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Montag, 05 November 2012 15:28

Urteil: Pumuckl = 2 Monate Bewährung

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paragraphNews aus dem Gerichtssaal - Teil II: Ein Fan aus Regensburg erhält für sein loses Mundwerk nun 2 Monate Bewährung und Auflagen für den Stadionbesuch. Er hatte im Mai sich gegenüber einer Polizisitin mit den Worten "Hat der Pumuckl heute auch was zu sagen?" geäußert, was ihm eine Anzeige wegen Beleidigung einbrachte. 

Das Amtsgericht Regensburg gab der Klägerin recht und veruteilte den 27 Jahre alten Regensburger trotz Einsicht und Entschuldigung zu einer Bewährungsstrafe von 2 Monaten. Außerdem ist dem Beklagten der Konsum von Alkohol bei Fußballspielen für die nächsten 12 Monate untersagt. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf "Fußball-Verbot" für 2 Jahre folgte das Gericht nicht. Womöglich wurde aufgrund des Vorfalls eh schon ein Stadionverbot ausgesprochen.

Schon seltsam mit welchen Dingen sich Polizei und Gerichte im Zusammenhang mit Fußballfans beschäftigen, anstatt die wirklichen Gewalttäter zu sanktionieren.

Quelle: Anwalt.de

Montag, 05 November 2012 14:01

Urteil: ACAB - Freispruch aufgehoben

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paragraphDas Oberlandesgericht Karlsruhe hat ein Freispruch gegen einen Fan aufgehoben, der im Karlsruher Wildparkstadion ein Plakat mit der Aufschrift "A.C.A.B." hochgehalten haben soll. Der Vorfall soll sich im Oktober 2010 bei der Zweitliga-Begegnung gegen den VfL Bochum ereignet haben. In erster Instanz wurde der Beklagte Fan vom Landgericht vom Vorwurf der Beleidigung freigesprochen.

Das Oberlandesgericht hob dieses Urteil nun auf und sieht in dem Spruch "all cops are bastards" durchaus den Tatbestand der Beleidigung naheliegend. Das Gericht sieht den Spruch offensichtlich nicht durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Zudem kann die unter der Kollektivbezeichnung erfolgte Äußerung auf die beim Spiel eingesetzten Beamten bezogen werden, und damit auf eine abgrenzbare Gruppe, was den Fall unter anderem von der Rechtsprechung im Fall der Aussage "Soldaten sind Mörder" unterscheidet.

Und, darauf wies das OLG in seiner Entscheidung ebenfalls hin, die verunglimpfende Bezeichnung "Bastard" habe keinerlei sachlichen Bezug zum Beruf des Polizisten oder zu seiner Arbeit im Einsatz. Dies Wiederum bedeutet, die Bezeichnung "Schlägertrupp" oder "Wegelagerer" im Fall von Demonstrationen oder Verkehrskontrollen sei erlaubt.

Udo Vetter vom Lawblog meint dazu: "Letztlich ist das Gezerre um ACAB Ergebnis unseres übertriebenen Ehrenschutzes. Es wäre wirklich an der Zeit, dass nicht jeder Pups gleich als Beleidigung gewertet werden kann. Und zwar im Falle von jedermann. Dann hätten auch die Gerichte mehr Zeit, sich in angemessener Zeit um wirklich wichtige Fälle zu kümmern."

OLG Karlsruhe, Urteil vom 19.07.2012 - 1 (8) Ss 64/12- AK 40/12.

Donnerstag, 25 Oktober 2012 00:30

Alkoholverbot von der Ostsee bis in den Ruhrpott

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hansa verbotAus Anlass der Drittliga-Begegnung zwischen Hansa Rostock und der zweite Auswahl von Borussia Dortmund verfügt die Bundespolizei ein vollständiges Alkoholverbot für die gesamten Zugstrecke zwischen Ostsee und Ruhrgebiet. Die Verfügung gilt für die Hinfahrt über "Rostock - Hamburg - Bremen - Wunstorf - Minden - Dortmund" und ebenso für die Rückfahrt "Dortmund - Minden - Hannover - Buchholz - Hamburg - Rostock" Die Polizei rechnet mit  "hoher Mobilisierung in beiden Fanlagern" Aufgrund von erheblichen Straftaten alkoholisierter Fußballfans in der Vergangenheit sei dieses Verbot zur Sicherheit anderer Bahnreisender notwendig. Neben dem Konsum alkoholischer Getränke ist auch die Mitnahme von Glasflaschen und pyrotechnischer Gegenstände nicht gestattet.

Die Bundespolizei kündigt Kontrollen an den Bahnhöfen sowie den Zügen an. Betroffen sind davon nicht nur Fußball-Fans sondern alle Bahnfahrer. Daher bittet die Behörde rechtzeitig vor Abfahrt der Züge an den Bahnhöfen zu erscheinen.

Link: Pressemitteilung der Bundespolizei

Dienstag, 23 Oktober 2012 21:04

5. Aktionstage gegen Rassismus starten heute in Köln

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FootballpeopleAnlässlich der heutigen Eröffnung der "Aktionstage gegen Diskriminierung im Sport" bis zum 17. November 2012 in Köln veröffentlichen wir an dieser Stelle die Pressemitteilung sowie einen Auszug aus dem Programm:

Im Rahmen der FARE ACTION WEEK 2012 (www.farenet.org) und des EU-Projekts FOOTBALL FOR EQUALITY organisiert ein Kölner Arbeitsbündnis zum fünften Mal Aktionstage gegen Rassismus. In diesem Jahr stehen diese unter dem Motto „Gegen Diskriminierung im Sport“. Beteiligt an dem Arbeitsbündnis sind das Sozialpädagogische Kölner Fanprojekt, die Ultra-Fangruppe des FC Coloniacs sowie BiBeriS – Bildung & Beratung im Sport.

Zu diesem Anlass ist bis zum 31. Oktober in den Räumen des Kölner Fanprojekts eine thematische Ausstellung – initiiert vom Jugendclub Courage – zu sehen. Begleitend dazu finden drei Fachvorträge, eine Gedenkstättenfahrt sowie Diskussionsrunden statt. Am 26. Oktober, beim Bundesligaspiel 1.FC Köln gegen 1.FC Kaiserslautern, wird die Ausstellung dann auch am Infobus des Kölner Fanprojekts vor der Südtribüne des Müngersdorfer Stadions gezeigt. Alle Veranstaltungen sind kostenlos.

Mit den Aktionstagen machen wir darauf aufmerksam, wie Ausgrenzungsmechanismen, Vorurteile und Diskriminierungen für viele Menschen in unserer Gesellschaft alltäglich sind – immer noch, auch hier in Köln. Sprüche wie „Zick Zack Zigeunerpack“ oder „Schiri, du schwule Schwuchtel“, ob auf Fußballplätzen, im Stadion oder generell im Sport, gibt es sowohl bei den Profis als auch bei Amateuren, vor allem gibt es sie zu oft. Rassismus ist dumm und gehört geächtet. Hier gilt es, Stellung zu beziehen und sich aktiv gegen solche Zustände einzusetzen. Die Veranstaltungen 2012 sind daher Schritte auf dem Weg hin zu einer toleranteren Gesellschaft."

Folgende Veranstaltungen heben die Ausrichter besonders hevor:

Mittwoch, 31.10.2012, 19 Uhr im Kölner Fanprojekt, Gereonswall 112, 50670 Köln
Antiziganismus in Köln und in der Gesellschaft
Vortrag mit Diskussion über die Diskriminierung von "Zigeunern", über Ausgrenzungsmechanismen, über Vorurteile, die in der Gesellschaft (auch im Sport & in Fußballfankurven) zu finden sind. Referieren wird der ROM e.V., ein interkultureller Kölner Verein für die Verständigung von Roma/Sinti und Nicht-Roma/Sinti.

Mittwoch, 07.11.2012, 19 Uhr im Sport- & Olympia-Museum, Im Zollhafen 1, 50678 Köln
Homosexualität im Fußball
Veranstaltungsabend mit Diskussion. Geschichten vom Cream Team Cologne, vom Come-Together-Cup, vom FC-Fanclub Andersrum Rut-Wiess, dazu ein Besuch der Ausstellung "Von Warmduschern und Weltmeistern - 20 Jahre schwuler Fußball in Köln". Rückmeldungen bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .
 
Montag, 12.11.2012, 19 Uhr im Kölner Fanprojekt, Gereonswall 112, 50670 Köln
Fußball-Fankultur in Ägypten
Vortrag mit Diskussion. Fußballfans waren letztes Jahr Teil der Arabischen Revolution, Ultràs trugen zum Gelingen des Aufstandes in Ägypten bei. Referent Jan Busse (Berlin) wirft einen Blick auf die ägyptische Fankultur und regt zum Vergleich mit europäischen Verhältnissen an.

Samstag, 20 Oktober 2012 19:14

Rangers Fans mit Zuschauerrekord

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ibrox parkLiebe zum Verein durch alle Ligen. In Schottland wird es eindrucksvoll belegt. Die Fans des schottischen Rekordmeisters Glasgow Rangers sorgten für einen Zuschauer-Weltrekord in  einer vierten Liga.

Gegen den Traditionsverein Queen's Park kamen 49.463 Fans in den Ibrox-Park. Die Zuschauer sahen dabei einen 2:0 Sieg der Rangers die nun nach Spietagen die Tabellenführung übernommen haben. Nach der Insolvenz im Frühjahr 2012 und dem Lizenzentzug beginnen die Rangers nun in Liga 4 und tingeln über die schottische Provinz. Trotz 166 Millionen Euro Schulden konnte die Auflösung des Vereins verhindert werden und nun geht es mit einem Millionenetat, Profispielern und fünf Nationalspielern gegen Stirlingshire, Peterhead oder Annan Athletic.

Der Zuschauerandrang ist dabei kein Einzelfall. Schon im August schauten über 49.000 Fans dem 54-maligen schottischen Meister zu. Die aktuelle Marken könnte aber noch diese Saison beim Rückspiel geknackt werden. Die Heimspielstätte von Queen's Park, der Hampden Park, fasst 52.500 Zuschauer.

durchgereicht wdrBericht: WDR Sport Inside - Durchgereicht in Liga 4

 

Donnerstag, 18 Oktober 2012 21:52

Derby im Revier - Dortmund gegen Schalke

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derby bvb-s04Samstag geht es wieder rund im Pott: Schalke zu Gast in Dortmund! Brisanz vorprogrammiert? Fakt ist: Kein Derby wird auch außerhalb des Einzugskreises so beachtet wie das Aufeinandertreffen der beiden Nachbarn in Gelb und Blau. Für die Beteiligten auf Rasen und Tribüne ist es sicher was besonderes, für alle anderen ist und bleibt es nur eine Bundesliga-Partie, egal was darüber geschrieben oder prophezeit wird. Trotzdem ein kurzer Blick auf die "Mutter aller Derbys"

Fast schon traditionell gehört die gemeinsame Beschwichtigung der Fans dazu und so fordern beide Vereine ihre Fans auf

  • Übt keine Gewalt aus und droht diese auch nicht an!
  • Klaut und präsentiert keine gegnerischen Fan-Utensilien!
  • Unterlasst jegliche diskriminierenden und rassistischen Äußerungen!
  • Toleriert kein Fehlverhalten, vor allem nicht in den eigenen Reihen!
  • Verzichtet auf Fanmärsche und konspirative Anreisen!
  • Lasst eure Pyrotechnik und Feuerwerkskörper zu Hause!
  • Vertraut der Kooperation zwischen den Vereinen und der Polizei!
  • Haltet euch an das Glasverbot rund um das Stadion!

Für die Anhänger aus Schalke 04 müsste man die Punkte noch auf folgendes erweitern:

  • "Lasst eure Fahnen, Doppelhalter etc zu Hause"

Nachdem es beim letzten Gastspiel zu Pyrotechnik Einsatz gekommen ist, belegte der BVB die Gästefans mit einem Verbot von eben jenen Fan-Utensilien. Das sogenannte "St. Pauli Modell" Man möchte fast dazu aufrufen: Zieht euch bitte was an und kommt nicht nackt!

Wie dem auch sei, wahrscheinlich wird man trotzdem den ein oder anderen Banner oder Zaunfahne auch im Schalker Block erkennen. Ein Angebot von Dortmund die Sanktionen aufzuheben, wenn im Gegenzug ein schriftlicher Verzicht zum Verzicht von Pyrotechnik erfolgt, wurde ausgeschlagen. Die genauen Umstände sind uns nicht bekannt, aber bisher gab es offensichtlich keine Unterschrift von Schalker Fanseite.

1000 Beamten in Grün sollen vor Ort für Recht und Ordnung sorgen. Die Polizei rechnet mit mehr als 900 "Problemfans" aus beiden Lagern. "mit mehr als...." ist clever formuliert. Angesichts der DFL Maßnahmenpapier-Diskussion könnte man ja auch den Eindruck von min 80.000 Problemfans gewinnen. Vor dem Hintergrund vielleicht ganz gut. dass es kein Gespräch zwischen Polizei und Fans gab. Bei 80.000 wären die Beamten glaub  jetzt noch mit den Einzelgesprächen beschäftigt.

Zur Ordnung gehört auch das Glasverbot rund um's Stadion, das die Stadt Dortmund zusätzlich zum eh schon obligatorischen "In die U-Bahn nur ohne Glas" verfügt hat. Ein Großteil der Schalker Fans wird das aber eh nicht interessieren, werden sie sowieso von zwei eingesetzten Entlastungszügen direkt am Stadion-Bahnhof abgesetzt.

Am Ende ist das alles egal, wichtig ist auf dem Platz! Und da entscheidet sich ob Gelb-Schwarz sich an Blau-Weiß vorbei schieben kann oder ob sich Herne West vor Lüdenscheid-Nord  halten kann. Und wer es nun garnicht mehr bis morgen aushalten kann, dem sei ein TV-Tipp auf den Weg gegeben: Rivalen in NRW... heut abend 20:15 Uhr im WDR.

In diesem Sinn Heja BVB & Glück Auf

Donnerstag, 18 Oktober 2012 21:09

Plauener Chaostage

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567px-VFC Plauen.svgNur ein Sieg aus den ersten sieben Spielen - der VFC Plauen ist mehr als dürftig in die Saison der Regionalliga Nordost gestartet. Und heute Abend empfängt der sächsische Traditionsverein keinen geringeren als den Tabellenführer und Aufstiegsfavoriten Rasenball Leipzig. Ab 19 Uhr rollt der Ball im Vogtlandstadion. In seinem Beitrag schaut Tobias Bahr auf das Spiel voraus und berichtet von Finanzproblemen, personellen Altlasten, meuternden Spielern und tobenden Fans.

Wohl selten zuvor konnte der Gegner des VFC Plauen, RB Leipzig, so wenig Aufmerksamkeit erhaschen wie vor dieser Partie. Der so streitbare, von einem Brausehersteller dominierte Club ist zwar immer noch für die einen die große Chance im "Ostfußball", für die anderen ein Kunstobjekt und die Verkörperung der Kommerzialisierung des Fußballs, doch nach dem Pokalspiel am vergangenen Samstag und dem blamablen Ausscheiden beim Sechstligisten Döbelner SC konzentriert man sich beim VFC ganz auf sich selbst.

 

Die Fanseele tobt, Spieler wurden noch auf dem Platz in Döbeln zur Rede gestellt, was zusammen mit einer kleinen Rangelei in den Medien zur Ausschreitung hochstilisiert wurde und den VFC ordentlich in die Schlagzeilen brachte. Ex-Trainer Hoßmang, inzwischen in Jena als Co von Sanders, mischt auch kräftig mit. Trotz Vereinswechsel beharrt dieser auf einer (vertraglich fixierten) Abfindung von 15.000€, der Gütetermin vor Gericht scheiterte, Charakter ist wohl Fehl am Platz. Dies belastet den finanziell angeschlagenen Vogtländischen Fußballclub zusätzlich, die Vereinsführung steht bei Teilen der Fans harsch in der Kritik. Hinterlassenschaften, aufgrund derer der VFC die Abfindung nicht auszahlen will, aus dem Engagement Hoßmangs gibt es in Plauen aber genug: Eine zersplitterte Mannschaft, eine unter Hoßmang bevorzugte Spielergruppe um dessen Sohn Martin torpediert das Mannschaftsgefüge und ignoriert Bergers Bemühungen und Maßnahmen zum Teambuilding – „Ich fühle mich manchmal wie im Kindergarten, nicht wie bei einer Männermannschaft“ protestiert dieser über die Quertreiber und kritisiert seinen Vorgänger scharf.

Nichtsdestotrotz kommt mit RB der Meisterschaftsfavorit und aktuell klar Führende der Regionalliga Nordost ins Vogtland. Zu verlieren haben die Plauener jedoch nichts: "Eigentlich kann man keinen Sieg erwarten, dazu müsste bei uns alles passen und bei RB nichts", sagte VFC-Trainer Dirk Berger auf der Pressekonferenz am Mittwoch. "Aber unmöglich ist schließlich nichts, vor allem können wir in diesem Spiel mehr gewinnen als drei Punkte: Es ist eine riesige Aufgabe, bei der wir uns bei einem Erfolg mit Akzeptanz, positivem Zuspruch und Emotionen sowie Selbstvertrauen belohnen können.

Dafür dürfen wir uns aber nicht hilflos geben oder uns selbst schon bedauern, wir müssen schauen, ob wir ,Bullenfighting' beherrschen", so Berger. Der Trainer setzt somit auf Kampf, Leidenschaft - Tugenden, die in Döbeln auf Seiten der Plauener nicht zu beobachten waren. Dass dies nicht entschuldbar ist und die Leistungen nahezu aller Spieler absolut desaströs waren, gab Berger schon direkt nach dem Spiel zu. Eine Erklärung für das plötzliche Totalversagen hat auch er nicht, muss aber wiederholt den Finger in die bereits bekannte Wunde legen: "Wir haben Spieler, die sind auf dem Platz mit sich selbst beschäftigt und können einfach nicht helfen, andere kommen mit Kritik an ihrer sportlichen Leistung nicht zurecht und ziehen sich beleidigt zurück. Alle müssen lernen, dass sie für ihre Leistungen nur selbst verantwortlich sind. Letztere verhalten sich dabei zuhöchst unprofessionell."

Der Coach betont aber auch, dass er ein lösungsorientiert denkender Mensch sei und so präsentiert er auch Ansätze. "Mit meiner Strategie am Herangehen zur Gruppenzusammenführung in der Mannschaft bin ich gescheitert, deswegen wird es nun Korrekturen geben." Im Trainingsbetrieb müssen die Spieler ab sofort mit dem sportlich Notwendigsten auskommen, jeglicher Luxus ist gestrichen. Von zwei bis drei Spielern möchte man sich möglichst schnell trennen, auch die Vereinsführung spricht mit Spielern, der Markt wird aktuell nach einem Neuzugang sondiert.

Dirk Berger dazu: "Ich habe selbst mit einem befreundeten Unternehmer gesprochen, der wahrscheinlich die kurzfristige Finanzierung eines Spielers übernimmt. Das Anforderungsprofil ist zwar hoch und es wird nicht einfach diesen zu finden, aber wir brauchen einen Führungsspieler in der zentralen Defensive, der charakterlich geeignet ist, keinen Egotrip fährt oder ein Legionär ist, sondern ein Mannschaftsspieler, der mit seinem Leistungsniveau und seiner Leistungskonstanz die anderen mit nach oben zieht."

Doch auch bei den A-Junioren und in der zweiten Mannschaft hält Berger Ausschau nach geeigneten Kandidaten, welche das Team zumindest perspektivisch unterstützen können. Einen Appell richtet Berger an alle Beteiligten: "Ob Mannschaft, sportliche Leitung, Vereinsführung, Sponsoren oder Fans, wir dürfen nicht übereinander herfallen, sondern müssen uns gemeinsam unterstützen, um Lösungen in dieser wohl schwierigsten Phase des Vereins zu finden."

Großartige Veränderungen in der Startelf wird es im Gegensatz zum Pokalspiel in Döbeln nicht geben. "Dies kann man als Fingerzeig in Richtung des künftigen Kaders sehen", so der Trainer. Dass Dirk Berger nicht aufgeben wird, merkt man. Spieler, die nicht in der Versenkung des Fußballs verschwinden wollen, sollten dies auch irgendwann merken. Blamieren kann man sich gegen RB nur schwer, aber dafür folgen noch genug Möglichkeiten."

Der Artikel ist auch im Vogtland-Sport erschienen.

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