und hat wahrscheinlich recht. Warum ist das trotzdem ein Unwort? Bruno: „Trainer sind immer die Mülleimer. Ich muß mich fragen: Gehe ich den schweren Weg mit oder sage ich...“. Das Dilemma derer, die trotzdem schwere Wege gehen.
Auf Platz 3 mit 32 Stimmen: The Medias mit „Kriegsähnliche Zustände“
„Live aus dem Stadion“ und „Live aus Kabul“ gleichgesetzt, in vielen vor allem boulevardesken Medienberichten. Gut, man könnte sagen, das sind die, die ein paar Dschungel-Aussätzige für Stars und Heidi Klum für eine Moderatorin halten, also pfeif‘ drauf. Aber die unschönen Szenen aus dem Stadion mit dem Leid, dem Tod und der Aggression eines Krieges gleichzusetzen, das ist irgendwann auch kein Fall für Satire mehr. Das mediale Ausnutzen von Angst und Beklemmung, um Interesse zu bekommen ist nicht nur im Fußball eine bedenkliche Tendenz, nicht nur weil viele wirklich gute Berichte und Kommentare darin einfach untergehen.
Auf Platz 2 mit 57 Stimmen: Great D.F. and the Proficlubs mit „Sicheres Stadionerlebnis“
Habt Ihr eigentlich mitgekriegt, daß Alemannia Aachen pleite ist? Was war mit den Ticketpreisen? Ist Schwulenfeindlichkeit noch relevant? Habt Ihr mitgekriegt, daß der FCR 2001 Duisburg Insolvenzantrag stellen muß? Hat irgendein Funktionär darüber nachgedacht, warum reihenweise Drittligisten kurz davor sind, vor die Hunde zu gehen? Hat irgendwer da oben sich mal Gedanken gemacht, warum kaum noch eine Elfmeterentscheidung richtig ist? Warum nicht? Eben, gab was anderes. Alles rund um das „Sichere Stadionerlebnis“ geht mir inzwischen so auf die Klötze, daß ich ihm nicht mal mehr den Spitzenplatz gegönnt hätte.
Auf Platz 1 mit 116 Stimmen und damit Fußballunwort des Jahres 2012: Sandra M. mit „Taliban des Fußballs“
Stellt Euch folgende Szene vor: Ein Fanvertreter vergleicht in einer Fernsehtalkshow einen DFB-Funktionär mit Erich Mielke, die Polizei mit dem KGB oder den Moderator der Sendung mit Karl-Eduard von Schnitzler. Und jetzt stellt Euch die Reaktionen vor. „Unverschämtheit!“ – „Unsachlich!“ – „Beleidigend!“. Andersrum war’s in Ordnung.
Sie kennen die Regeln der Hitparade: Jeder Titel darf dreimal antreten. Danach wird es zu blöd.
